Illustrierte Aeronautische Mitteilungen

Jahrgang 1899 - Heft Nr. 4

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Eine der ersten Zeitschriften, die sich vor mehr als 100 Jahren auf wissenschaftlichem und akademischem Niveau mit der Entwicklung der Luftfahrt bzw. Luftschiffahrt beschäftigt hat, waren die Illustrierten Aeronautischen Mitteilungen, die im Jahre 1897 erstmals erschienen sind. Später ist die Zeitschrift zusätzlich unter dem Titel Deutsche Zeitschrift für Luftschiffahrt herausgegeben worden. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1897 bis 1908 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die angebotenen PDF Dokumente. Schauen Sie sich bitte auch die kostenfreie Leseprobe an, um die Qualität der verfügbaren PDF Dokumente zu überprüfen.



Illustrirte Aeronautische Mittheilungen.

Heft 4. 1899.

Neuötting aus 2517 m Höhe.

Aufnahme von Dr. 0. Hemke ani »7. Oktober IBM mittel* einet Gorr"achen Doppelaruttigmata von ISO oim Brennweite.

Muhldorf am Inn aus 3027 m Höhe.

Aufnahme ron Dr. OL Heinke am t". Oktol>er ixuit mittels eines Güir'Bchen Doppelanastig-maU tod ho mm Brennweite.*)

•> IM« quer aber da« Bild »erlaufenden weUeen Linien »teilen dl* photo/rammelrifche» Lotleinen dar. VertjL dm Aulaaüt von Prolenaor Fineterwalder in Nr. 2 dleier ZellachrifL

fil____? Z>__ 9

Die Vertikalbewegungen eines Freiballons.

II. IlerirfKtH,

Für gewisse Fragen der wissenschaftlichen Luftschifffahrt ist es von grossem Interesse, die Bewegungsgosefze eines freisohwehenden Luftballons in ihrer Abhängigkeit von dem Auftrieb um! ilem Luftwiderstand zu bestimmen. Da ein Freiballon den Horizontalhowegungon der Atmosphäre fast ohne jeden Widerstand folgt, kommen hei diesen Untersuchungen nur die Vortikalltcwegungen des Luftfahrzeuges in Betracht.

.1. Glaisher hat in der Eucvclnpädia Hritanniea eine theoretische Untersuchung über denselben Gegenstand angestellt, doch sind seine Formeln entweder nicht ausgeführt, oder wenn dies geschehen, so kwinplizirtcr Natur, dass sie, wie er selbst zugesteht, wenig für die praktische Anwendung geeignet sind.

In den folgenden Untersuchungen wird hauptsächlich «tarruif Werth gelegt, die Endformeln durch geeignete Umformungen so auszuarbeiten, dass sie eine heijucinc Nutzbarmachung für konkrete Beispiele gestatten; den Luftwiderstand .setze ich, da man von der seitlichen Reibung V'illig absehen kann, proportional dem (Quadrat der Geschwindigkeit und der Luftdichte, sowie dem Querschnitt, »in Gesetz, welches nach den Erfahrungen der I'raxis mit genügender Annäherung bei den hier in Frage» klimmenden Geschwindigkeiten als richtig angenommen werden kann. Ferner nehme ich an, dass auf den freien Ballon keine anderen Kräfte wirken, als der Auftrieb und der Luftwiderstand. Auch dieses ist nur angenähert richtig, jedoch ohne Zweifel für eine kompres-«ble Flüssigkeit wie die Luft mit hinreichender Genauigkeit gestattet.

Wir untersuchen zunächst die Aufwiirtsbewegung!

Wir rechnen die Hobe x über dem Ausgangsniveau nach oben hin positiv. Ist v die vertikale Geschwindigkeit, so i*t die Beschleunigung pro Masseneinheit 'j*.

Der Auftrieb beträgt in der Richtung der Schwer-

L:.ifl

g (M - m) \l

, wenn M das Gosamintgew kht des

Huilons im luftleeren Raum, in das Gewicht der verdrängten Flüssigkcitskugel ist.

Der Luftwiderstand hat den Werth wenn R —

K *. Q v» ist.

Hier bedeutet s, das spezifische Gewicht der Atmo-

Sliasslxng i. K.

Sphäre. Q den Querschnitt des Rai Ions und k„ eine Konstante, die noch empirisch zu bestimmen ist.

Die Bevvcgungsgleichung für die aufsteigende Bewegung lautet unter diesen Urnsländen;

dv g )M - in)' R

dt M M

Reim Auflassen der Freiballons kommen zwei Fälle in Betracht. Der Rallen ist entweder zu Anfang der Bewegung nicht ganz gefüllt, oder er ist schon bei Heginn des Aufstieges völlig prall, derart, dass die eingelassene Gasmasse das zur Verfügung stehende Volumen ganz ausfüllt. Beide Fälle sind bei der Integration der obigen Diffcreritialgleiehen getrennt zu behandeln. Wir behandeln zunächst die Bedingungen des nicht vollgefüllten, schlaffen - Ballons.

I.

Das Aufsteigt*!! eines schlaffen Ballons.

Wird ein Ballon nicht ganz gefüllt, so ist während des Aufsteigens sein Volumen in ständiger Zunahme begriffen, dagegen ist die Gasniengo konstant, und zwar dauern diese Verhältnisse so lange, bis er ganz voll geworden ist.

Bevor wir die Differentialgleichung selbst behandeln, wird es gut sein, einige wichtige Fragen zu beantworten. Zunächst wollen wir die Grösse des Auftriebs feststellen.

Sei G das Gewicht des Füllgases irr kg: dann ist, wenn s, das jeweilige spezifische Gewicht dieses Gases bedeutet, das entsprechende Volumen dos Raitons durch die Gleichung bestimmt:

V s„ = G.

Ist ferner R das Gewicht der Hülle, des Netzes, der

Apparate u. s. w., kurz der festen Theile des Ballons, so

beträgt das Gesainintgow ieht M = G r R. weiter ist das

Gewicht der verdrängten Luft rn - V . s„. oder, da V —

G sa

- ist, in = (i — (i . Ii, wenn n das \ erhältniss der

spezifischen Gewicht!* der Luft und dos Füllgases bedeutet.

Mit «lieser Bezeichnung ergibt sieh der Auftrieb pro Masseneinheit:

■j; in: - Mi Bl ~ M

Sehen wir von der Veränderlichkeit von n durch

VG I B ./

Teniporatursehw anklingen innen und aussen «les Ballons all. so ist diese.- eine konstante Grösse.

Bin nicht ganz gefüllter Ballon besitzt bis zum Moment des V oll we r«l en s einen konstanten Auftrieb.

Der Ballon soll mit einer Gasmenge (refüllt werden, die «las Gewicht G hat. Wie gross ist «las »Mitsprechende Volumen am Füllort, wo die atmosphärische Luft «las spezifische Gewicht st, «las Füllgas s; besitzt?

Es ergibt sich leicht V* = -.

K

Ist Sj. das spezifische Gewicht «les Gases in der Höhe x. 80 berechnet man das dort vorhandene Volumen durch die Formel:

V = ■* s„

Wieviel Kubikmeter Gas müssen in den Ballon gefüllt werden, damit er einen bestimmt e n A ii f t r i e b A erhält ?

Ist V das Volumen, ilas die eingefüllte Gasmeiige am Füllorte (s'.sj) einnimmt, B «las Go.-amnitgowioht der festen Theile, A der Auftrieb in kg, s«i gilt die Gleichung: V K $ — B = A. Hieraus f.dgt: A + B

V

In beliebiger Höhe hat «1er

V

Ballon «las Volumen: A \ B

, wenn Sj und s„ <lie spezifisch«1

Gewichte der Luft uiul des Füllgases in «lieser Höhe sind.

In welcher Höhe wird «1er Ballon voll? Ist V„ Volumen «les vollen Ballons, so bcstidit die

Beziehung:

G as V„. s„.

Da n= '* ist, fidgt hieraus s*

11 G

s, - v

■ 0

Volumen des Ballons am Füllort) ist.

... V* v«

erhalten wir s, = n s* . — s;.

In der Hoho, die dieser Luftdichte entsprieht, wird der Ballon voll.

Nach diesen Vorbereitungen wollen wir an «lie Integration der Bewegungsgleichung gehen. Wir hatten gefunden :

dt U

Da aber auch G — V« s; (V> =

di

g, -

I i

Ii

Bei den folgenden Rechnungen «ollen wir als unabhängig Veränderliche die Luftdichte sa einführen. Wir siicheu also die Geschwindigkeit «les Râlions als Funktion '

dieser Grösse zu bestimmen. Es ist klar, dass man auf diese Weis«; die Geschwindigkeit auch in ihrer Abhängigkeit von der Ballonhülle erhält, da durch die barometrische Hohenforniel der Zusammenhang zwischen Luftdicht«« tin«l Hübe mit genügender Genauigkeit gegeben ist.

dv «ls

, dv dv «Ix dv

Zunächst ist , = , v

dt dx <lt «Ix

«ls «Ix

s ''»•

" dx

(!+«*) 1»,

Unter Annahme, dass die Atmosphäre im vertikalen

Gleichgewicht ist, gilt die Beziehung:

dp , . s„ ii

— , • i_ g.s mit «lein /.nsitz: es i>t s = • -/-dx I + ut l'„

Hieraus ergibt sich;

«ls , dr ds

OK dsii.x

Die Abhängigkeit der Temperatur von der Luftdichte ist im Allgemeinen niidit bekannt, sondern soll erst durch die Ballonfahrten gefunden werden. Bei der Auswerthuiig

von verfährt man jeiloch mit genügender Genauigkeit,

wenn man ,'-r konstant = » setzt, «1. h. dio Annahme ds

macht, «lass die Lufttemperatur eine lineare Funktion uVr Luftdichte ist.

Dann ergibt sieh unter Benutzung der vertikalen

'''' g.sfür-.'" der Werth: dx d.x

(ileiehgew iehtsbedingung: —

«ls «Ix

8» g.s

(1 — ut) l'„ 1- l'„ «.» s

ds 3. g ■ S

dx

oder. <la i r„ ; «i s sein soll,

(i +• ...) i'-Ii+tV""

l 1 ■ t u t„

Die Grösse à — i—;- ist sehr klein, deshalb

können wir mich schrieben :

ds dx

I + o f.

»ilien : 8»g. » (I — da} (l+ar0)l\,

= - SB s,

wenn SB SB, •; 1 — ,) s) und SB,, , , *** K ,. gesetzt wird.

11 + a r„)r„

dv Jv

So wird J- = — 58 s v -r- and die Bewcgungs-dt ds

SB s ,1 (v*) _ ^ ^ Q.8 v»

S d* r 6 1 " 0 + B *

(}, «1er Querschnitt des Ballons ist, In'i einen schlaff«"

Ballon veränderlich. Wir könmm ihn als eine bestimmte

Funktion von s behandeln.

, (] k„ ....

Setzen wir ^ ^ = t\ >>), so erhalten wir als zu

gleichung lautet:

integrirende Differentialgleichung:

- F I

2V

ds 4».s ' stf mit dem Zusatz. <i SB und, wenn wir wollen, auch g, sind Funktionen v«ui s.

Die Integration ist leicht zu vollziehen, wenn v* : w, . w, gesetzt wird und die Funktionen w, und w,

einzeln tlurch bewundere Differentialgleichungen bestimmt werden.

Es ergibt sich:

w. - cao w

V, - 'IUI

I '-«.ds

T W = J • wo

c„ eine beliebige Konstante ist und if (si dus nnbe-timinto Integral ohne Konstante bedeutet.

2 a Ar , o - <*) , ,

w, = — \ 1 ------ds -f c.

1 c„ J S . s

Hiemus folgt:

» e 7 M I P ' 0 -«/ 33.s

7 W

ds. wenn 7 (s;~

ist. unter der Annahme, «lass v für s = s„ den Werth o hat.

Diese Gleichung bestimmt die Geschwindigkeit v als Funktion der Luftdichte s. Sie ist natürlich für praktische Zwecke in keiner Weise zu verwenden, da über die Grösse 43 «i und gJt die Punktionen von s sind, noch keine näheren Voraussetzungen gemacht sind.

Die Veränderlichkeit der genannten Grössen ist nun eine solche, dass sie sich von bestimmten Mittelwerlheu nie weit entfernen, sodass wir über das allgemeine Verhalten von v* und der die Geschwindigkeit bestimmenden Funktionen angenäherte Vorstellungen erhalten werden wenn vir in die Formel diese Mittclwerthe einsetzen.

Untersuchen wir zunächst die Grösse 43 — 43f. (1—Js), so finden wir, dass 43« und damit 43 eine sehr kleine Zahl ist

r! ergibt sieh ungefähr — 8000. q hat. wie sich später

ergehen wird, für einen Sondballon von 100 chm Volumen und ein Gcsunimtgewicht von U>0 kg ungefähr den Werth 0,1 und wird sich auch bei Hullens mit anderen Verhältnissen nicht weit hiervon entfernen.

Es wird folglich 7 (■>)

- f-* ds ei

eine grosse Zahl

die ungefähr — ltiCOszu setzen ist. Für alle Werthe der Luftdichte, die hier in Betracht kommen, ist dieses Produkt grösser als 200. Die Grösse e ist daher eine sehr kleine Zahl, die nur wenig von o verschieden ist. Derselbe Schluss ergibt sich für «las Intcgrut

f g , * " '< <*>

43s

■ b

Es folgt, dass va in unserer Lösung nahezu unter der Form ' erscheint, und dieser Schluss ist richtig, gleich-

ig, ob wir für die Grosse q 43 und g konstante Werthe, oder Funktionen von s annehmen.

Um eine andere Form für v* zu finden, Wullen wir

dieselbe Methode anwenden, die in der Differentialrechnung dazu dient, die unbestimmten Werthe abzuleiten.

Sei v* = S= ' ' = wo h(s

r - f

« > =- 2 I P. c

sr (s> ds

- » ■ 8 "

und g(s)= e — 7' (s) ist. Differenziren wir die Gleichung S g — Ii, auf beiden Seiten, so ergibt sich S' g -}- g* ■ S = h'; hieraus mit grosser Annäherung

g \ *> ß ' In der Klammer können wir für S, da g sehr klein

b'

ist. setzen: wir erhalten nach einigen Umformungen

g' L V h' g* f g'J

Hilden wir aus den oben angegebenen Werthen von Ii und g h' g' h" g". indem wir hei den zweiten Ableitungen 43 q g, als Konstante behandeln, was offenbar bis auf kleine («rossen 2. Ordnung erlaubt ist, so finden wir

S = \3 — ri Ii — I oder wenn wir für u seinen q s L 2 1 I

„. , Qko

\\ erth -. —. „ setzen : v» t« -j- Ii

Setzen wir w" = so können wir für v

k. Q S

auch schreiben v

* = w« [l — ® w*].

w* erreicht auch bei den leichtesten Itogistrirhnllnns

43

nicht den Werth 100, dagegen ist eine sehr kleine Grösse, in den meisten Fällen < 1<>n()y

Wir können deswegen das Glied " w» unbedenklich

e,

vernachlässige 11.

F'ür die meisten Fälle der Praxis genügt zur Bestimmung der Vertikalgoschwindigkeit eines schlaffen Ballons die Forniel:

wenn A der Auftrieb des Ballons ist.

Diese Formel hat Gültigkeit, auch wenn Q und g, beliebige Funktionen von s, d. Ii. wenn Auftrieb und Querschnitt mit der Höhe veränderlich sind.

Schreiben wir die Formel (A) in der Form: k„G;vss g,(G -f B), so steht links der Gesamnitluftwiderstand, den der Ballon erleidet, rechts der Gosanimtauftrieb.

Wir erhalten denigeuiäss folgenden für dio Ballonbewegung wichtigen Satz! Mit grosser Annäherung

ist in jedem Moment <ler Bewegung der Luftwiderstand, den der Ballon erführt, gleich dein Auf trieb.

Wir wollen nun die Zeit bestimmen, die ein Ballon braucht, um eine bestimmte Höhe, oder wie wir rechnen, eine bestimmte Luftdichte zu erreichen.

Aus v die Beziehung liefert:

I* , . dx ils .

folgt: v — , , was nach Seite dt ds <lt

J* s dt

Setzen wir diesen Werth für v in die Formel (Al ein, so erhalten wir nach einigen Umformungen:

1/ 1 \f{i 'U

m;+h 43 » g, i,

Hieraus ergibt sich:

s

l' k

1 ,/ Q _ds

* 43 r A [ H

fl J,/.; ds

J » ' A ,/s

Diese Formel kann zu numerisclu'ii Hechnungen erst benutzt werilen, wenn die Funktionen 4* Q A in ihrer Abhängigkeit von s bekannt sind. Bei 4t ist dies der Fall isiehe S. 102). Bei t.f und A ist diese Beziehung von Vornherein nicht gegeben. Der Auftrieb A bleibt zwar bei einem schlaffen Ballon nahezu konstant, wie auf Seite 101 gezeigt wurde, aber nicht völlig, wenn Temperatur-ünilcriiugcn innen und aussen des Ballons eintreten. Auch der Querschnitt Q ändert sieb mit der Hohe in unrogel-mässiger Weise: auf jeden Fall «erden sich alle ;i Grössen von bestimmten Mittehverthen nicht weil entfernen, so dass wir berechtigt sind, in Krniaiigelung von etwas Be.-serem. dies<> Mittelweithc als Konstanten vor das Integralzeichen zu setzen. Dann lassen sich die Integrationen ausführen und wir erhalten:

t

(~ f "' (|'s„ [' s ) oder,du allgemei

l/k,.t/s _ 1

ic. :'i

Die Formeln (A» und iB) bestimmen völlig die Aufwärtsbewegung eines schlaffen Ballons und zwar ist (Aj allgemein gültig, wie sieh auch Q und A ändern mögen, |B) nur, wenn für 431/ und A bestimmte Mitlclwertlu« eingesetzt werden.

Die folgende Zusammenstellung gibt die Formeln und die Bedeutung der in ihr enthaltenen Grössen:

g \ s„ heile Ii 11' l <l i r J.iit'l d i<: h tc, >} den gerade ^ v in Im Ii il >• tu Ii ij Ii e i M h Ii 111, A ili-n

^ s. bedeutet dir Luftdichte, Q» den mitt-vü — m leren ihnrsclinitt. A_ den in i I Heren

■»•Q»'*"» Auftrieb, k„ die Itcihun^skonslunte.

Diese Formeln gehen d ic G esch windigkeit, die der Ballon in einer Schicht mit bestimmter Luftdichte, d. h. in einer bestimmten Höhe besitzt, und die Zeit, die er braucht, um vom A n f n ii gs n i vea u aus diese Luftschicht zu erreichen. (Sie halien keine Gültigkeit für die alle I erst en He w egu ngsau ge nb 1 i ck e.)

II.

Das Aufsteigen eines vollen Ballon*.

Kin Ballon wird entweder ganz gefüllt empor gelassen, oder er erreicht, wenn er ursprünglich nur theil-weise \on (ins angefüllt war, eine bestimmte Höhe, iti welcher er voll ist. Die Bewegt!ugsgesetze eines ganz gefüllten Ballons sind andere, als die eines schlaffen, und sollen im Folgenden ermittelt werden. Bei einem prall«» Ballon nimmt die Gasmenge beständig ab, während <la> Volumen konstant bleibt.

Die Bewegungsgleichung lautet, wie früher, mit denselben Bezeichnungen:

<\\ g (M - inj k,. <J s, v*

dt ' "" M Al '

Bedeutet V das konstante Volumen, so ist dieses Mal M — V ne — B. wo B wieder du* Gewicht <ler festen Theile bedeutet, in ist, wie früher, —. V sa. Mit diesen Beziehungen wird

dv g|Vst, f I! \V,> _ k,(Qs;, v*

dt " V * + B " v st I Ii

dv _ g (j + .S„ — Ha) ^ S,

dt = ,"J -:• *8 ' P ^ * ß : % ;

B k., -t?

wenn ß — und p - gesetzt wird.

Wie beim schlaffen Ballon fuhren wir s,, als unabhängig Veränderliche ein. Wir erhalten:

p v-

oder nid

A) v

B) t

2 I 1 43»| v.

wirklichen Auftrieb, k. eine Kunsl.inli'. «I i e de Ii Widerstund de i A liesl i......I

d v _ :

d sä. 43 sa {ß r sjl 1 43 ß ! sB l'artialbruchzerfällung:

d v» •_' g ( 1 1 \ 2 p v«

d s;l 43 I sa ' " ß + s, j + "43 ß+*t' Wir setzen wieder v- —- w,. w, und bestimmen einzeln w, und w,.

