Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 3 vom 15. März 1944

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



XXXVI. Jahrgang I Nr. 3

Mittwoch, 15. März 1944

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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

b'ief-Aar.; Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Piatz 6 Bezugspreis für In- und Ausland je Vierteljahr bei z. Z. monatl. Erscheinen 2,40 RM

Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Z.j beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, _nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr, 3 15, März 1944 XXXVI. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 19. April 1944

Görings Tagesbefehl zum „Tag der Luftwaffe".

Soldaten der Luftwaffe! Meine Kameraden!

An unserem Ehrentag fühle ich mich mit jedem von euch besonders stark verbunden. Ihr habt euch auch im neunten Jahr der wiedererstandenen deutschen Luftwaffe in Angriff und Abwehr in härtester Pflichterfüllung hervorragend bewährt, wie draußen an den Fronten in treuester kameradschaftlicher Verbundenheit mit den heldenhaft kämpfenden Musketieren und Panzergrenadieren, so auch im Heimatkriegsgebiet in entschlossenem Kampf gegen die Schänder unserer so geliebten deutschen Erde. Dafür danke ich euch.

Kameraden, die herrliche Haltung des deutschen Volkes, allem grausamen Bombenterror zum Trotz, ist uns höchste Verpflichtung. Diesem Feind wird mit neuen Kräften und neuen Waffen Antwort gegeben, die er verdient. Ich vertraue auf euch, und ich weiß, daß sich der Führer in den Stunden der großen Entscheidungen auf seine Luftwaffe verlassen kann.

Erfüllt von unbeirrbarer Siegeszuversicht, gedenken wir am heutigen

Tage in unendlicher Dankbarkeit der lieben, vor dem Feind gebliebenen

Kameraden und der, gleich den Soldaten an der Front, für Deutschlands

große Zukunft Gefallenen der Heimat. Ihr Opfergang ist der große Befehl

in uns. Kameraden, wir grüßen den Führer! Heil, meine Luftwaffe!

1. März 1944. tt .

gez. Hermann Gormg

Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches

und Oberbefehlshaber der Luftwaffe

Langsamflugzeug LF4 „Zaunkönig"*

Dieses Langsamflugzeug mit geringster Motorkraft, 51 PS max. Leistung, ist für Lehr- und Forschungszwecke zur Ausbildung der Studierenden an der TH. Carolo Wilhelmina, Braunschweig, unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. H. Winter im Institut für Flugzeugbau von Studierenden der Fachrichtung Luftfahrt in Gemischtbauweise entwickelt und gebaut worden.

Festigkeit Beanspruchungsgruppe für Reise- und Sportflugzeug. Mit

Abb. 1. Langsamflugzeug „LF-1".

Abb. 2. Langsamflugzeug „LF-1".

Rücksicht auf die Möglichkeit, Sacklandungen (das sind Landungen mit außergewöhnlich steilen Gleitwinkeln, wie sie z. B. mit dem Fieseier „Storch" durchführbar sind) auszuführen, wurde das Fahrwerk für eine höhere Beanspruchungsgruppe bemessen.

Die Flügelumrißform des Tragwerkes ist aus Gründen einfacher Herstellung rechteckig, Flügelprofil an allen Querschnitten gleich. Die V-Form des Flügels beträgt 2°, die Pfeilform 0°. Der geteilte Flügel wird je Hälfte in zwei Punkten am Baldachin gelagert und außen durch einen A-Stiel gehalten. Um eine horizontale Achse, welche von den vier hinteren Flügelanschlüssen gebildet wird, ist der Flügel drehbar, und zwar kann der Einstellwinkel zur Längsachse des Flugzeuges von 0 bis +16° verstellt werden. Am Mittelflügel sind vorn die festen Vorflügel und hinten Querruder und Landeklappen angebracht. Auch das Querruder wird als Landehilfe mit-

Abb. 3. Langsamflugzeug „LF-1".

Werkbilder (9)

benutzt. Querruder und Landeklappen sind mit Düsenspalt versehen. Der Yorflügel ist aus Steifigkeitsgründen eine Ganzmetallkonstruktion.

Rumpf Stromlinienform, elliptischer Querschnitt mit möglichst kleiner Stirnfläche. Unmittelbar hinter dem Brandschott liegt an der Rumpfoberkante der Betriebsstoff behälter. Hinter dem Führersitz befindet sich ein kleiner Gepäckraum. Das Rumpfende bildet mittels eines angebauten Fortsatzes zugleich die Seitenflosse. In seinem Aufbau zeigt der Rumpf eine schalenähnliche Bauweise.

Beim Leitwerk ist die Höhenflosse und Drehung des Flügels zwangsläufig mit einer noch näher festzulegenden Verstellung gekoppelt. Aus diesem Grunde ergab sich die Notwendigkeit, das Höhenleitwerk ganz aus dem Schraubenstrahl her aus zunehmen. Konstruktiv wurde dies durch die vorhandene Hochlage erreicht (s. Abb. 1 u. 2). Die Höhenflosse ist daher um eine Achse, welche die vier hinteren Anschlüsse erfaßt, nähe der Unterseite der Flosse drehbar. Die Verstellung erfolgt vorne an einem Segmeinzwischen stück. Höhen-, Seiten- und Querrudersteuerung erfolgt wie an anderen Flugzeugen in bekannter Weise.

Die Betätigung der Landehilfen geschieht mittels einer Handkurbel, welche über eine Torsionswelle einen im Baldachin gelagerten Spindeltrieb betätigt. Die Weiterleitung der Betätigung erfolgt dann über Stoßstangen zum Ümlenkhebel vor der Landeklappe bzw. zum Differentialhebel vor dem Querruder. Bei Betätigung der Landehilfe werden die Landeklappen auf 40°, die Querruder auf 15° ausgefahren.

Das Hauptfahrwerk zeigt die übliche Dreibein au sführung. Das Federbein ist eine EC-Strebe , mit Stahlfeder. Die bremsbaren Räder werden durch Fußspitzendruck von den Seitensteuerpedalhebeln betätigt. D^S Spornaggregat besteht aus einem VDM-Stahlfederbein mit öldämpfuti^."

Das Triebwerk besteht aus dem Zündapp-Motor Z"9-92 mit einer. Lei-

Abb. 7. Rollstrecken S2 beim Abflug in Abhängigkeit vom Landeklappenausschlag L. (W = O; G = 350 kg; HgS = 760 mm; t = 15° C)

Abb. 8. Ausrollstrecke S2 in Abhängigkeit

vom Landeklappenausschlag L. (W = O; G = 350 kg; HgS = 760 mm; t = 15° C)

stung von 51 PS bei 2350 U/min, welcher eine Schwarz-Leichtholzmantelluftschraube treibt. Ein Stahlrohrgerüst aus 8 Stäben verbindet Rumpf und Motor (Abb. 6).

Spannweite 8,02 m, Länge 6,08 m, Höhe 2,38 m, Flächenbelastung 41,8 kg/m2, Leistungsbelastung 7,0 kg/PS, Flächenleistung 6,0 PS/m2, Leergew. 251 kg, Zuladung 104 kg, Fluggew. 355 kg, Beanspruchungsgruppe P3.

Die Ergebnisse der Messungen der Anrollstrecke beim Abflug sind in Abb. 7 aufgetragen. Sie zeigen, in welchem Maße mit wachsendem Klappenausschlag eine Verkürzung der Rollstrecke erreicht wird. Bis zum Klappenausschlag von ßL ~ 10° verkürzt sich die Anlaufstrecke von 105 140 m auf 90 -H 100 m, im Mittel um 30 ~ 40 m. Ein weiterer Klappenausschlag bis ßL = 45° bringt noch eine weitere Verkürzung um 30 -r- 40 m, so daß die kürzesten Rollstrecken bei 65 H- 80 m liegen. Über Klappenausschläge von ßL = 10° hinaus wird mit wachsendem Ausschlag die Einsparung in der Anlaufstrecke geringer.

Die graphische Darstellung der reduzierten Ausrollstrecken S2 in Abhängigkeit vom Landeklappenausschlag ßL zeigte ein Absinken der Strecken auf den halben Wert bei gebremster Landung gegenüber der ungebremsten Landung (Abb. 8). Für beide Landearten ist mit zunehmendem Landeklappenausschlag ein weiteres Absinken der Ausrollstrecken festzustellen. Die kleinste Ausrollstrecke wird naturgemäß bei ganz ausgef ab rener Landeklappe und gebremster Landung erzielt; sie beträgt etwa 26 m.

Die großen Streuungen der Versuchswerte sind vornehmlich auf unterschiedliche Geschwindigkeiten beim Aufsetzen und zum Teil auf unterschiedlichen Verlauf der Bremsung zurückzuführen. Bei der gebremsten Landung sind die Unterschiede nicht ganz so groß wie bei der ungebremsten Landung.

Die Geschwindigkeitsmessungen ergaben folgende Werte:

             

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Höchstgeschw. mit eingefahrener Landeklappe (voller Vorflügel vorhanden) v = 140.6 — 140,9

km/h; Höchstgeschw. mit eingefahrener Landeklappe (halber Vorflügel vorhanden) Ynvxx — 150,7-7-151,1 km/h; Höchstgeschw. mit eingefahrener Landeklappe (ohne Vorflügel)

Vmax = 164,5 165,7 km/h; Höchst-geschw. mit voll ausgefahrener Landeklappe (voller Vorflügel vorhanden)

Abb. 9. Steiggeschwindigkeit und Steigzeit in Abhängigkeit von der Hohe.

v = 119,0 -r- 119,7 km/Ii; Kleinstgeschw. mit nicht ausgefahrener Landeklappe v . = 66,8 km/h;

max ° ö mm

Kleinstgeschw. mit voll ausgefahrener Landeklappe v = 46,85 km/h.

