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Zeitschrift Flugsport, Heft 15/1935

Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 15/1935 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.

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für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion u. Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis f. In- u. Ausland pro X Jahr bei 14täg. Erscheinen RM 4.50 frei Haus.

Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag. Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit »Nachdruck verboten* versehen, __nur mit genauer Quellenangabe gestattet.__

Nr. 15__24. Juli 1935 _XXVII. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 7. August 1935

16. Rhön-Segelflug-Wettbewerb.

Zum 16. Male ist unsere Segelflieger-Elite auf die Wasserkuppe gezogen. Kameradschaftsgeist und Disziplin sind unter der Leitung des Veranstalters, des Deutschen Luftsport-Verbandes, mustergültig geworden. Es gilt, Gemeinschaftleistungen zu zeigen. Das Endziel des diesjährigen Wettbewerbes wird der Ausscheidungskampf der Deutschen Segelflugmannschaften für die Olympiade 1936 sein.

Der Andrang für die diesjährige Rhön war außerordentlich groß. Von den 95 gemeldeten Flugzeugen konnten aus technischen Gründen unter Berücksichtigung der vorausgegangenen örtlichen Wettbewerbe in den Landesgruppen nur 61 zugelassen werden. Um einen Maßstab für die Gleichmäßigkeit der Maschinen zu erhalten, wurden nur Leistungssegelflugzeuge zugelassen.

Gewertet wird nicht nur durch die tägliche Beobachtung die fliegerische Leistung, sondern auch Haltung innerhalb und außerhalb des Wettbewerbdienstes, wobei auch Gruppenführer und Mannschaften durch Punktwertung einbezogen werden.

Außer 55 000.— RM Geldpreisen winken viele Ehrenpreise.

Der Beginn des Wettbewerbes war weniger freundlich. Des Nachts trommelte ein starker Regen nieder, der bei Hellwerden eine prachtvolle Knofe auslöste. Gegen 10 Uhr wurde Licht. Die Kuppe erstrahlte unter blauem Himmel. Vor dem Ursinushaus waren die Fliegergruppen angetreten, die Flaggen gingen hoch und Fliegerkapitän Roehre eröffnete mit einer markigen Ansprache den Wettbewerb. Die Maschinen standen bald dicht gedrängt am Start, wo eine Maschine nach der anderen in den steifen Westwind gestartet wurde. Bereits der erste Tag brachte recht schöne Leistungen. Es flogen: Sorger-Essen 60 km bis Eisfeld in Thüringen, Schilling-Borkenberge 75 km bis Koburg, Peters-Aachen 65 km bis in die Nähe von Eisfeld, Bartaune-Hamburg, der jüngste Teilnehmer des Wettbewerbs, 120 km bis Lobenstein, Spilger-Darmstadt 130 km und Zöller-Berlin 169 km bis Wiesau in Bayern, Hakenjos-Schwenningen 174 km bis zur Tschechoslowakei nach Fleißen in der Nähe der deutschen Grenze. Weiterhin überflog Krafft-Hornberg die Reichsgrenze und landete bei Karlsbad, und Holzbauer-Cannstadt erreichte die Nähe von Bayreuth. Hoffmann-Mannheim flog 495 km bis Boskowitz, Oeltzschner 360 km bis Sternberg, Miakich zirka 340 km südöstlich Prag, Bräutigam 235 km bis Kaaden.

Photo Flugsport

Vom ersten Rhön-Wettbewerb 1920. Oben: Loeßels letzter Flug. Links: klem-perer überhöht die Startstelle. Rechts: Ltn.: Suchla auf Zeise-Segler.

Und nun zu den Maschinen. Ein gewaltiger Unterschied, wenn man an die Flugzeuge von 1920 denkt. Ueberau sieht man nur hochwertige Werkstattarbeit, die in ihrer Feinheit und Durchführung sich

mmm

Photo Eckert

Von der Wasserkuppe 1934. Oben das Moazagotl.

würdig an die Seite der Erzeugnisse unserer Motorflugzeug-Industrie stellen kann. Dasselbe gilt von der Unterbringung. Ohne die Herniann-Göring-Halle wäre der Wettbewerb gar nicht möglich. Vielleicht verschwinden auch eines schönen Tages die alten Baracken, um den Platz vor der südlichen Lagerstraße zu Landungen und aus besseren Sichtgründen freizugeben.

Unter den Wettbewerbern sind vertreten die Luftsportlandes-gruppen 1—15 mit 53 Flugzeugen und die Reichsgruppe Lufthansa mit 2 Flugzeugen. Das Flugzeug mit der Wettbewerbsnummer 60 wird von Peter Riedel (Lufthansa-Pilot), dem ältesten Segelflieger, geflogen.

Teilnehmerliste 16* Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1935.

Wett-

Flugzeug

T-\ ^ wt tf* r ri r

be w.

Nr.

Name

- Typ

1_>c WCI UCl

I

D-Wolff

Rhönadler

Lsp. Lgr. 1

2

D«Graf York

Rhönadler

Lsp. Lgr. 1

3

D«Kant

Rhönbussard

Lsp. Lgr. 1

4

D*Richthofen

Rhönbussard

Lsp. Lgr. 2

5

D*Reichsbahn

   
 

Stettin I

Rhönbussard

Lsp. Lgr. 2

6

D«Hermann

Testaflieg 2

Lsp. Lgr. 2

 

Mayer II

   

7

Hein Godenwind Rhönadler

Lsp. Lgr, 3

8

Störtebecker

Rhönadler

Lsp. Lgr. 3

9

Alsterkind

Rhönsperber

Lsp. Lgr. 3

10

Nobel II

Rhönsperber

Lsp. Lgr. 3

11

D'kiebit}

Rhönsperber

Lsp. Lgr. 4

12

D«Max Wessig

Rhönadler

Lsp. Lgr. 4

13

Helios

Sonderkonstr.

