Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 21 vom 15. Oktober 1941

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



XXXIII. Jahrgang / Nr. Ii Mittwoch, 15. Okt. 1941

Praktische Ausbildung

unserer

USA Piper Kabinendreisitzer „Cruiser"

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50

, Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, n u r mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 21_15. Oktober 1941_XXXIII. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 29. Okt. 1941

Praktische Ausbildung unserer Jung=Ingenieure.

Mehrleistung in der Gestaltungsfähigkeit wird von unseren Flugzeugingenieuren nicht nur jetzt während des Krieges, sondern auch später verlangt werden. Um die Gestaltungsfähigkeit zu entwickeln, ist Voraussetzung, dem angehenden Ingenieur schon vor Beginn des Studiums eine praktische Grundschulung zu geben, wie diese unserer hochentwickelten Technik entspricht. Es darf nicht mehr genügen, daß der angehende Ingenieur bei seiner Einschreibung auf der Hochschule nur irgendeine praktische Tätigkeit in einem metallverarbeitenden Betriebe angibt. In einzelnen Fällen ist diese Praxis nur eine Verlegenheitsbetätigung, um den erforderlichen Nachweis — 1 Jahr Praxis — zu erbringen. — Nachdem in unserer größten Waffenschmiede im Auftrag des RLM (BfL) Grundlehrgänge für Metallflugzeugbauer sowie viele andere für eine praktische Ausbildung in mustergültiger Weise geschaffen sind, erscheint es notwendig, einen besonderen Grundlehrgang, welcher die Vorbedingungen zum Luftfahrt-Studium unserer kommenden Jung-In-genieure erfüllt, zusammenzustellen.

Eine solche Ausbildungsgrundlage wird nicht nur das Studium erleichtern, sondern, wenn eben die Grundlagen für das Formdenken und Gestalten vorhanden sind, von Anfang an die Fähigkeiten, wie sie von einem späteren gewandten Konstrukteur und auch Wissenschaftler verlangt werden, entwickeln. Der junge Mensch wird von sich heraus, wenn er eine gute Grundpraxis besitzt, an das Gestalten von schwierigen Aufgaben herangehen; eine Fähigkeit, die frühzeitig geübt werden muß. Eine gute praktische Grundausbildung ist daher Vorbedingung.

Uebungssegelflugzeug „EW 3".

Als einfaches, leichtes und doch strapazierfähiges Flugzeug läßt sich die EW 3 für Übergangsschulung von B auf C (Windschutzaufbau offen) und als Kabinenmaschine für Hang- und Termiksegeln sowie für Flugzeugschulschlepp einsetzen.

Für die Landung und evtl. Sturzflüge sind im Rumpf seitlich heraus-

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 14, Bd. IX.

schwenkbare Bremsklappen angeordnet. Der Einbau der Bremsklappen in den Rumpf ist dadurch möglich, daß das Leitwerk bei diesem Flugzeug sehr hoch sitzt und außer dem Streubereich der Bremsklappen liegt. Die Anordnung am Rumpf läßt sich kräftemäßig sehr gut anbringen. Die Klappen sind durch einfachen Mechanismus bedienbar. Die EW 3 wird nicht wie andere Segelflugzeugmuster zuerst auf dem Sporn gelandet, sondern setzt auf ein hinter dem Schwerpunkt sitzendes Laufrad auf. Die Maschine kippt nach vorn auf die Kufe. Hierdurch ist die Gefahr beseitigt, daß bei Schiebelandungen der Rumpf zu Bruch geht und die Maschine bekommt durch den weit vorn sitzenden Schwerpunkt eine kurze Auslaufstrecke.

Der zweiteilige Tragflügel ist mit Schnellverschlüssen durch einen Hebelgriff vom Rumpf lösbar und für Transport und Unterbringung in Hallen seitlich an den Rumpf anklappbar. Ein Doppel-T-Holm trägt den trapezförmigen Flügel freitragend und ist durch eine starke Diagonale zu dem Hilfsholm abgestützt. An der Wurzel ist der Holm über die Anschlußbeschläge zwecks Erreichen guter Kräfteeinleitung stark er-höht worden. Die Flügelnase ist mit Sperrholz diagonal beplankt.

Rumpf (Stahlrohrbauweise). Leitwerkträger — konische Dural-röhre. Die durch Windschutzaufbau geschlossene Führerkabine besteht aus nur einem Hauptspant und 3 weiteren Hilfsspanten. Der Hauptspant ist dimensioniert für die Aufnahme der Tragflächen und der Landestöße. Führersitz ebenfalls aus Stahlrohr, der Körperform angepaßt. Über die Rohre sind Traggurte gespannt, auf denen ein weich gefüttertes Sitzkissen eine bequeme Körperlage bietet. Die Sitzrohre sind durch den ganzen unteren Kabinenteil gezogen und dienen im vorderen Rumpfteil als Laufschiene für die Seitenruderfußpedale. In der Rumpf spitze läuft das

Übungsflugzeug EW 3. Bild: Weber (5).

Übungsflugzeug EW 3. Links: Rumpfvorderteil unbespannt. Rechts; Man beachte das gute Gesichtsfeld.

Bild FAQ, Stettin (2).

gesamte Rohrsystem in einem Knotenpunkt zusammen, wo dann durch einen Beschlag Schleppkupplung und Starthaken, sowie die Kufe angeschlossen sind.

Das mit Segelflugkleinin-strumenten ausgestattete Instrumentenbrett ist für gute Draufsicht und gute Beleuchtung schräg in den Rumpf unterhalb des Windschutzaufbaues in das Spantgertist eingehängt. Der Windschutzaufbau bildet den Übergang zwischen Rumpf und Tragflügeln und ist so ausgebildet, daß er wegen Verzerrungsgefahr nur aus einseitig gewölbten Scheiben hergestellt wird.

Der runde, aus 1 mm Dural-rohr hergestellte, Leitwerksträger ist an dem Rumpfboot am Haupt- und Hilfsspant angeschlossen. Bei irgendwelchem Bruch läßt sich die Röhre leicht auswechseln.

Sämtliche Ruder (Höhen-, Seiten- und Querruder), sowie die Dämpfungsflossen sind in einfachem Aufbau aus Leichtmetall hergestellt. Für die Ruder wurde als Torsionsnase ein Du-ralrohr verwendet, an dem die Rippen durch Knotenbleche angeschlossen sind. Die Seitenflosse ist mit der Rumpfröhre

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Übungsflugzeug EW 3.

Zeichnung Flugsport

fest verbunden. Die Höhenflosse dagegen wird durch eine V-Strebe zur Seitenflosse abgestützt und läßt sich durch einen Handgriff leicht lösbar gegen die Seitenflosse anklappen.

Das Flugzeug hat bis jetzt 30 Starts mit einer Gesamtflugzeit von IOV2 Stunden, dabei mehrere Stundenflüge, durchgeführt.

Spannweite 14,50 m, Länge 6,20 m, Höhe 1,60 m, Flächeninhalt 14,2 m2, Rüstgewicht 110 kg, Zuladung 90 kg. E. Weber.

In seiner ursprünglichen Form als Gleiter für besonders kleine Sinkgeschwindigkeit gedacht (Doppeldecker hat bei gleicher Spannweite kleineren induzierten Widerstand als Eindecker!) wurde das Flugzeug noch während des Baues als Motorgleiter umkonstruiert und damit seine Verwendungsmöglichkeit im Rahmen des Gruppenflugbetriebes der FAQ Stettin verbessert. Das Flugzeug eignet sich wegen seiner geringen Start- und Landegeschwindigkeit und wegen der guten Sichtverhältnisse sehr gut zum Umschulen von Segelflugzeugführern. Durch Verwendung eines Dreiradfahrwerkes ergaben sich besonders angenehme Roll- und Landeeigenschaften, zumal das Landen mit kleinem Anstellwinkel bei der geringen Flächenbelastung möglich und dem Segelflieger ein gewohnter Vorgang ist. Durch Zurückklappen der beiden Tragwerkshälf-ten ist die Unterbringung auf kleinstem Raum möglich.

Tragwerk vierteilig, Flügel einholmig mit Sperrholznase, X-Stiele aus Holz, Streben aus rundem Stahlrohr, sperrholzverkleidet und zur Verringerung der Knicklänge gegen die Oberflügel abgefangen. Eigengewicht der Tragflügel 3 kg/m2 (für Bgr. P 3 sehr gering), Querruderantrieb durch Berührungshebel im Unterflügel, benötigt beim Beiklappen keinerlei Montagearbeit.

Rumpf: Stahlrohrbauweise mit Formleisten und Stoffbespannung. Sitzraum sehr geräumig und bequem. Gute Sicht nach allen Seiten. An Überwachungs- und Bedienungsgeräten sind eingebaut: Fahrt-, Drehzahl- und Höhenmesser, Kompaß, Gashebel. Einspritzpumpe und Zündschalter.

Motorgleiter „Stettin 4".

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8000

Leitwerk normale Holzbauweise mit Stoffbespannung, Höhenflosse am Boden einstellbar. Höhen-

und Seitenruderantrieb durch Seile. Leitwerksträger aus Holzringen, Holzlängsleisten und doppelter

diagonaler Stoffbespannung. Ein Einzelträger im Gewicht von etwa 1 kg wurde auf Druck beansprucht, ohne sichtbare Formänderung zu zeigen. Horizontale Kräfte werden durch Verspannung zum Oberflügel geleitet.

Motorgleiter Stettin 4.

Zeichnung Flugsport

Fahrwerk: 2 Räder 380X150 hinter dem Schwerpunkt, ein gleiches

Motorgleiter „Stettin" 4. Bild: FAQ Stettin (2).

Rad in drehbarer, mit dem Fußsteuer gekuppelten Gabel unter dem Rumpfbug. Alle Räder ohne zusätzliche Federung.