Bei den Steigleistungsmessungen zeigte sich ein starker Einfluß des Vorflügels auf die Steiggeschwindigkeit (Abb. 9). Gegenüber dem Höhenflug mit Vorflügel sind folgende Leistungssteigerungen vorhanden: Die Steiggeschw. am Boden: vg<. = 3,4 m/sec gegenüber 2,85 m/sec; Steigzeit auf 1000 m: t jn = 5,84 min gegenüber 6,70 min; Dienstgipfelhöhe: h = 4180 m gegenüber 3820 m. Theoretische Gipfelhöhe: h = 4900 m gegenüber 4650 m. Bei einfahrbarem Vorflügel könnten also neben der Höchstgeschwindigkeit auch die Steigzeiten beachtlich verbessert werden.

Zur Ermittlung der Mindestlandeplatzgröße wurde ein 150 m langes und 20 m breites Landefeld mit Reitern in je 10 m Abstand abgesteckt. Innerhalb dieses Streifens wurde ein Zielfeld mit 40 m Länge besonders gekennzeichnet.

Die Landepiatzbreite von 20 m wurde bei Landung ohne Seitenwind in keiner Weise benötigt. Die Landepiatzbreite ist nur durch die Spannweite des Flugzeuges bedingt.

Eine Landepiatzlänge von 130 m ist ausreichend, um dem Piloten mit Sicherheit eine Landung zu ermöglichen.

Der Vergleich der Ergebnisse des ersten und zweiten Versuchstages zeigte, daß schon geringe Übung dem Piloten ermöglicht, alle Landungen innerhalb eines Landeplatzes von 20 X 100 m auszuführen. ><a

Einem Piloten, der einwandfrei eingeflogen ist, dürfte es möglich sein, innerhalb eines Landeplatzes von 20 X 80 m alle Landungen auszuführen.

Sowj. Jagdeinsltzer „Lagg-3".

Der Jagdeinsitzer „Lagg-3" mit schlanker Rumpfnase hat einen ftüssig-keitsgekühlten Reihenmotor „M-105, 12 Zyl., von 1100 PS Motorleistung. Die Ausführung mit luftgekühltem Doppelsternmotor trägt die Bezeichnung „Lagg-5".

Flügel leichte V-Form, nach den Enden sich stark verjüngend, mit abgerundeten Enden.

Sowj. Jagdeinsitzer Lagg-3.

Rumpf eiförmiger Querschnitt. Kühler an der Unterseite des Rumpfes.

Fahrwerk nach innen hochziehbar, ebenso hochziehbares Spornrad.

Bewaffnung eine 20-mm-Motor-kanone und 2 MG. Kaliber 12,7 mm.

Spannweite 9,7 in, Länge 9 m, Höhe 2,54 m, Flügelinhalt 17,5 m2, Leergew. 2620 kg, Fluggew. 3200 kg, max. Geschw. in 5000 m Höhe 560 km/h, Reisegeschw. 450 km/h in 5000 in Höhe, Gipfelhöhe 9000 m.

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Untersuchungen über Luftkräfte an Schlagflügeln,

Von ARNO VOGEL, Plauen (YogtL)

Nachdem an freifliegenden Modellen und bei zahlreichen Versuchen an der drehbaren Komponentenwaage die Konstruktionsgrundlinie für den Schwingenflug gefunden war (vgl. „Flugsport" 1941, Nr. 11, S. 221), konnte 1941 mit dem Großbau begonnen werden. Es war geplant, ein Paar 3 m lange Schwingen auf ihre Wirkung hin an einem normalen Gleitflugzeug zu erproben.

An einer Grünau 9, deren Tragflügel um etwa Vs ihrer Länge gekürzt waren, wurden die Schwingen angelenkt. Um rein gefühlsmäßig Erfahrungen über die beim Schwingenflug periodisch schwankenden Leistungsbeanspruchungen zu sammeln, wurde als Antriebsmittel die Muskelkraft gewählt (vgl. „Flugsport" 1942, Nr. 19, S. 286). Erprobt und geflogen wurde das Schwingenflugzeug von dem Obersturmführer Manfred Pult (NSFK.-Standarte 37, Chemnitz). Auf dem Segelfluggelände in Hartenstein führte Pult im August 1942 bei 31 Starts eine Anzahl wohlgelungener Schwingenflüge durch. Er erzielte dabei Streckenverbessernngen bis 30% gegenüber der normalen Gleitflugstrecke.

Während die Hartensteiner Schwingenflüge im wesentlichen nur demonstrativen Charakter trugen, mußte nunmehr durch Messung die technische Grundlage für den Entwurf eines Schwingenflugzeuges gesucht werden. Es galt ein großes Prüfgerät zu schaffen, an dem ähnlich wie an der drehbaren Komponentenwaage, Auftrieb A, Vortrieb V und die benötigte Leistung L zu bestimmen waren. Nach dem Gesetz der relativen Luftströmung, d. h. der Bewegung zwischen Luft und Körper, ist es nun gleichgültig, ob ein Körper in ruhender Luft bewegt wird oder ob ein ruhender Körper von der Luft angeströmt wird. Aus Gründen der einfacheren und billigeren Herstellung fiel die Entscheidung auf den Bau einer ruhenden Prüfanlage. Als Ort für die Aufstellung derselben wurde das Gelände der Segelflugschule Großrückerswalde (Erzgeb.) gewählt. Dort herrschen erfahrungsgemäß alljährlich im Herbst anhaltende Winde bis 15 m/sec. Zur Vermeidung schädlicher Sog- und Staudruckwirkungen fand das Prüfgerät auf freiem Felde, fernab jeglicher Hindernisse, Aufstellung.

Einige allgemeine Angaben über den Aufbau der Prüf anläge und die Durchführung der Versuche seien vorangestellt. Die Komponentenwaage besteht aus einem 6,4 m langen, fachwerkartig ausgebildeten Stahlrohrgerüst, das in seinem Schwerpunkt kardanisch aufgehängt ist. Am äußeren Ende des langen Waage-armes ist das Schwingengetriebe mit den Versuchsschwingen angebracht. Der gegenüberliegende kürzere Arm trägt den Antriebsmotor. Dieser Motor, ein 2,2-PS-Drehstrommotor, kann innerhalb seines Drehzahlbereiches um 50°/o reguliert werden. Das Übersetzungsverhältnis zwischen Schwingenantrieb und Motor

Abb. 1.

beträgt bei Versuchsgruppe I i = 1 : 20,3, bei Versuchsgruppe II 1 : 14,15. Es wird mit Hilfe dieser zwei.Stufen eine Steigerung der Schwingenschlagzahl von 30 bis 60/min erreicht. Zum Zwecke genügender Bodenfreiheit liegt die Schwingenachse 3 m über dem Erdboden.

Die in Kugeln gelagerte Aufhängung des Waagesystems gestattet ein spielend leichtes Schwenken des Armes in vertikaler und horizontaler Richtung. Um die Schlagrichtung der Schwingen « y) zur Anströmung verändern zu können, ist der Schwingenantrieb schwenkbar an den Waagearm angeschlossen. Mit Hilfe eines verschiebbaren Ausgleichgewichtes kann ein müheloses Einspielen der Komponentenwaage in die Gleichgewichtslage vorgenommen werden (Abb. 1).

Während der Auftrieb an einer am Boden verankerten Personenfederwaage abgelesen wird, erfolgt das Messen des Vortriebes und des Winddruckes an zwei eigens hierzu konstruierten und geeichten Federwaagen. Zwischen Schwingen und Auftriebswaage ist eine 2,4 m lange Verbindungsstange eingeschaltet.

Ihre Länge sichert hinreichende Meßgenauigkeit innerhalb der begrenzten Horizontalschwankungen des Waagesystems (Abb. 2). Der Leistungsverbrauch und die Schwingenschlagzahl werden an hochempfindlichen und gegen Witterungseinflüsse besonders geschützten Meßinstrumenten abgelesen. Der Einfluß des Windes auf Schwingen und Waage wird vor Beginn der Versuche durch Verschiebung des Laufgewichtes und durch Federregulierung ausgeglichen. Selbst bei starkem Wind ließen sich daher die Untersuchungen von der Gleichgewichtslage aus durchführen.

Die Versuche wurden in zwei Hauptgruppen gegliedert, in Gruppe I mit Schlagzahlen von 30 bis 48/min und Gruppe II mit 46 bis 60 Schwingenschlägen. Im Hinblick auf die Bedingungen des freien Fluges sollten die Versuche bei 10 m/sec und mehr Wind durchgeführt werden. Die diesjährigen Windverhältnisse zwangen jedoch zu einem Beginn bei 4 m/sec. Versuche bei schwächerem Winde oder gar bei Windstille schalteten aus. Nach den Erfahrungen früherer Modelluntersuchungen werden in ruhender Luft kaum XU der Luftkräfte erzeugt, die sonst bei gleicher Schlagzahl in bewegter Luft entstehen.

Die Versuchsreihen der Gruppe I.

1. Auftrieb und Vortrieb bei veränderlichen Schlagzahlen

2. „ „ „ „ verändertem Einstellwinkel

3. „ „ „ „ veränderter Schlagrichtung

v4. „ ,, „ „ verschiedenem Seitenverhältnis

5. „ „ „ „ veränderlicher Anströmung

6. Leistungsaufwand der Schlagflügel

In Gruppe II fanden nur die besten Versuchsreihen der Gruppe I ihre Fortsetzung.

Versuchsgruppe I. Reihe 1: Luftkräfte in Abhängigkeit der Schlaggeschwindigkeit.

Zahlentafel und Schaubild (Abb. 3 S. 43) veranschaulichen das Ansteigen des Auftriebs A und des Vortriebs V bei Steigerung der Schwingenschläge.