Lsp. Lg. 4

14

D'Pot^Blit}

Rhönbussard

Lsp. Lgr. 4

15

D«Zuckerbäcker Rhönadler

Lsp. Lgr. 5

16

D»Askania

P 6

Lsp. Lgr. 5

17

DsHcrmanns-

Rhönadler

Lsp. Lg. 6

 

schacht

   

18

D»Breslau

Condor

Lsp. Lgr. 6

19

 

Rhönadler

Lsp. Lgr. 6

20

D« B 10

Sonderkonstr.

Lsp. Lg. 7

21

D*Professor

Condor

Lsp. Lgr. 7

 

Dependorf

   

22

Duisenburg

Condor

Lsp. Lgr. 7

23

D »Leuna

Condor

Lsp. Lgr. 7

24

D«ATG

Condor

Lsp. Lgr. 7

25

D«Sch warzer

Condor

Lsp. Lgr. 8

 

Ritter

   

26

D* L 4

Condor

Lsp. Lgr, 8

27

D-Oberst

Rhönadler

Lsp. Lgr. 8

 

Reinhard

   

28

D.Ith 15

Rhönadler

Lsp. Lgr. 9

29

D*Ith 22

Rhönsperber

Lsp. Lgr. 9

30

D^Güniher

Rhönadler

Lsp. Lgr. 9

 

Groenhoff

 

Eigentümer

Kennzeichen

31 32 33

35 36 37 38

D»Max Hahn Rhönsperber D*Andr. Hofer Rhönadler

34 D*Westfalenland Rhönadler

D.Ruhrland

D*Martens

Rhönadler Rhönsperber Rhönsperber Rhönadler

Ortsgr, Königsberg

i. Pr. weiß

Ortsgr. Osterode weiß

Inst, f. Leibesübung.

Königsberg weiß

Ortsgr. Köslin hellblau

Ortsgr. Stettin Verein, techn. Staats« lehranstalt. Stettin Landesgr. 3 Landesgr. 3 Landesgr. 3 Ortsgr. Hamburg Sfl.-0-Stclie Trebbin Ortsgr. I Bln. Ortsgr. III Bln. Sfl..U-Stcllc Trebbin Ortsgr. Dessau Ortsgr. Dessau Ortsgr. Hindenburg

Ortsgr, Breslau Ortsgr. Hirschbg. Landesgr. 7 Landesgr. 7

hellblau

hellblau

ocker

ocker

ocker

ocker

ocker«weiß

ocker«weiß

ocker« weiß

ocker«weiß

hellgrün

hellgrün

gelb

gelb gelb

weißegrün weiß«grün

Wolfgang Späte weiß*grün Ortsgr. Merseburg weiß«grün Ortsgr. Leipzig weiß=grün

Sfl.«Q. StelleHarsberg grün*weiß

R. Sfl. Schule Laucha grün«weiß Ortsgr. grün«weiß

Bad Frankenhausen Sfi.oÜ. Stelle Ith weiß*rot Sfl.-V. Stelle Ith weiß*rot Ortsgr. Bremen weiß«rot

Lsp. Lgr. 10 Landesgr. 10 weiß«ocker

Lsp. Lgr. 10 Sfl. Ü. Stelle Borken« weiß*ocker berge

Lsp. Lgr 10 Ortsgr. Gelsen« weiß«ocker kirchen

Lsp. Lgr, 10 Ortsgr. Lüdinghausen weiß»ocker Lsp, Lgr. 11 Schweyer Mannh, rot*weiß Lsp. Lgr. 11 Landesgr. 11 rot«weiß

Lsp. Lgr. 11 Ortsgr. Limburg rot«weiß

Weit* bew.

Flugzeug

,Nr..

^1 Name

Typ

39

D.ArtÄur

Condor

 

Martens

 

40

D*Richthofen

Rhönbussard

41

D*Rheinland

Rhönadler

42

Dr. Leonhard

Rhönadler

43

D.Ruhr»

Rhönadler

 

Niederrhein

 

44

Dsjonny

Rhönadler

45

D»Rheumabad

Rhönsperber

 

Aachen

 

46

D*Hesselberg

Rhönbussard

47

D»Bad Kissingen Rhönadler

48

DpCondor

Condor

49

D*Condor II

Condor II

50

D^Hallertauer

Rhönsperber

51

D*Steinadler

Rhönbussard

52

D*Traunstein

Rhönbussard

53

D.Milan

 

54

DpErnst Hagele

Condor

55

D*Moazagotl

Grünau 7

56

DsAlbsperber

Rhönsperber

57

DsGöppingen

Göppingen 3

58

D*Klippeneck

Rhönadler

59

D*Landesgr.

Rhönadler

 

Baden

 

60

D»La Falda

Condor

61

D»Hans

Condor

 

Hackmack

 

Bewerber

Eigentümer

Kennzeichen

Lsp. Lgr. 11 Ortsgr. Frankf. M. rot»weifc Lsp. Lgr. 12 Ak. Kameradschaft rot»weü3 Lsp. Lgr. 12

Ak. Kameradschaft „M. v. Richthofen" Landesgr. 12

Lsp. Lgr. 12 Lsp* Lgr. 12

Lsp. Lgr. 12 Lsp. Lgr. 12

Ortsgr. Mülheim Untergr. 2 Ruhr Niederrhein Ortsgr Essen

Ortsgr. Aachen Stadt schw. w. gestr.

schwarz» weifc gestreift schw. w. gestr, schw. w. gestr.

schw. w. gestr.

weik*blau

Lsp. Lgr. 13 Sfl. Ü. Stelle Hesselberg

Ortsgr. Bad Kissingen weifcblau

Lsp. Lgr. 13 Lsp. Lgr. 13 Lsp. Lgr. 13 Lsp, Lgr. 14 Lsp. Lgr. 14 Lsp. Lgr. 14

Lsp. Lgr. 15 Lsp. Lgr, 15 Lsp. Lgr. 15 Lsp. Lgr. 15 Lsp. Lgr. 15 Lsp. Lgr. 15

Edgar Dittmar Edgar Dittmar Ortsgr, München Ortsgr. München Hans Pirkl

Ortsgr. Stuttg. Wolf Hirth Landesgr. 15 Ortsgr. Göppingen Ortsgr.Schwenningen rot»schwarz Landesgr. 15 rot*schwarz

weifcblau weißblau blau »weiß blau^weiß blau*weii3 fällt wegen Bruch aus rot»schwarz rot^schwarz rotflSchwarz rot»schwarz

Reichsgr. Peter Riedel Lufthansa

Reichsgr. Reichsgruppe

Lufthansa Lufthausa

Phot. Stöcker.