Für erhallen wir:

f-' P <u,_

J 43 I - s„ • wt c» e w, ergibt sich in der Form:

f 2g dsa f 2g ds., w. - I M ■ — I ' Je.Hier:

1 J w,43 s., J ws43 ß : s8

ausfolgt.

g e

f 2 p <l sa

; I * « ' »„•

2 g e t/

d s, .1 - -

f 2 p d s.

2 p d_g»

wenn vj die Anfangsgoschw indig-

+ v:

keif) bedeutet.

Dureh ähnliche Betrachtungen, wie im ersten Kapitel, lasst sieh erweisen, dass die einzelnen Glieder in der

0

eckigen Klammer wieder nahezu die Fenn

der

annehmen, wenn wir die Anfniigsstadion der Bewegung nicht in Betracht ziehen. Wir können demgomäss dieselbe jMethndc wie früher anwenden, um für va eine andere Form zu erhalten. Beim ersten Glied ist h (s) =

J *

f 2 g e J »

ri g _d_HL_

" J « fl+ H, dsa

Sa

heim zweiten

<1 -,

"/H-k, dsa

^ "S jj

brt bei d im

.1 *

.1 - ,

,1 :

g (s) = e -

Differenziren wir und lassen wir das Korrcktionsgliod /b" g"\ -

I ,, — ,1 als unwesentlich gleich ausser Acht, so ¡1' g'./ g'

erhalten wir:

yf = g g /?+jL: _ g f j _ 1 ß \ ^

P p s, p I II >. J

s für1 .._

p I n s, j

Die vollständige Fonaci für v* lautet deuigemüss:

g V |n - 1 k, g i h

f 2 P d >

i) IWe Anfangsgeschwindigkeit Krumen wir dieses Mal nicht

gleich O setzen, da «1er llallitti liir den Fall, dass er zu Antan?

nicht ganz gelullt war, l«ei Kvgiim des vollen Stadium* eine gewisse des» liivindijjkcit l«'sil/.t.

Das Glied mit vj kommt nur in den allerersten Stadien der Bewegung in Betracht, so lange s nahe — s„ ist. wie wir leicht erkennen, wenn wir s„ — n s, und 2 p n

konstant setzen.

Dann wird nämlich das Integral gleich ~.!,n log nat

SB

2 pn

ß : -

ß + K

und die Potenz gleich

(ß+*t\ *

v ß i- s; ;

ß + s

ist. abgesehen von den ersten Momenten

ß + s;

2 p n

des Aufstiegs, stets ein echter Bnieh, '-■ ist sehr gross,

JP

sodass <lie l'otenz schnell verschwindet. Sehen wir demgomäss von den ersten Stadien der Bewegung ab, so erhalten wir für v* die einfache Formel:

ß \

k„ H \ n sa j

Auch diese Formel hat Gültigkeit, wenn Q und n mit tler Luftdichte veränderlich sind, ist also insbesondere auch dann richtig, wenn sich der Auftrieb durch ilio .Sonnenstrahlung oder andere Ursachen ändert.

Setzen wir für n den Werth ' * und berücksichtigen,

H

dass ß — ^, ist. so können wir v* leicht umformen in : v» - ,,-f. [V(sa-sc) - B J

ko U S„ I J

Die Differenz in der gewundenen Klammer bedeutet den Auftrieb A. den der Ballon in dem betraehteten

Moment gerade besitzt, so das \- =

k,

A wird.

Diese Gleichung liefert wieder die Beziehung:

k» Q s, v» = g . A. Also auch für den vollen Ballon gilt der für die Bewegung charakteristische Satz:

Mit. grosser Annäherung ist in jedem Moment der Bewegung der Luftwiderstand, den der Ballon erfährt, gleich dem Auftrieb.

Sowohl die Formel f) oder die Formel t'a) v* , A zeigt, dass v3 mit kleiner werdenden s„, d. Ii.

K„ lf Sa

mit wachsender Höhe beständig abnimmt.

Es wird der Moment eintreten, wo v* = 0 wird. Mit diesem Moment hört der Gültigkeitsbereich der Formel auf, da v imaginär wird.

Die Bedingung für das Verschwinden der Vertikal-gesehwiinUgkoil liefert uns auch die Maximalhöhe des Ballons.

Die Luftdichte und damit die Höhe der Schicht, die der Ballon gerade noch erreichen kann, wird durch die Formel berechnet :

10l>

Il 1

n

Setzen wir für n seinen Werth wir die Bedingung:

■ 1*1 s,-

ein. so erhalten

Ii

V

Diese OleieliUHg drückt weiter nichts aus. als dass der Auftrieb des Ballons —- 0 gewordeu ist, wenn die Maximalhöhc erreicht ist.

unsere Ableitung zeigt, dass die Maxini a Ilm he, die ein Ballon erreichen kann, nur von den grade herrschenden A ii ftriohsverhjil t-n issen abhängt, dass sie im Wesentliche n u n-abhängig ist von der tieschwindigkeit und dem Luftwiderstand.

Befinden sich bei dem Ballon Thermometer, die die Gnstemperatur und die Lufttemperatur in cinw urfsfreior Weise bestimmen, so kann man «lio Gleichung D für verschiedene Zwecke benutzen. Man kann beispielsweise den Versuch machen, den Druck p und damit die Barometerkorrektion zu bestimmen. Andererseits kann man, wenn der Minimaldruck bezw. die Maximalhöhe auf andere einwandsfreie Weise bestimmt ist, eine der obengenannten Temperaturen, entweder die Temperatur des (¡ases oder der für A ermitteln. Voraussetzung ist. dass die Grösse B und V vor jeder Auffahrt genau ermittelt sind. Ich benutze hier von neuem1) die Gelegenheit, auf die Wichtigkeit dieser Messungen, besonders bei unbemannten Fahrten, hinzu weiso n.

Nehmen wir an, dass das Verhältnis* der spezifischen Gewichte sa und s„ während der Fahrt sich nicht ändert, so können wir die Formel D leicht umformen in:

bj>:

A„ '

wo B das Gewicht der festen Theile und A„ der Auftrieb der Gaskugcl im unteren Niveau ist.

Ersetzt man «lie Luftdichte durch die entsprechenden Drucke, so erhält man die gewöhnliche Formel zur Berechnung der Maximalhöhe.

p — I*. (Siehe Moedebeek, Taschenbuch, p. l'A!l.\.) A„

Die Berechnung der Luftdichte ist jedoch genauer als die des Drucks.

Km die Zeit zu finden, die ein voller Ballon braucht, um eine bestimmte Holm zu erreichen, gehen wir von der Gleichung aus:

k„ Q \ n s. ;

i) Siehe: Protokoll der internal, aCronaut. Konferenz in SHra.-sburg, berau»i;ei:ebeu vom Meteurol Landesdienst von Kl*a»s-Lulhrinyrn.

3 vis; s°, -

Wir behandeln, wie beim schlaffen Ballon, die Grössen V, (/ und n als Konstanten, um die Integrationen ausführen zu können. Bei V und (} ist dieses sicher zulässig, n dagegen ist mit s veränderlich, sodass bei den Rechnungen ein bestimmter Mittelwerth zu verwenden ist. Es ergibt sich leicht:

«Ix

.1'

,/gV ,/n-l ' k„Q r n

Verwenden wir wieder die Beziehung: ,' ~ — SP s.

so geht ilt über in:

dt = — -

il-.

v " v--1-"

• k O » il H

Miren vir v - \ \

als

k„ (J 1 n

Veränderliebe ein. so erhalten wir leicht nach einigen Umformungen :

I I dv .iv I

h I Ii : v Ii «I j"

/ n-i TT n

Diese Gleichung liefert:

li' =r-

wenn h — \

k. 1/ Ii

ist.

1 Ii v

t - c = .. . «ig mit , —.

y b n hi v

Die Konstante c wird durch die Bedingung bestimmt,

«lass für t — O sa gleich einer bestimmten Luftdichte s¡ werden muss.

Das gibt: _

I ' h-v, l/g V i/n-1 i

0 ~ ai i loS üjt • wc,in v« = r i i. r —

iH ■ h Ii -;-v„ ' k„ i} ' n s

gesetzt wird.

S«i erhalten wir für t die Formel:

v h -1- T8 h -v„ k + T

1 = # i, Mi

wo Ii

! " V ¡i V ñ .

und V» h* — r .. ' W.

n k„ 1} kn Q s

Die folgende Zusainmenstellung gibt die Formeln. die die B(>weguug eines geftillten Balhms regetn.

Die (Jeschwimligkeit in einer Hohc, diti der Luftdichte sa entspricht, wird diirch die FormeI gefunden:

( 1 k„Q |n ,|

Ks b e «leu te t V das Vo lumen des Ballon*. I) sei non Quersehnitt. k„ die W idi* rs tali dsko list ante, n «las Verbali niss des spezi fi schen <>>'-wichts des Fiillgases und der uuigebenden

Luft. ti ■= |p- «las spezif ischeGewicht der festen

Tltoilo des Ballons, s, das spezifische Gewicht der Luft in der Höhe, wo die Geschwindigkeit v herrscht.

D) Die Dichte, der dor M ax imalhölie entspricht, wird durch die Gleichung gefunden:

sft — s,. = sc ist das spezifische Gewicht

des Füllgases.

I),) angenähert ist: sa — s;. Hier bedeutet

A„ den wahren Auftrieb rler Gaskugel, sj das spezifische tiewicht der Luft am Ausgan gsni venu.

E) Die Zeit, die ein gefüllter Ballon braucht, um eine bestimmte Höhe zu erreichen, wird durch die Gleichung bestimmt:

. 1 , h—v h -1- v„

t = m .- log nat r—-■ —------ und es ist

93m h h-r-v h —v„

Ii

|/n--l Vg ~~ ' n k„ Q

v» = h«

g V ff

k„ Q B,

u ist das Verhältniss der spezifischen Gen

wichtc " , SÖ die früher d e f i n i r t e Konstante. s„

Bei den Formeln C und D sind für alle Grössen die gerade an der betreffenden Stelle vorhandenen W e r t h e z n w ä h I e n, bei d e n Formeln E dagegen für n und !ö bestimmte Mittel werthe.

III.

Der Abstieg eines Ballons.

Hat ein Ballon seine Gleichgewichtslage erreicht, so beginnt er bald zu fallen.

Der Vorgang ist etwa so zu denken: Durch Diffusion oder andere Ursachen wird das spezifische Gewicht dos Ga<es grösser, das Gleichgewicht wird hierdurch etwas gestört, es beginnt ein langsames Sinken. Durch den noch offenen Füllausatz tritt sofort Luft in den Ballon ein, da in Folge des zunehmenden Drucks das (Jas sieh komprimirt. Die Fallbewegung wird hierdurch vergrößert, die Zufuhr von Luft durch den Füllansatz wird ebenfalls vermehrt. Schliesslich wird die Kontraktion des (Joses und der Zufluss von Luft so stark, dass der Füllansatz sich völlig schliesst. Wohl jedem, der das Fallen eines bemannten Ballons beobachtet hat. wird dieses Schliessen des Füllnnsatzes nicht entgangen sein.

Von diesem Moment an tritt nur noch wenig oder gar keine atmosphärische Luft in den Ballon ein: die Gasmenge, die der Ballon enthalt, bleibt von jetzt an angenähert konstant. Durch ähnliche Betrachtungen, wie im ersten Abschnitt, können wir erweisen, dass auch der Abtrieb von diesem Moment an derselbe bleibt. Rechnen wir die Abscissen von der Maximalhohe nach unten

positiv und bezeichnen wir den Abtrieb mit g, so erhalten wir wiederum die Bewcgungsgleichtiug:

dt ~~ Ki G -f B ' v ist die vertikale Geschwindigkeit abwärts.

Es ist ilicse dieselbe Gleichung, die für die Bewegung des schlaffen Ballons aufwärts gefunden wurde. Ks gelten domgemäss auch dieselben Fonnein, die im ersten Abschnitt entwickelt wurden.

Die Fallgeschwindigkeit wird durch dio Gleichung bestimmt:

k0 (j stt

Der Abtrieb A wird durch dio Formol gefunden: A = B„- (n-l)O, wo wiederum B„ das Gewicht der festen Theile und G das Gewicht dos Gases in Kilogramm bedeutet.

Diese Gleichung lehrt, dass die (loschwindigkeit eines fallenden Ballons nicht ständig zunimmt, wie noch vielfach zu lesen ist, sondern dass sie im Gegentheil abnimmt, da s. während des Fullens grösser wird. Es hat also durchaus keine Gefahr, den Ballon aus grossen Höhen ohne jeden Ballastwurf fallen zu lassen, da die Geschwindigkeit mit wachsender Fallhöhe nicht grösser, sondern kleiner wird.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Füllschlaueh während dos Fallens so gut wie gnnz geschlossen ist, so dass kein Luft in den Ballon treten kann. In den meisten Fällen besorgt dieses Schliessen dor Ballon wahrend des Fallens selbst; es können jedoch Fälle eintreten, wo durch schlechtes Zusammenlegen des Füllansatzcs ein Verschluss des Ballons nicht eintritt. Dann wird die Fallgeschwindigkeit dem oben gegebenen Gesetze nicht mehr gehorchen, sondern mehr oder weniger, je nach dem Grad des Luftzutritts, zunehmen.

Um von derartigen Zufälligkeiten unabhängig zu sein, möchte ich vorschlagen, den Ballon stets mit einer Vorrichtung zu vorsehen, die es gestattet, den Ballon während der Abwärtsbewegung zu verschliessen, die sieh aber auch ebenso leicht wieder öffnet, wenn der Ballon steigt Der Ballon ist mit einer solchen Einrichtung während des Fallens sehr einfachen Gesetzen unterworfen, die es insbesondere gestatten, den Ballastwurf auf ein Minimum zu reduziren.

Wir wollen aus diesem Grunde noch die Frage des Ballastwurfs behandeln. Die Grundnufgabe, die hier zu lösen ist, ist folgende:

Ein geschlossener Ballon fällt mit einer bestimmten Geschwindigkeit Wie viel Ballast muss im Minimum geworfen werden, damit dio Vertikalgeschwindigkeit des Ballons = 0 wird?

10S

Du «las l'arircn dos Ballons durch Verminderung seines Gewichts in kurzer Zeit zu erfolgen hat. können wir hei iler Behandlung dieser Aufgabe clie Luftdichte s» konstant setzen.

Die Gleichung für die Bewegung, nachdem der Ballastwurf erfolgt ist. lautet:

dv . . in - ljt,| .

|k = g, - q„ V-. Ks ,,t B, ,1er

Ahtrieh und <\„ — V ^ * konstant.

Ii -<p Ii

B ist das tiesainuitgewiclit iles Ballons, nachdem eine bestimmte Menge Ballast geworfen ist, also — B„ — A B. Die Lauge \ wird von der Stelle aus nach unten gezahlt, wo der Ballast geworfen ist.

Die Gleichung ist unter der Bedingung zu inJegrireit, dass für x — o

g A„ _ g [B„ (i| .

k„ Q S» G -f- B„

i -t.

. , dv dv dx l dv-' Setzen wir fur -rr ~ -,• = , . so or-

dt dx dt halten wir leicht die Listing:

le

2 «i« x )

.... r * 1

Da der Ballon immerhin noch eine Strecke fallt, können wir die Exponentialfunktion vernachlässigen und erhalten einfach für die Geschwindigkeit:

v* -. vi + _-_ v. + , \\ _ |B- (n-l)G]

«Ii. " ' k.lj*

Setzen wir diesen Ausdruck 0, so erhalten wir eine Gleichung, die B bestimmt, die also angibt, um wie viel das Gewicht der festen Tbeile zu vermindern ist. d. h. wie viel Ballast zu werfen ist, damit das Fallen des Ballons parirt wird.

Die Gleichung liefert;

lo ',' ^

B (n

oder wenn wir beide Tbeile von B«. dein ursprünglichen Gewicht der festen Tbeile, abziehen,

AB- I1.-B - B»— (n—1)G + k° Q s'1 vJ

g

Setzen wir für \J seinen Werth:

g A„ _ g|B«-(n-l)GJ

k„ A »a ü 4- B„

ein, so ergibt sich auch :

B.-B - 2 |B„_(n-l)<!|. Dieses ist das Minimum an Ballast, welches ausge-woifen werden muss, um den fallenden Ballon zum Stillstand zu bringen. Es ist gleich dein doppelten Abtrieb, den der Ballon vor dem Ballastwurf hosessen hat.

Da bei der F'allbeweguiig der Abtrieb des Ballons stets gleich dem Luftwiderstand ist, können wir auch

setzen:

li„- Ii

2 k, <l s v.

Diese Form ist für die Praxis geeigneter, du sich v aus Beobachtungen bestimmen lässt, während die Bestimmung des Abtriebs auf Schwierigkeiten stossen dürfte. Wir haben folgenden Satz:

Das Minimum an Ballast, das man auswerfen muss, um «Iii1 Fallbewegung eines Ballons aufzuheben, ist gleich dem doppelten Luftwiderstand, den der Ballon vor dem Ballastwurf durch das Fallen erfährt.

Ks dürfte nicht unstatthaft sein, bei einem Freiballon besondere Instrumente anzubringen, um die Vertikal-gesebw iudigkeit zu messen. Vielleicht ist ein Anemometer, wie er zur Bestimmung der Windgeschwindigkeit in Luftkanälen u. s. w. dient, das geeignetste Instrument. Allein auch die Beobachtung des Registnrhuronieters wird für den kundigen Fahrer genügende Anhaltspunkte zur Bestimmung der Vertikalgeschwiudigkeit bieten. Auf jeden F'all wird die folgende Ballasttabelle für manche Freifahrten Von Nutzen sein:

Ballasttabelle für einen HI00 in3-Ballon.

Die folgenden Ballastmeugeii müssen nocli zur Verfügung stehen, wenn der Ballon eine Vertikalgeschwiudigkeit in.see besitzt:

r'jIl-M. i/llJlL'lltb

Mt ■ ■ •■

n.fi

1

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2.5

 

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1

 

7,1

l'i.ti

2H,l

ti.:'

GH,H

 

1 i:s i

Die obeiisteheiule Tabelle ist mit einem Widerstands-koelfizienten 0.2") berechnet, der beinahe dus Doppelte des im IV. Abschnitt ermittelten Wetthes beträgt. Die Zahlen sind demgemäss als Maximalzahlen anzusehen.

Besitzt der Ballon ein anderes Volumen V, so sinn

diese Werth» mit ( J ooo ) Z" ml,",Pni!'re"' beispielsweise

bei einem 2000 qm-Ballon mit: l."i!i.

Sowohl aus dem oben gegebenen Gesetze als auch ans der Tabelle geht hervor, dass es bei gleichen Geschwindigkeiten leichter ist, den Ballon in grösseren Höhen zum Stillstand zu bringen als in tieferen Niveaus.

IV.

Der Aufstieg des RegistrirballouN „Strassbarg" am 24. Marz lKMI.

Wir wollen die bisher entwickelten Formeln auf den Aufstieg eines Hegistrirballous anwenden; wir werden sie hauptsächlich dazu benutzen, um die in den Formeln ent-

halten«» Widerstandskotistante k„ zu bestimmen, Von vorneherein wiiil zu erwarten sein, dass k„ bei einem schlaffen Ballon andere Wert In.« hat, wie hei einem gefüllten Ballon-Der Widerstand, den bewerte Kugeln der Luft entgegensetzen, ist schon mehrfach Gegenstand von Untersuchungen gewesen, die hei diesen gewonnenen Zahlen worden jedoch für uns wenig Werth hüben, da die in Hede stehenden Bestimmungen für Kugeln aus festem, starrem Material gelten, während bei den Balloiibewefjungcii biegsame, mit lías gefüllte Stoffkugeln in Betracht kommen.

Da es mir darauf ankommt, die Bewegung des schlaffen und gefüllten Ballons an ein und demselben Aufstieg zu untersuchen, wähle ich tien Aufstieg des Rogistrirbnllniis Stnissburg am 2-1. Marz 1800. Der Ballon wurde an dem genannten Tage in den Morgenstunden nur auf etwa *,a seines Volumens gefüllt und in diesem Zustande onipur-gelassen. Leider gestatteten es die Füllverhältiiisso an dein Aufstiogplutz nicht, genau die Menge des eingelassenen liases zu messen, auch der anfängliche Auftrieb konnte nicht bestimmt werden. Wir haben domgemäss auch die Aufgabe zu lösen, vermittelst minorer Formeln und der v.iiu Ballon herabgobrachton Daten diese wichtigen Grössen ebenfalls zu bestimmen.