Die Auftriebswerte sind Mittelwerte, denn während einer Auf- und Abschlagbewegung unterliegen die Luftkräfte periodischen Druckschwankungen. Besonders bei schwacher Anströmung — unter 5 m/sec — ist der Druckwechsel bei der Auftriebskomponente recht fühlbar. Der Auftrieb A ist hier beim Abschlag positiv und beim Aufschlag negativ. Erst durch das Einschalten einer öldämp-fung vor die Federwaage (Abb. 4) konnten die Schwankungen fast ausgeglichen werden. Da die Vortriebskomponente nur einen Bruchteil des Auftriebes beträgt, sind die Druckschwankungen innerhalb der Schlagamplituden auch ohne Dämpfung recht gering. Sie betragen im Durchschnitt + 15% des mittleren Vortriebes.

Der relativ langsame Schwingenschlag ließ eine recht genaue Beobachtung

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Abb. 2. Schematische Darstellung der Schwingenprüf anläge.

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der einzelnen Bewegungsphasen zu. Auffallend war, daß die größte Auftriebsspitze im Moment der Schwingenwendung und am Anfang der Abschlagbewegung lag. Während des Abschlages trat allmähliches Absinken von A ein. Das Auftriebsminimum liegt am unteren Schwingenwendepunkt (Abb. 5).

Es ist durchaus möglich, daß mit der aerodynamischen Verbesserung der Schwingen auch eine Änderung der Charakteristik der Auftriebskurve eintreten wird.

Reihe 2: Luftkräfte in Abhängigkeit der Einstellwinkel a und ß.

Genau wie der natürliche Flügel, so hat auch die Versuchsschwinge eine profilierte, stark gewölbte Fläche, deren Einstellwinkel nach der Flügelspitze zu abnimmt. Von der Wurzel bis zur elastischen Wölbung beträgt die Schränkung beim Versuchsgegenstand 12°. Der Einstellwinkel wird an der Schwingenwurzel in Höhe der ersten Rippe gemessen. Die Bezugslinie hierzu ist die Schwingen -schlagachse.

Sowohl beim Aufschlag als auch beim Abschlag sind die Einstellwinkel positiv. Der Winkel a bleibt — durch einen Anschlag fixiert — während der ganzen Abschlagbewegung gleich (Abb. 6).

Auf fallender weise haben die Verstellungen des Einstellwinkels a von 2° bis auf 10° keine gesetzmäßigen Veränderung der Luftkräfte ergeben. Ob dies seine Ursache in den stets schwankenden Versuchsbedingungen hatte oder ob das nicht vollständig torsionsfreie Waagegerüst eine Veränderung des Einstellwinkels bei verschiedenen Belastungsfällen herbeiführte? Die Ursache hierfür konnte bisher nicht festgestellt werden. Jedenfalls stellen die geringen Veränderungen des Einstellvvinkels um wenige Grad eine Art Feineinstellung der Schwingen dar. Solche minimalen Verstellungen werden nur dann meßbar sein, wenn die Lage des Versuchsgegenstandes während der Versuchsdauer unverändert bleibt.

Auch der Aufschlagwinkel ß ist durch Anschlag begrenzt. Er betrug 35°. Während der Versuche legten sich die Schwingen aber niemals auf diesen Anschlag auf. Der wirkliche Aufschlagwinkel, in den sich die Schwinge selbsttätig einstellte und der von der Größe der Anström- und Anschlaggeschwindigkeit bestimmt wurde, war stets kleiner (Abb. 7).

Reihe 3: Luftkräfte in Abhängigkeit der Schlagrichtung.

Bei der Schlagrichtung von 90° zur Anströmung ergaben die Versuche wohl durchweg günstige Auftriebswerte, aber keineswegs den erwarteten Vortrieb.

Oben links: Abb. 4. Unten links: Abb. 6. Rechts: Abb. 7.

Auch bei Verstellung der Schwingen auf negativen Abschlagwinkel traten kaum merkbare Verbesserungen ein. Der Versuch, durch Verwendung elastischerer Schwingen die Vortriebswirkung zu erhöhen, mußte fallengelassen werden, da die für den Umbau der Schwingen erforderliche Zeit nicht ausreichte. Außerdem erschien es zweckmäßig, über das Verhältnis der Vortriebs- und Auftriebskräfte bei veränderter Schlagrichtung Klarheit zu erlangen. Durch Umstellung des Schwingengetriebes konnte die Schlagrichtung der Flügel bzw. der Winkel y auf 70°, 80°, 90° und 105° zur Anblasrichtung geändert werden. In Abb. 8 ist die Veränderlichkeit der Luftkräfte bei verschiedener Schlagrichtung deutlich erkennbar.

Allgemein herrscht hier die Tendenz, daß bei Änderung der Schlagrichtung unter 90°, d. h. wenn die Schwingen von vorn oben nach hinten unten schlagen, der Vortrieb zunimmt, während der Auftrieb sinkt. Aus der Wahl dieses Winkels lassen sich also je nach dem Bedarfsfalle die gewünschten AV-Verhältnisse schaffen. Die Praxis des Schwingenfmges wird einmal lehren, ob der Vortriebserzeugung die primäre und der Auftriebswirkung die sekundäre Aufgabe zufallen wird oder umgekehrt.

Zur Abrundung und Ergänzung dieser Versuchsreihe sind auch Untersuchungen mit 105° Schlagrichtung durchgeführt worden. Sie ergaben, wie nicht anders zn erwarten war, negativen Vortrieb. Dies entspricht einer Lage, die dem Abfangen bzw. Bremsen des Fluges kurz vor dem Aufsetzen gleichkommt. Reihe 4: Luftkräfte in Abhängigkeit der Flügellänge/Flügeltiefe.

Für die Versuche fanden zwei Flügelpaare mit folgenden Abmessungen Verwendung:

Breitbl.-Schw. Schmalbl.-Schw.

Länge Tiefe Fläche Profilstärke Profilkrümm,

mm mm m2 a. d. Wurzel a. d. Wurzel

3000 940 2,2 65 mm 100 mm

3000 820 1,85 65 mm 100 mm

Obwohl angenommen werden konnte, daß die Wirkung der Schmalblattschwingen infolge ihrer schlanken Form und besseren Oberflächenbeschaffenheit — die Flügelnase war hier mit Sperrholz beplankt — eine günstigere sein würde, trat dieses, wie die Abb. 9 zeigt, nicht ein.

Offenbar ergeben bei mäßigeren Windgeschwindigkeiten — um 10 m/sec — Breitblattschwingen bessere Wirkungen analog der Tatsache, daß die kurzen und breiten Flügel der Landvögel für begrenzte Windstärken geschaffen sind. Andererseits eignen sich schmale und spitze Flügel nur für große Geschwindigkeiten, wie das die schlanken Schwingen der Seevögel, die großen Stürmen trotzen können, lehren.

Nach dieser Beobachtung wurden alle weiteren Untersuchungen nur noch an Breitblattschwingen durchgeführt.

Versuchsreihe 5: Luftkräfte in Abhängigkeit der Anströmung.

Mit zunehmender Anströmung ändert sich der Druckverlauf des Vor- und Auftriebes innerhalb der Schlagbewegung. Je stärker der Anblaswind, um so geringer sind dann die Druckschwankungen und um so günstiger werden die mittleren AV-Werte. Schon von 8 m/sec Wind an wird beim Schwingenaufschlag der Auftrieb A positiv. Mit der Steigerung des Anblaswindes tritt also Erhöhung der Luftkräfte ein (Abb. 10). Der Einwand, daß diese Erscheinung eine Folge des stärkeren Hangaufwindes sein könnte, trifft nicht zu. In den Monaten Oktober-

Abb. 5. Der Winkel und der Druckverlauf an der Schwinge.

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Links: Abb. 11. Rechts: Abb. 12.

November wehte vorherrschend Südostwind, der infolge örtlicher Geländeverhältnisse nicht hangaufwärts, sondern waagerecht, ja sogar hau gab war ts anströmte. Eher ist die Tatsache der größeren Auf- und Yortriebswirkung bei starkem Wind auf eine Verringerung der Verstellkräfte bzw. Verkleinerung des Wendewinkels x zurückzuführen. Möglicherweise entstehen auch günstigere Luftkraftwirkungen durch die bessere Tragfähigkeit stark anströmender Luft. Außerdem dürfte die Tatsache, daß die Strömungsverhältnisse an Schlagflügeln ganz andere sind als bei Tragflügeln, auf obige Wahrnehmung nicht ohne Bedeutung sein.

Durch Abtasten der schlagenden Schwingen mit einer Nebelpatrone bei 12 m/sec Wind konnte beobachtet werden, daß die anströmende Luft an der Schwinge nicht laminar abfließt, sondern von der Unterseite erfaßt und nach der Schwingenspitze zu abgelenkt wird (Abb. 11). Leider ließen die ungünstigen Beleuchtungs- und Witterungsverhältnisse des November eine bessere Kenntlichmachung dieser Erscheinung nicht zu.

Versuchsreihe 6 :Leistungsauf wand der Schlagflügel.

Theoretisch gesehen, arbeiten langsam schlagende große Schwingen mit günstigerem Wirkungsgrad als schnellaufende kleine Luftschrauben. Wohl aber können technische Unvollkommenheiten des Schwingentriebwerkes den Wirkungsgrad der Schlagflächen soweit herabsetzen, daß obige Annahme praktisch ins Gegenteil umschlägt. Zur Klärung dieser für die Entwicklung des Schwingenfluges entscheidenden Frage sollte auch hier das Experiment den Beweis liefern. Wie bereits erwähnt, ist neben der Ermittlung der Luftkräfte auch der Leistungsaufwand mit gemessen worden. Die Meßgeräte zeigten aber nicht nur die an die Schwingen nutzbar abgegebene Leistung an. In den Messungen waren auch alle verlorenen Energien, die durch Strom-, Wärme-, Triebwerkverluste und Lagerreibung entstanden, mit enthalten. Alle diese Verluste mußten erst festgestellt und in Abzug gebracht werden, ehe ein genaues Bild über den Schwingenleistungsbedarf gewonnen werden konnte.