So sah es 1934 am Startplatz auf dem Gipfel der Wasserkuppe aus. Mehr als 50 Maschinen drängen sich auf engem Platz.

Zweisitziges Segelflugzeug „Göppingen 2".

Sportflugzeugbau Göppingen, Martin Schempp, bat für die Schulung am Doppelsteuer im Schleppflug, im thermischen Segelflug, im Hangsegelflug, im Blindflug und für Passagierflüge einen Zweisitzer fertiggestellt.

Dieses Uebungs-Segelflugzeug Muster „Göppingen 2", das von Wolf Fürth konstruiert wurde, ist eine Weiterentwicklung und Verbesserung des Doppelsitzers „Grünau 8", welcher seinerzeit ebenfalls von Wolf Hirth im Auftrag des D. L. V. konstruiert und gebaut worden ist. Die Wendigkeit dieses neuen Types ist wieder überraschend gut geworden dank der Hirthschen Bauart der nach hinten gezogenen Verwindungsklappen.

Ein fest eingebautes Einradfahrgestell mit einem Niederdruckreifen von 40 cm Durchmesser und mit Bremse, die von beiden Sitzen aus bedient werden kann, hilft besonders viel mit zu einer raschen Abwicklung des Schleppflugbetriebes, wobei das Flugzeug sehr geschont wird. Die Doppelsteuerung kann für Passagierflüge leicht ausgebaut werden. Eine seitliche Türe gestattet das bequeme Einsteigen in den hinteren Sitz. Eine geschlossene Kabine verbindet beide Sitze, so daß eine Unterhaltung im Fluge im normalen Ton geführt werden kann. Die Verwendung von großen Cellonscheiben gewährt eine gute Sicht von beiden Sitzen. Für Blindflugschulung werden die Cellon-fenster des hinteren Sitzes zweckmäßig mit schwarzen Vorhängen ausgerüstet, die vom vorderen Führersitz aus auf- und zugezogen werden können.

Die Schulung am Doppelsteuer, hauptsächlich auch zur Umschu-

Werkphota

Zweisitziges Segelflugzeug „Göppingen". Man beachte das Laufrad hinter der Kufe. Oben links: Start im Autoschlepp.

Werkphoto

Zweisitziges Segelflugzeug „Göppingen". — Oben links: Führersitzverkleidung. Rechts: Tür zum Fluggastraum. Unten links: Blick vom vorderen Führersitz. Rechts: Man beachte die guten Sichtverhältnisse bei geschlossener Haube.

lung von Motorpiloten zum Segelflug, setzt sich mehr und mehr durch. Ist doch das Bruchrisiko sehr gering. Erfahrungsgemäß nützen stundenlange theoretische Vorträge über thermischen Segelflug nicht so ; viel wie ein praktischer Flug mit dem Schüler am Doppelsteuer, wo I ihm das korrekte „Kurbeln" und das „Nach-Instrumenten-Fliegen" in I der Thermikblase beigebracht wird.

' Spannweite 14,5 m, Flächeninhalt 21,5 m2, Seitenverhältnis 1 : 10, Rüstgewicht 198 kg, Flächenbelastung 17 kg/m2, Länge 6,6 m, Gleitzahl 1 : 15, Sinkgeschwindigkeit 1 m/Sek.

IL S. A. ,/Taylor-Cub'M.eichtf lugzeug.

Mit vorliegendem Flugzeug hat die Taylor Aircraft Co., Bradford, Penns., ein billiges Sportflugzeug schaffen wollen.

Abgestrebter Hochdecker, zweisitziges Kabinenflugzeug. Einfacher Aufbau und leichte Reparaturmöglichkeit. Flugeigenschaften, fast nicht überziehbar, kommt leicht aus dem Trudeln.

Rumpf Stahlrohr mit Baldachin. Flügel Holzkonstruktion, zwei-holmig. Fahrwerk an der Unterseite des Rumpfes angelenkte V-Stre-ben mit sich kreuzenden Gummistoßaufnehmerstreben an dem entgegengesetzten Rumpfholm angelenkt (s. Abb.).

Spannweite 10,6 m, Länge 6,7 m, Höhe 1,9 m, Flügeltiefe 1,55 in, Flügelinhalt 18 m2, Leergewicht 240 kg, Gesamtgewicht 420 kg.

Werkphoto

U. S. A. Taylor-Cub-Leichtflugzeug. Unten links: Die in die Fahrwerkstreben einfach eingebaute Gummiabfederung. Rechts: Stahlrohrrumpf.

Mit Continental A-40 2 4 Zyl. 37-PS-Motor Geschwindigkeit max. 140 km/h, mittlere 112 km/h, Lande- 45 km/h. Startlänge 36 m, Auslauf 29 m. Gleitwinkel 10 : 1. Betriebsstoffverbrauch 12 1 pro 100 km, Steigfähigkeit 150 m/Min.

Preis 1425 Dollar.