Beschäftigen wir uns zunächst mit der Ausrüstung und ilon (iowiolitsverhältnissen des Ballons. Der Ballon Strassburg besitzt ein Volumen von 325 cbm uiul trug in einem rotirenden Ventilator zwei Thonnograph<>n und einen Harographon. Ferner war an ihm eine Vorrichtuiig ungebttieht, die den Zweck hatte, alle 5 Minuten bedruckte, aiit «1er Adresse des meteorologischen Instituts versehene Postkarten abzuwerfen, um auf diese Weise, wenn möglich, die Bahn des Ballons näher kennen zu lernen.

Die Einzelheiten dieser Ausrüstung sollen im anderer Stelle näher beschrieben werden; dieselbe wird hier nur angeführt, um das (iewiclit dos Ballons zu erklären. Derselbe wog nämlich mit der Hülle und allen festen Theilen Tis kg. Ks war in diesem Falle also nicht beabsichtigt, besonders grosse Höhen zu erreichen. Der Ballon besass leider koiuThermometer, um die Gastemperatur zu messen; dasselbe war wegen der ohnehin schon grossen Gewichte weggelassen worden. Ich werde sogleich auseinandersetzen, wie die fiaste m pera turen trotzdem mil genügender Genauigkeit zu bestimmen sind.

Auf der (¡asanstalt wurden während der Füllung verschiedene Diehtebcstimmuiigoiidcs lAHiehtgases gemacht. Ans denselben ergibt sich, dass vor der Füllung der s"

Bruch * den Werth 0.11"» hatte. Die Umstände, die

beim Auflassen des Ballons eintraten, verursachten jedoch, dnss ilas Füllgas des Ballons schliesslich bedeutend schlechter wurde. Zur Zeit des Aufstiegs wehte an der Krdoberflüchc ein starker Wind, der zur Folge hatte, da*s die Leine, die den Fülhuisiitz vorschloss, etwas zeitig gelöst

werden musste. Der Ballon, der an der 20 in langen Halteleine hing, wurde wie ein Segel hin und her geschleudert, in den Ballon trat ohne Zweifel atmosphärische Luft, die den Zustand des Gases bedeutend verschlechterte. Es ergibt sich für uns die weitere Aufgabe, das spezifische Gewicht dieses neuen Füllgases zu bestimmen. Wir werden hierzu die Maximalhöhe, die der Ballon erreicht hat, bezvv. die Formel D auf Seite 107 benutzen. Vorher jedoch wird es nothwendig sein, über die Temperatur, die das Füllgas während des Aufstieges angenommen hatte, einige Untersuchungen anzustellen.

Bestimmungen über die Gastemporatur eines Kegistrir-ballons sind mir bis jetzt nur von einer einzigen. Auffahrt in genauerer Weise bekannt geworden. Wir verdanken sie dem Kifer der Herren Horniito und Besannen in Paris, die bei der internationalen Fahrt am S. Februar 1807 im Innern des Ballons ein registrirondes Thermometer emporsandton.

Folgende kleine Tabelle gibt die Bestimmungen der Auffahrt wieder:

Aufstieg des Kegistrirbullons Aerophile . II. internationale Fahrt. IS Februar 1S07. Aufstieg 10"' 12'».

•il

Ilrui-k

Luft-

 

DißVrenz

temperatur

lemperatur

1.","'

"»70 mm

+ 3«

+ <°

 
 

•135

— 10"

7 "

2"»

360

— !!.<•

— 11°

:u)

2-Vi

— 35«

— Iii'»

10"

:!."»

220

— 55»

— 20"

-)<|ii

¡(i

17')

(H-

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-i4'-'

i".

i:í:.

ií::"

- 15°

48"

50

II'.

iil"

— i"

57°

55

108

— r>s«

+ 1°

50"

Wir sehen, dass schon während des Aufstieges die Temperatur des Füllgases bedeutend höher war als die Lufttemperatur. Bei Erreichen der Maximalhöhe betrug die Differenz bereits Od0.1) Tragen wir die Differenz graphisch als Funktion der seit Beginn des Aufstiegs verflossenen Zeit auf, so finden wir, dass nahezu lineare Abhängigkeit besteht. Wir werden keinen grossen Fehler begehen, wenn wir annehmen, dass hei jedem Kegistrir-ballon die Verhältnisse angenähert dieselben sind, vorausgesetzt, dass heiterer Himmel und ununterbrochene Sonnenstrahlung vorliegt Auf jeden Fall wird eine solche Annahme uns in den Stand setzen, die Gasteniperalur bei einem Aufstieg, für welchen keine exakten Messungen vorliegen, augenähert zu bestimmen. Die nachfolgende Tabelle ergibt, dass am 24. März ISOO der Ballon Strassburg - in ca. 20 Minuten die Maximalhöhe erreicht hat und dass in dieser eine Temperatur von 55" Celsius herrschte. Da der Aerophile» sich in 10 Minuten um

I; In der (ileichgewirhtslaj!«! wuchs der l.'ilterscliivd noch mehr an und hob sieh hi» zu NO".

I 10

00* über die Temperatur der umgehenden Luft erwärmt hat. ergibt sich für Strasshurg . annähernd gleiche Verhältnisse vorausgesetzt, eine Erwärmung von ca. 40*. so «lass sieh für ilie Maximalhöhe eine absolute Lufttemperatur (Nullpunkt — 27.1°) von _'1n" iiml eine Temperatur des Füllgases von '2'tH* (- 15*' t'j herausstellt. Die Gleichung D) auf S. 100 lautete: Ii — 1 _ ß

Der Mininiahliuck betrug 220 nun. die zugehörige Tein-peratur — 55". Iljermil findet man s. — . J' =

1 i -j- «t .00

O.is-.». Da 1~ --!. = '* =-■ 0.210 ist. folgt n — 2.02. \ :!!'.)

l'm den Werth von n hei Deginn der Auffahrt zu finden, brauchen wir diesen Werth nur auf gleiche Temperaturen zu reduzireii.

Da ii

Tg s*

... ist. ergibt sieh: " -_ n„

I a s '

- I.71

. wenn

wir

für 'l

a ii in 1 Tg «

lie öden gegebenen

Temperaturen i

itlsetzeii.

     

Die Bestimmung

im:

der Gasanstalt hatte für

i,i

Wer:ll

:.' Il -e

Irl, II.

II,

s Gas wiird

e deingeniäss

durch

den Luftzutritt

während il

es Ablassens auf die von

ohigell

Zahlen

gegehene Art

und

Weise verschlechtert.

 

Di

\M wir

die Rechnung weiter

führen, wolh

'■1 wir

m 'Kl

folgeudi

n Tal

•■Le

lie Daten zusammenstellen, die

den Rogistrirapparat«

II il,

s Soiidhallons entiioniineii sind.

- V. i'il

-ìi' tur

linsen

< Zwecke iiöthig

sind.

 

A il Isti eg il

es R

■gist rt rhu 1 Ions

Strasshur

-

 

internationale

Fahrt. 24.

Marz 18111».

 

Zeil

lirurk.

VflrtikftJti . ft 1,t„,Tr^n

In »t'C.

i.A.

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0.0

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274

1.71

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0.2

270

272

1,72

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270

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I.,:;

-.41

 

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20S

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248

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l

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212

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355

 

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1.02

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330

 

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22i,

2i,r.

12U

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il".

 

:<.o

234

2 or.

1,!»:t

l so

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2.1

222

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1.95

2I.I.I

JIM

 

3,4

2:to

2'0li

¡217

21.4

2*1

 

3,0

22S

2i;_.

12IS

222.

271

 

3,0

227

200

2,00

30,0

226

 

0.0

21 s

25h

2,02

Zu dieser Tabelle ist zu bemerken, dass die Gesehwindig-eiti'ii direkt aus den Ilölienziihleii gewonnen und nachher durch graphische Konstruktion auf die einzelnen Zeitpunkte reduzirt und ausgeglichen wurden. Die bej-gegeheuen Drucke setzen Jedermann in den Stami, dieses Verfahren zu koiitroliivn. Die Gastemperaturen wurden mit iler oben näher auseinander gesetzten Voraussetzung gewonnen. dass <his Gas sieh in der Maximalhöhe um 40" über die Lufttemperatur erwärmt habe und dass dio Teinperatiiiililfi'ieiiz proportional mit der Zeit wachse, eine Voraussetzung, die durch die Hcrniito'sehen Messungen am IS. Februar Ls!»7 hinlänglich gestützt ist.

Wir wollen nun zunächst untersuchen, ob die Tabelle erkennen lässt, in welcher Höhe der Ralloii voll geworden ist. Die Geschwindigkeiten zeigen zunächst ein deutliches Anwachsen, um von S.S m mieli Regimi des Aufstiegs allmählich abzunehmen. Das Anwachsen entspricht offenbar dem schlaffen Ballon, die Abnahme dein gefüllten. Wir werden nicht fehl gehen, wenn wir etwas später ab N.* Minuten den Moment des Vollwerdens des Ballons legen, etwa 0 Minuten nach Anfang der Bewegung. Die Driiekkiirve ergibt für diesen Zeitpunkt einen Druck von 150 mm, dein eine Midie von I5K50 in und eine Luftdichte U.S51Ì entspricht.

Die Gasniengo. die diesen Angaben entspricht, berechnet man nach der Formel Mit sa - 0.S.VI.

n

V„ =. :t25 um) n ■—. 1.K2 erhalten wir G = 152 kg, Diese Gasinenge enthielt der Gallon vom Beginn îles Aufstiegs Iiis zum Moment des Vollwerdens. Au der Erdoberfläche entspricht ihr ein Volumen von 205 ehm.

Wir wollen jetzt die Reihiingskonstanto k0 berechnen und zwar zunächst für den gefüllt,mi Ballon, Wir dürfen zu diesem Zweck die Daten der vorigen Tabelle eist nach !» Minuten benutzen. Da unsere Formeln für die erste« Momento der Bewegung nicht gelten, werden wir «Iii Zeitpunkte 10,1 Minuten und ll.."t Minuten bei dieser Rechnung ausser Acht lassen.

Zur Bestimmung von k„ ist im gefüllten Zustande des Ballons die Formel ('■ zu benutzen, die, nach k, aufgelöst, die Form annimmt :

_ j V / n- 1 _ i 1 v» Q I „ s, j

Setzen wir g - }I,S|, V ~- 325, Q 57. ,V .- 0,210 so haben wir k„ nach folgendem Ausdruck zu berechnen :

55.9 I n—l 0.240 \ v- I n sa J

Die folgende Tabelle enthält die einzelnen Bestimmungen :

Zoit

k„

IL',«.

0.27

13,8

0,31

I r>,i

0.37

1«.4

0.43

17.«

0,42

i;-.;t

0.42

20,1

0,10

21,4

0,83

22,6

o.:t2

 

Mittel : 0.3«

Der Widerstandskooffiziont eines vollständig gefüllton Ballons ergibt sich aus eleu Howogiingcn des Ballons »Strassburg zu: 0,3«.

Dor Widerstand K. den ein solcher Hallen bei der Bewegung durch die Atmosphäre erhält, wird durch die Formel berechnet: 0.3« v* V

i;

(kg)

V. l/tesst'l hat durch mannigfache Versuche folgendes Widorstandsgesetz für starre Kugel gefunden:

K — -

q

k,

3 g

Der Koeffizient 's stimmt nahezu mit dem hier Ue-fuiuleiien ühcroin.

Kin gefüllter Ballon xerhält sich in Bezug auf den Luftwiderstand nahezu wie eine starre Kugel.

Ilm kn für den sehhiffeu Ballon zu finden, müssen wir die Formel anwenden:

g A «- Q s,

Da A Gin—Ii —B ist, können wir seine Worthe mit Hülfe der früher angegebenen Werthe von G und n für jeden Zeitpunkt leicht berechnen; i) ist ebenfalls mit dor Zeit veränderlich. Bei einem auf mehr als sj seines Volumens gefüllten Ballons ist jedoch anzunehmen, «lass sieh die Werthe von Q nicht weit vom Muximahjuerschnitt entfernen können. Der Ballon wird im schlaffen Zustande im vertikalen Innern ziemlich stark komprimirt, so dass fast immer der Querschnitt der Kugel im Horizontalschnitt herauskommt. Wir werden deswegen keinen grossen Fehler begehen, wenn w ir Q zu allen Zeitpunkten dos schlaffen Stadiums - 55 ijm setzet, Dlfl folgende Tabelle gibt ilie in verschiedenen Zeitiiukten herrschende» Werthe von A und k,:

Zeit Auftrieb A kn

1.3 min 31 kg 0,12

34 * 0,12

3,S 34 » 0.11

5.0 - 41 » 0.14

«,3 41 » 0.13

7.:*) > 14 * 0,12

8.8 i 45 > 0.12

Mittel: "0.122

Der Widerstandskooffiziont, den ein schlaffer Ballon bei seiner Bewegung durch die Luft besitzt, ist also wesentlich geringer als der des vollen Ballons. Die Formel für den schlaffen Ballon lautet:

R _ 0,122 v»Qs. S

k,j ist bei Ballon Strassburg ungefähr <lcs Koeffizienten, der der Bewegung des vollen Ballons entspricht.

Ob dieses ein allgemeines Gesotz ist. oder ob kn von dem (irade des Gcfülltscins des Ballons abhängt, müssen weitere Untersuchungen lehren.

Wir wollen schliesslich die Zeiten berechnen, die der Ballon gebraucht hat. um voll zu werden resp. die Maximal-hohe zu erreichen. Da diese Zeiten durch die Hegistrir-apparato gegeben sind, sollen diese Bechnungen dazu dienen, unsere Bestimmungen von k,> zu prüfen und die Genauigkeit unserer Formeln zu erweisen.

In den Formeln, die die Zeit geben, kommt die konstante S$ vor. Diese ist zunächst zu berechnen.

Wir hatten gefunden

»= ri', • ™J = ,I"a isJ-

1 -J- r> S I -f-« I,

a und i„ ist durch die Annahme zu bestimmen, dass die Vertikalvertheilung der Temperatur durch eine lineare Funktion der Luftdichte darstellbar ist. Wir haben demgemäss zu setzen t = r(1 -\- o s. Die Teiuperattir-registrirungen des Ballons gestatten leicht die Bestimmungen dieser Konstanten. Wir wollen hier nur die Temperaturen an der Erdoberfläche und in der Maximalhöhe benutzen, d. h. die Bezeichnungen, dass r für s — 1,27 — 0" und für s .- O.Ist — — 55« sein «dl. Wir erhalten leicht r„ ... -- SS.3 o — «!Ui. S4» dass i durch die Gleichung dargestellt wird

r - SS.3 + «ii.li .*..«! ,\ wird mit diesen Werthon — 0,753, so dass wir für $1 die Beziehung erhalten:

1 + 0,573 • s' S) g

21„ ist nach Seite 102 -— - .--- zu setzen.

r„ (I -|- « rj

s0 ist

1,293052, P. ... 10332.S1

I) Mendrleef l Archive des seien« ••» pfaya. Ociiivo. Mar» ISTii: stellte bekanntlich • Iic vertikale Teiiiiierallirverllnilanj; in ähnlicher Weise als binare Funktion dis Unnks dar Kr fand, unter lie-miUuii? der (ilaicher'schen Fahrten Tu — — 'Mt*. >i>ülerr Unter-sin limceri die die Iteoliai lilim^en der llcij;ohseivatorien heiiut/len. ergaben fiir die Temperatur an der lireiizc der Atmosphäre kleinere Werthe,' - in Ins — ;"S>"i, Insère Herliniin^en, die auf den He. ol>aehhin<<en des ItcpiMrirballon* beruhen, setzen diese Werthe muh tiefer, etwa ■ iXl bis - • ICO*. Aar h das ist noch zu hoeh. Wir werden an anderer Stelle auf diese L'ntmuchungCD zurückkommen.

Ks wird folglich: 1,2!>30.">2

0,0001.''. II

— 0,000 l.sr.O.

io:u-_',si (i -f „,„) o.tiTü

Du wir in unseren Fonnein tue reziproken Werthe brauchen, können wir auch schreiben: 1

.-,410 (I -4- 0,.">73s),

Wie bei der Ableitung auseinandergesetzt, sinil bei den Zeitformeln für die Konstanten gewisse Mittel werthe zu setzen. Ks wird daher ein Vortheil sein, für $ eine kleine Tabelle zu rechnen, die seine Werthe für gewisse Werthe der Dichtigkeit, s enthält.

Als Argument für diese Tabelle wählen wir der üo-i|iiemlichkcit halber nicht die Luftdichte s, sondern die Lufttemperatur r.

^ bei verschiedenen Mitteilemperaturen :

V 'Iii

10"

1(1430

 

100.")

I0n

SI'.iMl

- - •„><)'

!t;ijo

— 30"

s'i;,ii

10"

B5H0

- -.0'

 

Nach diesen Vorbereitungen wollen wir die Zeit berechnen, die der Ballon Strassburg gehraucht hat, um sich ganz zu füllen.

Die Formeln lauten:

- ' 1 1 < und *

W„, I y, v j k njms»

Die MitteltemjM'ratur für die durch mosseno Höhe ist nach der Tabelle auf Seite 110 10". Folglich ist

s-„,

'.Mist> zu setzen. A,„ ist lunrh Tabelle auf Seite III

30.

(/,„ — fi.'i, s; rr. 1.27. s., . «».847. k„ 0,12 zu nehmen. Mit diesen Werthen erhalten wir

t — 523 Sekunden — S.'.t Minuten.

Dieser Werth stimmt beinahe genau mit dein aus den K'egistririingen erhaltenen überein.

l'nt die Zeit zu finden, die nothwendig war. die Maxinialhöhe zu erreichen, benutzen wir die Formeln:

... . Ig nat -,- -----h - v„

" V ,1 . h» - "

k,.Q s,

Die Mittelteniperattir ist ungefähr — I0u. Das gibt Söst), Der Mittelwerth von n ist nach Tabelle auf

r n k.,lj

1

Seite 110 — 1,03, k„ ist -— 0.31» zu setzen.

Berechnen wir zunächsi Ii und v„, >o finden wir h .-. s.ti."». \ zi- ">..">(>, t wird mit diesen Werthen: t _ 0112 log mit 3.01 — 2200 log 3.01 — 127.3 See.

21.2 Min. Die Zeit, um die Maxinialhöhe zu erreichen, betrug demgr>mäss 21,2 -j- s.i» Min. = 30 Min. was ebenfalls mit den rcgistriiion Zeiten gut übereinstimmt Wir hätten die Zeitgleicliungen. statt zur Verifikation, auch zur l'iestimmiiiig von k„ benutzen höniKi). Auf jeden Fall erweist die von uns gebrachte Anwendung die Ceiianiglieit, mit welcher unsere Formeln die Bewegung des Ballons daistellon.

Ich hoffe durch die vorstehenden Beehnungen gezeigt zu haben, wie nutzbringend die Kenntniss der Gesetze der üalloiiheweguiig auch für meteorologische und physikalische Cntet-suchuIlgen sein kann, zumal wenn genaue Messungen der (iastemporutur und dos Auftriebs vorliegen, Ks ist nicht nur gelungen, das spezifische (iewicht des durch Luftiuengiing verdorbenen Füllgases, seine Menge. da> anfängliche Volumen des Ballons und die Höhe, in welcher er voll geworden ist. zu bestimmen, sondern wir gelangten \ ermittelst unserer Formeln auch zur Kenntniss der Widcrstundsgesotze. Ich scliliesso, indem ich noch einmal auf die Notwendigkeit der Misslingen der Clastempi-ratur bezw.de> Auftriebs und der Gewichte des Ballons hinweise.

Wie man eine Baiionbahn durch Beobachtungen von der Erdoberfläche aus verfolgen kann

an dein von Astronomen (irr Slinüslnirger Sternwarle beobachteten BallonauMiep vom 'it. März tHfül dargelegt

Tim

Otto Tetro».

I'ni eine Ballonauffahrt zu wissenschaftlichen Forschungen auszunutzen, ist es von Bedeutung, den vom Ballon eingeschlagenen Weg in Bezug auf die Zeit festzulegen. Fahren geschulte Beobachter mit, so kann das allerdings \oin Ballon aus geschehen: da die Bemannung indess gewöhnlich nicht so stark ist, «lass sie diesen Beobachtungen die wiinschenswerlheAufmerksamkeit schenken könnte, so wird man auch den Weg eines beinannten Ballons nieist mit grösserer (ienauigkoit von der Erdoberfläche aus bestimmen, wenngleich Wolken und zunehmende Entfernung «lies erschweren und schliesslich ganz verhindern können. Bei einein unbemannten Ballon, der nicht etwa mit einem zuverlässig wirkenden, eigens für diesen Zweck konstruirten, automatisch arbeitenden photo-graphisehon Messnpparat versehen ist, bleibt überhaupt keine Wahl, als ihn von der Erdoberfläche aus möglichst lange zu verfolgen, wenn man die etwa niitgeführten Registrirapparuto kontiolliren will.