Nach Abschluß der Schwingenversuche mußten diese Geräteverluste durch

Abb. 13. Schwingen- und Bremsversuche.

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We beim Schwingen— als auch Bremsversuch in die PrüFan läge gesandte Gesamten e raj /e.

An die Schwirt -gen nutzbar aöge qebene EnerQie*

 

Einbau eines Bremsdynamometers in die Prüfanlage (Abb. 12) erst ermittelt werden. Tabelle Abb. 13 zeigt einen kurzen Auszug aus der weit über 300 Abbrem-sungen enthaltenden Versuchsreihe.

LuffkräFi^ in ßbhär\gicjhi

Abb. 3. Luftkräfte in Abhängigkeit der Schwingenschläge. Abb. 8. Luftkräfte in Abhängigkeit der Schlagrichtung. Abb. 9. Luftkräfte in Abhängigkeit von L/t. Abb. 10. Luftkräfte in Abhängigkeit zur Anströmung. Abb. 14. Luftkräfte und effektiver Leistungsbedarf der Schlagflügel.

Aus der Fülle dieser Versuche geht hervor, daß von der in die Prüfanlage gesandten Energie bei Vollast rund 60% nutzbar an die Schwingen abgegeben worden sind. Die übrigen 40% sind als Triebwerkverluste zu betrachten.

Übereinstimmend zeigen die Versuchsergebnisse einen auffallend niedrigen

Leistungsbedarf. Bei einem durchschnittlichen Anblaswind von 10 m/sec beträgt

für die Versuchsschwingen die

-p . -. -i Auftrieb 59 kg

spez. Leistungsbel. = -——---—-—t — -%— = 71 kg/PS

F 6 Leistungsbedarf 0,84 PS 8/

Versuchsgruppe II.

Aus mehr als 300 Schwingenversuchen ging die unter y = 70° schlagende Breitblattschwinge mit den günstigsten Ergebnissen hervor. Es galt nun, durch Erhöhung der Schlagzahlen die Luftkräfte weiter zu steigern und eine Höchstgrenze für die Schlaggeschwindigkeit zu finden. Bei einem Schlagwinkel d = 72° wurde diese mit 54 Schlägen/min erreicht. Die mittlere Schlaggeschwindigkeit an den Schwingenspitzen beträgt dann:

2 X Bogenlänge X Schlagzahl 2 X 3,77 X 54

Vm = —---- =----= 6,78 m/sec.

Höhere Schlagzahlen bzw. Schlaggeschwindigkeiten dürften mit 3 m langen Schwingen aus Gründen der Sicherheit nicht empfohlen werden. In Zahlentafel Abb. 14 ist die bildliche und zahlenmäßige Darstellung der Kräftesteigerung ersichtlich.

Danach beträgt bei 54 minutlichen Schwingenschlägen die spezifische Flügelbelastung:

A 59 kg

~1TF~ = "44^ = 13'5 kg/m

Dieser Wert entspricht einer Größe, die der spezifischen Flächenbelastung der Grünau IIb nahekommt.

Zusammenfassend sei erwähnt, daß durch das vorliegende Versuchsergebnis die hier und da noch auftretenden Zweifel an der Verwirklichung des Schwingen-Auges im großen als widerlegt angesehen werden können.

Die Schlagbewegungen großer Schwingen verlaufen so ausgeglichen und sicher, daß sie nie den Eindruck eines unnatürlichen oder ungewöhnlichen Vorganges hinterlassen. Die mit Schwingen erzielten Luftkräfte erreichen recht beachtliche Werte. Sie liegen in der gleichen Höhe wie die Belastungsfälle heutiger Segelflugzeuge. Wertvolles Zahlenmaterial konnte gesammelt und wichtige Einblicke und Erkenntnisse über das Wesen des Schwingenfluges gewonnen werden. Die Schwingenuntersuchungen nahmen 3 Monate in Anspruch und wurden am 8. Dez. 1943 abgeschlossen.

Der vorliegende Bericht beschränkt sich auf die Wiedergabe von Beobachtungen und Erfahrungen. Er verzichtet auf Hinweise zur mathematischen Erfassung des Erkannten, weil die bei der Erstausführung einer Versuchsanlage niemals vermeidbaren Unvollkommenheiten des Gerätes das Versuchsbild beeinträchtigen. Es wird sich nach Beseitigung aller baulichen Mängel erst noch eine Nachprüfung der Versuchsreihen in einem großen Windkanal nötig machen, ehe rechnerische Schlüsse aus dem Gewonnenen gezogen werden können.

Schraubzwinge von Arado Flugzeugwerken GmbH, entwickelt. DRP. 711 585 und DRP. 730 617, Hersteller Groß & Froelich K.-G., Stuttgart. Erhöhte Klemmwirkung mit abgekehrter Spannspindel zeigt nebenst. Abb.

Auf dem Mast 1 der Schraubzwinge wird der Spannbügel 2 mittels einer gesonderten eckenden Muffe 3 geführt, an deren winklig abgebogenen Schenkel 4 der Spannbügel 2 gelenkig und schwenkbar gelagert ist. Das eine Ende des Spannbügels 2 dient zur Aufnahme der senkrecht zum Mast angeordneten Spindel 5, so daß die beim Anziehen ausgeübte Kraft unmittelbar durch das als Spannbacke ausgebildete andere Ende des Spannbügels 2 auf das Werkstück 6 übertragen wird.

Gegenüber den bisher üblichen Schraubzwingen mit parallel zum Mast und auf der gleichen Seite wie

Schraubzwinge mit abgekehrter Spannspindel.

die Spannbacken angeordneten Spannspindel 1 bat die neue Schraubzwinge die Vorteile, daß sie bei höchster Klemmwirkung frei und ungehindert an das einzuspannende Werkstück herangeführt werden kann und die dem Werkstück abgekehrte Spannspinclel beim Einspannvorgang nicht hinderlich ist. Die Schraubzwinge gestattet ferner durch die Eigenart ihrer Konstruktion ein schnelles An-und Abspannen, das lediglich durch 1h Spindeldrehung bewirkt wird.

Fasenfräsmaschine, entwickelt von den Arado-Flugzeugwerken G. m. b. H., dient zum Abschrägen von Blechkanten beim Zusammenfügen von Blechen, Platten u. dgl. Das Anfasen der Bleche erfolgt auch heute noch in den meisten Fällen mittels Handfeilen. Zur wirtschaftlicheren Durchführung dieser Arbeiten hat man bereits versucht, mittels stationär angeordneten Fräsmaschinen ein Anfasen der Bleche vorzunehmen. Dies hat jedoch, insbesondere bei der Bearbeitung von großen Blechen, wie sie im Flugzeugbau häufig vorkommen, den Nachteil, daß diese zur Anfertigung der Fase gewissermaßen durch die Fräsmaschine hindurchtransportiert werden müssen, was naturgemäß sehr umständlich ist und mindestens dauernd 2 bis 3 Arbeitskräfte erfordert.

Wie die Abb. 1 erkennen läßt, erhält der Fräser 3 durch eine Druckluft-turbine seinen Antrieb. Selbstverständlich kann in gleicher Weise ein Elektromotor als Antrieb verwendet werden. Die Führungsschiene 6 der Maschine ist einstellbar ausgebildet und zu diesem Zweck mit entsprechenden Gradeinteilungen und Feststellschrauben versehen, so daß leicht ablesbar der gewünschte Winkel und die geforderte Fasenbreite eingestellt werden kann. Die Abb. 2 zeigt die Maschine während des Arbeitsvorganges und läßt erkennen, wie handlich die Maschine zu handhaben ist.

Die zum Vorschub der Maschine vom Werker aufzuwendende Kraft ist so gering, daß bei der Arbeit eine Ermüdung nicht auftritt.

Gegenüber den bisherigen Arbeitsweisen liegt der Vorteil, insbesondere der Vorteil der Verwendung dieser Fasenfräsmaschine, in der erzielten Arbeitszeitersparnis und Arbeitsgenauigkeit.

Einspannvorrichtung für Preßluftfräse. Ziehwerkzeuge aus Holz oder Kunststoffen werden häufig durch preßluftbetriebene Fräsen bearbeitet, die frei von der Hand geführt werden. Bei manchen Arbeiten erscheint es jedoch angebracht, die Eräsen zwangsläufig zu führen, um saubere Bearbeitungsstellen zu erzielen. Bei der Einarbeitung von Ziehsicken oder anderen Ausnehmungen an der Oberfläche der Werkzeuge kann das z. B. der Fall sein.

Die Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke entwickelten eine Vorrichtung, durch die es möglich ist, die Handfräsen einzuspannen, so daß sie sicher geführt und über dem Werkstück bewegt werden können. Die Fräse wird in der Vor-

Abb 1.

Abb. 2.

richtung auf einem Schlitten angeordnet, der auf-und abbewegbar ist und die Einstellung verschiedener

Frästiefen ermöglicht. Gleichzeitig ist der Schlitten aber auch schwenkbar ausgeführt und durch eine Kordelschraube an einer bogenartigen Führungsschiene feststellbar, so daß auch beliebige Grad Stellungen eingestellt werden können. Die Vorrichtung besteht aus Lignofol und ist äußerst zeitsparend und arbeitserleichternd.

Einspannvorrichtung für Preßluftfräse bei der Bearbeitung eines Ziehwerkzeuges.