Motor: Kroeber M 4 mit 18 PS Nennleistung, Druckschraube mit 1340 mm 0r. Brennstoffbehälter von 20 1 Inhalt hinter dem Führersitz. Brennstofförderung zum Motor durch Membranpumpe.

Spannweite 11,0 m, Länge 5,7 m, Höhe 2,3 m, Breite (beigeklappt) 2,0 m, Tragfläche 19,5 m2, Rüstgewicht 190 kg, Zuladung 100 kg, Fluggewicht 290 kg, Flächenbelastung 14,9 kg/m2, Leistungsbelastung 16,1 kg/PS, Höchstgeschw. 98 km/h, Steiggeschw. am Boden (mit Kompromiß-Schraube) 1,55 m/s, Größte Flugstrecke (Reiseflug) 225 km.

USA Piper Kabinenzweisitzer „Coupe".

Das Modell 1940 der Piper Aircraft Corp. des zweisitzigen Kabinenflugzeuges zeigt geringe Verbesserungen in der Formgebung zur Verringerung des Luftwiderstandes, wie Strebenverkleidungen, günstigere Stellung der Sichtscheiben nach vorn, um die Luftströmung am Flügel zu verbessern, sowie kleine Einzelheiten in der Ausstattung der Kabine.

USA Piper „Coupe" Kabinenzweisitzer 1939. Bild: Aero Digest

USA Piper „Coupe" Kabinenzweisitzer 1940. Bild: Aero Digest

Flügel zweiholmig mit V-Streben gegen Unterseite Rumpf abgefangen, zeigt gegen die frühere Ausführung 1939 nichts neues. Rumpf Stahlrohr geschweißt mit aufgelegten Formleisten, stoffbespannt. Sitze nebeneinander. Doppelknüppelsteuerung. Einsteigtüren auf beiden Seiten. Kabine innen mit Stoff ausgeschlagen.

Höhen- und Seitenleitwerk gegeneinander verspannt, zeigt die frühere Ausführung.

Fahrwerk an der Rumpfunterseite angelenkte Halbachsen mit Stoßaufnehmer-Streben. Räder mit Bremsen, verkleidet.

Mit 65 PS Continental Motor, Preis 1910 $, oder mit 65 PS Lyco-ming Motor 1995 8.

PATENTSAMMLUNG

1941

des

Band IX

Nra 14

Inhalt: 702874; 705500; 706002; 707246, 679; 709302» 500, 519, 558, 647, 920; 710043. 066, 210.

Bremsmittel (Gr. 47). k!7 Pat. 709 558 v. 13. 5. 38, veröff.

2Q 8 41 Dornier-Werke G. m. b. H., Friedrichshafen*). Vorrichtung sunt Ein- und Ausschwenken einer Bremsfläche an Flugseugen. Patentansprüche :

1. Vorrichtung zum Ein- und Ausschwenken einer Bremsfläche, die an einem im Flugzeug drehbar gelagerten Lenker aufgehängt ist und während des Ausfahrens mit Hilfe eines Gestänges in die Bremsstellung überführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der Bremsfläche (8) durch einen,an der Bremsfläche angelenkten, die Bremsfläche schon zu Beginn des Ausfahrens in eine das Ausfahren durch die Luftströmung unterstützende Stellung bringenden Lenker (11, 43) erfolgt.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungslenker (11) an seinem freien Ende mit einer im Flugzeug drehbar gelagerten, vom Lenker (9) angetriebenen Kurvenscheibe verbunden ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungslenker (43) ortsfest am Flugzeug gelagert ist.

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*) Erfinder: Simon Qeisberger, Manzell über Friedrichshafen.

h J/7a Pat 710 210 v- 16- 4- 39< veröff. 6. U *#1 05 9 41 OUo Huwa!df Kiel-Hammer.

Boden entfem nngsmeßgerät für Flugzeuge.

Patentanspruch: Bodenentfernungsmeßgerät für Flugzeuge, bei dem ein am Flugzeug drehbar gelagerter, beim Landen zuerst den Boden berührender Fühlhebel auf eine elektrische Anzeigevorrichtung einwirkt, gekennzeichnet durch einen von dem Fühlhebel eingestellten Walzenwider-stand. w I

Luftschrauben (Gr. 1—11).

C Orv> Pat" 709 647 v- 13- L 38< veröff. 22.

^ 41 Hug0 Heine Berlin*). Hölzerner L ufisch raub en flu gel.

*) Erfinder: Adolf Wagenitz, Berlin, und Max Scholz, Berliii-WUhelmshageu.

Patentanspruch: Hölzerner Luftschraubenflügel mit einem Kantenschutzblech und einer den Flügelgrundkörper über das ganze Flügelprofil umschließenden harten Bewehrung aus in einem das Eindringen von Feuchtigkeit verhindernden Klebstoff eingebetteter Drahtgaze, wobei das Kantenschutzblech auf einem mit dem Flügelgrundkörper durch Befestigungsglieder (Nieten, Schrauben, Nägel) verbundenen Tragblech unter Abdeckung der Köpfe der Befestigungsglieder aufgelötet ist, nach Patent 702 509, dadurch gekennzeichnet, daß die harte Bewehrung (f, g)

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unterhalb des Randstreifens des vollständig im Flügelprofil liegenden Kantenschutzbleches (e) in den Flügelgrundkörper (a) versenkt und in die so entstandene Vertiefung in au sich bekannter Weise das als schmaler Streifen ausgebildete Tragblech (bi) eingelegt ist.

Triebwerk (Gr. 12—15).

C 1 9nc Pat- 709302 v. 13. 3. 38, veröff. 13. 1 ^05 8. 41. Anton Welter, Nürnberg.

Luftschrauben antrieb, insbesondere jiir Modellflugzeuge.

P a t e n t a n s p r ü c h e : 1. Luftschraubeuantrieb, insbesondere für Modellflugzeuge, mit zwischen Luftschraube und Gummisträn-gen in einem Gehäuse eingebauten Getriebe, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ausgleich der bei Verwendung von zwei oder mehr Gummisträngen (b) auftretenden Verwiuduugskräfte (p), die im Gehäuse gelagerten Zahnräder (a bzw. a0, die in an sich bekanntei Weise von je einem an die verlängerte Welle der einzelnen Räder eingehakten Gummistrang (b) angetrieben werden, abwechselnd entgegengesetzten Drehsinn aufweisen, wobei sie, im Gehäuse in einer Ebene liegend, in fortlaufender, beliebiger Reihenfolge miteinander kämmend augeordnet sind.

2. Luftschraubenahtrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Qetriebegehäuse und der hinteren Hakenplatte ein in seiner Länge (1) verstellbares Abstandsrohr (f) eingebaut ist.

C \ 5nt pat. 709 920 v. 14. 11. 37, veröff. ^ 1 29. 8. 41. Messerschmitt A.-G., Augsburg*5"). Durch Brennkraftmaschine angetriebenes Flugzeug mit Absaügniig der Grenzschicht.

Patentanspruch : Durch Brennkraftmaschine angetriebenes Flugzeug mit Absaugung der Grenzschicht, bei dem die zum Vergaser oder Lader der Brennkraftmaschine führende Leitung wahlweise auf die Absaugschlitze oder eine freie Saugöffnung geschaltet werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß das Schalt- bzw. Regelorgan selbst-

tätig durch ein auf Staudruck und/oder Anstellwinkel ansprechendes Organ, z. B. einen Staudruckmesser oder einen kleinen selbsttätigen Vorflügel, gesteuert wird, der das Verhältnis zwischen der unmittelbar angesaugten Luftmenge und der aus den Absaugschlitzen abgesaugten Luftmenge bestimmt, wobei eine dieser beiden Luftmengen zu Null werden kann.

*) Erfinder: Dipl.-Ing. Dr.-Ing. e. h. Willy Messerschmitt, Augsburg.

C \ Sno Pat 709 5°0 v- 12' 7- 38> veröff. 1^02 19 8 41 junkers Flugzeug- und

-Motorenwerke Akt.-Ges., Dessau*). AnLuft-fahrzengmotoren angeordnete Abtriebeinrichtung zur Entnahme größerer Leistungen,

Patentansprüche:

1. An Luftfahrzeugmotoren angeordnete Abtriebeinrichtung zur Entnahme größerer Leistungen, z. B. zum Antrieb von Hilfsmaschinen, wie Gebläsen, gekennzeichnet durch einen an Stelle des Anlassers (2) am Motor festgelegten Lagerkörper (3), in dem eine Abtriebswelle (4) gelagert ist, welche an einem Ende einen Kupplungskörper (7) aufweist, der in das am Motor vorhandene Anschlußglied (8) zur Aufnahme des Anlasserdrehmoments eingreift und welche auf ihrem anderen Ende ein dem erstgenannten Anschlußglied (8) entsprechen-

*) Erfinder: Dr.-Ing. Otto Mader, Dessau-Ziebigk, Dipl.-Ing. Hans Gropler und Erwin Handke, Dessau.

des Glied (80 zur Aufnahme des Anlasserdrehmoments trägt und die ierner mit Einrichtungen (9 bis 11) zur Abnahme des Antriebsdrehmoments versehen ist.

2. Abtriebeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtriebswelle (4) im Lagerkörper

(3) mindestens an zwei in Achsrichtung hintereinander-liegenden Stellen (5, 6) gelagert ist und zwischen dem Lagerkörper (3) und dem auf ihr festgelegten Anschlußglied (8') zur Aufnahme des Anlasserdrehmoments ein oder mehrere drehsteife Gelenke (14, 15) aufweist und daß die Abtriebeinrichtung (9 bis 11) und der Anlasser (2) getrennt vom Motor (1) am Luftfahrzeugkörper angeordnet, sind.

3. Abtriebeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtriebswelle

(4) in einem getrennt vom Motor (1) am Luftfahrzeugkörper angeordneten Gehäusekörper (13) gelagert ist, der die Einrichtungen (9 bis 11) zur Abnahme des Abtriebdrehmoments von der Abtriebswelle (4) enthält und zur Festlegung des Anlassers (2) dient.

Sonstige Einrichtungen für Luftfahrt (Gr. 25—32).

C 25 Pat 710043 v- 9- 2- 38> veröff. 2. 9. 41. Bamag-Meguin Akt.-Ges., Berlin*).

Dachförmig ausgebildeter Platzreiter.

Patentanspruch: Dachförmig ausgebildeter Platzreiter aus nachgiebigem Stoff zur Abgrenzung von Plätzen, insbesondere zur Begrenzung der Start- und Landeplätze für Flus-*!f "Wz \

zeuge, dadurch gekennzeichnet, daß die aus einem Kunststoff thermoplastischer Art bestehenden Platten des Platzreiters ein im Scheitelpunkt bogenförmig gestaltetes, elastisch nachgebendes Formstück (1, 2) bilden, das mit dem Erdboden durch eine bewegliche Verbindung (5) (Kette, Seil o. dgl.), die im Scheitelbogen des Formstückes (1, 2) angreift, nachgiebig verbunden ist.

*) Erfinder: Werner Lange, Berlin.

r Pat. 709 519 v. 21. 12. 38 veröff. 19. C z,\J g 41 Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt E. V., Berlin-Adlershof*). Anordnung zur Anzeige der Annähe? ung an den überzogenen Flug zustand.

Patentansprüche:

1. Anordnung zur Anzeige der Annäherung an den überzogenen Flugzustand, bei der die Druckdifferenz zweier Meßrohre zur Warnung des Flugzeugführers oder zum Eingriff in die Steuerung benutzt wird, gekennzeichnet durch ein Meßrohr (a) in einem solchen Abstände oberhalb der Flügeloberseite bzw. ihrer Verlängerung, daß es bei normalem Flugzustand außer-

*) Erfinder 7 Dipl.-Ing. Fritz-Werner Hoppe, Berlin-Wendenschloß.

halb der Grenzschicht liegt, bei Annäherung an den überzogenen Flugzustand jedoch von ihr überspült wird, welches mit einem zweiten Meßrohr zusammenarbeitet.

2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Meßrohr sich außerhalb der Grenzschicht befindet und zur Messung des Gesamtdruckes dient.

3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Meßrohr oder eine andere sinngemäß wirkende Einrichtung den ungestörten statischen Druck mißt.

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Pat. 707 246 v. 2. 7. 38, veröff. 17. 6. 41. R. Fuess vorm. J. G. Greiner jr. & Geissler, Berlin-Steglitz"). Elektrische Signalvorrichtung zum Anseigen des Ansklinkvorgan ges beim Schleppstart.

Beim Segelflugschlepp ist es wichtig, diejenige Höhe und denjenigen Augenblick genau zu kennen, in dem das Lösen vom Schleppflugzeug erfolgt, da erst von da ab der eigentliche Segelflug beginnt.

Patentanspruch: Elektrische Signalvorrichtung zum Anzeigen des Ausklinkvorganges und Beginns des Segelfluges beim

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Schleppstart, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit der Ausklinkvorrichtung gekuppelte elektrische Kontaktein-ricrrrmrg- mit' dem Zeitmarkenhebel eines an sich bekannten Höhenschreibers in Arbeitsverbindung steht. *) Erfinder: Erich Oppermann, Berlin.

c27oi Pat 707679 v-

14. 11. 35, veröff. 30. 6. 41. Francesco Merz, Turin,

Italien. Zulinder für eine kolbenbeiätigle Beschleunigungsvorrichtung, insbesondere Flugsengschleuder.

Patentansprüche: 1. Zylinder für eine kolbenbetätigte Beschleunigungsvorrichtung, insbesondere Flugzeugschleuder, bei dem die unmittelbare Übertragung der Kolbenbewegung auf den zu beschleunigenden Körper mittels eines durch einen selbsttätig abdeckbaren Längsschlitz des Zylinders hindurchtretenden, mit der Kolbenstange fest ver-

bundenen Mitnehmerzapfen erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß im Druckraum der Zylinderlängsschlitz von einem in der inneren Zylinderwand durch den Kolben geführten, durch das Druckmittel angepreßten biegsamen Stahlband abgedeckt ist, das im druckmittelfreien Zylinderraum durch den Mitnehmerzapfen an seiner jeweiligen Durchtrittsstelle vom Schlitz abgehoben wird.

2. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (3) eines Zylinders G) aus starrem Baustoff im Innern durch einen biegsamen Zylinder (8, Fig. 2 und 3) mit versetztem Längsschlitz abgeschlossen wird, wobei die Strebe (6) derart gebogen wird, daß sie um den überdeckenden Rand des biegsamen Innenzylinders herum unter Aufbiegung durch den Schlitz (3) des Außenzylinders (1) austritt.

3. Maschine nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß, insbesondere bei Unterteilung des Bandes in mehrere Teile, elastische, geschlitzte Ringe (9) in ringförmige Innennuten (9') des Zylinders (1) eingesetzt sind und das Band an den Schlitz (3) pressen.

4. Maschine nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das abschließende Band U-förmigen Querschnitt hat und daß seine Schenkel sich in Nuten einlegen, 4ie an den Schlitzrändern aus der Innenwand des Zylinders (1) ausgespart sind (Fig. 6).

5. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (1) zu einem geschlossenen Ring gebogen ist, so daß der Kolben (4) eine Umlaufbewegung vollführt.

6. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in ihr mehrere Zylinder kranzförmig miteinander liegenden Zylinderwänden angeordnet sind (Fig. 9).

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f Pat. 702874 v. 8. 11. 36, veröff. 02 19. 2. 41. Gottwalt Müller, Berlin.

Verfahren und Vorrichtung zum Anheben von beschädigten Flugseugen.

Patentansprüche:

1. Verfahren zum Anheben von beschädigten Flugzeugen, bei denen das Ansetzen von Hebezeugen an den am Flugzeug dafür vorgesehenen Stellen nicht mehr möglich ist, dadurch gekennzeichnet, daß zum Erzeugen einer Hubkraft mit geringer Flächenpressung zwischen die Beplankung oder Bespannung der Zelle und dem Erdboden Blähkissen eingezogen und dann durch Druckgas aufgepumpt werden.

2. Blähkissen zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es mit Befestigungsmittel enthaltenden Ansatzlappen versehen ist.

3. Blähkissen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß es aus mehreren aneinander befestigten Schläuchen besteht.

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Pat. 705500 v. 23. 5. 34, veröff. 30. 4. 41. Miag Mühlenbau und Industrie Akt.-Ges., Braunschweig. Motorisch betriebener Schlepp/vagen für Flugsenge.

Gegenstand der Erfindung ist ein Schleppwagen, der es gestattet, Flugzeuge auch bei besonders beschränk-

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teu Raumverhältnissen zu verfahren und sie um ihre Hochachse zu drehen. Dadurch ist es möglich, jedes Flugzeug von jedem Punkt des Flugfeldes oder der Flughalle auch geradlinig in jede beliebige Richtung abschleppen zu können. Außerdem gestattet es der neue Schleppwagen, jedes Flugzeug auch im unebenen Gelände zu befördern. Er ist dabei insbesondere zum Abschleppen und Wenden schwerer Flugzeuge geeignet. Patentansprüche: 1. Motorisch betriebener Schleppwagen für Flugzeuge, bei dem zwischen den Schenkeln des gabelförmigen Wagenrahmens eine heb- und senkbare, mit einer Haltevorrichtutig für den Flugzeugsporn versehene Hub- und Stützvorrichtung für das Schwanzende des Flugzeuges vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daO die Hub- und Stützvorrichtung aus einer in waagerechten Ebenen parallel verlegbaren Plattform (7) mit einer eingebauten Drehscheibe (9) an sich bekannter Art besteht, deren Drehachse in der senkrechten, durch die Achslinie der Laufräder (3) gedachten Ebene oder parallel zu ihr liegt, und daß der Wagenrahmen (l) mit dem als Fahr- und Lenkgestell dienenden Vorder-wagen (52) durch ein Kreuzgelenk (49) verbunden ist, dessen senkrechter Schwenkzapfen genau über der Achse (50) der Lenkräder (51) liegt.

r Cyj Pat. 710 066 v. 21. 10. 36, veröff. ^ AI 03 ^ Q 41 Mechanische Werkstätten Neubrandenburg G. m. b. H., Berlin-Britz*).

Gerät sunt Ausbilden von Flugschülern, insbesondere von Bombenwerfern,

Patentansprüche:

1. Gerät zum Ausbilden von Flugschülern, insbesondere von Bombenwerfern, mit auf einem Gerüst vorgeseheneu Schülerstand und Zielfernrohr, dadurch gekennzeichnet, dal.l eine zum Lagern des Zielgerätes (5) dienende Platte (6) gegenüber dem ortsfest angeordneten Schülerstand durch zwei zueinander senkrecht stehende Bewegungsrichtungen erzeugende Stangentriebe in ihrer Ebene bewegbar ist, deren an der Platte (6) angreifende Stangen (9) aus zwei kraft-schlüssig gekuppelten Gliedern (16, 17) bestehen, wobei jede Stange (9) durch einen vom Stangentrieb betätigten spann- und eutspanubaren Federtrieb zusätzlich bewegt wird.