U. S* A* „Eaglet"-Leichtflugzeug.

Das zweisitzige Eaglet-Sport-Leichtflugzeug, gebaut von der American Eagle-Lincoln Corp., Kansas, ist ein abgestiebter Hochdecker. Flügel zweiholmig, Holzbauweise. Rumpf Holzkonstruktion mit Sperrholzauflage. Höhen- und Seitenruder Stahlrohr. Fahrwerk an der Rumpfunterseite angelenkte V-Streben mit Stoßaufnehmerstreben, nach der anderen Rumpfseite führend.

Spannweite 10,3 m, Länge 6,58 m, Höhe 2,17 m, die übrigen Abmessungen siehe Zeichnung. Leergewicht 230 kg, Gesamtgewicht 415 kg. Mit Dreizylindermotor Szekeley 45 PS, Geschwindigkeit max. 145 km/h, mittlere 120 km/h, Lande- 40 km/h.

American Eaglet.

Werkphoto

Steigfähigkeit 135 m/Min. Gipfelhöhe 5400 m. Preis 1575 Dollar.

Westland Wallace Mehrzweckflugzeug.

Der Westland Wallace der Westland Aircraft Works, Yeovil, England, wurde aus dem „Wapiti" entwickelt. Die Steigfähigkeit des Wallace ist durch die Mount-Everest-Flüge, wobei er 10 000 m erreichte, bekannt geworden.

Der vorliegende Typ wurde für das Air Force gebaut und später auf Anforderung des Air Force mit einer besonderen Führersitz- und vor allen Dingen Beobachtersitzverkleidung versehen (vgl. die nebenstehende Abb.).

Rumpfaufbau, viereckige Stahlrohrholme und Streben, an den Ecken Vernietung mit Laschen. Rumpfverkleidung vorn Duralumin, hinten zur Kontrolle teilweise verschnürte abnehmbare Leinwand.

Eine besondere Eigenart bildet die Führer- und Beobachterverkleidung. Der Führer sitzt noch etwas hinter der Hinterkante des unteren Flügels, so daß er noch gute Sicht nach unten hat. Die Beobachtersitzverkleidung schließt sich an die Führersitzverkleidung an und besteht nach hinten aus drei sektorenartigen, nach hinten klapp-

Nr. 15

„FLUQSPOR T"

Seite 337

baren Verkleidungen. Für den M-G-Lauf ist in der Oberseite des Rumpfes eine Aussparung vorgesehen, so daß der Beobachterraum vollständig geschlossen werden kann. (Siehe auch Flugsport 1934, S. 256 und 257.) Führer- und Beobachtersitz in der Höhe verstellbar. Außer dem hinteren M-G ist noch ein fest eingebautes M-G auf der linken oberen Rumpfseite, durch den Propellerkreis schießend. Höhenflosse vom Führersitz aus durch Handrad verstellbar.

Fahrwerk Halbachsen mit Stoßaufnehmerstreben. Räder stromlinienverkleidet, Bendix-Radbremsen.

Flügel kastenförmige Stahlrohrholme mit Stahlrippen. Querruder Duralumin an Ober- und Unterflügel. Slots im Oberflügel.

Höhen- und Seitenleitwerk Duralumin, Ruder mit Servoklappen.

Bombenlast normal 227 kg, in einem Spezialfälle 1000-Pfund-Bombe (454 kg).

Hauptbetriebsstoffbehälter, rund aus geschweißtem Leichtmetall, im Auftriebsmittel. Oel- und Zusatzbetriebsstoffbehälter im Vorderteil des Rumpfes.

Gesamtbetriebsstoffinhalt 580 1, Oel 64 1. Zwei Zusatztanks von je 270 1 können unter den Flügeln montiert und damit der Aktionsradius auf 1750 km erhöht werden.

Mit Bristol Pegasus III. M. 3. Leergewicht 1680 kg, Gesamtgewicht 2600 kg. Höchstgeschwindigkeit 270 km/h, in 3000 m Höhe 260 km, in 4500 m 252 km/h. Steigfähigkeit auf 1500 m in 3 Min. 2 Sek., auf 3000 m in 7 Min. 2 Sek. Gipfelhöhe 7700 m. Aktionsradius normal 830 km.

Werkphoto

Westland „Wallace". Unten: Geschlossener Beobachterraum. Man beachte die Aussparung in der Rumpfoberseite für das M.-G. sowie Verriegelungseinrichtung, um die Haube auch über dem Führersitz abzuwerfen.

IL S. A. Curtiss-IH-Hawk-Jagdflugzeug.

Curtiss Wright liefert den Hawk in einer Sonderausführung für die U. S. A. Marine, Typ BF 2C-1, und die Export-Type für das Ausland; im letzteren Falle mit Bombenmagazinen für 5—10 kg, 3—20 kg oder für 2—50 kg Bomben.

Dieser neue Hawk wurde ursprünglich als Jagd- und Bombenflugzeug für große Höhen mit F-50-Cyclone-Motor mit hochziehbarem Fahrwerk gebaut. Rumpf ganz in Stahlrohr geschweißt und genietet.

Flügel nach den Enden sich stark verjüngend, Holzbauweise, zwei Kastenholme mit Sprucerippen. Oberflügel mit Querrudern, durchgehend aus einem Stück, nimmt die Hauptkräfte auf.

Höhen- und Seitenleitwerk Gemischtbauweise Stahlrohr und Duraluminrippen.

Charakteristisch für diesen Typ ist das hochziehbare Fahrwerk, wobei die Federbeine durch eine Schraubenspindel in den Rumpf nach oben gezogen werden (vgl. die nebenstehende Abb.), wobei das Rad im Rumpf gleichzeitig die Oeffnung verdeckt.

Spannweite 9,60 m, Länge 7,11 m, Höhe 3,04 m, Flügelinhalt 24,35 m2, Leergewicht 1435 kg, Gesamtgewicht 1919 kg, Flügelbelastung 78,8 kg/m2, Leistungsbelastung 2,46 kg/PS, max. Geschwindigkeit in 3000 m Höhe 390 km/h, mittlere 328 km/h, Gipfelhöhe 8000 m. Aktionsradius normal POO km/h, mit Zusatztank 1300 km.