Werkbild

FLUG UNDSCHV

Inland.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Generalleutnant Richard Heidrich, Kommandeur einer Fallschirmjäger-Division.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer an: Oblt. Frielinghaus, Staffelkapt. i. e. Jagdgeschw., Major Jödicke, Gruppenkommandeur i. e. Kampf-geschw., Oblt. Hulsch, Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw., Lt. Grimm, Flugzeugf. i. e. Nachtjägergeschw., Hptm. Leingärtner, Staffelkapt. i. e. Sturzkampfgeschw., Lt. Sattler, Flugzeugf. i. e. Kampfgruppe, Fw. Waldmann, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Lechner, Staffelkapt. i. e. Nacht jagdgeschw., Ofw. Gschwendtner, Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw., Oblt. Heute, Staffelkapt. i. e. Kampfgeschw., Lt. Loos, Staffelführer i. e. Jagdgeschw., Maj. Voß, Gruppenkommandeur i. e. Kampf geschw., Lt. Goltzsch, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Oblt. Viertel (f), Staffelt, i. e. Sturzkampfgeschw., Lt. Schoßleitner, Staffelf. i. e. Kampfgeschw., Ofw. Josten, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Steinwachs, Staffelkapt. i. e. Sturzkampfgeschw., Major Zauner, Gruppenkommandeur i. e. Kampfgeschw., Lt. Pölz, Staffelf. i. e. Sturzkampfgeschw., Maj. Rauer, Gruppenkommandeur i. e. Kampfgeschw., Ofw. Leber, Flugzeugf. i. e. Jagdgeschw.

Hans Peterburs, Ofw., Ritterkreuzträger, Flugzeugf. i. e. Sturzkampfgeschw., an der Südfront gefallen.

Johannes Kiel, Hptm., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Zerstör er geschw.,, Heldentod.

Fritz Sengschnütt. Oblt., Ritterkreuzträger, Staffelkapt. i. e. Zerstörergeschvv., Heldentod.

Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer mit Wirkung vom 1. März 1944 zum Generaloberst den General der Flieger Deßloch.

Ernst Künneth, Dipl.-Kaufmann, Madrid, begeisterter Segelflieger, am 11. IL (943 plötzlich gestorben.

Oskar Meßter, Pionier der Kinematik und Vorkämpfer des Films, im Alter von 77 Jahren am 6. 12. 1943 gestorben.

Hermann Hillmann, Prokurist und stv. Betriebsführer bei Autoflug, 30 Jahre in der Fliegerei tätig.

Sondermarken deutsche Handelsluftfahrt

anläßlich des 25jährigen Bestehens im vergangenen Monat durch die deutsche Reichspost als tatkräftige Wegbereiterin des zivilen Luftverkehrs herausgegeben.

Ausland.

Japan. Luftsiege bei Rabaul. Am 6. 2. von 160 Feindflugzeugen 27 heruntergeholt. — Am 7. 2. von 200 Feindmaschinen 45 abgeschossen. Japan. Verlust 1 Flugzeug. — Am 9. 2. von 220 Feindflugzeugen 45 abgeschossen bei 5 Japan. Verlusten. — Am 21. 2. von 170. feindl. angreifenden Maschinen 33 abgeschossen, während 6 weitere beschädigt wurden.

Japan. Luftangriffe auf Ceylon am 4. 2. zum erstenmal. Feindl. Militäreinrichtungen 600 Meilen nördl. der Bucht von Ceylon wurden angegriffen. Alle Japan, Flugzeuge kehrten zurück.

Japan. Marineluftstreitkräfte versenkten am 10. 2. ein feindl. Transportschiff von 8000 BRT. auf der Höhe von Chittagong. Alle Japan. Flugzeuge kehrten zurück.

Japan. Heeresluftwaffe führte wirkungsvolle Angriffe auf den Flugplatz von Mangjung in der südchinesischen Provinz Schantung durch. Am 13. 2. flogen Einheiten in die mittelchinesische Provinz Kiangsi ein und schössen nach heißem Kampf mit annähernd 40 feindl. Jägern 12 Maschinen ab. Japan. Verluste betragen 6 Flugzeuge.

Japan. Marine-Luftstreitkräfte griffen vom Abend des 22. 2. bis zur Morgendämmerung des 23. 2. wiederholt feindl. Flottenstreitkräfte mit 10 Flugzeugträgern und 8 Schlachtschiffen, östl. der Marianen-Inseln an. Dabei wurden ein Flugzeugträger und 3 große Kriegsschiffe — wahrscheinlich auch Flugzeugträger — versenkt und ein weiterer Flugzeugträger beschädigt.

Bis zum Morgen des 23. 3. hatten die feindl. Streitkräfte, nachdem etwa 200 von Flugzeugträgern aufgestiegene Maschinen die Inseln Saipan, Tinian und Guam angegriffen hatten, in östl. Richtung die Flucht ergriffen. — Der erlittene Schaden der Japaner ist gering".

Japan. Marineluftwaffe vor Neu-Guinea am 11. feindl. Geleitzüge angegriffen, einen kleineren Transporter in Brand geschossen und 2 große Transporter beschädigt und 4 kleine Wasserfahrzeuge versenkt.

Engl. Flugzeugverluste betragen nach einer Bekanntmachung des brit. Luftfahrt-Ministers Sir Archibald Sinclair im Unterhaus laut Reuter am 29. 2. 1944 im vergangenen Jahr mehr als 2500 Flugzeuge. Wenn man im Durchschnitt 7 Mann je Flugzeug rechnet, so sagte Sinclair weiter, bedeutet dies, daß nahezu 18 000 Männer von der Blüte unserer Jugend getötet oder gefangengenommen wurden.

USA Flugzeugverluste in China betragen im Februar mehr als 80 Flugzeuge, die bei den Angriffen auf Japan. Basen abgeschossen wurden, erklärte der Stellv. Japan. Armeesprecher.

Luftwaffe.

Führerhptqrt., 9. 2. 44 (DNB.) OKW.: Unsere Luftwaffe setzte feindl. Batterien bei Aprilia durch Volltreffer außer Gefecht, zerstörte mehrere Materiallager und vernichtete 6 feindl. Flugzeuge. Feindl. Ausladungen im Landekopf wurden wirksam durch Schlachtflugzeuge und schwere Batterien bekämpft. — Nordamerika]!. Fliegerverbände führten in den Mittagsstunden des 8. 2. einen erneuten Terrorangriff gegen Orte in Westdeutschland, insbesondere wurden Wohngebiete der Stadt Frankfurt am Main schwer getroffen. Die Bevölkerung hatte Verluste. Luftverteidigungskräfte vernichteten trotz ungünstiger Abwehrbedingungen 31 feindl. Flugzeuge, in der Mehrzahl viermotor. Bomber. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Flugzeuge Bomben in West- und Nordwestdeutschland.

Führerhptqrt., 10. 2. 44 (DNB.) OKW.: Bei den schweren Abwehrkämpfen südl. Leningrad hat sich eine unter dem Befehl des Generallt. Luczny stehende Flakdivision der Luftwaffe besonders bewährt. Sie schoß in der Zeit vom 14. 1. bis 7. 2. 105 feindl. Flugzeuge ab und vernichtete innerhalb

Ton 3 Wochen Iii sowj. Panzer. — Unsere Luftwaffe griff in der vergangenen Nacht Truppenuuter-künfte des Feindes bei Anzio mit gutem Erfolg an. — Einige feindl. Flugzeuge warfen am 9. 2. und in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte in Westdeutschland. — In der Zeit vom 1. bis 10. 2. wurden 23 feindl. Flugzeuge, in der Mehrzahl 4motor. Bomber, durch Seestreitkräfte, Bordfiak von Handelsschiffen und Marineflak abgeschossen.

Führerhptqrt., Ii. 2. 44 (DNB.) OKW.: Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Geleits schössen im Seegebiet von Monaco von 8 angreifenden feindl. Jagdbombern 5 Flugzeuge ab. 2 weitere verlor der Feind im Luftkampf. — Deutsche Fernkampfflugzeuge versenkten an der Ostküste Islands einon feindl. Tanker von 8000 BRT. — Nordamerikan. Bomberverbände flogen in den Mittagsstunden des 10. i. mit starkem Jagdschutz in den mitteldeutschen Raum ein. Die sofort und stark einsetzende deutsche Luftverteidigung hinderte den Feind an zusammengefaßten Angriffen. Durch wahllosen Bombenabwurf wurden insbesondere Wohngebiete der Stadt Braunschweig getroffen. Im Verlauf heftiger Luftkämpfe und durch Flakartillerie wurden nach bisher noch unvollständigen Meldungen 61 feindl. Flugzeuge, darunter 32 viermotor. Bomber, abgeschossen. — In der vergangenen Nacht warfen feindl. Störflugzeuge Bomben auf Orte in Nord- und Westdeutschland.

Führerhptqrt., 12. 2. 44 (DNB.) OKW.: Fernkampfbatterien beschossen mit guter Wirkung Schiffsansammlungen im Hafen von Nettuno und einen Flugplatz im Landekopf. — Nordamerikan. Bomberverbände flogen in den Mittagsstunden des 11. 2. unter starkem Jagdschutz in Westdeutschland ein und setzten ihre Terrorangriffe gegen mehrere Orte fort. Durch planlosen Bombenabwurf entstanden besonders in Wohngebieten der Städte Frankfurt a. M. und Ludwigshafen Schäden und Verluste unter der Bevölkerung. Unsere Luftverteidigungskräfte hinderten den Feind wiederum an der Durchführung zusammengefaßter Angriffe und vernichteten nach noch unvollständigen Meldungen 26 feindl. Flugzeuge. — In der vergangenen Nacht flogen einige fdl. Störflugzeuge in das west-und nordwestdeutsche Gebiet ein. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht Ziele in Südostengland an.