2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, *) Erfinder: Arno Flügel. Berlin.

daß sich gegen die beiden Enden eines die hin und her gehende Stange (9) führenden feststehenden Körpers (15) zwei um die Stange gelegte, vorzugsweise verschieden starke Schraubenfedern (22, 23) stützen, von denen die der Platte (6) zugekehrte stärkere Feder (23) durch einen gesteuerten Bund (24) spauubar ist und nach dessen Freigabe gegen einen Anschlag (25) der Stange wirkt, während die andere dem Antrieb zugekehrte schwächere Feder (22) am freien kopfartigen Staugenende (16) anliegt, mit welchem der Bund (17) eines in der Stange geführten Autriebsstempels (18) zusammenarbeitet.

Hier folgen Ansprüche 3—10.

C 20 Pat 706002 v- 2L 7- 35> veröff. 15.

5. 41. Allgemeine Elektricitäts-Ge-sellschaft, Berlin*). Einrichtung zur Anzeigt der Kursänderung oder zur Steuerung von Fahrzeugen.

Patent a u s p r u cli : Einrichtung zur Anzeige der Kursänderung oder zur Steuerung von Fahrzeugen, wie Schiffen oder Flugzeugen, insbesondere bei Geschwaderfahrteu mittels von einem Leitfahrzeug dauernd oder intermittierend aus-gesaudter infraroter Strahlen unter Benutzung eines Empfängers, der in eine Reihe einzelner, nach verschiedenen Himmelsrichtungen zeigender und in Form einer Windrose angeordneter Teilempfänger aufgeteilt ist, wobei jeder Teilempfänger aus einer lichtempfindlichen Zelle besteht, deren Impulse durch Verstärker-einrichtungen verstärkt werden können, dadurch gekennzeichnet, daß an jeden Teilempfänger eine von in Kreisringform augeordneten Spulen angeschlossen ist. die eine über einer Windrose spielende Kompaßnadel oder ein mit einem Steuermechanismus in Verbindum; stehendes Drehrelais betätigen.

*) Erfinder: Dr. sc. mit. Walther Schaffernicht, Berlin-Dahlem. und Dr.-Ing, Richard Orthuber, Berlin.

Pat.-Samml. Nr. 14 wurde im „FLUGSPORT" XXXIII., Heft 21, am 15.10.1941 veröffentlicht

Spannweite 11,50 m, Länge 6,8 m, Höhe 2,06 m, Fläche 16,94 m2. Flügelbei. 38,65 kg/m2, Leistungsbel. 9,82 kg/PS. Leergewicht 332 kg, Fluggewicht 637 kg, Geschwindigkeit 160 km/h, Landegeschwindigkeit 60 km. Steigfähigkeit 138 m/min. Gipfelhöhe 3600 m, Reichweite 732 km.

USA Piper Kabinendreisitzer „Cruiser".

Der Piper Club J5B „Cruiser", ein Dreisitzer, ist in der Spannweite etwas kleiner.

Flügel zweiholmig stoffbespannt. Flügelschnitt USA 35B.

Rumpf Stahlrohr. Kabine, vorn Führersitz, hinten Sitzbank. Heizung durch Auspuff. Doppelsteuerung für vorderen und hinteren Sitz, auskuppelbar.

USA Piper „Cruiser" Kabinendreisitzer. Bild: Aero Digest

Höhen- und Seitenleitwerk gleiche Ausführung wie bei dem Coupe.

Fahrwerk zeigt verstärkte Ausführung gegenüber dem Coupe. In den Halbachsen sind besondere Abfederungen eingeschaltet. Schwanzrad schwenkbar abgefedert.

Motor Lycoming GO-145-G 75 PS.

Spannweite 10,8 m, Länge 6,9 m, Höhe 2,1 m, Fläche 16,6 m2, Flügelbei. 39,7 kg/m2, Leistungsbel. 8,76 kg/PS. Leergewicht 344,7 kg, Fluggewicht 657,7 kg. Geschwindigkeit 152,9 km/h, Landegeschwindigkeit 64,4 km. Steigfähigkeit 138 m/min. Gipfelhöhe 3048 m, Reichweite 684 km. Preis 1798 $.

Urslnus See=Jagdeinsitzer 1916.

Den Konstrukteuren war zu dieser Zeit die Aufgabe gestellt, die Geschwindigkeit der Jagdflugzeuge mit den verhältnismäßig kleinen Motoren von 120 PS (Daimler) zu erhöhen. Besonders schwierig war die Aufgabe bei Seeflugzeugen. Da kleine Flugboote (Einschwimmermaschinen) den Anforderungen bei Seegang gegen Vollschlagen nicht genügten, wurden 2-Schwimmer-Flugzeuge verlangt. Der Luftwiderstand von 2 Schwimmern und den dazugehörigen Sehwiinme r v er str e-bungen war so groß, daß eine erhebliche Steigerung der Geschwindigkeit kaum erreicht werden konnte. — Oskar Ursinus ging zu dieser Zeit daher einen ganz neuen Weg und konstruierte einen See-Jagdeinsitzer

mit hochziehbaren Schwimmern. Die Schwierigkeiten der Aufgabe bestanden vor allem darin, die durch das Hochziehen der Schwimmer bzw. durch Wegfallen des großen Drehmomentes, Schwimmerwiderstand X Abstand vom Schwerpunkt entstehende Hinterlastigkeit auszugleichen. Deshalb klappte Ursinus den Schwimmer nicht nach hinten, sondern nach vorne an, wodurch die Hinterlastigkeit ausgeglichen wurde. Das Hochziehen der Schwimmer wurde durch Verkürzung bzw. Verlängerung der Diagonalverspannungen durch eine kleine Differentialwinde mit selbsthemmender Schnecke vom Führersitz aus durchgeführt. Durch das nach vorne Hochziehen der Schwimmer und zur Erreichung einer windschnittigen Rumpfform verwandte Ursinus zum ersten Male eine Schraubenferntriebwelle, die sich tadellos bewährte und im Betrieb keinerlei Schwierigkeiten zeigte. — Der Führersitz mit gesteuertem MG auf der rechten Seite war so gelagert, daß ausgezeichnetes Gesichtsfeld über und unter dem Oberflügel vorhanden war. Ober- und Unterflügel einstielig verspannt. — Querruder nur am Oberflügel, Antrieb mit Torsionsrohren und Stoßstangen. Schwimmer einstufig, hinten stark gekielt, paßten sich in hochgezogenem Zustand der Rumpfform an. Es sollte auch möglich sein, bei Notwasserungen mit hochgezogenen Schwimmern, wassern zu können. Die zu dieser Zeit von Ursinus eingeschlagenen Wege mit hochziehbarem Schwimmwerk, eilten der Zeit weit voraus. Bei dem heutigen hochentwickelten Stand der hydraulischen Mittel sind ganz andere Möglichkeiten gegeben, derartige Hochzieh-Einrichtungen viel einfacher auszuführen. — Leider ging die Maschine bei See-Versuchsflügen vorzeitig zu Bruch. Für die Konstruktion war ursprünglich ein 120 PS Daimler-Motor vorgesehen, der aber bereits nach Baubeginn mit 160 PS Benz ersetzt wurde. Die Geschwindigkeit, die über 200 km/h

Ursinus See-Jagdeinsitzer 1916.

Archiv Flugsport

betragen sollte, konnte leider nicht ausgeflogen werden. Nebenstehende Abbildungen vermitteln einen Eindruck von der schnittigen Formgebung der Ausführung dieses See-Kampfeinsitzers. — Spannweite 9 m, Höhe mit ausgefahrenen Schwimmern 2,9 m, mit eingefahrenen Schwimmern 2 m, Länge 8,65 m, Geschwindigkeit 170 km/h, Leergewicht 748,035 kg, davon Schwimmer 83 kg, Zuladung 251,4 kg, Fluggewicht 1000,435 kg.

FLUG UMDSCHÄ

Inland.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an Generallt. Pflugbeil, Kommandierender General e. Fliegerkorps. Hptm. Walter Bradel, Staffelkap., Olt. Petzold, Flugzf. beide in einem Kampfgeschw., Oberstlt. Weitkus, Kommod, eines Kampfgeschw., Major Beckh, Kommod, eines Jagd-geschw., Hptm. Gollob, Gruppenkom. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Eckerle, Staffelkap., Oblt. Schmidt, (Winfried), Staffelkap., beide i. e. Jagdgeschw., Oblt. Carganico, Staffelkap. i. e. Jagdgeschw., Hptm. Linke, Gruppenkom., Hptm. Freih. von Beust, Gruppenkom., Hptm. Guenzel, Gruppenkom., sämtl. i. e. Kampfgeschw., Oblt. Schlosser und Oblt. Möns, beide Flugzeugf. i. e. Fernkampfgeschw.

Beförderungen in der Luftwaffe. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat mit Wirkung vom 1. 10. 41 befördert: Zum General der Flakartillerie: den

Generalleut. tiaubold; zu Generalmajoren: die Obersten Behrendt, Boettge, Krahmer. Funcke, Schoebel, Dipl.-Ing. Maelzer; zu Obersten: die Oberstlt. Edert, Freih. von Hou-wald, Stange, Schmidt, Vabancic, Eiche, Wilke, Walter, Lochmann, von Braun, Speth, Knab, Behnke, Voelk, Hashagen, von Wedel, Oxe, Usbeck, von Landwüst, von Alten, Drechsler, Wagner, von Haine, Ruegemer, Wex, Steppuhn.

15 Ritterkreuzträger sind NSFK.-Männer. Die beim NS.-Fliegerkorps erhaltene fliegerisch-vormilitärische Ausbildung hat sich im Fronteinsatz bewährt. Dankbar erinnern sie sich immer wieder der Zeit ihrer Ausbildung. So schreibt ein Feldwrebel, der im Südabschnitt der Ostfront sich in heldenhaftem Einsatz stolze Erfolge als Kampfflieger holte, folgenden Brief: „Wenn ich heute nach langer Zeit wieder mal etwas von mir hören lasse, dann tue ich das aus Dankbarkeit für die mir im NS.-Fliegerkorps widerfahrene fliegerische Aus- und Weiterbildung. Heute erkenne ich erst recht den Wert der fliegerischen Vorschule, und ich bin stolz, diese seit Jahren betrieben zu haben. Vor IV2 Stunden bin ich von meinem 66. Rußlandflug zurückgekehrt und melde Ihnen meinen 23., 24., und 25. Luftsieg." Wenige Tage später meldete derselbe Feldwebel seinen 35. Luftsieg.