Es sind denn auch in dieser Beziehung schon öfter mehr oder weniger erfolgreiche Versuche angestellt worden. So hat 1873 oder 1K74 Dr. J'aul Schreiber in Chemnitz einen derartigen Versuch gemacht und darüber, sowie über einen späteren, von besserem Erfolge begleiteten, in der Meteorologischen Zeitschrift vom August ISSli berichtet. Kr beobachtete mit seinem Assistenten zusammen an zwei ilie Endpunkte einer Standlinie bildenden Theodoliten.

Dasselbe Verfahren ist nun am 21, März d. .Ts. auf zwei Iiier bei Strasshurg aufgelassene Ballons angewendet worden, deren Beobachtung der Direktor der Kaiserlichen Iniversitiilssternwarte, Prof. Dr. Becker, auf den Vorschlag des Herrn Prof. Dr. Hergesell angeordnet hatte.

Das eine Instrument, ein Theodolit mit Xonietiuhlosting bis auf 10", stand auf der Sternwarte, Herr Dr. Kohohl stellte damit den Ballon ein. Herr Ebell las die Kreise ab, der Pförtner und Rechner der Sternwarte .schrieb die Krcisablesungen sowie die Uhrungahon nieder. Auf dein Dallonplatz bediente ich das Instrument und diktirle dein Diener und Mechaniker der Sternwarte die Uhr-angabeii und Kreisablesungen. Das von mir benutzte Instrument war ein Mikroskoptheodolit. Ich wandte nur je eins der beiden paarweise gegenüberstehenden Mikroskope an. und zwar, ohne mich der Schrauben zu bedienen, so, dass ich an einem Zahn des Bechens die ganzen Bogen« ininuten schätzte. Da die Kreise von 10 zu 10 Minuten getheilt sind, machte dies keine Schwierigkeit.

Der zuerst aufgelassene unbemannte Ballon bewegte sieh so schnell, dass man ihn. besonders als cm* in kleine

Zcnithdistunz gelangte, lange Zeit wieder suchen musste, bevor die nächste Beobachtung gelnng. Im Ganzen sind von diesem Ballon auf jeder Suition nur 6—7 Einstellungen beider Koordinaten in den ersten 13 Minuten erhalten worden, bis er für den Ballonplatz von einer Wolke verdeckt wurde. In Folge dessen sind auch die Ergebnisse nicht so sicher ausgefallen, dass eine genauere Besprechung hier angezeigt erschiene. Die im Allgemeinen für solche Beobachtungen enipfehleiiswerthe Methode, zuerst aus den Einstellungen der beiden Horizontalkreise die Ilorizoiitat-bewegung des Ballons zu ermitteln und dann aus jeder einzelnen Zonithdistunzmcssiing die Höhe abzuleiten, konnte hier nur in wiederholter Näherung zu einem einigermassen sicheren Ziele führen, indem dabei die Annahme zu Hülfe gezogen werden musste, dass die Geschwindigkeit des Ballons, insbesondere im vertikalen Sinne, ohne wesentliche Schwankungen verlaufen sei, so dass sich die aus den Beobachtungen der einen Station abgeleiteten ITöhenzahlcn gut in die Reihe der aus den Beobachtungen der anderen Station ermittelten einfügten. Auf diese Weise ergab sich für den Registrirballon bei einer, während der ganzen gemeinsamen Beobachtuiigszeit ziemlich gleichförmigen vertikalen Geschwindigkeit von 5-8 tu in der Sekunde, dass er sich in horizontaler Beziehung während der ersten 1' i —2 Minuten etwa (¡00 m weit nach SSW bewegt hat, dann etwa 5 Minuten lang in westlicher Richtung etwa 700 m weitergezogen ist, bis er diese Richtung ziemlich plötzlich mit der entgegengesetzten vertauscht hat, so dass er sieh 11 Minuten nach dem Aufsteigen wieder über dem Punkt*' — 000 in SSW vom Aufsteigeorte befand, den er !) Minuten vorher schon einmal pussirt hatte. Das erste Mal hatte er dabei eine Meereshöhe von etwa 1000, das zweite Mal von nahezu äOUO'ni gehabt. In einer Höhe von etwa iOOO m war er aus der westlichen in die östlich«! Richtung umgekehrt.

Mehr als dieser etwas summarische l'eberbliek lässt sich aus dem während der El ersten gemeinsamen Be«>bnehtungs-minuteu erhaltenen Beobachtungsmatcrial nicht ableiten. Bei dem rapiden Aufsteigen de> Ballons und bei der da-durcli hervorgerufenen schnellen Aetnlorung in seiner lloti-zontalbewegung wäre die doppelte oder dreifache Dichtigkeit «l«>r Einstellungen erforderlieh gewesen, um seine Bahn auch in den Einzelheiten genauer festlegen zu können. Indess gestatteten die zur Verfügung stellenden, für den vorliegenden Zweck nicht geeigneten Instrumente kein schnelleres Arbeiten.

Wesentlich günstiger gestaltete sich die Beobachtung

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des zweiten, bemannten Ballons. Da er sich viel langsamer als der Kegistrirhulliin erheb. Hess er sich stets in aller Ruhe einstellen, kam überhaupt nicht in kleine Zonithdistanzen und blieb, während man den Kreis ablas, namentlich als er sich weiter entfernt hatte, fast jedes Mal im Gesichtsfeld. Auch dieser Ballon ist aus der Anfangs westlichen Boweguiigsrichtung in grösserer Höhe in die entgegengesetzte übergegangen, doch hatte er sieh inzwischen soweit in horizontalem Sinne entfernt, dass er schon vor der Umkehr in Dunst und Wolken verschwand. Während der Iiis dahin seit dem Aufsteigen verflossenen 50 Minuten gelangen auf jeder der beiden Stationen 36 Zenithdistanzmessungen. Diese ergeben mit Hülfe der glctohmässig dazwischen angestellten, ungefähr ebenso zahlreichen Azimutheinstellungen, eine recht sichere Ballonbahn. Wie ich diese abgeleitet habe, und wie sie dabei herausgekommen ist, möchte ich im Folgenden kurz mittheilen.

Um das Ganze auf ein bestimmtes Koordinatensystem zu beziehen, sind auf beiden Stationen einige durch ihre Koordinaten in Bezug auf den olsässisehen Dreieckspunkt I. Ordnung Sausheini festgelegte Vermossimgspunkte an-visirt. Hat man auf einer Station l' drei solche Funkte. I',, I',, l'j. anvisirt, von denen man weiss, dass der durch sie gelegte Kreis nicht in unmittelbarer Nähe bei der Station vorbeigeht, so kann man die Koordinaten der Station in folgender Weise leicht ermitteln.

Man wählt die Reihenfolge der von I' aus anvisirtoit 3 Funkte von links nach rechts so, dass < I*tIM*a ( . a) und < IVB. (— ¡0 jeder kleiner als 1 SO" wird. Die rechtwinkligen Koordinaten seien für F : x, y, für F, : x,, y„ für 1',: x,, y,, für l\ : xa, y3 (wobei x nach Xorden. y nach Osten positiv p-rccliiict sei).

Man berechnet dann:

t" (I* F I - y- ~ r' V F ■* V' — -**--^i-^u''^ x< x,! ' 1 sind',!',, cosiF,Fj(

tg(F,Fsi = ^

x, — x3 - * sin (IM'.i — cos il',l',.r Hier bezeichnet ll ,1',) den Richtungswinkel des von F, nach F, gehenden Strahls, d. h. den Winkel, den dieser Strahl mit dem positiven Aste der X-Axe dos Koordinatensystems, in dem Sinne nach dem positiven Aste der Y-Axo zu macht, ist also bis auf einen kleinen Koirektionsbetrag gleich dem Aziinuth, unter dein l\ von F, aus beobachtet wird.

Diesel' Korroktioiisbetrag ist die sogenannte M eridian-koiivergeiiz. d. h. der Winkel, den der Meridian des Ortes F,, auf dem man den Richtungswinkel misst, mit dein Meridian dos Ursprungs des gewählten Koordinatensystems bildel. Dieser Winkel hängt von der wost-ö-tlich gerechneten Koordinate v, des Beobachtungsoilcs \\ und von dessen geographischer Breite iji, ab, und besitzt, in Bogouminuten ausgedrückt, den Betrag

Meridnmkonvergenz = N,. y,. taug q>,.

Hierin ist y, in Metern auszudrücken, unii es ist zu setzen: log X, - N.

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= 53»

= 0.7 300 —

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= 57°

» X,

Hieniach ergibt sieh z. B. fur die Breite von Strass-biirg i«p, 4S°35'), dass ilio Meridiane flit' je 1,01 km imi l Bogenmiiiute konvergiren.

Boi der Berechnuiig von I',!', sovvio von 1%F, wahlt man don ersten odor deli zweiteii Atisdruek, je nachrletii dio don Ziibler der betreffondeii Ausdriickc bildende Differenz der y odor die der x don grosseren Betnig besitzf. Die Beiechnung der Koordinaten x uiid y «Ics Funkte* I' goht daini leioht in folgender Weisc weiter: T = iFJV - -e + V = 360" la p -f ti

I* F F F sin t> sin u'

tg

Hierin ist

- 0.

.•:g 1 '• ;- I i.

stets als ipositiver oder negativen

-pilzer Winkel zu wählen.

<f -j- i(i r <|j — t|i

T

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sin (u 4- ijiI. l\V — 3 sin i|» 4"

Uli a ' - slli (5

F F F F„

— 1 a sin <p — J - sin V izur Kontrollei, sin (i sin p

11\i*i =- ti',1',1 -(- <p. iBJ'i ir»iv — v.

y y, -1- F.F.stn |F,F) y, -f F3F .sin \l\V) x x, -j- F,F.es - xa 4 Fj F . cos iF.,1'1.

Hat man mehr als 3 bekannte Funkte, z. B. 4 an-visirt, so kann mau entweder «Ins vorstehend dargelegte Verfahren 4 Mal anwenden, nämlicli jedes Mal einen der 1 Funkte unberücksichtigt las-en, und dann aus den I Kinzelorgebnissen das Mittel nehmen, oder man kann sich mit der günstigsten der 4 Kombinationen zu 3 begnügen, d. h. man lässt den Funkt weg, dessen Messung als die ungeuaueste erscheint, oder, wenn sich alle 4 Funkte gleich genau haben einstellen lassen, wählt man die 3 aus. bei denen sich der Kreis, den man durch sie hindiircli-legen kann, am weitesten von der zu bestimmenden Station entfernt hält. Man kann, wenn mehr als 3 Funkte eingestellt sind, ein Aiisgloieliungsverfahroii anwenden; dessen Darlegung würde mich aber hier zu weil führen.

Auf diese Weise finden sich nun für die beiden Stationen die folgenden Koordinaten:

Ballonplatz: x - - -{- s0 450.0, y - 4- 2« 517.S Stornwarte: x -(- ss 210.2, y 4- 2S 002.9. Zur Kontrolle wurde auf beiden Stationen mit Hülfe der Sonne und der mitgefühlten Chronometer, deren Korrektion bekannt war, das Aziinuth der anvisirten Funkte bestimmt und in Uebereinstimmung mit den durch die

Koord inaton rechnung erhaltenen und um die abgeleitete Moridiaukonvergonz verbesserten Richtungswinkeln gefunden. Um auch für die beiden Stationen zuverlässige Werthe für die Hohe über dem Meeresspiegel zu gewinnen, wurden einige möglichst nahe gelegene Funkte von bekannter Höhe und bekannten Horizontalkoordinaten anvisirt und deren Zenithdistanz gemessen. Aus den rechtwinkligen Horizontalkoordinnten berechnet man die Horizontalprojektion der Entfernung eines solchen Punktes nach dem pythagoreischen Lehrsatz und hat dann diese Entfernung einfach mit der Cotangento der gemessenen Zenithdistanz zu mulfiplizircn, um die Höhe des eingestellten Punktes über dem Niveau der Beobaehtungsstation zu erhalten. Auf diese Weise ergab sich die Höhe des Instruments auf dem Ballonplatz zu 13« m, des Instruments auf der Sternwarte zu 153 m über dem Meeresspiegel.

Die bei allen diesen Vorboreitungsreehnungon benutzten Horizontal- und Höhenkoordinateu der anvisirten Funkte verdanke ich der gefälligen Mittheilung der Kaiserlichen Katasterverwaltung.

Um mit kleinen Koordinatenbeträgen rechnen zu können, wurde schliesslich noch das Instrument auf dem Hallonplatz als Koordinatenursprung eingeführt, die Richtung der X-Achse aber der Einfachheit wegen parallel dem Meridian von Sausheitn gelassen, so dass sie nun auf dein Ballonplatz um den Betrag der Meridiankonvergenz, d. i. um 1(1 Bogenminuton von» Meridian in dem Sinne von Norden nach Osten abweicht. In diesem System besitzt dann das Instrument auf der Sternwarte die Koordinaten: y — -f 1515.1 in, x - — 124S.S in.

Was nun die eigentlichen Ballonbeobachtungeii betrifft, so bestanden sie darin, dass die Chronomcterzeitcn beobachtet, wurden (und zwar bis auf ganze oder halbe Sekunden genau», zu denen abwechselnd der horizontale und der vertikale Faden des festgestellten Fernrohre den Ballon halbirte. Dazu wurde dann der vertikale oder der horizontale Kreis abgelesen. Um Ausgangspunkte für die Zählung der Zenithdistanz und des Azimutbs zu gewinnen, wurden die Anhaltspunkte von bekannten Koordinaten vorher und nachher in beiden Fern roh rlagoii eingestellt Die vertikale Axe beider Instrumente wurde mit Hülfe der Setzlibellen stets bis auf kleine Bruehthoile der Bogenminuto lothreclit gehalten, so dass die Abweichungen von der Lothlinie für den vorliegenden Zweck nicht berücksichtigt zu werden brauchten. Sowohl am Horizoiital-wic am Vertikalkreis zeigte die Einstellung der Anhaltspunkte während der Dauer der Ballonbeobachtungen keine in Betracht kommenden Abweichungen. Das Instrument auf dem Ballonplatz stand auf einem ziemlich loichten aber festen Stativ, auf der Sternwarte konnte ein Snndsteinpfeiler auf der Plattform des Befraktorbaues benutzt werden.

Es wurde nun zunächst mit Hülfe der Ablesungen

der beiden Horizontalkreiso die Horizontnlprojektion des Ballonweges ermittelt Zu diesem Zwecke wurde aus den Einstellungen der bekannten Objekte und deren bei dem oben niitgetheilteu Reclinungsverfahren gefundenen Bichtuugswiukeln die Ablesung berechnet, die man an jedem der beiden Horizontalkreiso erhalten hätte, wenn man das Fernrohr parallel dem Meridian von Sausheim gestellt hätte. Zieht man diese Ablesung von jeder Ballonablesung ab, so ergibt sich der auf das gewählte Koordinatensystem bezogene Richtungswinkel für jeden am Vertikalfaden beobachteten Durchgang des Ballons.

Für den Augenblick der Abfahrt des Ballons war es erwünscht, den Werth des Richtungswinkels zu erhalten, wie er auf der Sternwarte hätte gefunden werden müssen, wenn der Ballon dort schon beim Loslassen sichtbar gewesen wäre. Die Koordinaten des Ballons ergaben sich aber für diesen Augenblick aus der Einstellung mit dem Instrument auf dem Ballonplatz in Verbindung mit der durch Abschreiten ermittelten Entfernung des Ballons von diesem Instrument genau genug, um daraus für die Sternwarte den gewünschten Richtungswinkel (nach ganz einfachen Formeln) ableiten zu können. Die so für beide Stationen vom Augenblicke des Aufsteigens an erhaltenen Werthe der Richtungswinkel wurden auf Millimeterpapier eingezeichnet und durch Kurven verbunden. Diesen Kurven konnte man nun mit hinreichender Sicherheit entuehinen, wie der horizontale Richtungswinkel nach dem Ballon von jeder der beiden Stationen aus in jedem Augenblick beobachtet, worden wäre, als man die Zenithdistanz des Ballons auf einer der beiden Stationen bestimmte. Wir erhalten so für die Zeit jeder der 72 Zenith-distnnzbestimmungon die beiden zugehörigen Richtungswinkel des Ballons nahezu mit derselben Genauigkeit, als wenn diese Richtungswinkel gleichzeitig mit den Zenith-distanzen gemessen worden wären. Nur einzelne der allerersten von diesen den Kurven entnommenen Richtungswinkeln besitzen eine Unsicherheit, die nahezu einen halben Grad beträgt, doch befindet sich der Ballon zu dieser Zeit noch so nahe auch an der Sternwarte, dass daraus keine sehr beträchtliche Unsicherheit über den wahren Ort dos Ballons entspringt. Auch die 4 letzten Richtungswinkel für die Sternwarte sind um einige Minuten unsicher, da sie extrapolirt werden mussten, weil der Ballon gleich darauf, ehe nochmals auf der Sternwarte eine Messung am Horizontalkreise gelang, in 'den Wolken des Horizonts völlig verschwand, dessen Dunst ihn während der letzten Minuten schon hatte sehr schwach werden lassen

Ks ist nun nach den folgenden, einfach herzuleitenden Formeln aus diesen Richtungswinkeln die Horizontalprojektion jedes Ballonortes berechnet worden:

c _ h-a-tg V e .

' tgli.-tg»/ n'~ und zur Kontrolle: n, — b = IE, — a) tg »4,

IH»

Hior liozeiehnon ¡1 inni I» dio X- unii Y-Koordinutou der zwoiton Station, i, uml n, die X- un»! Y-Koonlinaten «Ics Dnllons. <K nini ìt. dio vmi ilor orsteii unii zwoiton Station nus gosehoiieii liorizontalt'ii Riolilnngsuinkel des Balloiis. Die Sii erhalteiton Ralloiiph'joktioiieii si mi auf der

unteren Hälfte der beiliegenden Darstellung eingetragen. Die positive X-Axe 1 Iii Minuten von der Nordriehtiing abweichend) ist nach unten, die positive Y-Axel.Iti Minuten von «Kr Ostriohtung abweichend 1 ist nach linksgerichtet. Die Orte stellen also diejenigen l'unkte der Imgelning

Höhe und Horizontalprojection des bemannten Ballons, aufgestiegen bei Straubarg am Vormittage de« 24. Hirz 1809.

von Strassburg dar. i'tbnr denen sieh der bemannte Ballon am Vormittag des 2 k Marz 1 Hilft in den Augenblicken befunden bat« in denen auf der Sternwarte oder auf dem Ballonplatz ein Durchgang des Ballons durch den Horizontal-faden, d. h. eine Zonithdislanz des Ballons, beobachtet worden ist. Fand flies auf der Sternwarte statt, so ist der Ballonen durch einen Kreis mit angehängtem Kreuz dargestellt, während ein Kreis allein die gleichzeitige Zenithdistnnzmessung auf dem Itallonplatz bezeichnet. Etwa alle 5 Minuten ist auch die Zeit hinzugosohrieben.

Aus den Zenithdistaiizbeobaehtungen selbst ist sodann in Verbindung mit den so abgeleiteten Worthen der Horizontalkoordinaten (und der Richtungswinkel) der Höhenunterschied des Ballons gegen die jeweilige Bcobaehtungs-stntion und daraus die Meereshöhe für den Augonbliek jeder dieser Zenithdistanzmessungen ermittelt. Hierzu dienten zunächst die Formeln:

y > 8

- * — - (ihr 7 . -

sin », ~ " 1 für den Ballonplafz, und

Ah,^ ctg z8 • = ctg z,

für die Sternwarte.

Wegen der Krdkrümmung und der Strahlenbrechung in der Atmosphäre, sowie wegen der Meereshöho der Beobachtungsorte hat man dann noch etwas hinzuzufügen, um die Meereshöhe des Ballons zu bekommen.

Die aus den zuletzt angegebenen Formeln erhaltenen Ilöhenwertho beziehen sich nämlich auf Ebenen, die durch jedes Beobachte.ngsinstrutnent senkrecht zur Richtung der Schwere gelegt sind. Die nach abwärts gekrümmte Erdoberfläche liegt aber tiefer unter dem Ballon als eine solche Ebene; die Höhe des Ballons muss also vermehrt

A*

werden, und zwar um den Betrag , wenn A den

Horizontalabstand dos Ballons von dem fragliehen Instrument und D den Erddurchmesser bezeichnet.

Ah, — ctg z,

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Die Strahlenbrechung bewirkt, duss ilei' Hallen höher beobachtet nini, al- er in Wirklichkeit steht, wirkt also in entgegengesetztem Sinne wie die Erdkriimiiiuiig. Hie Depression der Lichtstrahlen beträgt l'I1 n \<iu «leider Erdoberfläche. Man hat also nur ST" <■ von dem

A-'

eben angegebenen Ausdruck als Heduktioii anzusetzen.