Führerhptqrt., 13. 2. 44 (DNB.) OKW.: Bei Witebsk vereitelten unsere tapferen Grenadiere, von Artillerie und Schlachtfliegern wirkungsvoll unterstützt, auch gestern heftige Durchbruchsversuche der Bolschewisten und vernichteten 49 feindl. Panzer. — Schwere Artillerie des Heeres, Kampf- und Schlachtflugzeuge bekämpften bei Tag und Nacht Ausladungen und Schiffsbewegungen des Feindes bei Nettuno und Anzio. Ein feindl. Landungsfahrzeug wurde versenkt, ein großes Betriebsstofflager vernichtet und mehrere Schiffe zum Abdrehen gezwungen. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Flugzeuge Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge führten Störangriffe auf Südostengland und London durch.

Führerhptqrt., 14. 2. 44 (DNB.) OKW.: Zwischen Pripjet und Beresina haben die Bolschewisten ihre Angriffe eingestellt. Unsere Truppen haben hier durch ihre Standhaftigkeit in der Zeit vom 16. 1. bis 10. 2., unterstützt durch Kampf- und Schlachtfliegerverbände der Luftwaffe, ununterbrochene feindl. Durchbruchsversuche von 30 Schützendivisionen und zahlreichen Panzerverbänden vereitelt und dem Feind hohe Verluste an Menschen und Material zugefügt. — Der Gruppenkommandeur eines Jagdgeschw., Eichenlaubträger Hptm. Barkhorn, errang am 13. 2. 44 an der Ostfront seinen 250. Luftsieg. — Kampf- und Schlachtfliegerverbände sowie Fernkampfbatterien bekämpften auch gestern bei Tag und Nacht Schiffsansammlungen und Ausladungen im Raum von Anzio und Nettuno. Dabei wurde ein Handelsschiff von 6000 BRT. durch Bombentreffer versenkt, 2 weitere Frachter mittlerer Größe beschädigt. — Feindl. Flugzeuge bombardierten in der Nacht vom 12. zum 13. 2. die Stadt Rom, ohue milit. Schaden anzurichten. — Die Luftwaffe führte in der vergangenen Nacht bei guter Sicht einen zusammengefaßten Angriff starker Kampffliegerverbände gegen London. Durch Abwurf einer großen Zahl von Spreng- und Brandbomben wurden ausgedehnte Brände hervorgerufen.

Führerhptqrt., 15. 2. 44 (DNB.) OKW.: Im hohen Norden setzten schnelle deutsche Kampfstaffeln ihre Angriffe gegen den Transportverkehr auf der Murmanbahn fort und beschädigten 3 Züge schwer. — In der Zeit vom 8. bis 14. 2. wurden an der Ostfront 206 feindl. Flugzeuge bei 27 eigenen Verlusten vernichtet. — Auf einem Flugplatz bei Nettuno entstanden durch das Wirkungsfeuer unserer Artillerie Brände in Munitions- und Treibstofflagern. — Die Luftwaffe griff mit Schlachtfliegerverbänden den Hafen von Anzio an, warf mehrere Vorratslager in Brand und setzte bei Aprilia feindl. Batterien außer Gefecht. — In den Morgenstunden des 15. 2. griffen feindl. Kampffliegerver-

Eichenlaubträger mit Schwertern; v. 1. n. r.: Major Rall, Obst. D. Peltz, Major

H. Lent, Obst. Herrmann. Weltbild (4)

bände die historische Abtei Cassino an, obwohl sich im Kloster selbst und in seiner näheren Umgebung kein deutscher Soldat befindet. In den Anlagen des weltberühmten Klosters entstanden schwere Schäden. — Über dem italien. Raum wurden gestern 17 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptqrt., 16. 2. 44 (DNB.) OKW.: Das ehrwürdige Bauwerk der Abtei von Cassino, das, wie gestern gemeldet, durch die feindl. Luftwaffe angegriffen wurde, obwohl sich in ihm und in der näheren Umgebung kein deutscher Soldat befand, ist größtenteils zerstört und niedergebrannt; die Ruinen sind nunmehr in die deutsche Verteidigungsfront einbezogen worden. — Die deutsche Luftwaffe griff mit Kampf- und Schlachtfliegerverbänden in den Abenstunden des gestr. Tages und in der vergangenen Nacht Schiffsansammlungen und das Hafengebiet von Anzio und Nettuno mit guter Wirkung an. Ein Zerstörer und 4 Frachtschiffe mit 19 000 BRT. wurden durch Volltreffer beschädigt, mehrere Betriebsstoff- und Materiallager vernichtet und Truppenunterkünfte in Brand geworfen. — In den Abendstunden des 14. 2. griffen feindl. Bomber abermals Rom an. — Brit. Flugzeuge führten in der vergangenen Nacht erneut einen Terrorangriff auf die Reichshauptstadt. Sie warfen bei bedecktem Himmel auf verschiedene Stadtteile eine große Anzahl von Spreng- und Brandbomben, die Schäden in Wohnvierteln, an Kulturbauten, Kirchen und Krankenhäusern verursachten. Die Bevölkerung hatte Verluste. Trotz ungünstiger Abwehrbedingungen vernichteten Luftverteidigungskräfte nach bisher noch unvollständigen Meldungen 48 Terrorbomber. — Einige feindl. Flugzeuge warfen Bomben auf Orte im rheinisch-westfälischen Gebiet.

Führerhptqrt., 17. 2. 44 (DNB.) OKW.:Bei Witebsk nahm der Feind seine von Panzern und Schlachtfliegern unterstützten Durchbruchsversuche wieder auf. — Unsere tapferen Grenadiere errangen, hervorragend von Artillerie- und Werfereinheiten, Tigern, Sturmgeschützen und Schlachtfliegern unterstützt, nach harten Kämpfen erneut einen vollen ♦Abwehrerfolg. — In der vergangenen Nacht führten Sowjet. Flugzeuge erneut einen schweren Angriff auf die finnische Hauptstadt Helsinki. Finnische Flakartillerie schoß 8 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhptqrt., 18. 2. 44 (DNB.) OKW.: In den schweren Kämpfen im Raum von Nikopol wurden 1754 Panzer, 533 Geschütze, zahlreiche andere Waffen und sonstiges Kriegsgerät erbeutet oder vernichtet und 56 feindl. Flugzeuge durch Infanteriewaffen abgeschossen. Unsere Luftwaffe hat an diesen Erfolgen durch Einsatz starker Kampf- und Schlachtfliegerverbände hervorragenden Anteil. — Südl. von Rom schreitet unser Angriff zur Einengung des Landekopfes von Nettuno in zähen Kämpfen vorwärts und wird dabei durch starke Artillerie und Luftstreitkräfte gut unterstützt. — Über dem Italien. Frontgebiet wurden gestern 18 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptqrt, 19. 2. 44 (DNB.) OKW.: Bei Witebsk unterstützte unsere Luftwaffe die Abwehrkämpfe mit starken Schlacht- und Jagdfliegerverbänden und vernichtete in Luftkämpfen und durch Flakartillerie 102 feindl. Flugzeuge. — Zwischen Urnen- und Peipussee sowie im Raum von Narwa wurden auch gestern von Panzern und Schlachtfliegern unterstützt starke Angriffe des Feindes abgeschlagen. — Die Luftwaffe führte in der vergangenen Nacht mit starken Verbänden erneut einen schweren Angriff gegen London. Durch Massenabwurf von Spreng- und Brandbomben wurden ausgedehnte Brände und Zerstörungen im Stadtgebiet verursacht.

Führerhptqrt., 20. 2. 44 (DNB.) OKW.: Zwischen Pripjet und Beresina trat der Feind nach starker Artillerievorbereitung, von Panzern und Schlachtfliegern unterstützt, erneut zum Angriff an. — Kampf- und Schlachtfliegerverbände griffen bei Tag und Nacht Ziele im Landeköpf Nettuno mit guter Wirkung an. Im Hafen von Anzio entstanden nach Bombentreffern ausgedehnte Brände und Explosionen in Munitionslagern. — Bei der Bekämpfung feindl. Schiffsansammlungen von Anzio wurden ein Transportschiff von 7000 BRT versenkt und zwei weitere mit 16 000 BRT schwer beschädigt. — über dem italien. Frontgebiet wurden gestern 18 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — In den Morgenstunden des 20. 2. richteten brit. Bombenverbände einen Terrorangriff gegen Orte in Mitteldeutschland. Durch Abwurf einer großen Anzahl von Spreng- und Brandbomben wurden besonders die Wohngebiete der Stadt Leipzig getroffen. Unsere Luftverteidigungskräfte vernichteten 83 viermotor. Bomber. — Feindl. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte in Nord- und Nordwestdeutschland. — Seestreitkräfte, Bordflak von Handelsschiffen und Marineflak schössen in der Zeit vom 11. bis 20. 2. 12 feindl. Flugzeuge ab.

Führerhptqrt., 21. 2. 44 (DNB.) OKW.: In den Mittagsstunden des 20. 2. griffen nordamerikau. Bomberverbände mehrere Orte in Nord- und Mitteldeutschland an. Durch Spreng- und Brandbomben

entstanden stellenweise beträchtliche Schäden, besonders in Leipzig. — In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages führten brit. Bomberverbände bei geschlossener Wolkendecke einen Terrorangriff gegen den Raum von Stuttgart. Besonders in den Wohngebieten der Stadt Stuttgart wurden Schäden verursacht und dabei Kulturdenkmäler, Kirchen und öffentliche Gebäude zerstört. Unsere Luftverteidigungskräfte vernichteten bei diesen Angriffen trotz starker Behinderung durch die Wetterlagen 49 brit.-nordamerikan. Flugzeuge, in der Mehrzahl viermotor. Bomber. — Die deutsche Luftwaffe griff in der vergangenen Nacht mit starken Verbänden schwerer Kampfflugzeuge erneut London an. Große Mengen von Spreng- und Brandbomben verursachten abermals ausgedehnte Brunde und Zerstörungen im Stadtgebiet.