Ausland;

Ital. Luftfahrtschule Bruno Mussolini in Forli durch den Duce eingeweiht.

Curtiss P 40 D, Jagdeinsitzer, führt in der englischen Luftwaffe die Bezeichnung Curtiss Hawk 87 (Kittyhawk).

Luftverkehr Frankreich — Spanien — Portugal wurde am 1. Sept. d. J. wieder aufgenommen.

Nationales Flugzeugwerk in Spanien unter starker staatlicher Beteiligung gegründet. Herstellung von Bombenflugzeugen.

Schwedische Luftwaffe hat eine Anzahl Caproni Ca-313 Flugzeuge erworben.

Bristol „Beaufighter", vorwiegend als Nachtjäger und Langstrecken-Begleitflug-zeug eingesetzt. Höchstgeschwindigkeit wird mit 530 km/h, Reichweite mit 3500 km angegeben. Den gleichen Zwecken dient übrigens auch die „Spitfire V".

De Havilland gegenläufige Luftschraube mit drei Blättern, gleichbleibender Drehzahl und Segelstellung in Entwicklung.

„Fortress I" ist die englische militärische Bezeichnung des bekannten amerikanischen Bombers Boeing B — 17 C.

Hawker „Typhoon4*, neues englisches Jagdflugzeug, über das bisher noch keine Daten veröffentlicht wurden. Nach amerikanischen Angaben soll das Fluggewicht 4000 kg und die Höchstgeschwindigkeit 660 km/h betragen.

Bristol „Blenheim" IV F, neueste Ausführung als Kampfflugzeug und Zerstörer mit ferngesteuerten MGs.

Gegenläufige Rotol-Verstellschraube in Entwicklung. Zwei Dreiblattschrauben sitzen in einem Abstand von 380 mm auf Hohl- und Vollwelle, angetrieben von einem Motor. Hydraulische Betätigung des Verstellvorganges, Segelstellung. Gewicht 225 kg für N = 2000 PS.

Bristol-Schulflugzeug nach dem „Vidal"-Verfahren hergestellt. Das Merkmal dieser Bauweise ist bekanntlich die Verformung von Sperrholz mit Kunstharz als Bindemittel unter Einwirkung von Druck und Hitze, wobei größere Bauteile in einem Arbeitsgang erhalten werden. Vgl „Flugsport" 1941, S. 367 u. 389.

Brasilien. D. A. M. = Direktion der Militärfliegerei, Befehlshaber Oberst Amilcar Pederneiras; D.A.N. = Direktion der Seefliegerei, Befehlshaber Konteradmiral Armando Trompowski; D. A. C.== Direktion der Zivilfliegerei Oberst Samuel Gömez Pereira.

Neuer Kunstharzleim der Resinous Prod. & Chem. Co., Philadelphia, für Sperr-holzverleimung entwickelt. Trockenes Pulver, das in Wasser aufgelöst wird und sich ohne Anwendung heißer Pressen od. dgl. kalt verarbeiten läßt.

Duramold Aircraft Corp. hat versuchsweise eine Höhenflosse für ein Übungsflugzeug in Kunstharz hergestellt. Ein ganzer Flügel soll in der gleichen Weise gebaut werden. — Bei „Duramold" handelt es sich um einen Kunststoff geringen Gewichtes bei hoher Festigkeit; „reine" Kunststoffbauweise ohne Verwendung von Holz.

Hindustan Aircraft Factory (Indien) brachte ihr erstes Flugzeug zur Ablieferung.

Southwest Feeder Airlines neugegründet kündigt 8 neue Luftlinien an, welche die Provinzen Oklahoma, Texas, Kansas, Missouri, Iowa und Illinois einschließen und 82 Städte bedienen.

Federal Aircraft Ltd. in Montreal (Kanada) hat die Baurechte für Kunststoffflugzeuge nach dem „Vidal"-Verfahren erworben.

Technische Rundschau,

Neues Startverfahren für hochbelastete Flugzeuge.

Einer Patentschrift der Vickers Armstrong Ltd. entnehmen wir die Angaben über eine neuartige Startmethode für Langstreckenflugzeuge. Mit Hilfe der Grenzschichtbeeinflussung durch Ausblasen und Absaugen an Flügel und Leitwerk wird der Auftrieb im Augenblick des Starts erhöht, ohne daß Mehrgewicht durch Hilfseinrichtungen wie Gebläse usw. entsteht. Der Entwurf löst die Aufgabe derart, daß ein Hilfsflugzeug, in dem sich die Absauggebläse befinden, das eigentliche Fernflugzeug trägt und mit diesem durch eine Luftleitung verbunden ist, die zu den Absaugschlitzen führt. — Beim Start ruht diese Flugzeugkombination auf einem motorbetriebenen Wagen, der bis zur Abhebegeschwindigkeit beschleunigt wird. Zur Abkürzung der Startstrecke sind die Motoren sowie das Absauggebläse voll eingeschaltet. Nach dem Abheben vom Wagen steigen die verbundenen Flugzeuge zunächst mit laufendem Gebläse an. Sobald eine für die obere Einheit erforderliche Mindestgeschwindigkeit erreicht ist, löst sich diese nach Trennung der Luftleitung von dem Trägerflugzeug ab.

Luftwaffe*

Führerhauptquartier, 26. 9. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe zerstörte Eisenbahnlinien und Rüstungsbetriebe im Raum um Charkow, Tula und Moskau. — Im Seegebiet um England warfen Kampfflugzeuge in der letzten Nacht ein großes Handelsschiff in Brand. — Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Führerhauptquartier, 27. 9. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe bombardierte Rüstungswerke im Raum von Tula sowie militärische Anlagen in Moskau. — Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht aus einem Geleitzug ostwärts Hull zwei Frachter mit zusammen 15 000 BRT. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Süd- und Ostküste der Insel. — Schwache Kräfte der britischen Luftwaffe flogen in der letzten Nacht in die Deutsche Bucht und nach Westdeutschland ein. Durch Bombenwurf entstanden unerhebliche Schäden.

Führerhauptquartier, 28. 9. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe bekämpfte Bahntransporte und Eisenbahnanlagen im Raum von Charkow und Moskau sowie im Quellgebiet der Wolga. Kampfflugzeuge erzielten Bombenvolltreffer schweren Kalibers auf einenm sowjetischen Schlachtschiff bei Kronstadt. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen militärische Anlagen in Moskau. — Im Seegebiet der Färöer versenkte die Luftwaffe am Tage zwei Frachter mit zusammen 3300 BRT. — Bei Versuchen der britischen Luftwaffe, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, verlor der Feind 23 Flugzeuge. Davon wurden 17 in Luftkämpfen, 4 durch Flak und 2 durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen. — Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

Me 110 im Angriff auf sowjetische Panzerfabrik.

Weltbild

Führerhauptquartier, 29. 9. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Starke Verbände der Luftwaffe bekämpften mit guter Wirkung Eisenbahnanlagen im Donezgebiet sowie im Raum von Moskau. Im Seegebiet um Kronstadt erhielt ein Sowjetkreuzer Borhbenvolltreffer. Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht kriegswichtige Einrichtungen in Leningrad und Moskau. — Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht militärische Anlagen am St. Georgskanal und an der Südostküste der Insel. — In Nordafrika erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombenvolltreffer in britischen Zelt- und Materiallagern bei Tobruk. Bei diesen Angriffen verlor der Feind in Luftkämpfen fünf und durch Flakartillerie zwei Flugzeuge. — Schwächere Kräfte der britischen Luftwaffe flogen in der letzten Nacht nach Nordwest- und Südwestdeutschland ein. Durch Bombenwurf entstand unerheblicher Schaden. Flak schoß einen britischen Bomber ab.

Führerhauptquartier, 30. 9. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Verbände der Luftwaffe bekämpften wirksam Bahntransporte im Raum um Charkow und setzten die Zerstörung des Bahnnetzes ostwärts von Leningrad sowie von Anlagen der Murmansk-Bahn fort. — Im Kampf gegen Großbritannien vernichtete die Luftwaffe in der vergangenen Nacht ostwärts Great Yarmouth einen Frachter von 8000 BRT. und versenkte im gleichen Seegebiet aus einem größeren Zerstörerverband heraus eines der Kriegsschiffe durch Bombentreffer. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafengebiete an der schottischen Ostküste und im Südosten der Insel. — In Nordafrika bombardierten Sturzkampfflugzeuge Verladeeinrichtungen und Munitionslager in Tobruk. Kampfflugzeuge beschädigten im Mittelmeer ein Handelsschiff und schössen einen britischen Bomber ab. — Der Feind flog in der letzten Nacht in das norddeutsche Küstengebiet ein und drang mit einzelnen Flugzeugen bis in die weitere Umgebung der Reichshauptstadt vor. Durch Bombenwürfe auf Wohnviertel, vorwiegend Hamburg, hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Die britische Luftwaffe verlor gestern und im Laufe dieser Nacht insgesamt 11 Bombenflugzeuge.