Fügt mau hierzu noch die angegebenen Wende der Höhe jedes der beiden Instrumente über «lein Meeresspiegel, so ergibt sich im lianzcu ein Für jede einzelne Iteobiiehtiing der folgenden Zusammenstellung zu eutnehiiieiuler Ro-duktiorishetrag:

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Reduktion

.1er

priiiitli'llel) lliilnri-

abstand des

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lliilliiiis von der lipidi.nliliin^K-

       

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Die so abgeleiteten Wortitc der Höhe «les Ballons über dem Meeresspiegel findet man in der oberen lliilfte der beigefügten Darstellung mit den schon angegebenen Zeichen eingetragen. Die von links nach rechts gezählte Ahseissc bedeutet die Zeit, von .". zu 5 Minuten bezeichnet, die von unten nach «dien gezählte Ordinate bedeutet «Ii«' . Meereshöhe, von öOO zu ">Oti Meter bezeichnet. Ausserdem gebe ich «Ii«' gefundenen llöheuwortlie in der vorstehenden Cobeisieht zusammen mit den für dieselben Zeitpunkte ermittelte» Horizoiitalkoordinaten.

Man kann sie daraus genauer als aus den stark verkleinerten Zeichnungen entnehmen. Ans der graphischen Darstellung geht aber deutlich hervor, dass die auf der Sternwarte und die auf dein Halloiiplatz beobai-hteten Höhen gut zusammenstimmen. Dazu ist allerdings von den "ili Zenithdistanzeit jeder Station je eine um einen Grad vermehrt worden, und zwar um !» Ihr Min. ">U Sek. auf dem Halloiiplatz und um !• Uhr ¡11 Min. IS Sek. auf der Sternwarte. Bei unveränderter Annahme der Original-ablesuiigen erhielte man für die beiden Beobachtungen um ;i(i und "iS Meter grössere Ballotihöhen. die in ihrer erhebliehen Ahweichung vom benachbarten Laufe «les Ballons gegen die sonst vorhandene glatte Uebereinstiiumung stark abstechen würden und nlso auf Ablesefehler hindeuten.

Besonders «las Instrument auf der Sternwarte musste leicht zu solchen Fehlern führen, weil daran die Nonio» sehr lang und die Kreise doppelt beziffert sind. I)a solche Beel mch tuugon überdies in grosser Hast angestellt werden müssen, se wird es sich namentlich bei der Verfolgung von schnell steigenden Ballons empfohlen, Ke-gistrirthoiiilolite zu verwenden, deren Aufzeichnung man später in aller Buhe ablesen und kontrolliren kann. Dieser Grumi war es auch, «1er mich lSiili veranlasste, als ich am meteorologisch-magnetischen Observatorium zu Potsdam mit Wolkenniossiingen beschäftigt war. dem Heim Prof. Sprung zur Beobachtung der dort mehrfach aufgelassenen kleinen Pilotballons eine für den vorliegenden Zweck vervollkommnete Form «les bereits mehrere Jahr«1 früher von Herrn It. Wurtzel in Spandau coiistruirtcn und in den MiUlmiluiigeii «1er Gesellschaft von Freunden «1er Astronomie und kosmischen Physik beschriebenen Registrir-theoiloliten vorzuschlagen. Wegen ihres cinlai'hcu Baues uml «1er bis auf 1 oder 2 Bogemninuten gehenden Genauigkeit ihrer Ablesungen werden diese, vom Mechaniker Rosenberg in Berlin hergestellten Itegistrinheodolite dem ls'dT veröffentlichten Hermit"'silion Diomograplioii wahrscheinlich vorzuziehen sein. Sic erinnern im wesentlichen vielfach an «len vor 40 Jahren von «lein jetzigen Director der Deutschen Seewürfe. Geheimruth Dr. Neiiinayer, kou-struirten und vorzugsweise zur Beobachtung von Sternschnuppen uml ähnlichen Hiininolscrscheintingeii bestimmten Meteorographen, dessen Beschreibung und Abbildung man in seinem Werke: Discussion <>f the nie-teorological ami magnetieal observations inaile at the Flagstaff oliservaloiy, Melbourne-, findet. — Mit diese» eigens für Hidlonhcohachtiingcn koiistruirten. aber auch zu verwandten Zwei'ken dienliehen Iiistrnmeiiteii bekommt man ohne besondere Mühe zwei oder drei Umstellungen beider Koordinaten in der Minute uml verliert auch bei schnellster Bulloiibeweguiig den Ballon kaum aus «lein etwa 11" hcti-agcndcn Gesichtsfeld.

Für «lie voltimi IhufUstc Gestaltung der üeobaelitungs-ntnstiimle wird man auF die zweckmässige Wahl der Be-oliachtungsorte besonderen Werth zu legen haben. Hat man nur z\v«;i Instrumente zur Verfügung, so wird man die Basis wo möglieh senkrecht zur vorherrschenden Windrichtung legen. Besteht di«> Erwartung, «lass man den Ballon bis auf weite Entfernung oder bis zu einer grossen Hohe werde verfolgen können, so ist die Basis entsprechend gross zu wählen, «loch wonniglich so, dass mau den Ballon schon beim Loslassen auf beiden Stationen erblicken kann; andernfalls wäre durch passende Signale dafür zu sorgen, «lass dio Beobachter nicht stundenlang angespannt zu warten brauchen.

Zur grösseren Genauigkeit und Kontrolle «1er Ergebnisse wird es aber stet.s wünschenswert)! sein, drei Instrumente aufzuseilen. «Ii«; annähernd ein gleichseitiges

Dreieck mit einander zu bilden haben, in dessen Innern der Italinn aufsteigt.

Mit nur einem Instrument zu beobachten, und zwar durch mikrometrische Messung des Ballondurehmessers die Kreisablesung zu ergänzen, wird nur im äussersten Noth-fall zu empfehlen sein. Wie auch die Messungen des Herrn Prof. Kremser zeigen, die er im Jahrgang der Zeitschrift fiir Luftschiffahrt veröffentlicht hat, ist die Unsicherheit des mikrometriseh gemessenen Ballondurehmessers zu gross, um bei grösserer Entfernung diese zuverlässig daraus zu ermitteln. Auch wenn man etwa

•las seitdem besonders durch Herrn Dr. Weltmann vervollkommnete Doppelbihlmikroineter dazu verwenden wollte, würden die Ergebnisse nicht viel besser werden. Die Theodolitmessungen von mehreren Blinkten aus werden stets die besten Resultate geben. Die hier mitgethciltcn, unter ungünstigen Witteningsverhältiiisseu und mit ungeeigneten Instrumenten erhaltenen Messungen, denen der Kachinann die gewünschten Daten ohne Mühe entnehmen wird, werden diese Ansicht vielleicht zu bestätigen geeignet sein.

Allgemeine deutsche Sport-Ausstellung 1899.

Abtheilunff X. Luftschiffahrt.

Die in diesem Jahre in München stattfindende Spottaiisstelltinp wurde am lri Juni eröffnet iiikI dauert I Monate. In derselben werden nicht nur die einzelnen Sporlgopt-nstiindf zur Schau pe-legl, sondern es gelangen am h die einzelnen .»porlzwcige zur lebendigen Darstellung.

Die Ausstellung durfte in unserem Leserkreise dadurch besonderes Interesse erwecken, dass die Luftschiffahrt als spezielle tiruppe iAbiheilung Xi in durchaus würdiger Weise zur Darstellung gelangt.

Dein einen Punkt der Schaustellung wurde Heelmung getragen durch Ausstellung einer reichen Kollektion diesbezüglicher liegen* Iii wie, wie: (■erälhe, Modelle. Stiche, Instrumente. Kunstgegcn-shitidc und Photographien; dein zweiten Punkt, der lebendigen Vorführung des Luftsrhifluhrtsporles. wo<l durch Veranstaltung von Fessel- und Freifahrten (temige gclh.iu

Das Araiigeiiienl hat ein Komitee, bestehend aus den Herren: F. Diane, (iherli'iitiianl. kommand zur königl hayei.

Luflsehiffcr-Ahlhcilung, C. Krug. Major im konigl baver. fieneratstah, Dr. II. Finden, I'rivaldozcnt an der künig], lechrl Hörle schule, Schriftleiter tler • llhistrirlcn ai'-ronaul isthen Mittheilungen -, Dr S, Fi nst «r walder, Professur an der königl. technischen Hochschule, A. (irashey, Major a D.

Mnedcbcck, Hauptmann Ii, r.i»mp,-('.lief im Fuss-Ail.-Ilegiiuenl Nr. lO.

Dr I' Vogel. Professor an der Art.- u. Ingenieurschule, in die Hand genommen.

Durch diese* Komitee wurden schon vor Schluss des verflossenen .1.ihres die beiden deutschen militärischen Luftschiffe! -Ablheiliuigeil als auch deutsche Luflsehiffalirts- Vereine, sowie vielfach Privatpersonen etc. um l.ntei'Stützung ersucht

In er*ler Linie sei hier die König), bayer. Lllflschirfer-Ahtheililug erwähnt, welche das l'iiternehtneti in jeder Deziebung zu (indem sich bestrebte, des ferneren der M ii uchene r Verein für Luftschiffahrt, dann die König), preuss. Luf t sc Ii i f ferA Iii lie 11 ii Ii g, der Oberrheinische Verein f ii r Luftschiffahrt und der deutsche Verein zur Förderung der I.uttsehifl-■ ,i I,-:

Vom St rassburger >tadt, Kim st niusi'uni und der l'ni v crsi I a I s- und Latulcsbi hliot hek dortselbsl wurden der Ausstellung, wenn auch nicht zahlreiche, so doch sehr werthvolle Stic he überlassen.

Von den Privatpersonen mögen hier speziell Herr Major Hing lltid Herr Hauptmann Mocdebeck. welche beule in unseren Leserkreisen jedermann bekannt sein diirflen, hei voi gehoben werden.

Die Sammlungen beider Herren, wt lebe ihr Aiisslelhiug zur Vertagung •.•.•stelll wurden, zeichnen sich insbesondere durch eine deiartige Heichhaltigki il an Stichen und sonstigen Bildern aus, dass in dieser Beziehung bisher keine Ausstellung in Konkurrenz zu treten veimag. Ausserdem seien erwähnt die Herren Hiedinger

und Holzhauer (Augsl)iirgl, Koch und (Ireiner München) und Trott sc h (Selwuiebcrg bei Berlin i

Durch diis Komitee wurde mit Herrn Hiedinger ein Verlrag eingegangen, wonach Herr Hiedinger gegen einen festgesetzten Betrag einen Drachenballon iSystem Parseva I-Siegs-(i'lil. ein Kabel von ll'KKI rit Liingc, einen Flcklroniolor, sowie die Füllung und Neufüllungen des Ballons und an Personal einen Hallonhlhrer und Ii Mann zur lledienung des Hallous 7.11 stellen halte.

Vom Komitee wurde des ferneren ein Hallonineister, der als Organ der Ausstellung deren Interesse ¡01 wahren halle, angestellt, desgleichen ihr Hau der Hallonliiille etc. an geeignete Firmen übergebe 11,

Die tiruppe Luftschiffahrt < Ausstellung von flcifilhen eh\> helinilel sich auf der (iiilerie des llniiplausslellungsgebSude« an der Weil »eile de« Südlrakles, uinhisst ungefähr "ifSI rpn ftodcnllüchc und ist 111 7 Kabinelle emgelheill. 111 welchen die Ausstellungsgegenstände in (iruppeii untergebracht sind

Die Herren Hildhaunr Jordan sowie Kunstmaler Pacher. welche Herrn Dr. Vogel und Herrn Oberleutnant Diane bei Fin-richtuiig der (iruppen zur Seile standen, hubeil es verslanden, der Abtlicibing bezüglich des Bahiucit* einen intimen und würdigen Charakter zu verleihen. Die Wände der Kabinette sind 111 Matt-grün gelialten Die Itilder. welche ersten* in reu her Anzahl zieren, sind in All-Cioldrahineii gefasst und liehen sich auf dem Untergrund wirkungsvoll ab. Das grelle Tageslicht ist durch gelbe Vorhänge gemildert. Die Holzt heile der Schränke, in lirautiroth gehalten, passen sich günstii: an.

Den Fintritt in die Ablheihing bildet ein Arrangement des Herrn Kunstmaler Parlier. Kin Kugclballoti ausgelegt zur Füllung aus Gasbehältern idie Art der Füllung nur Iheilweise ausgeführt und mehr angedeutet) breitet sieh haldachuiartig über den ganzen Vorraum ans. Von den Ausstellungsgegenstand'!! in den einzelnen Kahiivteii. in welchen, wie schon erwähnt. Stehe, Tabellen. Gemälde etc. rhrouologis« h geordnet in Itild die Geseliielile der LuftSchiffahrt von ihren Uranfängen bis auf den heutigen Tag verfuhren, seien besonders hervorgehoben:

Im ersten Kabinett ein von Denn Dr lt. Finden vollslündi; ausgerüsteter FreifahiIkorb mit allen lilctisilicn, welche für Tag-inid Nachtfahrt, sowie für Fahrten auf grosse Hohen etc. nötliig sind. D' -gleichen sind an demselben die säu.iiitlichen Instrumente, insbesondere meteorologische angebracht, wehte- vom Luftschiffi-r zur Verwendung gelangen

Im gleichen Kabinette befindet sich eine Sammlung von

Luftsclliffelgelilthell lllld Materialien. Hilter Welchen Hoben den

Stoffen für Andrees Hnlton Theile des Ahmiiiiiuiiiballons von Schwarz Versuch Is'.l" in Iii rhu) l'.rwälimnig Verdienen.

Ks tolgi ein Kabinell mil einem Thurmaufbau, mit welchem II'IT Dotzheim s.Miiiiillulu s Itallongei alle , weh lies er verfertigt. 111 ausi li.niln-her Weise aus;;, legt hat.

Im nächsten anschliessenden Kabinett beiludet sirh der Korb und das Ventil eines Poslballon*. der wahrend der Belagerung von Paris lK7tij'71 aufgelassen wurde und bei Zwiesel im baye-

rischcn Gebirge gelandet ist (vom bay<-riehen Armocmii<>cuni zu Ausstellungszwcrkcn überlassen).

Beim weiteren l>u:. hgi Inn der Abiheilung slnsst man auf di>' Gruppe -Kunstgewerbliches», welche in einem Schranke vereint mit den Medaillen, darunter mehrfach sehr schöne Exemplare an» der Sammlung der Herren Major Hrug und Hauptmann Moide heck, zur Schau gelegt ist.

lies Ferneren verdient Krwähming eine Gruppe 'Instrumente' (hierbei besonders Firma (ireiin-r in München} und bei der Gruppe «Kunst» ein Hihi von Kunstmaler Fi.xis 'Tausend Meter iihrr München» welches einen Freiballon mit 4 Insassin und unter ihm die im Nebel versi hwitidonde Stadt in künstlerischer Auffassung Zeigt.

Des Ferneren sei gedacht der Flugmodell« von Herrn Kor Ii i München/ und ■■im-r Sammlung von bildlichen und schriflhi■hell Auslassungen, zumeist satirischen Inhalts, welche ersehen lasst, wie die Luftschiffahrt stets rlen menschlichen (ieist, insbesondere bei Bezeichnung des Ausserordentlichen und Drastischen, beschäftigte.

Ganz besonderes Interesse erwecken die Ballonphotographicn, welche ein ganzes Kabinett ausrollen und wohl am geeignetsten »•■in dilrfli'ii, dein grossen 1'ublikniu einen Hinblick und Verstand-niss in die Luftschiffahrt gcwilbn-n zu lassen.

Wir sehen hier München, Slädtc. Miirkle und Dörfer Bayern*. Berlin und dessen Umgebung, all« s aus der Vogelperspektive und darunter vielfach Milder von geradezu künstlerischer Vollendung. Auch das Kxerziren und die Handhabung lies llnltoiis ist hier bildlich festgehalten.

Des Ferneren ist von Herrn Professur Dr, Finstci waldcr (München i die Vervverthung der Photographie für photogram-metrische liestiminung de* Ballonorles aus derselben und phulo-graunnetrische Bckonstruktion eines Terrainabsehnitle* nach der Photographic in anschaulicher Weise zur Darstellung gebracht.

Der Aufschwung, den die Luftschiffahrt von Jahr zu Jahr genommen bat, lässt sich am besten aus den Fahrten-Zeichnungen bezw. Tafeln, welche zur Besichtigung aulliegen bezw. hängen, ersehen.

Die Koni gl. bayerische Luf t sc liiff e r-A bl bei Jung und der Milnchener Verein für Luftschiffahrt haben sämmtliohc von ihnen ausgeführte liallonfreifahrlen jahrgangweise in Karlen eingezeichnet, so dass man hieraus genau den Weg verfolgen kann, welcher bei jeder einzelnen Fahrt Htrftpfcfolegl worden ist und sofort einen letR-rblnk über Anzahl, Bicbtung und Länge der in jedem Jahr ausgeführten Fahrten gewinnt.

Kin Hin k zeigt, dass sowohl die Anzahl der Fahrten als deren Ausdehnung nach 7,eit und Kiilfernung von Jahr zu Jahr sielig im Forlschrille sich befinden. Während man früher nur bei ruhigem Welter sich den Lüften anvertraute, kann nunmehr inach Linfiihruiig der Zorreissvori icliliing etc.i ohne Bedenken auch bei stürmischem Wetter die Freifahrt erfolgen.

Die den Fabrtenzeii Inningen beigegehenen Legenden lassen ersehen, in welcher Zeil die einzelnen Fatalen zunickgelegt wurden, des ferneren die erreichte Maximalhöhe, die niitlleie Fahrgeschwindigkeit, den Ballonführer und die Balloninsassen.

Bei letzteren ersehen wir auch vielfach Namen von Angehörigen des Bayerischen Königshauses, ein ehrendes und erfreuliches Zeichen, mit welch anderen Augen die Luftschiffahrt, deren Ausübung ehedem als sündhafte Verwegenheit galt, nunmehr helr.ichtcl wird.

Letzlere Fahrten, sowie die höchsten und weitesten Fahrten sind in besonderen Zeichnungen genau ilelailhrt. In ähnlicher Weise, wie die Fahrlcnzciehnuilgcu, zeigen die Füllt tentulclti der Kon ig I. preuss. Liifls< luffei -Abthcilung und des Vereins

zur Forderung der Luftschiffahrt die Fahrten, welche von ihnen zur Ausführung gelaugten, indem auf einer Karle samuit-liche Landungsplätze durch Stifte markirt sind.

Die bi'igegehene Legende klärt ebenfalls über die Höhen der einzelnen Fahrten und der Theilnehiiier elc. auf. Ks möge hier darauf hingewiesen werden, dass sowohl die weiteste Fahrt (jiingsl von Berlin bis nach den Karpathen — fiNO kin). als auch die höchste bemannte Fahrt (Berson illäO Uli. welche bisher Überhaupt unternommen wurde, hierbei verzeichnet sind.

Wie die l.nllsi hiflahil zu ihrer Ausübung eines grossen Spielraumes bedarf, so konnte ihr auch hier der zugewiesene knappe Dänin nicht genügen und weil ausserhalb der Gruppe in der mächtigen Halb-, sehen wir die Drachen illargrave, russische und inalaischc;, ein ca. 1 in hohes Modell eines Kugelballons, eine Figur inil Lilienlhalsi'hen Flügeln Unit welchen Otto Lilienlhal ca. ölHI in weil gegen den Wind zu Iiiegen vermochte) und einen Fesselfuhrlskiirb not Trapczaiifhängevomchlimg schweben,

Als Zeichen, dass dem gebildeten Theil sowohl, als dem grossen Publikum in dieser Gruppe vielerlei Sehen*«eitln-s und Interesse erheischendes geboten wird, mag der Zudiang gellen, dessen sich dieselbe allerseits erfreut.

Möge die Luftschiffahrt weiter und weiter sich verbreiten und Gemeingut Aller werden.

Gesondert vom Ausstellungsgelände steht die Hiencrihalle {.fiJ/lO/lo im. welche bestimmt ist, den grösslen llnii benballon, der bis jetzt gefertigt worden isl, aufzunehmen.