.;. Armstrong Whitworth Transport-Bomber A. W. 23. M-G-Turm mit kugelförmiger

I drehbarer Laterne in der Rumpfnase und dem Rumpfende hinter dem Leitwerk,

f Vergleiche Beschreibung „Flugsport" Nr. 14, Seite 305.

1 Engl. Boulton Paul „0 verstrancT, mittelsch wererBomber.

, Mit diesem vom Boulton Paul Aircraft Ltd., Norwich, entwickel-

\ ten neuen Typ soll das Geschwader 101 (B) ausgerüstet werden,

f Aufbau in Boulton Paul Metallbauweise. Flügel zweiholmig, auf

I jeder Seite zwei Strebenreihen, verspannt. Motoren Bristol „Pega-

^ sus", leicht überkomprimiert, in der ersten Strebenreihe zu beiden Seiten des Rumpfes. Darunter Fahrwerk. Unter dem Rumpf frei für

' den Bombenabwurf.

I Drei Betriebsstoffbehälter von insgesamt 1300 1 im Rumpf im

I Auftriebsmittel.

In der Rumpfnase drehbarer, vollständig geschlossener M-G-

i Turm, in dem sich ein senkrechter Schlitz für die Bewegung des

[ M-Gs von oben nach unten befindet, und zwar ist der ganze Turm

I mit dem Maschinengewehrschützen drehbar. Dahinter im oberen Teil

] des Rumpfes Führerraum, vollständig verkleidet. Hinter der Rücken-

* lehne des Führers Autopilot. Unter dem Führerraum Kabine mit Zu-

r gang vom vorderen M-G-Schützen, enthaltend Fallschirm, Sauerstoff-

I flaschen, Bomben, elektr. Batterie. Hinter dem Betriebsstoffbehälter M-G-Stand, Geräte für Photographie, drahtlose Telegraphie. Oberer

' M-G-Stand ist 'versenkbar, ferner M-G-Stand in der Rumpf-Unter-

I seite nach hinten feuernd.

Boulton Paul „Overstrand".

Werkphoto

Werkphoto

Bristol-Truppentransportflugzeug mit Bristol Pegasus.

FLUG

Inland.

Mitteilung Oberste Luftsportkommission (OL) Nr. 20.

Die Föderation Aeronautique Internationale (FAI) hat folgende Leistung anerkannt:

Internationaler Rekord Klasse A (Freiballone), 2. Kategorie, Deutschland.

Führer: Eugen Stüber, Mitfahrer: Werner Schäfer. Ballon: „Leipziger Messe II". Von Bitterfeld (Deutschland) nach Pazariche (Rußland) am 25.126. März 1935. Entfernung: 1203,600 km.

Oberste Luftsportkommission. I. A. Thomsen.

Preisgericht d. Preisausschreibens zur Ermittlung des tatsächlichen Span-nungsverlaufs in Bauteilen bei betriebsmäßiger Beanspruchung hat in seiner Sitzung am 21. 6. 1935 'die eingegangenen Bewerbungen auf Grund vorangegangener Einzelbearbeitungen durch Mitglieder des Preisgerichts eingehend geprüft und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß keine der eingereichten Bewerbungen eine voll befriedigende Lösung der gestellten Aufgabe darstellt und somit eine Zuerkennung 'des I. Preises nicht erfolgen kann. Immerhin sind aber die Gedankengänge von 8 Bewerbern derart, daß eine praktische Erprobung unter Umst.nden aussichtsreich erscheint. Diese Bewerber sind daher aufgefordert worden, Geräte nach ihren Ideen vorzulegen oder anzufertigen, damit eine Nachprüfung der praktischen Verwendbarkeit erfolgen kann. Uefoer das endgültige Ergebnis des Preisausschreibens werden wir unseren Lesern ebenfalls auf diesem Wege Mitteilung machen.

Deutsche Gesellschaft für Photogrammetrie. Die Jahresversammlung findet am 13. und 14. Sept. d. J. im Volkshause zu Jena statt. Es sind folgende Vorträge vorgesehen: 13. Sept.: Dir. Gessner: Luftbildmessung, Reichsbodenschätzung und Kataster. Prof. Dr. R. Finsterwalder, Hannover: Ergebnisse der Nanga-Parbat-

Expedition. Prof. Dr. 0. v. Gruber: Die neuen Aufnahme- und Auswerteapparate für weitwinklige Aufnahmen der Fa. Zeiß-Aerotopograph G. m. b. fi. 14. Sept.: Prof. Dr. R. Hugershoff: Klein-Autograph und Forstvermessung. Dr. K. Schwi-defsky: Die Erfindungsideen in der Entwicklung der Entzerrungsgeräte. Dr. H. Köhnle: Photogrammetrie für Röntgenuntersuchungen und Kriminalistik. Die Vorträge werden durch eine Ausstellung von Arbeitsergebnissen veranschaulicht werden. In einer Sonderausstellung wird das Arbeitsgebiet der Röntgenphotogram-;metrie (Geräte und Arbeitsergebnisse) gezeigt werden. Ferner sollen die Anwen-duiigsmöglichkeiten des Luftbildes für die Vermessung (Topographie und Kataster) und für die verschiedenen Wirtschaftsgebiete der Bodenschätzung, Landgewinnung. Landeskultur, Landesplanung, des Bauwesens usw. dargestellt werden. Fahrten in die Umgebung mit Vorführung von photogrammetrischen und geodätischen Instrumenten im Gelände sowie ein Besuch des Zeiß-Planetariums sind vorgesehen. Die Teilnehmergebühr beträgt für Mitglieder 2.— RM, für Nichtmit-glieder 3.— RM. Es wird gebeten, Anmeldungen an Fritz Marx, Jena, Hausbergstraße 38, zu richten, von dem auch auf Wunsch nähere Angaben über den Verlauf der Tagung zugesandt werden. Der Tagung geht unmittelbar voran der 14. Einführungskurs in die Photogrammetrie, der in der Zeit vom 9.—12. September von der Zeiß-Aerotopograph G. m. b. H. in Jena veranstaltet wird.