Führerhauptquartier, 1. 10. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 1. 10. militärische Anlagen in Moskau an. — Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte ein stärkerer Kampffliegerverband das Schiffsbauzentrum von Newcastle. In Dock- und Werftanlagen entstanden zahlreiche Brände und starke Explosionen. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen kriegswichtige Einrichtungen an der britischen Ostküste und in Schottland. Ein Handelsschiff von 1500 BRT. wurde versenkt. — In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge am 30. 9. mit guter Wirkung britische Zeltlager bei Tobruk an. — Britische Bomber warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf Wohnviertel verschiedener Städte an der Deutschen Bucht und an der Ostseeküste. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Mehrere Wohnhäuser wurden zerstört oder beschädigt. Einzelne Flugzeuge, die Berlin anzugreifen versuchten, wurden zum Abdrehen gezwungen. Nachtjäger, Flak- und Marineartillerie schössen 3 feindliche Flugzeuge ab.

Führerhauptquartier, 2. 10. 4L (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht militärische Anlagen in Moskau und Leningrad. — Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Kampfflugzeuge in einem Hafen der Färöer am gestrigen Tage ein Handelsschiff von 2000 BRT. Zwei große Handelsschiffe wurden in der letzten Nacht vor der britischen Ostküste durch Bombentreffer schwer beschädigt. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen kriegswichtige Anlagen an der englischen Ost- und Südküste sowie gegen mehrere Flugplätze. — Britische Bomber warfen in der letzten Nacht wahllos einige Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Orte in Südwestdeutschland. Es entstand nur unwesentlicher Schaden.

Führerhauptquartier, 3. 10. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 3. 10. mit beobachteter Wirkung militärische Anlagen in Moskau sowie ein wichtiges Rüstungswerk südostwärts Charkow. — Ein starker Kampffliegerverband griff in der letzten Nacht erneut das britische Schiffsbauzentrum Newcastle mit nachhaltiger Wirkung an. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen kriegswichtige Einrichtungen an der britischen Ost- und Südostküste sowie gegen mehrere Flugplätze. — Im Kanalgebiet schössen am gestrigen Tage Jäger neun, Einheiten der Kriegsmarine drei britische Flugzeuge ab. — In Nordafrika bombardierten deutsche Sturzkampfflugzeuge am 1. 10. die Hafenanlagen von Marsa Matruk und

Tobruk. — Einheiten der Kriegsmarine schössen an der libyschen Küste drei britische Flugzeuge ab. — Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

Führerhauptquartier, 4. 10. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe versenkte im Schwarzen Meer einen Truppentransporter von etwa 20 000 BRT. und griff in der letzten Nacht kriegswichtige Anlagen in Moskau und Leningrad an. Mehrere starke Brände wurden beobachtet. Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht ostwärts Great Yarmouth drei Handelsschiffe mit zusammen 28 000 BRT. Sie beschädigten außerdem im gleichen Seegebiet sowie im St. Georgskanal vier große Handelsschiffe so schwer, daß mit weiteren Verlusten an Schiffsraum zu rechnen ist. Luftangriffe richteten sich ferner gegen Flugplätze in Ostengland. — In Nordafrika richtete sich in der letzten Nacht ein wirksamer Angriff deutscher Kampfflugzeuge gegen Stadt und Hafen Tobruk. — Britische Bomber zerstörten in der Nacht zum 4. 10. in Rotterdam zwei Kirchen, versenkten ein holländisches Hospitalschiff und Verursachten Verluste unter der Zivilbevölkerung. — Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt. — Die britische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 24. August bis 30. September 1941 476 Flug-

Ritterkreuzträger: 1. Reihe v. 1. n. r.: Generalmaj. Ramcke, Major Kroh, Hptm. Erich Thiel, Hptm. Kaminski; 2. Reihe: Oblt. Mütherich, Oblt. Dörffel, Oblt. Dürnbrack, Oblt. Meyer; 3. Reihe: Lt. Pöß, Stabsfw. Nacke, Obfw. Welskop, Fw. Kampke.

Weltbild (12)

zeuge. Davon wurden 418 durch Verbände der Luftwaffe abgeschossen. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien insgesamt 40 eigene Flugzeuge verloren.

Führerhauptquartier, 5. 10. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Luftangriffe richteten sich in der letzten Nacht gegen ein wichtiges Rüstungswerk südostwärts Charkow sowie gegen die militärischen Anlagen in Moskau und Leningrad. — An der englischen Ost- und Südostküste bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 5. 10. kriegswichtige Einrichtungen. — In Nordafrika griffen deutsche Sturzkampfflugzeuge Ausladestellen und Materiallager von Tobruk und Marsa Matruk mit guter Wirkung an. Im Luftkampf wurden zwei britische Jagdflugzeuge abgeschossen. — Feindflüge in das Reichsgebiet erfolgten nicht.

Führerhauptquartier, 6. 10. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 6. 10. mit guter Wirkung einen Hafen am Asowschen Meer sowie einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt westlich Moskau und militärische Anlagen in Leningrad. — Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Kampfflugzeuge bei Tage 400 km westlich Brest ein Handelsschiff von 2500 BRT. und bombardierten kriegswichtige Einrichtungen auf den Shetlandinseln. In der letzten Nacht richteten sich Luftangriffe gegen die Häfen in Südostengland. — In Nordafrika erzielten deutsche Sturzkampfflugzeuge in der Nacht zum 5. 10. Bombenvolltreffer in der Stadt und im Hafen von Tobruk. Ein weiterer Luftangriff richtete sich gegen die Reede von Suez. — Einflüge des Feindes in das Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Führerhauptquartier, 7. 10. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff in der letzten Nacht ein Rüstungswerk in Rostow sowie militärische Anlagen in Moskau und Leningrad an. — Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 7. 10. kriegswichtige Einrichtungen in Südwestengland. — In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge auch am gestrigen Tage die Hafenanlagen von Tobruk mit guter Wirkung an. Beim Luftangriff auf die Reede von Suez in der Nacht zum 6. 10. wurden zwei Handelsschiffe mit zusammen 10 000 BRT. durch Bombenvolltreffer vernichtet, zwei weitere große Schiffe wurden schwer getroffen. — Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

Führerhauptquartier, 8. 10. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In kühnen Luftangriffen wurden hinter der ganzen sowjetischen Front Transportwege und Eisenbahnlinien schwer getroffen. Zahlreiche Eisenbahnzüge wurden zerstört oder beschädigt. In der letzten Nacht griff die Luftwaffe kriegswichtige Anlagen in Moskau und Leningrad an. — Bei den Luftangriffen auf die Reede von Suez wurde in der letzten Nacht ein größeres Handelsschiff durch Bombentreffer beschädigt. — Einflüge des Feindes in das Reichsgebiet erfolgten nicht.

Führerhauptquartier, 9. 10. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe unterstützte an der gesamten Ostfront mit starken Kräften die Operationen des Heeres.

RAD-Helfer der Luftwaffe. Am Abend stehen neue Splitterschutzwände für unsere kostbaren Kampfmaschinen am Liegeplatz auf dem Einsatzhafen. Weltbild

Erfolgreiche Angriffe richteten sich gegen feindliche Truppenansammlungen, Artilleriestellungen, Verbindungslinien und Eisenbahnanlagen. Das Rüstungswerk südostwärts Charkow wurde erneut bombardiert. In der letzten Nacht griffen Kampfflugzeuge kriegswichtige Anlagen in Leningrad an. — Das Verminen der Gewässer um die britische Insel wurde in den letzten Wochen planmäßig fortgesetzt. — In Nordafrika bekämpften deutsche Sturzkampfflugzeuge bei Tobruk mit guter Wirkung eine britische Batteriestellung und Verladungen des Gegners. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 8. 10. britische Flugplätze bei Marsa Matruk und Fuka. — Der Feind flog in das Reichsgebiet nicht ein. —■ Im Kampf gegen die britische Luftwaffe wurden in der Zeit vom 1.—7. 10. bei nur drei eigenen Verlusten 35 feindliche Flugzeuge vernichtet.

Italien.

Rom, 26. 9. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der vergangenen Nacht wurde der Flugplatz Micabba (Malta) erneut von italienischen Flugzeugen bombardiert. — Zwei feindliche Flugzeuge, die am Nachmittag des 24. 9. Misurata bombardiert und im Tiefflug mit MG-Feuer belegt und etwa .10 Tote unter der eingeborenen Bevölkerung und Schaden an Wohnhäusern verursacht hatten, wurden abgeschossen. Ein weiteres englisches Flugzeug wurde in Bengasi von der Bodenabwehr getroffen und stürzte brennend ins Meer ab.

' Rom, 27. 9» 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Tripolis, Bengasi und Palermo waren Luftangriffen ausgesetzt. Es gab keine Opfer. Die Flak hat in Bengasi zwei feindliche Bomber abgeschossen. Ein weiteres Flugzeug wurde von Jagdfliegern abgeschossen, und ein viertes Flugzeug wurde zur Landung innerhalb unserer Stellungen gezwungen. Die Besatzung wurde gefangengenommen.

Rom, 28. 9. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Verlauf von Angriffen auf Bengasi und Bardia wurden drei feindliche Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht. Ein viertes Flugzeug wurde von einem unserer Flugzeuge im Verlauf eines Aufklärungsfluges im Gebiet von Kufra abgeschossen. — Feindliche Flugzeuge unternahmen Angriffe auf Agrigento, Marsala, Trapani, Cagliari und auf Porto Empedolce, wobei drei Tote und acht Verwundete unter der Zivilbevölkerung zu beklagen sind. Die Bodenabwehr von Cagliari schoß ein Flugzeug brennend ab. Ein weiteres wurde von der Bodenabwehr in Marsala abgeschossen. — Im mittleren Mittelmeer sind zur Zeit heftige Angriffe der italienischen Luftwaffe gegen einen großen, von Gibraltar kommenden, englischen Flottenverband im Gange.