Ks ist das ersle Mal in Deutschland. dn*s ein derartiger Ballon dem Publikum öffentlich zur Vorführung gelangt, da bisher wegen der grossen Kosten (sowohl im Ankaufspreis, als auch in den Füllungskoslen: sowie auch mit llücksicht auf grössere Kin-faehlieil stets der Kugelballon den Vorzug fand, obwohl der Draclieiiballon schon si-il Jahren, in Folge grösserer Stabilität vor dein Kugelballon bevorzugt, bei den militärischen LnflschilTer-Ahllicihingcn (auch ausserdeulschen) zur Verwendung gelangt Es wurden jedoi h hier, um das Neueste und Vollkommenste uuf diesem Gebiete der Technik zur Vorführung zu bringen, die höheren Kosten nicht gescheut, zumal es sich um eine deutsche Sporl-ausstcllurig und eine rein deutsche Krlindung handelt,

Der llraclienhnltnn von giimnürlcin BailinwollstolT hat eine Fassung von IKK) ihm. Durch geschickte Verlln ilting von Im'II-iind dunkelgelhen Streiten gewann das Aeussere desselben wesentlich. Die Füllung des Drachenballons erfolgt mit WasserslolTgas, welches an Ort und Stelle erzeugt wird. Der Drachenhiillon muss vciIragsgeinäss liehst dem Führer .'I Personen auf .MX» m (München besitzt eine absolute Höhe von MIO ml hochnehmen. Kr ist so berechnet, dass er frisch gefüllt den Führer und i Personen zu tragen vermag und entspricht auch völlig dieser Berechnung.

In Folge der starken Diffusion lies Wassei.slotTgases tritt jedoch rasch, trotz fast täglicher Nachfüllung, eine Abnahme der Sleigkrafl ein, welche eine Netifülhillg nach ungefähr 10 Tagen unbedingt verlangt.

Der Aufstieg kostet pro Person H .41 ,Bei höheren Aufsliegen als .HK1 in und bei geringerer Anzahl von Passagieren das Doppelte.! Der Ausblick vom Ballon, weh hei die schön gehaute, voll der Isar in mehreren Annen durchzogene Sladt zu Füssen, im Sudeii auf nahe Knlfernuiigcn du- AlpclikcUc und zwischon-liegend die reizenden Seen lies bayerischen Hochplateaus zeigt, hat hohen malerischen Heiz.

Knie Medaille nn Bronze für'» in Sillier für 7 .4. käulluh , geprägt in dir K. Münze, Wird au alle Personen abgegeben, welche eine Fesselfahrt in der Ausstellung mitgemacht haben Die .Medaille iKutwurf von Bildhauer Jordan zeigt auf der Vorderseite eine mittels Flügeln schwebende männliche Figur mit dem

Molto: ■liiirni'i höher muss ich steigen, iunior w>'ilcr muss ich sih:iiiii> i Goethes Faust', auf dir Riieksede eine Diu Stellung des l>ra< hctiballons, dem als llinti rgriuiil du; Alpen-kellc und zu Küssen Mihh Inn dient.

Int Zudiang zu ihn Auffahrten is! Ins jetzt slels derart gew-es«u, da-s den Wünsi hen nirhl nachgekommen weiden konnte. Die Anzahl dei Auffahrten belief sieh Mille Annusi ani ca. imi. wobei Über HfiOO l'assagiere hin-ligi nominen wurden

Her Aiifstn'gplal/. ein rechteckiger Wiest nkoniphx, dessen Mille ein tiuSM i Springbrunnen bildet, b«-ciutraehligl ganz erheblich die Handhabung mil dem Hallmi Vielfach koiiimen iti Fidgc dessen Verhäilgiiligi'H mil den Wuldlutili oder beinoti ni den natimeli, un den Kandelabern, der Leitung dir elektrisches Licht oder den Röhren der Wasserleitung vor. Milnnler hin hl auch eine der Wmdtiileil Vetzieiiingen an der Fai.ado des Restaurants ah und bedroht hierdurch das unterhalb sitzende Publikum und last mit »ast setzt der ltall«n zuweilen eigenwillig seilte l'assalicir nach gelungener Aiill'.iliil beim liiiiholeli nielli auf den ¡¡rimen Hasen, sondern milieu in da- Wassel -lussiti. Trulziletii, oder bcssei gerade wegen dieser kleinen Inaiteli, erhellt er sich beim Mimi Ii« nei Publikum < inei besnmleien Itelieblheil. Nur einmal war er nahe datan sub diese liiinst zu versehei/en. Ks war noch nula Inn^e tiaeh Kiöffiiuiig der Aiisrlclliing, als an einem windstillen Naihinillage s«< Ii ganz plötzlich ein Wind nuf-thal und dell Rallini. Welcher eine ungefähre Steighöhe \on "UMI in haben iiiochle, sofort auf die Hälfte der Muhe liei abili iickle Als hierauf sofort das Finholcu erfolgte, vei sagte der I Ii kiiiuinilor, indem durch die moineutaiie zu starke Inanspruchnahme und in Keine hiebci iinsacligeitlÄ»er Bidi« (long desselben, die Bielstein.-rung schmolz Ilei Rallen. Welcher in weitem Rogen schling.-rie, wurde nach Anordnung der zufällig anwesenden buíNchilleniíliziere, flherleiitnanl Ulani- und Leutnant Ilasella, durch ca. MHi Aus> stelluii(£sbesiieher mittelst Gleilrolle und improvisa ler Zogvoriieh-tung auf dem einzig möglichen Weac : ¡regen die Windrichtung, linier grinsen Selm lerigki-ileii eingeholt Ks möge hier noelinials hcrvoi gidiohi'H werden, das* sich die Revolkei iing Münchens hei dieser aufregi'iub-'ri und ansíiengenden Manipiilalion geradezu musterhaft benahm und den gegebenen Anweisungen aufs Reste folgte. Her Ballon bildete mehrere Tage das Gespräch und ligurüte in den Blättern als - tückischer lìeselle ■ liutai halte man ihm auch diesi' Fxlnivaganz wieder zu Kille gehalten und der Zulauf blieb rege wie vorher.

An Freifahrten fanden bis jetzt nur zwei statt. Die r-rsh' war Sonnlag den Juli Vorinill.igs II) Ihr Hli Min. An >k-t s.-Um n nahmen Theil dielleiren: Raren Dr. II 01 n s I e i n, sowie die Om^s-händler Albert Mayer und Lesti. Die Führuna des Ballon» i- Akademie:- des Mäuchener Vereins flu LilitsrhllTahil, l.'MNt eluo Inhal! Wasselshiftgas, gewonnen durch I'ioTii111111g aus dem Bra<!*n-ballon halle I Ilici leiitnnni Rlanr. Rei sehr schwachem Winde winde nach ?■ iständiger Fahrt Rosenheim eireicht. wo die Landung sehr gut eliolite.

l'ir zweite Fahrt erfolgte am Dienstag den l.'i. August Nachmittags .'» llii l'i Min. An derselben nahmen Theil die llcnen Chemiker li il d hol/li e r. Kaufmann lim lisath und Holzhauer sowie als Führer Herr ( Ibi •lleutnatll 7. i ni me I IH a n Ii. Nach heiruli zwei Stunden dauernder Fahrt pilotale chenfalìs sehr gut ls-: Plit zIii ill)Ii llO km östlich München' die Landung.

Auch bei dieser Fahrt gelangte der obenerwähnte Vereinsballon zur Verwendung, dessen Füllung jeiloi h dieses Mal aus beni hlgas bestand.

Fin die letzte Zeit der Ausstellung, inshcsonilpie hdls das Interesse am 1 espelli.illon eilalimeii dolile, sind Freifahrt«« in umfangreichem Masse geplant. Dieselben sollen theils lediglieli zum Vcignügon iiuieiiinnum-n weiden, th.ils sollen s.e rein wissenschaftlichen Zwicken dienen, Dieselben soni als Tag- und tlnii-Wei«e auch als Nachtfahrten in Au-.su la genommen.

Risnmleio Verdienste fur die Ausstellung. Abtheilung I.nasi liifTubrl. i iwarbeii sieh, wie s> hon weiter oben inebriai Ii erwähnt wurde, die Herren: Major Rrug und Hauptmann Mocdeheek. weh'ie imi der goldenen und du- Herren II o lz Ii il il e r (Augsburg . Koch iMiiiieherv und T rotiseli SehönehiTg , deren larislurig.:« auf dem fichu te der Ballon- und Fluglei hink je mit «I«t silbernen .Medaille pianini wurden.

Im Allgemeinen bat «he deiiln he Spnrtausslelliiiig in sämiiit-tirbcn Kreisen fiossi s und liere« b'igles Aufsehen durch das vorzügliche uroI versiilndiiissvoll« Arrangement «lei einzelnen Ah-Iheiluilgen erregt. Mögen die llnfTiiuiigeii, welche he« Fieflmin; der Aus-Ielhliig in dieselbe gesetzt Winden, sieh voll .lind a um. erfidleli und der S)iorl und hier speziell die Lui Im hiffjhrt, Wl Illuni der Sportaiisslellting wohl die goissle Allraklion bildet un«l somit (ur das fii-iingcn des ganzen Inieinehmens einen Haupt-f.iklor darstellt, stets mehr Anhänger gewinnen und immer weitete Verlireilung' finden.

Il lane, Oberleutnant

Neuer Ballonsport

Die Thalsaclie, dass Ballonfahrten sich immer mehr als Sport einbürgern ist unverkennbar. Der neue Sport aber begnügt sich zur Zeil n«icli allzusehr mit der flowunilerung aller der herrlichen Kindiuek«', die eine Ballonfahrt In i jedem Neuling lunleililssl. Ks ist elw.us sein Natiirliches, dass wir, solange wir dauernd mit der Kiiifiihrung von Neulingen in die Fliegekunst beschäftigt sind, zu einem Luflsihiffersport im eigentlichen Sinne nicht kommen werden Der Sport setzt eine mit dem Wesen der Sache völlig vertraute Ituiiiiuiniing voraus, vom Standpunkte des >pnrts aus verlangt man Leistungen und keine .Spazierfahrten

Wer ilernriarli ernstlich den aeronautischen .sporl anstrebt, muss sich darüber klar werden, dass die heutige I'.nlwii kelungs-perinde desselben, aus der wir voraussn.Iiiiii Ii noch lange Zeil hindurch nicht herausgelangen werden, die Ausführung durch ausücliliesslieli geschulte Hemanniing -eilen zulassen wird In den meisten Fällen wird ein Ballonführer not einigen Novizen die Fahrt unternehmen müssen. Das Bestimmende hierbei sind

vor Allein aneb die bedeutenden Kosten einer Ballonfahrt, welc'no in der Regel von den Mitfahrenden aufgebracht werden. IV' Ballonsport triti sonach in ein gewisses Abhäiigigkeitsverhällrii** von Leuten, welche als Neulinge eine Ballonfahrt mitmachenDer Spurt muss sich alsn aiinjtrbsl diesen unabänderlichen Verhältnissen anpassen, und wir werden atleti auf diese Art sehr wohl zum Ziele gelangen, wenn an «lern 'öundsatze festgehalten wird, d.o« mit jeder Ballonfahrt ein Sporlreiz verbunden wird. Di«' Mitfahrenden sollen sieb nicht allein den NatiirgeniWm «ler Fahrt hingeben, sondern sie müssen zugleich auch durrh die dauernde Spannung, welche «ier ungewisse Ausfall «ler Sportaufgabe nu( sich bringt, ein aktives Interesse am l.ufll,ihren erhalten.

In dem heutigen Fibeigangisladiuni von der fahrenden und schifletiibn zur lliegendeii Menschheit scheint mir die Barrl1' führufig su Ii her Bestrebung nur dann aiissichlsrei« h zu bei", wenn sie sich an andere Sportszweige anlehnt. Der Ba«)f.ilir»porl | hat bekanntlich bereits mit der Aerunautik engere Fühlung gc-

nominell Der < Touring-Club de Frame > besitzt seinen eigenen Itallon der den Madfahrern Gelegenheit biclcl, ihre Ausdauer und Findigkeit durch Verfolgung seines Kluges und Auffinden seiner Landungsslelle zu schulen. Aber es hat den Anschein, als ob die Art der Verbindung von Acrnnautik und Hadfahrsport nicht recht lebenskräftig sei. Den Anstrengungen der Verfolgung eines Ballone sind doch immer nur wenige gut tiainirtc,Itadfahrer gewachsen und letztere wieder sind lediglich gewohnt, stumpfsinnig ih.cn « pace makers « nachznradcln. Hei Verfolgung eines Million* ist der Radier auch gezwungen, neben Kraft und Ausdauer auch Intelligenz zu zeigen : er muss sieh orientirl hallen im Gelände, um ohne Aufenthalt die kürzesten und besten Strassen zu linden, die in der Windrichtung hegen, welcher der Itallon folgt, abgesehen davon, dass er sieh selbstverständlich bemühen Iiiurs, den Hallon nicht ans dein Auge zu verlieren, andernfalls muss er seiner Spur durch Auskundschaften der Landbewohner folgen, was immerinn Aufenthall und Missverständnis* in sich srhliessl.

Die Ziele des Itailreimsports sind demnach, wie wir sehen, mit Ballonfahrt schlecht zu vereinigen, und vermutlilich hat diese Erkenntnis* hei den Bycyrljsten schon Verbreitung gefunden, denn man hört beute am h aus Krank reich, wo dieser Gedanke aufkam, nichts mehr von einem Ballonradehi.

l'iti so erfreulicher ist es, dass wir in dem neu erstehenden Automobilsport das linden können, was den Luflschifl'ersporl Äusserst anregend zu grslalten vermag auch wenn, wie es heute gewöhnlich der Kall i^t, im liallonkorbe noch Luftsc hilTer-Kekrulcn sitzen. Hie Luftschiffahrt im Allgemeinen verdankt bekanntlich dem Allloniobihsiiius üherliaupt sehr Viehs und dire Kntwickelung hängt sehr innig mit ihm zusammen.

Der Autoinobilwagen ist im Stande, einem Hallon auf weite Entfernungen zu folgen. Kr gestaltet den Mitfahrenden in Hube die beste Strasse, die sie zur Verfolgung wählen müssen, für

jeden Fall rechtzeitig zu erwägen, und er besitzt fast immer die nötbige Geschwindigkeit, um einem Ballon folgen zu können. Kür den Aulomobilsporl allein liegt die Aufgabe und Heiz darin, zuerst am Landungsplätze des Kallens zu sein. Den Baihininsassen können die Automobilgt-nosseii hierbei oft eine wiinschenswerthc Hülfe sein. Andererseits kann dem Ballonführer die Aufgabe gestellt werden, sich nicht erreichen zu lassen, und ein Versuch in dieser Beziehung isl vor Kurzem von Eugene (iodard und dem Comte de la Valette von Fpernuy aus gemacht worden. Der Ballon, anfangs von ("iodard geführt, landete inillen in einem Walde, um der Verfolgung durch die Automobile des Herrn Le-mailre zu entgehen; aber es war umsonst, Godard wurde gefangen geiiiiiuiiien. Niehl besser erging es dem Grafen de la Valette, welcher demnächst die Führung des Ballons übernahm. Nach Angabe der Luflsehiffcr wäre die Windgeschwindigkeit eine zu geringe gewesen und dadurch die Aufgabe dem Automobilwagen sehr erleichtert worden. Der letztere soll eine auf WO Kilometer per Stunde geschützte Geschwindigkeit erreich', haben.

Es liegt auf der Hand, dass der Automohilwagen viele Umwege zu machen hat und dass ihm hierin hei gewisser Fahrgeschwindigkeit der Ballon sehr überlegen sein kann Aber Lufl-schiffer und Ballon bedürfen nach der Landunx doch wieder einer gewissen /eil. um sich und ihr Material in Sicherheit zu bringen; diese /eil kommt wieder der Automobile zu gute und macht ihre Verfolgung nie ohne Weiteres aussichtslos.

Die Jünger des Automobilsports, der sieb neuerdings in allen Gressstädten zu entwickeln beginnt, rekrutiren sich aus kapitalkräftigen Kreisen, welche auch wohl geneigt und in der Lage sein werden, einen Mund mit dem Luftsrhiffersport einzugehen. Ich verspreche mir von demselben eine interessante Anregung für beide Sporlszweige, die nur beiden von Nutzen sein kann.

Moedebeck.

--<-g«- - -

Zwei Fahrten im Ballon von München nach Wien.

In München herrscht die westliche Wllldstiiiliiung vor. An klaren sonnigen Tagen setzt wohl auch zuweilen ein kräftiger Ostwind ein. Nord- und Südwind zählen zu den Seltenheiten.

Diesen Windverhältnissen entsprechend, treiben denn auch die in München aufgelassenen Freiballons zumeist der nahen Österreichischen Grenze zu; so weisen die jetzt in der Spnrl-ausstellung in der Gruppe Luftschiffahrt ausgestellten Kahrlen-zeiclmungeii sammlhcher vom Miinrhener Verein für Luftschiffahrt und der bayerischen LuftscIiifTeniMheilung veranstalteten Fahrten (IKHf— IStW) ein l'ebcrwiegen der in Kichtung nach (Wen stattgehabten Fahrten auf.

Die erste Fahrt, welche in dieser Richtung weit in das (iebiet unseres benachbarten Bundesstaates eindrang, fand am 22. September 1S1I8 slatl. Es war eine Vereinsfahrt. An derselben nahmen Thed die Oberleutnants Frhr. v. Keilitzsch, Schilling und Verfasser dieser /eilen als Führer. Zur Fahrt kam der Vercills-ballou «Academie» zur Verwendung, dessen Inhalt 1302 cbin beträgt, als Füllung Leuchtgas.

Der mitgenommene Ballast bezifferte sich auf 13 Säcke ä 12 kg, wovon jedoch sofort beim Aufstieg ein Sack zum Freimachen des lang nachschleifenden Schlepptaues verwendet «erden musste.

Die «Academie» schlug im Allgemeinen eine rein östliche Dichtung ein. nur in der .Milte der Fahit zeigt diese eine Ausbiegung nach Süden. Der Ballon zog über die Orte Wasserburg,

Titliiionriiiig, Allnang, Sleier. Hohenberg. Die Landung erfolgte bei Leohersdorf, ca. 35 km südlich Wien.

Die Fahrlhöhe betreffend stieg der Ballon nach der Auffährt, angeheizt durch die Sonne, rasch auf 1MK) m an, um von hier ab langsam bis zu seiner Maximalhöhe 2500 in (ungefähr bei Himburg) den Aufstieg fortzusetzen. Dann erfolgte vor dem letzten Viertel der Fahr! über den ausgebreiteten Waldungen südlich des Wiener Waldes ein jäher Kall um 1000 in, der nur durch Ausgabe von 3 Sack de» bis jetzt ausserordentlich sparsam verwalteten Ballastes gebremst werden konnte. Nach kurzer Fahrt auf 1500 m Hohe begann die 'Academie» abermals zu steigen und nochmals 2250 m zu erglimmen Hier wurde mit Ventilziehen die Landung eingeleitet.

Die Fahrgeschwindigkeit betrug am Anfang der Fahrt auf die Stunde berechnet ca. 30 km und wuchs gegen Mille der Fahrt beträchtlich, so dass sie hier vorübergehend «0 km erreichte. Die mittlere Geschwindigkeit beträgt 15 km i.UiOkm Fahrzeil X Stunden). Die Landung mit einer ca. t km langen Schleppfahrt ging bei dem durch die westlich vorliegenden Berge geschützten Leobers-dorf sehr gut von Statten.

Der Himmel war wahrend der ganzen Dauer der Fahrt fust wolkenlos. Leichte Girren bildeten sich gegeil Mitlag und Abend im Westen, auf deren Einfluss wohl auch in Verbindung mit der Wirkung des Waldgebirges, über dem der letzte Theil der Fahrt stattfand, der hier stattgehabte jähe Fall zurückzuführen sein dürfte.

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Den günstigen Belcuchlungsvcrhällnissen ist es in erster Linie zuzuschreiben, iluss mit dem vcrhültriissitiibsig geringen Hallaslc|uantum von 12 Sack, von dem noeh 3 Sark zur Landung reservirl und verbraucht wurden, die Fahrldauer auf eine Zeit von 8 Stunden (II Uhr Vorm. bis ö Uhr Nachm.) ausgedehnt werden

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konnte. Auf 1 kg Hallast trelTen = 4,(4 Minuten Fahrzeit,

und diirfte die Fahrt in dieser Beziehung noch nicht leicht iiher-troffen worden sein.

Die Aussicht bei der Fahrt muh dem Süden war Vormittags schleierig und besserte sich erst mit dem erhöhten Stande der

Sonne gegen Mittag, Nach Norden und Osten waren die Verhältnisse sehr günstig.

Die zweite Fahrt mit dem gleichen Ziele war eine Fahrt der bayerischen LuftscIulTerahlheilung, der es bis zum Anfang des heurigen Jahres nicht erlaubt war, die Grenze zu überschreiten, Dieselbe fand am 27. Mai statt. Ks nahmen an derselben H Offiziere der Ahlheilung Theil: der Oberleutnant Summer, Leutnant Casella — dieser als Führer — und Verfasser dieses.