Harth f bei Ith Flügelbruch bei Looping nach vorn aus dem Rückenflug.

Segelflieger Waldemar Beyer flog in seinem Motorgleiter — eigene Konstruktion, Weiterentwicklung des „Rossitten-As" mit Köller-Motor — von Schneidemühl nach Tempelhof in vier Stunden.

Was gibt es sonst Neues?

Explosionssichere Betriebsstoffbehälter sind in engl. Jagdflugzeuge versuchsweise eingebaut.

Ausland.

5 335 000 Pfund für die Aufrüstung der englischen Luftflotte sind am 16. 7. durch den von der engl. Regierung angekündigten Zusatzhaushalt für das laufende Jahr bewilligt worden.

800 m über den Brocken segelte Kurt Müller. Autostart mit Umlenkrolle 11 h 55, Landung 5 h 20 nachm.

Hawker-Siddely Trust Ltd. ist in das Handelregister in London eingetragen worden mit einem Kapital von 2 000 000 £. Die Gesellschaft übernimmt die Hälfte der Shares von Siddeley und die Hälfte von Hawker Aircraft Co. Direktoren: T. O. M. Sopwith, Fred Sigrist, F. S. Spriggs (Direktoren der Hawker Aircraft Co.) und Philipp Hill.

„Kwickstart" KLM-Verkehrsflugzeug, Linie Schiphol—Malmö, 14. 7. verunglückt. Gleich nach dem Start setzten von 4 Motoren 2 aus. Der Führer versuchte, das Flugzeug zum Platz zurückzubringen, geriet gegen einen Eisenbahndamm, wobei die Maschine Feuer fing. Von den .15 Fluggästen blieben 13 unverletzt, von den 5 Mann wurden 4 getötet.

Spanische Militärmission nach USA unterwegs, will 50 Jagdflugzeuge und 10 Motore für die Marine kaufen. Für die Erwerbung stehen 12 Millionen Pesetas zur Verfügung.

„Douze Heures d'Angers"-Rennen gewann Arnoux auf Caudron-Renault, Typ „Rafale", 165 PS, indem er in 12 Std. 3268 km zurücklegte.

USA-Segelflug-Schlepp-Post wurde am 29. Juni von Akron nach Columbus, Ohio, durchgeführt. Zur Verwendung gelangte ein Segelflugzeug für vier Fluggäste. Nebenstehende Abbildung zeigt den Briefumschlag mit den Marken.

Engl. Intern. Air Rally, veranstaltet vom Lympne Flying Club, Lympne, Kent, am 24. u. 25. 8. Ausländische Flieger sind über das Wochenend Gäste des Klubs, können an dem Rennen teilnehmen. 1. Preis Trophäe und 50 £; 2. Preis Medaille u. 25 £, 3. Preis Medaille u. 10 £. Außerdem eine Cup für die schnellste Zeit. Anmeldungen vor dem 15. 8. Meldeformulare erhältlich bei dem Secretary des Cinque Ports Flying Club, Lympne Airport, Kent.

Sternflug nach Kärnten 10. bis 20. 8., mindestens 600 km Anflugstrecke. 1. Preis 800 ö. S., 2. 300 ö. S., 3. 150 ö. S. und Ehrenpreis. Veranstalter Oesterreichischer Aero-Club, Klagenfurt.

Engl. „Air Picnic" 30 Flugzeuge nach Ungarn, Juli 35.

U. S. A. Segelflllg-Schlepp-Post. Archiv „Flugsport".

Nach Italienisch-Ostafrika sind am 16. 7. zwei Flugzeuggeschwader auf dem Flugzeugträger „Miraglia" in See gegangen. Weitere 300 Bombenflugzeuge werden in nächster Zeit nach Eritrea und Somali verfrachtet werden. General Valle, der Staatssekretär der ital. Luftstreitkräfte, übernimmt den Oberbefehl über die gesamten Luftstreitkräfte in Italienisch-Ostafrika.

U. S. A.-Lufstreitkräfte sollen um 6—800 Luftstreitkräfte vergrößert und hierfür 40 Mill. Dollar bewilligt werden. Nach geheimen Beratungen im Heeresausschuß des Unterhauses in Washington ernannte der Ausschuß Vorsitzende McSwain einen Unterausschuß, der über die Bewilligung der Mittel beraten soll Der Flugzeugbestand der U. S. A. Armee wird von den Sachverständigen als ungenügend angesehen und müsse um 710 erhöht werden. Von 319 vorhandenen Jagdflugzeugen seien 147 veraltet.

Tandem-Segelflug-Modell Bruchhäuser.

Das Tandemmodell war für Limburger Verhältnisse konstruiert, bei denen wir mit wenig Wind, aber desto größerer Thermik rechnen konnten. So waren wir auf leichteste Bauart angewiesen. Einige technische Daten: vordere Spannweite 2,88 m, hintere Spannweite 1,60 m, Rumpflänge 1,58 m, Flächenbelastung 12,5 g pro qdm.