Führerhptqrt, 22. 2. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Kampf- und Sehlachtfliegerverbände setzten bei lag und Nacht ihre Angriffe gegen den Landekopf von Nettuno mit guter Wirkung fort. — im Hafen von Anzio wurden 2 Handelsschiffe mit\900() BRT. durch Bombenwurf schwer beschädigt und mehrere Betriebsstoff- und Munitionslager vernichtet. — In den Nachmittagsstunden des 21. 2. griffen nord-amerikan. Bomberverbände unter starkem Jagdschutz Orte in West- und Mitteldeutschland an. Die entstandenen Schäden sind gering. In heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 33 feindL Flugzeuge, darunter 25 viermotor. Bomber, abgeschossen. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Störflugzeuge Bomben in West- und Südwestdeutschland. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages den Raum von London an.

Führerhptqrt., 23. 2. 44 (DNB.) OKW.: Bei einem überraschenden Luftangriff gegen den sowjet. Flugplatz Shitomir wurden 20 feindl. Flugzeuge vernichtet. — Am gestrigen Tage verlor der Feind an der Ostfront 47 Flugzeuge. — Unsere Schlachtfliegerverbände setzten ihre Angriffe gegen die Ausladungen des Feindes im Hafen von Anzio fort und verursachten neue Zerstörungen und starke Brände. — In den Mittagsstunden des 22. 2. griffen iiordanrferikan. Bomberverbände unter starkem Jagdschutz Orte in Mitteldeutschland an. Zu gleicher Zeit flogen nordamerikan. Bomber nach Süddeutschland und in das Protektorat ein. Durch zahlreiche Spreng- und Brandbomben entstanden besonders in den Wohngebieten einiger Städte Schäden. Die deutsche Luftverteidigung war auch gestern bei der Bekämpfung der nordamerikan. Bomber erfolgreich; sie vernichtete 119 Flugzeuge, darunter 95 viermotor. Bomber. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Störflugzeuge Bomben auf Orte im westdeutschen Gebiet. — Die deutsche Luftwaffe führte in der vergangenen Nacht einen weiteren wirkungsvollen Großangriff gegen London. Starke Verbände schwerer Kampfflugzeuge; belegten das Stadtgebiet mit großen Mengen von Spreng- und Brandbomben, die beträchtliche Schäden und ausgedehnte Brände verursachten.

Führerhptqrt, 24. 2. 44 (DNB.) OKW.: Gestern mittag flog ein nordamerikan. Bomberverband unter starkem Jagdschutz in süddeutsches Gebiet ein. Durch die schlagartig. einsetzende Abwehr unserer Luftverteidigungskräfte wurde der Feind an der Durchführung der beabsichtigten zusammengefaßten Angriffe gehindert. 45 feindl. Flugzeuge, darunter 42 Bomber, wurden in Luftkämpfen oder von Flakartillerie vernichtet. Damit verlor der Feind nahezu die Hälfte der eingesetzten Bombenflugzeuge. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Störflugzeuge Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Schwere deutsche Kampfverbände richteten einen weiteren wirkungsvollen Großangriff gegen London, der ausgedehnte Brände und Zerstörungen in mehreren Londoner Stadtteilen verursachte.

Führerhptqrt., 25. 2. 44 (DNB.) OKW.: Im Osten unterstützten starke Kampf- und Schlachtfliegerverbände die Kämpfe des Heeres und fügten dem Gegner hohe Menschen- und Materialverluste zu. — In den Mittagsstunden des 24. 2. unternahmen nordamerikan. Bomberverbände unter starkem Jagdschutz Terforangriffe gegen einige Orte in Nord-, Mittel- und Süddeutschland. Besonders in den Städten Schweinfurt und Gotha entstanden Schäden. In der vergangenen Nacht führten brit. Bomberverbände abermals einen Terrorangriff gegen die Stadt Schweinfurt. — Feindl. Störflugzeuge warfen außerdem Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Unsere Luftverteidigungskräfte vernichteten bei diesen Angriffen 166 feindl. Flugzeuge, darunter 143 viermotor. Bomber. Die deutsche' Luftwaffe führte in der letzten Nacht wieder einen erfolgreichen Großangriff gegen London durch.

Führerhptqrt.,. 26. 2. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Kampffliegerverbände griffen in den Abendstunden des 25. 2. Schiffsansammlungen im Hafen von Anzio an. 3 feindl. Transporter mit 24 000 BRT. und ein Zerstörer wurden durch Bombentreffer schwer beschädigt. Mit der Vernichtung eines weiteren Transportschiffes ist zu rechnen. — Nordamerikan. Bomberverbände setzten auch gestern bei Tag ihre Angriffe gegen Orte in Süddeutschland, besonders gegen die Städte Augsburg, Regensburg und Fürth fort. — In der vergangenen Nacht griffen brit. Terrorverbände abermals'die Stadt Augsburg an. Es entstanden besonders in den Wohnvierteln starke Schäden. Die Bevölkerung hatte Verluste. — Einige feindl. Störflugzeuge warfen Bomben in West- und Norddeutschland. — Unsere Luftverteidigungskräfte vernichteten bei diesen Angriffen 106 brit.-nordamerikan. Flugzeuge, darunter 102 viermotor. Bomber.

Führerhptqrt., 27. 2. 44 (DNB.) OKW.: In der vergangenen Nacht griffen Sowjet. Terrorflieger erneut die finnische Hauptstadt Helsinki an. Es entstanden Schäden in den Wohngebieten und Verluste unter der Bevölkerung. Finnische Flakartillerie und deutsche Nachtjäger vernichteten 13 feindl. Flugzeuge.

Führerhptqrt., 28. 2. 44 (DNB.) OKW.: Die Luftwaffe griff, von rumänischen Fliegerkräften unterstützt, mit starken Kampf- und Schlachtfliegerkräften östl. Kirowograd feindl. Artilleriestellungen, Panzer- und Truppenansammlungen an. Eine Dnjeprbrücke wurde durch Volltreffer mehrfach unterbrochen.

Führerhptqrt, 29. 2. 44 (DNB.) OKW.:i Starke Schlachtfliegerverbände der Luftwaffe unterstützten die Abwehrkämpfe, vor allem bei Kriwoj Rog, bei Dubno und am Pleskauer See durch Tiefangriffe gegen sowjet. Infanterie und motorisierte Kolonnen mit guter Wirkung. Zahlreiche Fahrzeuge und

mehrere Flakgeschütze wurden durch Bombenwurf oder Bordwaffenbesehuß zerstört. — Im hohen Norden vernichteten schnelle deutsche Kampfflugzeuge feindl. Truppenunterkiinfte an der Murman-bahn. — Marine- und Bordflak brachten über dem Hafen von Boulogne von mehreren im Tiefflug angreifenden Flugzeugen 2 viermotor. und einen zweimotor. Bomber zum Absturz. — Damit haben Seestreitkräfte, Bordflak von Handelsschiffen und Marineflak in der Zeit vom 21. bis 29. 2. insgesamt 22 feindl. Flugzeuge abgeschossen.

Führerhptqrt., 1. 3. 44 (DNB.) OKW.: Im Monat Februar wurden an der Ostfront 763 feindl. Flugzeuge, davon 43 durch Verbände des Heeres vernichtet. 60 eigene Flugzeuge gingen verloren. — Kampffliegerverbände versenkten im Hafen von Anzio ein feindl. Transportschiff von 5000 BRT. und beschädigten 4 weitere mit 15 000 BRT. sowie ein Landungsboot durch Bombentreffer schwer. — In Luftkämpfen und durch Flakartillerie verlor der Feind gestern über dem italien. Frontgebiet 12 Flugzeuge. — In den Mittagsstunden des gestrigen Tages flogen nordamerikan. Bomberverbände unter starkem Jagdschutz nach Mitteldeutschland ein und richteten im Schutze der geschlossenen Wolkendecke Terrorangriffe gegen Orte im Raum von Braunsehweig. Durch wahllosen Bombenwurf wurden einige Dörfer zerstört. Flakartillerie schoß 8 feindl. Flugzeuge ab. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Flugzeuge Bomben auf Orte in Westdeutschland. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele in Südostengland und im Stadtgebiet von London an. — Im Kampf gegen die brit.-nordamerikan. Nachschubverbindungen versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat Februar 26 Handelsschiffe mit 144 185 BRT. sowie 11 Frachtensegler. 34 weitere Schiffe mit über 200 000 BRT. wurden durch Bomben- und Torpedotreffer schwer beschädigt. Mit dem Untergang vieler dieser Schiffe ist zu rechnen. — An feindl. Kriegsschiffen wurden ein Kreuzer, 15 Zerstörer und Sicherungsschiffe, 8 Schnellboote und ein ßewacher versenkt, ein Kreuzer und mehrere Schnellboote beschädigt.