Die Fuhrt wurde mit dem Ballon «Möve> — löötlcbin Inhalt — ausgeführt, dem grössten Ballon der bayerischen Ablheilung. Dcl-selhe wurde mit Leuchtgas gefüllt.

Die »Hove« verlies* mit 17 Säcken (ä 12 kgi um HIB Vorm. den Uebungsplatz der Luflschiflcrabtheilung und schlug im ersten Theile der Fahrt densclhen Weg wie die -Acadeime» am 22. September ein, um sieh dann in mehr nördlicher Bichtung zu halten. Der zurückgelegte Weg markirt sich rbireh die Orte Kied, Wels, Knns, Amslelten, St. Polten (dieses etwas nördlich lassend*. Die bandung erfolgte dieses Mal noch näher an Wien, ca. 15 km südlich der Kaisersludt bei Siehenbirten.

Auch bei dieser Fahrt kam im lelzlell Theile, vor dem Wiener Wald, der Itallon stark ins Fallen und wurde auf 200 MO m relativer Höhe ra. HO km Terrain gewonnen, worauf die «Möve» sieb nochmals erhob und hier ihre höchste Höhe, .'15011 in, erreichte. Desgleichen war auch hei dieser Fahrt die Geschwindigkeit am Anfang der Fahrt eine vcrliältnissmässig geringe, ca. :U1 km pro Stunde, steigerte sich jedoch bald auf ca. TiO km, um hier konstant zu bleiben.

Die bandung um 4*5 Ohr fand bei äusserst böigem Wind stall und machte der Ballon, obwohl völlig gerissen, noch zwei Sprünge von je HO in Weite und 'Mt m Höhe, um ersl nach einer SchleilTahrt von ca. I-UK) m Länge sirh zu legen.

Während der Fahrt fand ständig Wolkenhildung statt, wodurch wir stet» zur Hallaslausgabe und hiermit zum Steigen gezwungen wurden. Vielfach verloren wir hierdurch die Orientirung, welche aber, sofern die Wolken nur einigcrmassen aufrissen, alsbald an den Orienlirungspunkten: südlich die Alpen und unter uns die blaue Donau mit ihren charakteristischen Krümmungen, unschwer wieder gewonnen wurde.

Hei beiden Fahrten war der letzte Tbeil der Fahrt ül>er die Ausläufer der Alpen bezw. den Wiener Wald der landschaftlich hervorragendste.

Diane,

Oberleutnant der k. hayer. Luflschifferabtheilung.

Einige Erfahrungen bei Freifahrten.

Getreu meinem Versprechen, welches ich im Vorjahre gelegentlich der Veröffentlichung voll Erfahrungen Ihm Freifahrten ■nachte, will ich auch diesmal nach Abschluss einer grösseren SeHe von Freifahrten darüber allen Freunden der Luftschiffahrt Bericht erstatten.

In diesem Semester habe ich, Gott sei Dank, wenig zu erzählen.

1. Ilei einer Freifahrt am 1. Februar lMtlil reichte' die Wolkeil-schich tc von 100 in über dem Hoden bis 2.100 m Höhe. Ilei der Landung aus .MHUI m Höhe waten II Sack Ballast ä lö kg iiulb-wendig;, um den Ballon in der Hand zu behalten. Ihr Ballon landete glatt zunächst der Festung Ulmfitz nach zweistündiger Fahrt. Wien ab K Uhr früh. Orientirung war vollkommen ausgeschlossen.

2. Ib-i einer Freifahrt am lö. Juni herrschte sehr heftiger Wind. Hei der Ijuulung, als die Heissbahn gerade geöffnet wurde, riss der Wind, den Stoff peitschend, die Heissbahn der Länge nach vollkommen aiff, so dass das Weiterreissen unmöglich bezw. unmithig war,

;t. Bei einer Freifahrt am 2ii. Juli riss die Heissbahn beim Lostrennen gelegentlich der Landung, nachdem schon ein Meier gerissen war. «pjer durch. Die Untersuchung ergab, dass dort, wo die Bahn zerriss, ein sogenannter Sichcrheitsslrcifen quer überklebt war, ferner, dass die Heissbahn nicht aus diagonal« in gununirten, sondern aus parallel guinmirtem Stoffe war.

4. Am 2K. Juli Im im Umfüllen des Gases von einem Diachenballon in einen Kugelballon ereignete sich bei jenem Manne, welcher den Appendix des Kugelballons hielt, eine leichte Gasvergiftung. Nach 21- Stunden war der Mann wieder diensttauglich.

ö. Nun mochte ich hier noch den Fall Merighi zur Sprache brinpen. Am 2<i. Juni DS'.W platzte in :l7öl> in (nach Angaben des FObrers) ein HXHI cbm-Kiigelballon des Luftschiffers Merighi, weither in Graz in Steiermark am genannten Tage um •"> Phr Nachmittags bei ziemlich heftigem Nordwind aufgestiegen war.

Hei dem nun folgenden Absturz kam der Luftschiffer mit

einem Heiiihruclie und dem Schrecken davon. Nachdem ich das Material etwa :l Wochen voller in Wien besichtigt und geprüft halle, inleressirle mich der vorliegende Fall um so mehr, zumal der Ballon ganz neu. aus Seide gearbeitet, allen Bedingungen voll entsprochen hatte.

Herr Merighi schrieb mir etwa zwei Wochen nach dem Unfälle einen ausführlichen Brief, von dein ich auszugsweise nur Folgendes angehen will: • Durch die plötzliche Ausdehnung des Gases erhielt der Ballon einen Biss vom Zirkel des Appendix bis zum Ventil und zwei seilliche Hisse. Letztere heginnen in der

Mitte des grossen Bisses und endigen beim Ventil....... In

der Höhe von H7Ö0 in erlitt ich plötzlich einen vorher nie gekannten, den elektrischen Schlägen ähnlichen Schlag und Im-

merkte. dass der Ballon von oben bis unten geplatzt war......

leb kletterte rasch in das Netz und formte durch ein paar Handgriffe den geplatzten Ballon so. dass er als Fallschirm dienen konnte......'

So der Brief. •- Merkwürdig ist jedenfalls, dass der Ballon von oben bis unten gerissen, trotzdem er nicht durchgehende Bahnen, sondern trapezförmige Zonen halte, wobei die einzelnen Theile

«voll auf Fug-

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zu liegen kamen. Nach

meinem Dafürhalten sind hier Voraussetzungen von .elektrischen Spannungen elc, • gar nicht am Platze. Der Ballon dürfte zu Grunde gegangen sein; aj weil der Appendix im Verhältnis« doch zu klein gewesen sein dürfte; h'i weil der Ballon, wie erwiesen, nur *,'a mit Gas gefüllt war, einmal ins Steigen gekommen, sehr rasch höher klimmte und durch den Appendix zu wenig Gas hierbei abgeben konnte. Der Appendix dieses Ballons «Maestroreicht übrigens bis unter den Bing des Ballons, sodass man mil den Händen den Appendix leicht verschlussen konnte. Sonst wüsste ich keine stichhaltige Erklärung für den unglücklichen Sturz

II in ter sloi sser.

Graf Zeppelin's Luftfahrzeug.

Das Luftschiff des Grafen v, Zeppelin geht seiner Vollendung entgegen. Es war vorauszusehen, dass nicht alle Termine »citeria der Lieferanten so pünktlich innegehalten werden würden, wio solches nothwendig wäre, um beule bereits fertig zu sein. Auch traten Arbi-ilsslöruiigeii ein durch das Abreissen der

schwimmenden Kauhalle von ihrem Ankerplatz in Folge Brechens des eisernen Bügels. Die Halle ist jetzt an einer mit schweren Hochscnaiikcrn festgelegten Boje angekettet. Die Gilterkonstruklion des Ballonkörpers. an sieh ein sehr lehrreicher Bau, ist nahezu beendet, au den Gondeln und am Laufgang wird noch gearbeitet.

IT.

Auch die inneren Ballonhüllen und die Molore sind bereits fertig gestellt und bedürfen nur iioeb einer sorgfältigen Abnahmeprüfung. Dahingegen fehlt noch die äussere Einhüllung vollständig. Auch zur Füllung sind besondere Vorkehrungen, ein lliilirensyslein inil 11 Ausllussrohren entsprechend den II gesonderten Hallonkörpein, Iiereits vorgesehen. Die Guspontons werden aussen an der Halle angelegt und mit diesem Riihrensystem verbunden. Mit grosser Kebcrlcgung wird demnächst auch nn die Vorbereitungen geschritten werden, welche das vorsichtige Abwägen und Ablassen des kolossalen Luftschiffes henötlngen, und die mit zu den schwierigsten gehören, weil Erfolg und Misserfolg von ihnen altein schon abhungern kann Die ersten Versuche werden nur bei windstillem Wetter mit allen Vorsichlsmnssregeln ausgeführt werden, wie eine so vollständig neue Sache, in der vorläufig gar keine Erfahrungen

vorliegen, es gebieterisch fordert. Ks kommt vor Allem darauf an, dass aus diesem Versuch jcncfür die Luftschiffahrt werthvollen Erfahrungen gewonnen werden. Xach glücklich durchgeführtem Beginn wird ein dreisteres Auftreten sich von seihst alisihliessen. Die Schwierigkeiten liegen im Ablassen vom Floss, im richtigen Ausbalanciren des langen flal Inn korpers, in der Erhaltung des uerostalischen Gleichgewichts, im gefahrlosen Landen auf der Wasserfläche, unter Entständen unter Zuhilfenahme von DampfschifTenund Befestigen des Gefährts auf dem Floss. Jedes einzelne erfordert eine Beihe von Eeberlcgungcn und Vorbereitungen und wir offen und haben das Vertrauen zur Leiluns der Gesellschaft, hdass sie den Erwartungen aller sich für die Luftschiffahrt Interessirelldeil entsprechen wird. Vs

Der Kress'sche Drachenflieger.

lieber diesen im Laufe des heurigen Sommers erbauten Drachenflieger wird uns von befreundeter Seih' Folgendes belichtet:

Das Kress'sche Luftschiff ist vollkommen fertig iiionlirt und harrt noch der Vollendung seines Molors. um die erste Erprobung zu beginnen. Von dem l'lane der Zusammenstellung desselben au! dem Neusiedler-See ist man abgekommen, sondern hat nächst Tullnerbach (bei Wien! nn dem Wege zwischen I'nler-Tullncrbach und Wolfsgraben, hart am l'fer des Beckens der Wienthal Wasserleitung ein llolzgebäude von entsprechenden Dimensionen errichtet, in welchem das äusserst zierliche und zugleich festgefügte Luftschiff gebaut wurde.

Die nähere Beschreibung desselben kann leider heute noch nicht rililgetbeill werden, weil der Erfinder zuerst die Resultate seiner mit Vorbedacht und mit grosser Vorsicht auszuführenden Versuche abwarten will. Im Kehrigen sind in unserer Zeitschrift in der Nr, I. IKt»7 genügende Andeutungen gemacht worden, aus denen man wenigstens das System dieses Luftschiffes mit einiger Genauigkeit charuktcrisiren kann Nachstehend gebe ich einige Zahlenangaben, welche bereits durch Zeitungsnotizen in die Oeffentlicbkeil gedrungen sind Die Tragfläche snl) HO chin betragen, das Gewicht des ganzen Apparates incl. 2 Menschen (KNIkg. Der Motor, 24 IIP. wiegt 2(0 kg.

Der Neigungswinkel des Schiffsschnabels beträgt 11" -KP. Die drei gewölbten Flächen sind mit verschiedenen Neigungswinkeln

derart hintereinander stufenweise angeordnet, dass keine Interferenz stalllinden kann.

Das aus Stahlrohr gefertigte und mit Spaiindrähten vielfach versteirie Gerüst, das etwa :t<H) kg wiegt, ist nach allen Seifen mit Ballonstoff überzogen. Das Ganze bildet sarnrnl Schnabel, jedoch mit Ausschluss der Transmission und der Spanndrähle, II Flügel, einen spitzen, schlanken, glatten Keil, durch welchen der schädliche Slirnwiderstand nach Möglichkeif vermieden wird,

Kress rechnet nach den I.ilieiilhiil sehen Formeln. Er betont sclbsl, dass die Schwierigkeiten bei der Konstruktion des grossen dynamischen Flugapparates, besonders aber bei den ersten Flugversuchen, sehr grosse sein werden und dass es nicht mit dem ersten Wurf gelingen dürfte.

Es ist aber jedenfalls freudig zu hegiiissen, dass ein Mann, welcher sich seil 241 Jahren nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch mit Flugtechnik beschäftigte, seine Kraft an die Ausübung seiner Idee setzt, und ist ihm eine weitere linanzielle Unterst Iii zu ng lebhaft zu wünschen, da die Geldmittel zu versiegen drohen.

Nur an der llu.ni] von Experimenten können wir auf dem Gebiete der Kliiglechnik vorwärts schreiten und Erspriessliches leisten

Auch kleine Beiträge für das Kress'sche Luflscliiff werden dankbar angenommen und sind an den «Kressfond in Wien im Arsenal- zu adressiren. 11.

Kleinere Mittheilungen.

International« Ballonfahrt am 24. Marz 1809.

Kebcr die Ergebnisse des russischen Begislrirballons - K■ >t>-Ichiki- erhallen wir nachträglich folgende Auskunft:

Die Kosten des Aufstiegs übernahmen das physikalische Nikolaus-Observatorium und die Kais. Russische Gesellschaft für Knikunde. Das eislcre traf alle Vorbereitungen und verarbeitete die Ergebnisse. Der Ballon, nach SE fahrend, verschwand schnell: nach phologrammelrischen Beobachtungen, die das f'.onslantin-llliservatoriuiM N PavloVgl gemacht hatte, hat er zwischen Hm und 9 V. eine Höbe von beinahe 10 km erreicht. Er fuhr dann nach 2 N mit einer Gcschwiiidigketl von 7."i km per Stunde.

Er landete im Gouvernement Vnlugdu, 700 km ösll. St. Petersburg, heiin lhirfe Jugorskaja, .80 km NNE der Stadl Tot Ria. Trolzdem man ihn in dem Dorfe gesehen halle, konnte sein Landungsplatz doch erst am 9. Mai entdeckt werden. Korb und Barotherniograph Itiehard waren in gutem Zustande. Leider hat die Kurve etwas durch Hegen gelitten, sodass nur ein Tbeil brauchbar ist, I in 8» bei 750 mm 19,8* C Abfahrt: bei M" 270 mm 722t in Hohe — 51.9" I'.. Die späteren Aufzeichnungen sind bedauerlicherweise verwaschen.

Carelli's Drachenflieger.

Die Versuche werden von Leutnant Viulardi Evarislo, dem Herausgeber und Leiter der uns bekannten italienischen Zeilschrift ■ l.'Aernnauta. in Mailand, fortgesetzt. Die rolirende Scheibe und das Steuer sind neuerdings über der gekrümmten Fläche

angeordnet worden. Das Modell wiegt MgJ gr., der Motor 2.5 kj und ilurchlliegl beinahe 100 m Weges. Vialardi ist zur Zeit beschäftigt mit einem Doppflsrhiauhcii-Modcll, welches, durch einen kleinen Explosionsmotor von 5 kg getrieben, bei 2 X 9m Eläche. einen Weg von SM in in 20 ui Höbe durchllngcn baten Kill.

Eine Luftradlcrin.

Wir haben in Niiiumer 9 dieser Zeitschrift des amerikanischen Luftradier» Carl E. Myers Erwähnung gethan, wir dürfen daher

nicht unterlassen, unsern Lesern bekannt zu geben, dass ähnliche Versuche auch diesseits des atlantischen Ozeans von einer deutschen LuflsehifTerin, Fräulein Käthrhen Paulus, ausgeführt werden. Es sei Vorausgeschickt, dass auch Fräulein Paulus wie Herr Myers nicht etwa den Anspruch macht, auf diese Art ein lenkbares Luftschiff herstellen zu wollen; wir könnten vielmehr scherzweise behaupten, das Badein wird heuer auch schon in der Lull Mode und das in dem allen Europa sogar schon bei den Damen. Die durch ihre Kühnheit im Fallschirm-Absturz weitbekannte l.ult-clufferin hält es für angebracht, mil der Zeil mitzugehen, und die Zeil verlangt beute, dass diese fesche, schneidige Aeronautin luftradelt. Wir können mit dieser Zeilrichtung, welche die zwecklosen, gefahrvollen Fallschirmabstürze nicht mehr reizvoll lindet. nur einverstanden sein und wünschen, dass sie möglichst lange so verständig bleibe.

Das Vehikel von Fräulein Paulus haben die Adler-Fahrradwerke ihrer Vaterstadt Frankfurt a. M. erbaut. Es besteht aus einem langen eiförmigen Ballon, überspannt mit einem Netz.

welches dicht unterhalb der Ballonhülle nach einer zugleich als l.ing-versleilung dienenden Stange hinläuft. An letzterer nun belindet sieb ein leichter Balimeii, welcher den Silz der l.uft-sehifferin. genau gleichend denen der Zweiräder, und die Propeller mit deren l'eherlragungen nach den Tretkurbeln trägt.

Bezüglich dei Propeller halle Fräulein Paulus im Jahre I8IIS je eine I-Hüghge gell raube vorn und hinten am Gestell angebracht. In diesem Jahre hat sie dieses >\slem verlassen und stall dessen vorn zwei nebeneinander befindliche vierschaufebge Wendellügel-räder. I'eber ihre Erfuhrungen, basirend auf ihren 15 Fahrten mit dem vorjährigen Modell. Iheill Fräulein Paulus uns mit. dass sie allemal die Wirkung der Propeller auf die Flugbahn des Fahrzeug«'- deutlich gespürt hat. Sie will bei ruhigem Weller mehrfach beobachtet haben, dass sie gegen die Windrichtung liei kräftigem Treten sich einige Zeit still stehend halten konnte.

Unsere Luftradlcrin (liegt fast ausschliesslich in West- und

1 L's

SiWlilriiiwlilutiil. In K<>ln a. Rh., Dusseldorf. Fmnkfurl a. M.. Wiesbaden. Kreuznach. Metz, Sliasshurg. Mnnehen und Mt furi isl sie wohlbekannt und Tnu-rndc haben mc dort angeschaut und «erden es bestätigen, dass sie den Luftraih-lspot t mit vieler Grazie ausübt, wozu ihre annuitili ge I \i -< hciuuiig nicht wen:" beilrägl. O

zVndrée-Nach richten.

Kill Kreiiiul unserer Zeilschrift, der Oberlehrer I.hrislensen in Troinsö schreibt uns:

• Mau hat hier noch nicbts vuii Andrée gehört. Mitte A11 jjust kam ein Robbenfänger -t'.erilic Malene- nach Tronisö zurück; die lles.it/iing halte am 7.Y liieilegrad lagd getrieben und Professor A. G. Nal borst auf seinen l'lifersui Innigen begleitet Der Professor segelte weller der Kiele entlang nordwärts.

Am 2i August itain der Kutter «Aspo-, Kaplein Svane, nach llamiiierfest von der Oslkiislc von Grönland zurück ; er halte 7.V |if erreicht. Keine von Iniden hallen etwas von Andrée oder .Fluni-gehört.

Aber man darf noch nicht die Hoffnung aufgehen, denn s]i.ili.ie Xachricbteii müssen entweder mit dem - A lit a ce lie . Prof. Nalhorsl. oder mil den dänischen Schiffen • Thotv.iJd-en • und »Pen'i- Iiier kommen. Diese keinen nämlich erst im Oktober zurück Auch das dänische r-chll •(iodthaab- ist da eleu, um die Andrup «che hüpedilion abzuholen, die dosen Suiiiner eine Fahrt nördlich von Angmagsalik, ca liii" ,\. II, gemacht hat. uni llepotes niederzulegen. Man erwartet Gndlli.i.ib Mille September.