Das Hauptprofil, das in beiden Flächen dasselbe ist, wurde von mir auf einem flachen Kreisbogenabschnitt (Radius 63 cm) aufgebaut und besitzt das Verhältnis 1 : 7. Tragflächen leichte Pfeil- und V-Form. Letztere ist bei der hinteren Fläche größer als bei der vorderen. Ursprünglich besaß die vordere Fläche einfachen Knick nach oben, genau dem Winkel der hinteren Fläche angepaßt. Nach einem komplizierten Bruch baute ich der Einfachheit halber ein gerades Mittelstück zwischen beide Flächenenden und stellte darauf einen flacheren Gleitwinkel fest. Beide Flächen besitzen gleiches Hauptprofil und sind nach den Enden zu durch Profilveränderung geschränkt. Der hintere

Flügel, der auf beiden Enden die um 3° nach außen verdrehten Seiten-. Steuer trägt, liegt mit seiner Unterkante etwa 4 cm unter der Flügelhinterkante des vorderen. Der Rumpf besitzt einen durchgehenden Sechskant-Querschnitt.

Der Vorteil einem Normalmodell gegenüber liegt beim Tandem in seinem äußerst flachen Gleitwinkel, wie ich ihn noch bei keinem meiner zahlreichen anderen Modelle feststellen konnte. Wer beim Treffen auf der Wasserkuppe am Pfingstsonntagmorgen früh Gelegenheit hatte, das Modell beim Einfliegen zu beobachten, wird mir das bestätigen. Leider bin ich im Verlaufe des Wettbewerbes wegen des später aufkommenden Windes nicht gut vom Start gekommen. Aber ich habe gelernt. Der Nachteil, den ich erst auf der Wasserkuppe erkannte, lag in der großen Angriffsfläche, die der hintere Flügel dem Winde bot und der der einfache Rumpf nicht gewachsen war. Die geringste Verdrehung der beiden Flächen gegeneinander bedingt Kursveränderung. Hier muß jetzt meine Arbeit einsetzen. Ich werde bei meiner neuen Maschine, die übrigens bereits im Bau ist, folgende Aenderungen vornehmen: Die Flächentiefe wird unter Beibehaltung

der Profilform etwas verkleinert. Die Spannweite bleibt dieselbe. Dadurch erhalte ich eine ausgezeichnete Verhältnisform von Spannweite zur Flügeltiefe, bei der vorderen Fläche etwa 1 : 15. Als Profil für den hinteren Flügel werde ich im Gegensatz zum jetzigen Profil ein druckpunktfestes wählen, etwa das N 60 R (U. S. A.) oder eines der NACA-Profilserie, um zu verhindern, daß das Modell bei plötzlich auftretenden Böen durch den großen Auftrieb der hinteren Fläche unstabil in der Längsrichtung wird. Außerdem erhält sie den doppelten Knick der vorderen Fläche angepaßt. Und als letzte Aenderung wird das Ganze auf einen verdrehungssteifen Doppelrumpf gebaut, wahrscheinlich als Mitteldecker mit gutem Flächenübergang. Es fallen dadurch Widerstände, die am Hoch- bzw. Schulterdecker auftraten, fort. Weiterhin trage ich mich mit dem Gedanken, in den Neutralisationspunkt der Maschine zwei kleine Wassertanks mit waagerechten Schotten einzubauen, um die Flächenbelastung von Fall zu Fall verändern zu können.

Ich hoffe, mit meinen Erklärungen anderen Modellbauern Anregung zum Nacheifern gegeben zu haben. Jos. Bruchhäuser.

Stand der deutschen Modell-Rekorde am 1. Juli 1935. Klasse Rumpfmodelle:

Bo.-Str.: Lippmann, sen., Flieger-Ortsgr. Dresden 795,5 m

Bo.-Dau: Neelmeyer, „ „ „ 13 Min. 7 Sek.

Ha.-Str.: Lippmann sen., „ „ „ 8900 m

Ha.-Dau: Lippmann sen., „ „ „ 1 Std, 8 Min.

Klasse Stabmodelle: Bo.-Str.: H. Mundlos, Flieger-Ortsgr. Magdeburg 730 m

Bo.-Dau: E. Warmbier, „ „ „ 1 Min. 57,6 Sek.

Ha.-Str.: E. Warmbier, „ „ „ 3900 m

Ha.-Dau: E. Warmbier „ „ „ 25 Min. 38 Sek.

Klasse Rumpf-Segelmodelle: Ha.-Str.: A. Besser, Flieger-Ortsgr. Dresden 13 500 m

Ha.-Dau: Q. Marth, „ „ Berlin 12 Min. 35 Sek.

Ho.-Str.: A. Mantel, „ „ Mannheim 19 500 m

Ho.-Dau: H. Langer, „ „ Dresden 40 Min. 22,2 Sek.

Klasse Segelmodelle, schwanzlos: Ha.-Str.: Herrmann, Flieger-Ortsgr. Nordhausen 2375 m

Ha.-Dau: K. Schmidtberg, „ „ Frankf./M. 37 Min. 41 Sek. Ho.-Str.: E. Klose, „ „ Dresden 8800 m

Ho.-Dau: E. Klose, „ „ „ 8 Min. 14 Sek.

Klasse Rekordmodelle ohne abwerfbaren Antrieb: Ha.-Str.: E. Warmbier, Flieger-Ortsgr. Magdeburg 4200 m

Ha.-Dau: E. Warmbier, „ „ „ 28 Min. — Sek.

Klasse Rekordmodelle ohne abwerf baren Antrieb: Ha.-Str.: Hoffmann, Flieger-Ortsgr. Schönebeck 429 m

ria.-Dau: Warmbier „ „ Magdeburg 2 Min. 40,5 Sek.

Klasse Wassennodelle: Wa.-Dau: H. Mundlos, Flieger-Ortsgr. Magdeburg — Min. 53,4 Sek.

F. Alexander,

beauftragt mit der Führung der Deutschen Modell-Rekord-Liste.

Luftpost.