Rom, 29. 9. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Verlauf eines Luftangriffes auf Bardia wurden zwei feindliche Flugzeuge von der Bodenabwehr und zwei von deutschen Jägern abgeschossen. — Englische Flugzeuge haben die Stadt

Alarm bei der Flak . . . und an das Kommandogerät. Weltbild

Rhodos angegriffen. Es wurden einige Wohnhäuser und das Krankenhaus getroffen, wo es 12 Tote gab. — Im mittleren Mittelmeer haben unsere Jagdflieger zwei Bleu-heimbomb er brennend zum Absturz gebracht. — Die feindliche Luftwaffe griff Tra-pani, Marsala und Castelvetrano an, wo Brandbomben abgeworfen wurden. Außerdem wurde Palermo angegriffen, wo 9 Tote und 26 Verwundete zu beklagen sind, und Turin, wo ein Flugzeug von der Bodenabwehr abgeschossen wurde und bei der Ortschaft Candiolo abstürzte. Die fünf Mitglieder der Besatzung sind tot. — Feindliche Flugzeuge überflogen die Stadt Mailand, wo aber keine Bombenabwürfe erfolgten. Es sind 6 Verwundete zu beklagen, drei durch Flaksplitter und drei durch Straßenunfälle. — Die Wohnviertel von Savona Marina wurden bombardiert. Es entstanden Schäden an Wohnhäusern. Außer Sprengbomben und Leuchtraketen wurden Brandbomben und Flugblätter abgeworfen. Ein entsprechender Angriff erfolgte auf Genua, wo einige Häuser einstürzten. Einige auf dem Land entstandene Brände konnten gelöscht werden; unter der Zivilbevölkerung sind 1 Toter und 3 Verwundete zu beklagen. Ein Feuerwehrmann wurde tödlich getroffen, vier Feuerwehrmänner durch Flakgeschosse verletzt, davon zwei schwer. — Ein weiterer Angriff erfolgte auf Spezia, wo kleine und große Brand- und Sprengbomben abgeworfen wurden. Die Brände wurde gelöscht. Durch Flaksplitter wurden vier Personen verwundet. — In der Nacht zum 29, 9. bombardierten unsere Luftverbände vor Anker liegende Schiffe in Malta.

Rom, 29. 9. 41. (DNB.) Sondermeldung auf dem Hauptquartier: Italienische Torpedoflugzeuge griffen am Sonnabend einen aus Gibraltar ausgelaufenen britischen Flottenverband an und versenkten zwei Schwere Kreuzer und einen Leichten Kreuzer. Ein Schlachtschiff, eine nicht weiter festgestellte große Einheit, sechs Kreuzer und ein Zerstörer erhielten mehr oder weniger schwere Torpedotreffer; weiter wurden zwei Handelsschiffe von Torpedoflugzeugen versenkt. Die erfolgreichen Flugzeuge standen unter dem Befehl von: Hptm. Mellej, Oblt. Setti, Oblt. Giacopinelli, Oblt. Venturini, Oblt. Bucceri, Hptm. Marini, Oblt. Christiani, Obsrst Seidl, Major Buri, Hptm. Groß, Oblt. Barioglio und Cipriani, Hptm. Magagnoli, Oblt. Silva, Oblt. Vocacci Belloni und di Bella. Während des Kampfes zwischen italienischen und feindlichen Flugzeugen wurden 6 englische Flugzeuge brennend abgeschossen, acht der unsrigen sind nicht zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt.

Rom, 30. 9. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Deutsche Flugzeuge bombardierten am 27. 9. Zelt- und Materiallager von Tobruk, wodurch beträchtliche Explosionen und Brände entstanden. Unsere Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum 29. 9. militärische Ziele im Gebiet von Tobruk und Marsa Matruk mit sichtlichen Ergebnissen. — Feindliche Flugzeuge belegten am Montag die Flughäfen von Cagliari und Catania mit MG-Feuer und Splitterbomben. Es entstand einiger Schaden, jedoch sind Opfer nicht zu beklagen. Bei Cagliari wurde ein Flugzeug von der Bodenabwehr und eines von Jägern abgeschossen. — Im Mittelmeer hatte eines unserer See-Erkundungsflugzeuge ein heftiges Gefecht gegen sechs britische Jäger zu bestehen und schoß drei davon ab. Schließlich erlag es der Übermacht. Ein Teil der Besatzung wurde gerettet. Ein anderes Flugzeug der See-Erkundung wurde von zwei Blenheim angegriffen, schoß eines der Blenheim-Flugzeuge ab und kehrte unversehrt zurück.

Rom, 1. 10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika bombardierten unsere Flugzeuge erfolgreich Stellungen und Lager der Engländer in Marsa Matruk. Deutsche Flugzeuge trafen ein feindliches, in Fahrt befindliches, Handelsschiff mit Bomben und bombardierten die Hafenanlagen von Tobruk. Sie schössen außerdem eine Blenheim-Maschine ab, die einen Angriff auf eines unserer Handelsschiffe versuchte. Feindliche Flugzeuge unternahmen Einflüge auf Bengasi und Tripolis, wobei einige Straßen und Wohnhäuser beschädigt wurden. Eines der angreifenden Flugzeuge wurde in Tripolis brennend abgeschossen, ein anderes in Bengasi. — Am Dienstagnachmittag wurde eine Formation von sieben Jagdflugzeugen, die einen Flughafen auf Sizilien in Tiefflug angriff, von drei italienischen Jägern abgefangen, die ein feindliches Flugzeug abschössen. — Der Pilot sprang mit dem Fallschirm ins offene Meer auf der Höhe von Punta Scaranie. Eines unserer Rot-Kreuz-Flugzeuge, das dorthin geschickt wurde, um den englischen Piloten aufzunehmen, wurde von sieben Hurricanes angegriffen. Unsere Ja^dabwehr griff unverzüglich ein, befreite das Sanitätsflugzeug und schoß zwei feindliche Flugzeuge brennend ab. — Die englische Flotte hat nach den harten Schlägen, die0 ihr durch die im außerordentlichen Wehrmachtsbericht gemeldete Aktion unserer Luftwaffe zugefügt worden waren, auf dem (Rückweg nach Gibraltar neue Schäden erfahren.

Rom, 2. 10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika nahmen deutsche Flugzeuge an der Cyrenaika-Küste eine Blenheim unter MQ-Feuer und zwangen sie zu wassern. Kurz darauf ging die Maschine unter. Andere deutsche Flugzeuge griffen in aufeinanderfolgenden Wellen militärische Ziele von Tobruk an. Der Gegner unternahm Luftangriffe auf Bengasi, wo Gebäudeschaden entstand und einige Ortschaften des Cyrenaika-Dschebel, wo ein Feldlazarett getroffen wurde. Andere britische Flugzeuge bombardierten Tripolis. Es wurden einige Privathäuser und das Kolonialhospital beschädigt. —■ Feindliche Flugzeuge tiberflogen einen unserer Stützpunkte in Ostafrika und verursachten durch Splitterbomben leichte Sachschäden. — Unsere Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum 2. 10. den Flughafen von Nicosia (Zypern). —- Im Kanal von Sizilien griffen sieben unserer Jagdflieger einen Verband von acht Hurricanes an und schössen zwei von ihnen ab.

Rom, 3. 10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Verbände der Luftwaffe griffen am gestrigen Tage erneut die Flugstützpunkte der Insel Zypern an und verursachten beträchtliche Brände. — In Nordafrika bombardierten Einheiten unserer Luftwaffe und deutsche Flugzeuge wiederholt bedeutende Bodenziele in den Gebieten von Tobruk und Marsa Matruk und trafen vorgeschobene Feldflugplätze. Die Stadt Bengasi erlitt einen neuerlichen Luftangriff. Eine Hurricane wurde zur Landung in unseren Linien gezwungen. Der Flugzeugführer wurde gefangengenommen.

Rom, 4. 10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Am gestrigen Tage wurde die Ortschaft Castanzaro Marina von britischen Flugzeugen angegriffen. Eine gewisse Zahl von Bomben traf den Bahnhof und einige Privathäuser. Es sind 2 Tote und 12 Verletzte unter der Bevölkerung zu beklagen. Ein Stück der Gleise wurde beschädigt. — In Nordafrika wurde während eines Luftangriffes auf Bengasi, der einige Materialschäden, aber keine Opfer an Menschenleben zur Folge hatte, ein feindliches Flugzeug von der Bodenabwehr abgeschossen. —- Deutsche Stukas griffen in der Nacht zum 2. 10. Verteidigungsanlagen im Gebiet von Tobruk und die Hafenanlagen von Marsa Matruk erfolgreich an. Es wurden Brände beobachtet. — Ital. Luftwaffe bombardierte wirksam die Anlagen von Tobruk und belegte Bahnhof und Eisenbahnanlagen von Marsa Matruk mit zahlreichen Bomben.

Rom, 5. 10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die ital. Luftwaffe führte intensive Bombardierungen durch. Es wurden Stellungen und Kais in Tobruk sowie Anlagen und Barackenlager im Gebiet von Marsa Matruk getroffen und Brände und Explosionen verursacht. Im Verlauf eines neuen Luftangriffes auf Bengasi wurden zwei feindliche Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht, ein drittes Flugzeug wurde von deutschen Jägern abgeschossen. Die Flugzeugstützpunkte auf Malta wurden wirksam von unserer Luftwaffe bombardiert. Andere Flugzeuge griffen mit Erfolg die Flugplätze von Nicosia und Larnaca auf der Insel Zypern an und versenkten feindliche Schiffe im Hafen von Paphos.