Die letzte Nadinrhl von Aiidtée isl also noch nicht angekommen: aber man fängt mehr und mehr an darin zu zweifeln, dass er am Leben sei. doch, wie Sie sehen, ohne feste Gtüuilc Aiii Filde kann er noch m Sieherheil bei seinem Freunde Otto

S-'. ' T,l'll|. sein

Vorigen Herbst halten die Grönländer Schh«sc gehört m der Nähe von Angmagsalik. und sie glaubten, dass diese vielleicht von der Andrée sehen F.xprdilton bei ru In teil: dies aber klingt nicht sein zuverlässig

b Ii für meinen Theil hofTe doch noch-

Zu der liemerkiirig. dass Andrée bei seinem Freunde Sverdiup sein kann et fahren wir eine Figänzung mn einem Mitarbeiter luisejer Zeitschrift in Stockholm, Heren Di Lagersiedl Folg-'lides;

• Is ist wenig bekannt, da«« Andrée sieh mit Kapitän sverdrup. der zur Zeil die ganze Westküste Grönland« abstreift, verabredet hat. im Falle einer Landung in Grönland sobald wie möglich de Westküste erreichen zu suchen Die nördlichste Stadl an der Westküste. I'pernivik. 7:1* Nordbieilc. hat aber mit der rivihsirten Well nur einmal im .lahie Verbindung. Der Dampfer «l.uclnde-ist am 17. Mai d ,1s von Kopenhagen nach I'pernivik abgegangen und kann frühestens Filde August zurücker»-artet werden. Hat

Sverdiup Andrei-"» Kspedition gefundeil, so ist es sicher. dass sii» ini Laute diesis Snnimers l'peinivik erreirht liaben und mit dcr • Lui inde. ;:uriic kkelneli oder derselben Xaehriehlen mttgeben >.

Mit Interesse selien w ir dir Ankunft diesi-r hoflhung«-erweeki-iidfn Scinde eiilgegen

Die Preis-Vertheilunij anf der Allgemoinen deutschen Sport-Ausatali ung in M&nchen 1899 isl beziighch der Ah-Iheihmg X Luf ischi ffahrt in folgendei Weise begriindet worden :

Fs erhiellen die gnidi-ile Medaille. Hrug Karl, Major- ini kgl hayer. GetieraKl.ib. Landau -• Flit

i-ine sehr wcrlhvolte, imi eingeliender Saelikenulni«s an-

gelegle aéroiiautisclie S.iiiimluiig. w'ichlig iu«hesoiidere Mini

li istori si-ben Gcsii-hlspunkle, Moedibcck 11 e r ni a li ri W. k. pr llaupliiiann, Slrassburg i. K. —

Kllr cine aerunaiilisi he Sumiiihiug von hisher iinetreichtcr

Vollsl.illdlgkl-il, bclellls.im fili die Geschll lite dei Lultschlft-fahrt wie fui d«u kuiiltigeii Konslrnkteur, d.inn fiir ih« Hegriifldililg d«r venliensti olteu Vierleljahrschlifl .Illustriti!' airoiiaiilische Miti liei hi ligeil - , Die s 11 berne M eda 111 e :

llolzhaner Itti", Masi tiineubau- und liiechanisclie Weikslàlte. Augshiirig. — Fui cine Kolh-ktion Halloiivetilile. Ilolleu nini Kahelsi Idósser voli 7we< kmassiger K"nslriiklioii sor glaltigir Au«fiihiuiig und giiletn Material.

Kioh linslav, Fingici Iwiker, Miiticheii Fiir cui Flugmasi hiiien-uio-lell zu zwei Schaufelnidei n, lini zweckuiìlssiger Foimung der Tiagllacheit

Troil/sch F.. Mi-chaiusi tic llanf- und Di ihls.ilerei. Si jji.nebeig-Merini. Fiir ein H.ilioiinct/iiiodeU von zweektniissiger Konslriikti-ui und uni tadelloser Aiisfiihiutig aller Seiler-ailieilen. danti (iir Drahlscilprobeu von scholier und «leieh-massiger Arbeit.

Bemerkung- su umeren KuBStbellagen.

Ani 27. flkl. I««H ver.inslattele der < Miinchner Verem iiir Lnflschiffahtl • cine Veti-insfahrl /u phologrammelr-schi-n Zwerken Die hieibei inassgebeiidi il (iesK litspiinkle und aiigewandlen Me-Ihodeil li.il HeiT Prof. Dr Finsteiwalder in eitieui Aiifsalz.e: -Orls-beslimiiiiingen ini Itallon > ini 2 lidi, tse-t*. der - llluslrifteii Aètu-IKiiltischiii Minile dimgeii ■ cingehellil crhitilert. Wir bringell lieule zwei der Phob«giaphicil, die voli Ilei in Dr C. lle.tike bei illesi r Fallii aulgeiioniiiieii w uri leu. Da die Oiiginaln< gative, welcla-dei lleproduktiun Zllr <ilutldlage dieiltell. w ie so haulig bel Hiilloii-aufnahiiien, zu llau w aceri, wiirdeii diesclbe anf Clih-rsilbcrplalteri wiederbott umkopirl und verstarkl und scliliissliih auf Hromsilber-papier vienimi linear vergrosserl. Von diescn Vcrgriisserungen wnrden die Rasteiaufnaliiuin fur die Autolypie licrgeslellt. •

Aus anderen Vereinen.

OcM'Ihrhan zur Fonlerung der Liiftscliiffahrt.

Ilesucli der Miintlruiicshnllr fiir dus Luti full ree u ir drs Gmfeli r. Zeppelin Ih'I Mnuzrll ara Hudensee srltens des n Urlimi bergisehen IntrriilenrTerrlns ani 21. Jaal |S!KI. Tlieiliiebnier e». :W> Persoiien.

Mit Itiieksieht d.irauf. dass ein langgestreckter Hallon f.i«l nur uni dem Wind aus -cinei Halle hi-iauszubringen isl, balte (iraf Zeppelin schon fniher cine sebw miineiide. um ihren Ariker-]Hinkt siili drehende unii in die jeweils lieirscheinle Willilrichluiig «uh enislellende Montotingshtille ho «ein Lullfahrzelig vorgesehen Als Arikcrpl.il/. lui die Halle warde die Duchi lui Malpeli ani

IliMlellsee geWiillIt, als besonders dllrcb ibre I.-'ige geeignet zuri

Aufs'ieg des Luttfahizengs. Mie l'ntwiirfe zu die seni kulossalen Dan liihren ber von eleni llerrn llaui.itb 'fafel aus Stuttgart, Derni liigeiiieiir Hugo Kiibler. Vorsland der <iesellscliuft zur Fordcrung der LufIsi hill.ihrl". und Ib-rrn llotwerkmeislei Hangleiter in Stlitigati, wehh' Lei/(creili aneli die Ilaiiatlsfiilirung iìberliagen wurdc Trotzdem fiir eiueu derarlueii sdiw imtiiendcn llau wenig F.rfale riingi-n vorlagen, hat sieh dot h de' Kunstruktion als atisscrst solide inni slahd erw leseli, besonders bei dem .Mitte Mai stattgehabten l'ohnslunii,

Wie die Zeichnung zeigt. bestil.t dei llau aus zwei Tlieileti,

einem Süsseren, welcher die Wunde und das Dach trägt und unter Wasser verbunden ist, und einem inneren, welcher, auf («.-sonderen Pontons ruhend, ausziehbar ist und somit gestattet, das auf ihm motilirte Luftfahrzeug, auf ihm festgehalten, auszufahren und von ihm aus in die Höhe steigen zu lassen; umgekehrt wird der zurückkehrende Hallon auf diesem Floss festgehalten und mit ihm wieder in die Halle eingefahren.

neigten Ebene miteinander verbunden und nach Redarf ins Wasser geschoben, um hinten weiten- Pontons anzusehliessen. Nach Fertigstellung des Pnntonsunterhaus wurde die Halle an eine im See verankerte Boje gebracht. Der Anker besteht nach beifolgender Skizze aus einem wasserdichten llolzkasteu von 4 m llreite, f m Länge und 2,1» m Höhe, in welchen Beton derart eingebracht wurde, dass er nur ein Priltcl des Raumes füllte;

hierdurch wurde erreicht, dass ■las Ganze nach Ausfüllung mit ltelon mit nur geringem Pebergewicht das Seil belastete ; nach dem Versenken wurde die Luft aus dem Hohlraum herausgelassen und dadurch der Auftrieb desselben aufgehoben. Das Gewicht des Ankcrklotzes beträgt ca. 14000 kg über Wasser. Die Boje besteht aus einem cy-lindrischen Kessel von 1,7 ebm Inhalt und ist mit dein Anker durch eine Stahllrosse von ÖO rn Länge und ca. (¡01X10 kg ISrueh-fesligkeit verbunden; eine Stahl-Irosse von derselben Festigkeit und SO m Länge führt von der Hoje zur Spitze der Halle: ausser-

J....... V

Der äussere Hau hat eine Länge von 112 in, eine Rreite von 2H, t in und eine Höhe über Wasser von 20.ö m und einen Tiefgang von 80 cm. Derselbe ruht auf öl hölzernen, vollständig geschlossenen und in zwei Reihen dicht aneinander gereihten Pontons von l.fö in Höhe, 1 in Rreite und (i m Länge. Das Mitlellloss von 12 m Breite und ca tili m IJlnge ruht auf 14 in zwei Reihen angeordneten Pontons von 1,10 m Hohe, 2.i> m Breite und Ö.8 m Länge. Sä mint hebe Pontons wurden auf einer ge-

ilem fiihretl TOC der Hoje zur Spitze nr>ch zwei llingere. etmi schwachcre Beservetrossen.

Die Halle isl vorne spilz zulaufend gebaul zur Verminderung des Winddruckes unii hinteii nur durch einen Vnrhang ahgc-schlossen. Scilenwande und Dadi smd mil Brettern versehall,

letxterei nodi mal Dnchpnppa bedeckl.

l'eber die Konstruklionsdetuils iles l.uflfahrzeugs selbst holTen wir nach desseu Kertigstellung herichlen zu kbiiuen

Patente und Gebrauchsmuster in der Luftschiffahrt.

D. B. P Nr. 104 096. — Julius 11. Rauher la Budapest.

Durch Esplosion von Wurfgeschossen vorwärts getriebenes Luftschiff Patentirt vom 27 April 1«« ab.

Durch Explosion von Wurfgeschossen vorwärts getriebenes Luftschiff, gekennzeichnet durch die Anordnung einer an dem Ballon befestigten Doppclwiirfiiuischiiic. hei welcher Je zwei Läufe ilerarl entgegengesetzt gerichtet vorgesehen sind, dass bei gleichzeitiger Abfeuerung beider Läufe auf elektrischem Wege der Voribrlaiif die Anspannung eines an iter Spitze des Ballons befestigten Zugseiles durch einen Wurftiolzen bewirkt, wahrend der zueile Lauf den Bückstoss zum Theil aufhebt.

1 i-tln'iltcs liebraiii lismustcr

in der /eil vom 25, Mai 189» bis SO, August 189». Hr. 117 931. Sleigdrache. bestehend aus kastenartigem, mit unlerbroi henera l'eberzug versehenein (ieslell. Schubert * Hagedorn, (ilauch.au. Angemeldet H. Mai 18»». Akten-Zeichen Seh 9HKI.

Zur nHViiiliclicii Aiislegiiiii; gelangte Patent-Anmeldungen In der Zeil voni Wk Mal IMItt bis SO. huiei IBMK

Einspruchsfrist zwei Monate vom Tage der Auslegung au. Aktenzeichen:

I 11089. Vorrichtung zum Erproben von Flugapparaten und

zur Erlernung des Fliegens i Flieg«chllle). Theodor Fritsch. Gautzsch b. Leipzig; angemeldet 23. -luh 1MW, ausgelegt 20, Juli 189», J BOSS, Anfahrvorrichtung für Fliiginaschincn. A. Jaeger, Werder b. Dahergolz; angemeldet 17. Juni 1S»8, ausgelegt S. August 1899.

Gelöschte I>. H.-1'atenlc

in der Zeit vom 2ö. Mai INI» bis 30. August 1899.

Nr. 730O3. G. Koch, MUnrhen. Flugapparat mil Flügeln und Schaufelrädern.

Zeitschriften-Rundschau.

Ois zuni Absrhluss riiescr Nunimer drr Zeilsrhrifl |I5. Sep-li inlii r wareii eingcgangen :

..ZritMlirlft Dir lailiscliiiTahrt tind Phjslk drr AtmusphHrc". [899

llefl li. Jlim

Arthur Slenlzel: Per Weg zum Ziel — Josef Popper: r'Injj-technisi-h»- SI udirli iSihìussi -- Kl< in rie M i 11 hi- i I n ngm : ti. XI. S. Fine Bcohaiiitiing — Karl Biiltenslcrit Da* ■ bevvegli'he tilrifligeivicht ■ ini Sihuibi-ii. — Ve rei nsii a r ti ri r h t cu : Wiener Filigli cimisi lui Vi'iriii. Pmlolailb' ilei Fienai vei sauiiiilungcn volli .'!. Jaminr, Janunr inni 1<I. Februar 1899. Hefl 7, .Ioli.

Rillir: Die lirbende Krafl des Winiles Knoller: Krilisrhe llciiici-kungrn. -- Jacob: liber Butlcnslc di'* Fliigllieorie. K le mere M it I h e i I ini geo : Koch: Et tt idcrillig, l'Iatle. Karl lliilli'iisleill. — Wnhriing llaediekc's. - Ver e i nsn a r h rii li I en . Wiener Fhigtcrhnischcr Verein, Priitoknllr dei- l'tiiiarvei samin-hingrn volo 21. Feliinar, 7. unii 21. Miirz IH'.MI - Xachruf. Ileft X, Annusi.

Minterstoi»»er : Febei Militiii-LuflselufTahrl. — I/oren/.: Tiico-retische Bcurlheiliing ih'» Kress'srh< n Drachcnfhegers. — Kress. lierii htigung — Kleiiierc M i 11 li e i I u n g e 11 : Kteiss, Die llnc-leehnisrhe Bedciiluiig rie* Welleiifluges. • li. Die Orgiinisatious-koiinoissHui d<'* I,nfN< hiiTahitkiinsre^'es. — IVeisauM-o'hrciben. — Itile liei se bau : Hintersloisser, Kludes sur la Navigalion aéi icone, — Ihiilcrslnisser. l.'Aéroslation militaire en Fumee eie. — Ve rcins-nai line lilen. Di'iilicher Vcrein zur Fiuricrnng der Luflseliiffatirt zìi Berlin, l*rii|i>k<dl dei' Vcisammlung ani 5. Juni |H99.

..The Aeroniiutleul Journal". No. Il .luly 1899.

Nolires <•! the Aeronautica! Society. The Aeionaillieal

Si» ie|y nf (ìieal lirilain illluslrateri:-, Ibi Fhipping Flight <>f Aeroplani s illluslrulcd >. .Mani e e F. Fitz-tìerald. — Some Simplc Expcrimerits wilh Aeri i-I lui ves Illustratiti . A. A. Merrill. — Notes: Aeioiiants Adventiii e—hile Kxperiuient oli War Slup—Stiange Ai i i-deiil lo a |iiillou--NaVal- Ballooning The Andrei- —Expcriiliuti--The Andrei- Search Experiiliou—Paris Fxhibilion of 191 Hi. — Foreign Aeioiiiuitiral l'eriodicals. - Notatile Arliiles. •-- Applications fi ir l'alents—Paleiits Pllbllsheil Foreign Palenls Ac

..I," Ve rollini te'". Un Ilei in mensiiel Mastre de la Koelété frusciilse de Nailtratloa arridine. Juni 1899. X" li. Congrrs aéoronautitpie de PUH). — Séanc-s des III el 2»i juin, l'.sposiliiin de UNNI - 11.mule d'installatimi de la classe 3(. Sin iélé (r.in<ai>e de Na\igalnui aérii-nne. sé-uiue du 1"juiii 1899.

la-lln- de Mine lloreaii di' Villeiieuve Compie rendo par M. Ltssajoiix. lils, de Fasi elision cxèi utée par MM. lassajoux, pere, llioiix el l'oli icr en 1870. - Elude sur le projel Fanol par M. de Foiivii Ile. Nai-elle eluse polir ballon sonde par M .1. Paloux. Juillet IWi'.i. N" 7 Cmigrés internai Minai de 19110 — Coniposilion des cinq sous-coiiiiiossioiis. — Itapport du sei retane general de la (Inmuiission pei -munente d'ai'i onauli-pie, M. l'i ihoiilet. - Con vi ir a t ioti, Assemblée Generale exlraoriliuaire du .'t aoùl 1899 n.i téle Francaisc de Navigalion aériemie. — Séatn e du 15 jiun e! du li juillet, MM. Wagner el Lrloup. — F.xiniccs pliysnpn-s de Viuceiiries. M. W. de FollVlelle. - - NllCelle close poor ballon solide. M J. Paloux, flivers Appai• 11 Allei, lète aéroslalripie des Tiuleiics. A-i elisimi d'I' i-i'inay. MM K. Godanl el le conili' de la Villette.

IlVillngelie lupiéllé. M. P. lii uiiiui il. Aoùl lsllll N" H. Ciri ti la ire de la Ciiiimnssioii d'orgarusaliou du Congn's internai ional aérouauti'pie de 1INM). -- Socii'-li4 fiancaise ile Navigaliou

aérii-nne Procès-verbal de la séance du 20 juillet IM'.líl el de l'Assemblée générale extraordinaire du SI juillet IW.I, •- Donation de la collection Diiiiioulet, liste des panneaux. — Exposition aéronaiil ii|i|e de Munich. — Appareil if Andrée pour déterminer l'étant licite des étoffes avec ligures dans le texte. — Faits divers — Nécrologie.

,,1/Aërouhile". Rerae mensuel Illustré de l'néronauti<|ue et do sciences <>ai s'jr rattachent. Juin l>i!Kl. N" il.

Portraits d'aéroiianles contemporains : M. Louis Trihoiitel | VVil-frid de Fonviellei. — Hisloriipie de divers projets d'exploration aérostatique du pôle nord |(i.-L. Pesée). — L'aéconaulii|ue a l'exposition de IWKI Jnchmés. - Les dernière» nouvelles d'Andrée W MonmotV — Le Pari de M. Sanlos-Duniont (Paul Ancelle .— l'a tableau aéroiiauli'pie (F. S V — Aérostalion captive (î. II;. Informations: Ascension du Véga à Wiesbaden; le ballon solide Dusse : accident à un ballon caplil militaire italien.

Juillet im\. N" 7. Portraits d'aéronaiiles conlemporaiiis: Colonel Kouanko (Wilfrid de Fonviellei. Hisloriipie de divers projets d'explorations aéioslaliipie do poh-noiil lli.-L, l'escr-l. — AérivAutoniobibslrie (Ceoiges Dans). - - Exposition générale sportive allemande (Lieutenant E. Itlanc.) — L'Aéioslaliou aux Tuileries: I.a coupe des aéroiiaules et les ascensions de l'Aéro-Club iV. Cabalzar).

Août l«'.'" N 1 s Portraits d'Aéronaules contemporains: M. le comte de U Valette AV. de Fonviellei Les ballons-sondes Encourageinent nftjciel à MM. I(ermite et hVsaiicnn. halloiis-sondes el

M. de l'arville iW. de Fonviellei. -L'Avion - du M. Acier Pau! AllCellef l,'Aéionaull«|ile :'i l'exposition de l'.NMI: A propos d'une protestation iiieorges Besançon-, — Comité d'installation de la classe SI: Congrès international d'aérotiaulu|Ue IV. t'.abnlzan, Comité d'organisation des exercices physiques et de sports (W. de Foin jelle), — La Bouée d'Andrée II. Itérante). -- L'asi i-n-mn rie Beiueville el la mort de M. Bernard ¡0. Ib-rvieu).

nlM Frailee Aérlenne". N° 1S. Du I" un 15 Juillet l«W.

La Flanee aérienne en Italie. •— Acudéime d'aérostation nié-léorologique de Fíame: Si-anee du 7 juin IKIHI,

Vr. I 1. Du 15 aii SI juillet 1S!«I. La conpe des fninistes: DiX'teui- Ox. — Laéronaulique á l'Ex-posiliou lie ItHSI; (i, (inihoing — Ascensión u Melón. Ac.idéliue d'aérostation metéorologique de Frailee: séaiues des 17 toai el 21 juin 1890.

N" 15. Du I"' au 15 Aoúl 1KP!) L'aéioiiautiqíic el les accidents du travail: Docteur Ox. — Necrólogo-: l'népmaule Hernard. Aleu jarla e«t. fautaisie ¡uriennc: E. Crucliel — Aradámie d'aéioslalion méléorologique de Francc: séance du 5 Juillet IH'.II*.

N" lli Du 15 au SI Aoüt 1899 Alea jarla esl isuitei: E. Cnirhel. — Aéroiiuutique rétrospec ti ve; Souvenir du se-ge de París.

N" 17 Du i" au 15 Septembre 1801». L'aéronaulii|Ue au jour le jotir. — Aéronanl ique rélrospeí líve. Soiivi uns du su ge de Parí»: C-A. Ilenry. De Nevv-York a Paria par navire aérieu — Alea jada estl fautaisie aérienne: Kimle Crucliel.

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Ilru.'l v.iii M. IlLiM.'iil-Si li.nil'i t/. slra-.lniru i I.. — :|T.U.


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