Den Grade-Eindecker finden Sie im „Flugsport" vom 15. November 1911 genau beschrieben. Untenstehend finden Sie eine Zusammenstellungszeichnung mit Steuerungsschema. Flügel, Holme bestanden aus drei Bambusrohren, welche in der Nähe des Rumpfes von Stahlrohren gefaßt wurden. Eschenholzrippen mit dünnem gummiertem Ballonstoff bespannt. Rumpf bestand aus Streben mit einer Bambusstange nach hinten, das Leitwerk tragend. Zum Betriebe diente ein Vierzylinder-Grade-Motor in V-Form. 85 mm Bohrung und 85 mm Hub. Leistung 16/24 PS bei 1450—1600 Umdrehungen. Motorgewicht 45 kg. Betriebsstoffverbrauch 13 1 und 3V2 1 Oel pro Std. Gesamtgewicht des Grade-Eindeckers 135 kg.

(Die hier besprochenen Bücher können von uns bezogen werden.)

Jagd in Flanderns Himmel. Aus den 16 Kampfmonaten des Jagdgeschwaders Freiherr von Richthofen. Nach den Aufzeichnungen des Geschwader-Adjutanten Oberltn. Karl Bodenschatz. Eingeleitet von Hermann Qöring. Mit 95 Abb. auf Tafeln und einem Anhang: Kriegstagebuch d. Jagdgeschwaders 1 mit 4 Faksimiles und 2 Kartenskizzen. Verlag Knorr & Hirth Q. m. t>. H., München. Preis geh. RM 3.60, Leinen RM 4.80.

Die in diesem Buch veröffentlichten Dokumente über das Jagdgeschwader Richthofen geben zum erstenmal der Nachwelt ein Bild über die gewaltigen

Leistungen unserer Jagdflieger. Alle bisherigen Veröffentlichungen waren nur Stückwerk. In diesem Buch werden zum erstenmal alle Ereignisse in geordneter Folge der Nachwelt überliefert, und den gefallenen Kameraden des berühmten Jagdgeschwaders, welches zuletzt Hermann Qöring führte, ein Denkmal gesetzt. Der damalige Geschwaderadjutant Oberltn. Bodenschatz, jetzt Oberstltn. und Chefadjutant des Reichsluftfahrtministers, war wie kein anderer berufen, auf Grund seiner Aufzeichnungen, die heute von kriegsgeschichtlicher Bedeutung sind, die wirklichen Tatsachen in der Geschichte zu verzeichnen. Nüchtern und sachlich schildert Bodenschatz, wie das Jagdgeschwader 1 immer gegen weit überlegene Kräfte auf dem Sprung stehen mußte, um die feindlichen Geschwader zu zersprengen, den Gegendruck in der Luft zu überwinden und der kämpfenden Infanterie Luft zu schaffen. Das Jagdgeschwader Richthofen wird in der Geschichte als leuchtendes Vorbild weiterleben.

Sportfliegen, Einführung in Technik und Praxis, herausgegeb. von Dr.-Ing. Werner von Langsdorff, 194 S. mit 161 Abb., Verlag Otto Maier, Ravensburg. Preis kart. RM 4.25, geb. RM 5.—.

Von den einzelnen Abschnitten seien hervorgehoben: Vom Flugsport v. Min.-Rat Geyer; Der Deutsche Luftsport-Verband v. Präs. Loerzer; Kriegsflieger und Jungflieger v. Ritter v. Schleich; Vom Segelfliegen v. Stamer, Dipl.-Ing. Fuchs, Hirth, Riedel; vom Motorfliegen v. Dr.-Ing. v. Langsdorff, Carganico, v. Koeppen, Achgelis; Seefliegen v. Marineflugm. Schroeter; Navigation u. Orten v. Dr.-Ing. Töpfer und Gewerbeoberlehrer Heibig.

Lehrtafeln für den Flug-Unterricht „Stanavo", 60 X 84 cm, hat die Deutsch-Amerikan. Petr.-Ges. herausgebracht. Zu beziehen von der literar. Abt. Hamburg. Die Tafeln in mehrfarb. Zeichnungen sind sehr anschaulich und für den Unterricht besonders geeignet. Bis jetzt sind 6 Tafeln erschienen. Lehrtafel 1: Flugmotoren-Kraftstoffe, 2: Flugmotorenöle, 3: Kraft- u. Schmierstofführung im Sportflugzeug, 4: Oel- u. Brennstoff-Pumpen für Flugmotoren, 5: Spezialvergaser für Flugmotoren, 6: Intern. Luftfahrt-Rekorde, bisher von der F. A. I. anerkannt.

Luftkrieg — Zukunftskrieg/' Von Hptm. a. D. Gandenberger von Moisy. 108 Seiten, 25 Bilder und 25 Zeichnungen. Karton. RM 1.50. Zentralverlag G. m. b. H., Berlin, 1935.

Ohne unnützes Beiwerk gibt Verfasser in gedrängter Kürze in diesem bil-

Lehrtafeln für den Flug-Unterricht „Stanavo".

ligen Büchlein einen Ueberblick über den Aufbau, Gliederung und Kampfweise der heutigen Luftstreitkräfte.

Volckmanns Baupläne flugfähiger Flugmodelle. 14. Bauplan: Segelflugmodell „Grünau II" mit Vergrößerung als Wettbewerbsmodell mit Erläuterungen. Doppelbauplan von Werklehrer Karl Müller. Preis RM 1.20. Verlag C. J. E. Volck-mann Nachf. G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2.

Dieser Bauplan, Knickflügel-Modell, ist auch für Anfänger geeignet.

Volckmanns Baupläne flugfähiger Flugmodelle. 15. Bauplan: Rumpfrekord-Modell von A. Lippmann sen. mit Erläuterungen. Preis RM 1.40. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2.

Ausführung dieses Bauplanes ist gut, Anfängern zu empfehlen, in der Zeichnung der Schraube hätte Verfasser vorteilhaft auch die Blattwinkel und Profile einzeichnen sollen. Warum erst wieder die Anschaffung eines Sonderbüchleins für Schraubenbau empfehlen? Auch der Modellbauer muß mit seinen Groschen sparen.

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