Führe:'Iqrt., 2. 3. 44 (DNB.) OKAV.: Kampffliegerverbände setzten ihre Angriffe gegen Schiffe und Ausladungen im Raum von Anzio fort und beschädigten ein Transportschiff von 5000 BRT. durch Bombentreffer schwer. — In der vergangenen Nacht führten brit. Bomberverbände im Schutze geschlossener Bewölkung Terrorangriffe gegen Orte in Südwestdeutschland. Durch zahlreiche Minen-, Spreng- und Brandbomben wurden besonders in den Wohngebieten der Stadt Stuttgart Schäden und Arerluste unter der Bevölkerung verursacht. Feindl. Störflugzeuge warfen außerdem im westdeutschen Raum Bomben. 4 feindl. Flugzeuge wurden abgeschossen. — Unsere Luftwaffe führte erneut einen Großangriff gegen London. Die in mehreren Wellen anfliegenden schweren Kampfflugzeuge warfen eine große Zahl von Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Stadtteile. Es entstanden zahlreiche Großbrände und umfangreiche Zerstörungen. '

Führerhptqrt., 3. 3. 44 (DNB.) OKW.: Schlachtfliegerverbände griffen im Raum Polonnoje-Schepetowka Truppenzusammenziehungen der Bolschewisten mit gutem Erfolg an. — Kampffliegerverbände und Fernkampfartillerie trafen bei Anzio und Nettuno 2 Zerstörer und ein Transportschiff von 7000 BRT. schwer. — In den Mittagsstunden des 2. 3. unternahmen nordamerikan. Bomber-

Ritterkreilzträger. 1. Reihe v. 1. 11. r.: Ofw. Sterr, Oblt. Sinn, Lt. Kientsch, Oblt. Schnaufer. 2. Reihe: Ofw. Kittel, Oblt. Seiffert, Hptm. Waldecker, Oblt. Brinck.

Weltbild (8)

verbände bei geschlossener Wolkendecke unter starkem Jagdschutz Terrorangriffe gegen west- und südwestdeutsche Orte. Trotz starker Behinderung durch die Wetterlage wurden 19 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — In der vergangenen Nacht warfen einige feindl. Störflugzeuge Bomben im rheinischwestfälischen Raum.

Führerhptqrt., 4. 3. 44 (DNB.) OKW.: Kampf- und Schlachtflieger versenkten in der Straße von Kertsch 2 beladene feindl. Fähren und beschädigten einige andere. Angriffe auf die Ausladestellen des sowj. Landekopfes verursachten starke Brände. — Schlachtfliegerverbände griffen wiederholt sowj. Truppenansammlungen im Raum von Schepetowka mit guter Wirkung an. — Südöstl. Witebsk behaupteten unsere Truppen ihre Stellungen gegen die wiederholt mit Panzern und Schlachtflieger-unterstützung angreifenden Sowjets, bereinigten einige Einbrüche und schössen 14 feindl. Panzer ab. — Der Angriff eines schwächeren Verbandes sowj. Torpedoflugzeuge gegen ein deutsches Geleit nn der nordnorwegischen Küste blieb erfolglos. Jagdflugzeuge des Geleitschutzes schössen 3, Bordflak 2 feindl. Flugzeuge ab. — Starke Verbände nordamerikan. Terrorflieger griffen gestern das Stadtgebiet von Rom an. Der milit. Schaden ist gering. Es entstanden Verluste unter der Zivilbevölkerung. Bei diesen Angriffen wurden durch Jäger und Flakartillerie 15 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — Nordamerikan. Bomberverbände drangen in den Mittagsstunden des gestr. Tages unter starkem Jagdschutz bei dichter Bewölkung in das norddeutsche Küstengebiet ein. Durch weitverstreute Bombenwürfe entstanden Schäden in den Wohngebieten einiger Orte und in Landgemeinden. Luftverteidigungskräfte der Luftwaffe und der Kriegsmarine vernichteten 21 feindl. Flugzeuge. — Feindl. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf West- und Norddeutschland.

Führerhptqrt., 5. 3. 44 (DNB.) OKW.: In den Mittagsstunden des 4. 3. führten nordamerikan. Bomberverbände Terrorangriffe gegen einige Orte in Westdeutschland. Besonders in den Städten Bonn und Köln entstanden Schäden in Wohnvierteln und Verluste unter der Bevölkerung. Mehrere Kirchen, Krankenhäuser und öffentliche Gebäude wurden getroffen. Ein schwächerer Bomberverband drang mit Jagdschutz bis in den Raum von Berlin vor, wurde aber durch unsere Luftverteidigungs-kräfte an zusammengefaßten Angriffen gehindert. 41 feindl. Flugzeuge, darunter 21 viermotor. Bomber, wurden vernichtet. — Feindl. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte in Westdeutschland.

Führerhptqrt., 6. 3. 44 (DNB.) OKW.: Feindl. Torpedoflugzeuge versenkten in der Nacht vom 5. zum 6. 3. nördl. Borkum den in einem deutschen Geleit fahrenden schwed. Dampfer „Diana". Von den Sicherungsstreitkräften des Geleits und der Bordflak wurden 2 bis 3 angreifende Flugzeuge abgeschossen. — Bei der Abwehr feindl. Luftangriffe gegen deutsche Stützpunkte in den besetzten Westgebieten wurden am gestr. Tage 8 feindl. Flugzeuge, darunter 3 Bomber, abgeschossen. — Einige feindl. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben im westdeutschen Raum.

Führerhptqrt., 7. 3. 44 (DNB.) OKW.: Auch nördl. Pleskau und bei Narwa scheiterten von Panzern und Schlachtiliegern unterstützte Angiiffe der Sowjets am zähen Widerstand unserer Grenadiere. — Der Angriff nordamerikan. Bomberverbände gegen die Reichshauptstadt in den Mittagsstunden des gestr. Tages brachte einen besonders großen Erfolg unserer Luitverteidigungskräfte. Einige Wohngebiete im Raum von Groß-Berlin wurden durch die zerstreiiten Bombenwürfe getroffen. 140 feindl. Flugzeuge, darunter 118 viermotor. Bomber, wurden vernichtet. — Ein Zerstörerverband unter Führung des Majors Kogler zeichnete sich hierbei besonders aus. — Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele in Südengland an.

Führerhptqrt., 8. 3. 44 (DNB.) OKW.: An der Autobahn Smolensk-Orscha wurden auch gestern wieder alle Durchbruchs versuche mehrerer sowj. Divisionen mit Unterstützung unserer Sehl ach t-flieger vor unseren Stellungen zerschlagen. — Nordamerikan. Flugzeuge griffen erneut Rom und andere Städte in Mittelitalien an. In einigen Stadtteilen von Rom entstanden Schäden. Unsere Jäger schössen dort und vor der südfranzös. Küste 9 feindl. Flugzeuge ab. — Einige feindl. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Gebiete in Westdeutschland.

. Führerhptqrt., 9. 3. 44 (DNB.) OKW.: Deutsche Torpedoflugzeuge griffen in den gestr. Abendstunden vor der algerischen Küste ein feindl. Nachschubgeleit an. 5 Transporter mit 52 000 BRT. wurden schwer beschädigt und 2 feindl. Flugzeuge über dem Geleit abgeschossen. — Bei einem erneuten Angriff nordamerikan. Bomber- und Jagdverbände gegen die Reichshauptstadt in den Mittagsstunden des gestr. Tages erlitt der Feind durch unsere Luftverteidigungskräfte wiederum schwere Verluste. In heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 112 feindl. Flugzeuge, darunter 66 Bomber, abgeschossen. Durch Bombenwürfe entstanden in einigen Stadtteilen Schäden und geringe Verluste unter der Bevölkerung. — Deutsche Flugzeuge griffen in der vergangenen Nacht Ziele in Südengland an.

Führerhptqrt., 10. 3. 44 (DNB.) OKW.: Bewachungsfahrzeuge der Kriegsmarine schössen über der Narwabucht 5, deutsche Jäger und Flakartillerie bei einem feindl. Nachtangriff auf Reval 21 sowj. Bomber ab. — Die Reichshauptstadt war in den Mittagsstunden des 9. 3. wiederum das Ziel eines Terrorangriffes der nordamerikan. Luftwaffe. Durch das starke Abwehrfeuer wurden die angreifenden Verbände zersprengt und an einem zusammengefaßten Angriff verhindert. Im Schutze einer geschlossenen Dunst- und Wolkenschicht warfen sie Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Wohnviertel und die Randgebiete, wodurch Schäden und Verluste unter der Bevölkerung entstanden. Außerdem warf der Feind auf mehrere Orte in West- und Norddeutschland wahllos Spreng- und Brandbomben. Infolge besonders ungünstiger Abwehrbedingungen wurden nur durch Flak 9 feindl. Flugzeuge abgeschossen. — In der vergangenen Nacht warfen brit. Störflugzeuge Bomben auf Orte in Westdeutschland. — In der Zeit vom 1. bis 10. 3. wurden von Seestreitkräften, Bordflak von Handelsschiffen und durch Marineflak 25 feindl. Flugzeuge vernichtet.

Führerhptqrt., 11. 33. 44 (DNB.) OKW.: Im Norden der Ostfront griffen die Bolschewisten nordwestl. Newel, im Raum von Ostrow, bei Pleskau und bei Narwa mit starken, von Panzern und Schlachtiliegern unterstützten Kräften an. — Nordamerikan. Bomber führten in den Mittagsstunden

des 10. 3. erneut einen Terrorangriff gegen das Stadtgebiet Yon Rom. In mehreren Stadtteilen entstanden schwere Schäden. 6 feindl. Flugzeuge wurden vernichtet. — Brit. Störflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte im rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Unsere Unterseeboote schössen im Nordmeer, im Atlantik und im Mittelmeer 3 feindl. Bomber ab.

Segelflugrekordanerkennung der Fédération Aéronautique Internationale Klasse D, 1. Kategorie (Einsitzer) Dauer mit Rückkehr zum Startpunkt (Deutschland), Flugzeugführer NSFK.-Sturmbannführer Ernst Jachtmann, Segelflugzeug: „Weihe' D-4-1841, Ort: Brüsterort, Datum 22.-24. September 1943, 55 h 52 min 12 sec.

Japan, erste Segelflug-Hochschule wird im April cl. J. in Ishioka, der Japan. Rhön, eröffnet werden. Vorgesehen sind dreijährige Kurse, in denen das Flugwesen unter besonderer Berücksichtigung des Segelfluges behandelt wird. Für die neue Hochschule wurden vorläufig 800 000 Yen zur Verfügung gestellt.

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