Rom, 6. 10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Am gestrigen Tage überflogen einige britische Flugzeuge die Stadt Catania und warfen eine Anzahl von Brand-und Sprengbomben kleinen Kalibers. Vier Einwohner wurden verwundet und einiger Schaden angerichtet. Ein feindlicher Bomber und ein Jäger wurden von der Bodenabwehr bzw. von unseren Jägern abgeschossen. — In der Cyrenaika griffen feindliche; Flugzeuge von neuem die Städte Bengasi und Barce mit Bomben an, wobei Schäden an Wohngebäuden verursacht und sieben Personen verletzt wurden. Sie belegten ohne Erfolg einige Kolonistendörfer des Dschebel mit MG-Feuer. Unsere Bodenabwehr brachte zwei der angreifenden Flugzeuge zum Absturz. Ein weiteres Flugzeug wurde von unseren Jägern in Tripolitanien abgeschossen. — In Luftkämpfen schössen; deutsche Jäger zwei Hurricane ab. — Bomberformationen der ital. Luftwaffe und Formationen deutscher Kampfflugzeuge führten wiederholte Angriffe auf die Hafenanlagen von Tobruk und Marsa Matruk aus, wobei Laderampen, Baracken- und Materiallager getroffen wurden. Mit Erfolg wurden auch einige vorgeschobene Flughäfen des Feindes bombardiert. — In Ostafrika warfen englische Flugzeuge Bomben auf den Eingeborenenmarkt von Gondar, wobei neun Eingeborene getötet und 18 verletzt wurden. — Im Mittelmeer schoß eines unserer Kriegsschiffe ein feindliches Flugzeug ab. Einer unserer Bomber traf ein feindliches Tankschiff von 1200 BRT.

Rom, 7. 10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Engl. Flugzeuge warfen Spreng- und Brandbomben in der Gegend von Catania und Licata ohne Schaden anzurichten. — In Nordafrika bombardierten Einheiten unserer Luftwaffe mit Erfolg einen Flughafen in der Gegend von Marsa Matruk und Erdziele im Gebiet von Tobruk. — Die feindliche Luftwaffe führte nächtliche Einflüge auf Tripolis aus und

warf Bomben, die zum größten Teil ins Meer fielen. — Bei einem Einflug in Ostafrika im Abschnitt von Gondar stürzte ein britisches Flugzeug, das von der Bodenabwehr getroffen worden war, in der Nähe unserer Stellungen brennend ab.

Rom, 8. 10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Es wurde festgestellt, daß bei den Luftkämpfen bei Sollum, die im Wehrmachtsbericht vom 6. 10. erwähnt wurden, deutsche Jagdflugzeuge 5 anstatt, wie gemeldet, zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen haben. — Italienische Flugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht die Flughäfen von Malta; große Explosionen wurden festgestellt.

Rom, 9.10. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Größere italienische Bomberverbände griffen gestern Nacht die Raffinerien und Petroleumbehälter von Haifa an. Trotz heftiger Abwehr des Feindes gelang es unseren Flugzeugen, die Ziele zu treffen, in denen sich Brände größten Ausmaßes entwickelten. Alle unsere Flugzeuge kehrten an ihre Stützpunkte zurück, einige mit Treffern der feindlichen Flak. — In der gleichen Nacht führte der Feinnd einen Einflug auf einige Ortschaften der Ostküste Siziliens durch. Bomben- und MG-Angriffe verursachten weder Opfer noch Schäden. Die Abwehr von Syrakus schoß ein Flugzeug ab, das in der Nähe der Küste ins Meer stürzte. Die gesamte Besatzung wurde gefangengenommen. —■ An der Sollumfront schössen deutsche Jäger zwei feindliche Flugzeuge ab. Andere deutsche Flugzeuge griffen vorgeschobene feindliche Flugplätze an, trafen Vorratslager und zerstörten ein Flugzeug am Boden. — Ein Luftangriff auf Tripolis hatte lediglich leichte Materialschäden zur Folge. — Am Nachmittag des 7. ,10. beschoß eines unserer Flugzeuge, das sich auf einem: Aufklärungsflug entlang der Straße von Debra-Tabor befand, feindliche Kraftfahrzeuge mit MG-Feuer und setzte sie in Brand.

Segelfliegerlager Weper b. Fredelsloh, Kr. Northeim ist zur Segelflugschulung der Junkers-Lehrlinge in gerade mustergültiger Weise mit verhältnismäßig geringen Mitteln errichtet worden. — Nebenstehende Abbildungen zeigen die Unterkunftshallen sowie Abflug- und Landungsgelände.

NSFK.-Truppführer Hohenleitner, Gr. 17, startete auf „Baby II", um dieses einzufliegen bei Rechenhof im nördlichen Innsbrucker Mittelgebirge, erreichte bald Startüberhöhungen 2000 m und flog über die 2460 m hohe Rumerspitze und über den Kamm der Innsbrucker Nordkette hinweg bis zum Brandjoch und landete nach 2stündigem Flug im Innsbrucker Flughafen.

Segelflug

Segelfliegerlager Weper.

Segelfliegerlager Weper. Abflug- und Landungsgelände. Archiv Flugsport (3)

Neuartige Schulungsmethode für Segelflug wurde in den USA versucht. Das am Boden gefesselte Schulflugzeug wird durch einen starken Luftstrom, der von in passenden Abständen vor dem Flugzeug aufgestellten Gebläsen erzeugt wird, in geringer Höhe schwebend erhalten.

Schwedische Segelflugentwicklung macht weitere Fortschritte. Auf Staatskosten soll das Ausbildungsprogramm erweitert sowie neue Segelflugzeuge und Hilfsgeräte angeschafft werden. Der Ausbau der Segelflugschule Alleberg ist geplant.

Segelflug in Indien. Erstes indisches Segelflugzeug wurde von Angehörigen des Aeronautic. Training Inst, in Yambaja gebaut.

4600 m Flugstrecke mit Bodenstart erreichte ein Flugmodell mit Gummimotor des NSFK.-Mannes Gert Budnowski in Königsberg. Der Flug wurde vom Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General der Flieger Fr. Christiansen, als Deutscher Bodenstart-Strecken-Rekord in der Klasse der Flugmodelle mit Gummimotor anerkannt.

1300 m erreichte ein Benzinmotor-Flugmodell des NSFK.-Truppführers Tewes, Magdeburg.

Ital. Nationaler Modellflugwettbewerb veranstaltet von der R. U. N. A. fand vom 28.-29. 9. 41 auf dem Flugplatz von Marcigliano unter starker Beteiligung statt.

Engl. Pferdekraft ist kleiner 0,986 HP (horsepower) = 1 PS.

Kühlmittel Athylenglykol Siedetemperatur 195° C, Betriebstemperatur 120° C gegenüber reinem Wasser 100° C Siede und 85° C Betrieb.

Brustmann-Schwingenflugzeug, Konstrukteur Alexander Lippisch, Bauausführung A. Schleicher, Poppenhausen. Spannweite 10 m, Flügelfläche 12 m2, flog 1930 mit Fritz Stamer am Steuer in der Ebene mit Seilstart Gleitflug 6—10 sec. Dauer. Fluggeschwindigkeit 8—10 m/sec. Mit Flügelschlag Flugstrecke doppelt so groß, Fluggeschwindigkeit 12—15 m/sec. (vgl. Flugsport Nr. 22/1930, Seite 372).

Literatur«

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

„Luftfahrt-Englisch", Sonderheft der Schriftenreihe Dolmetscher-Bereitschaft, von Karl Kahsnitz. Herausgegeben von der Reichsfachschaft für Dolmetscherwesen, Berlin W 15, Kurfürstendamm 186, Preis 4.50 RM (für Mitglieder 4.— RM) zuzügl. —.40 RM Versandspesen.

Der vorliegende erste Teil war ursprünglich der Leitfaden für Kurse in Luftfahrt-Englisch, die der Verfasser bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, bei Luftfahrtfirmen und bei der Reichsfachschaft für das Dolmetscherwesen (RfD) gehalten hat In einem 2. Teil soll die Terminologie der Wissenschaftszweige Aerodynamik, Festigkeitslehre, Stoffkunde und andere Gebiete der Luftfahrt behandelt werden. Mit der Herausgabe dieses Buches, welches ein zuverlässigerLeitfaden fürÜbersetzer und Dolmetscher bildet, ist einem dringenden Bedürfnis abgeholfen und für jeden Sprachmittler, Ingenieur und Angehörigen der Luftwaffe, die über allgemeine englische Sprachkenntnisse verfügen, unerläßlich. — Begriffsbestimmungen im Hauptteil des Buches in englischer Sprache, techn. Fachausdrücke, soweit sie nicht an anderer Stelle gegeben sind, sind in Fußnoten vermerkt. Ebenso ist die amerikanische Ausdrucks- und Schreibweise, sofern sie von der englischen abweicht, besonders erwähnt. Zur Erläuterung sind perspektivische Zeichnungen mit Zahlen, die in den dazu gehörigen Abschnitten erläutert sind, beigegeben.

Einführung in das konstruktive Zeichnen für den Flugmodellbau. Von Konrad Schenck. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2, Knesebeck-Straße 18/19. Preis kart. 1.50 RM.

Das vorliegende Büchlein ist in der Hauptsache für die Lehrerschaft, die über Luftfahrt in den Schulen zu unterrichten hat, geschrieben. Zugrunde liegt das Einheits-Segelflugmodell „Jungvolk" unter Berücksichtigung der Metallbauweise. Dem Schüler werden die allerersten Grundbegriffe konstruktiven Zeichnens, angefangen von den einfachsten Stücken, vermittelt, so daß er eine einfache Zeichnung anzufertigen und zu lesen vermag.

Wir suchen für den Ausbau unserer Abteilung Flugmechanik

selbständige Aerodynamiker, Hoch- und Fachschulingenieure, Physiker (innen) und Mathematiker (innen)

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1. Planung, Veranlassung und Auswertung von Windkanal- und Flugversuchen; Entwicklung einfacher Meßmethoden für flugmechanische Großversuche.

2. Bearbeitung allgemeiner aerodynamischer und flugmechanicher Fragen in Verbindung mit dem Entwurf neuer Flugzeugmuster.

3. Bearbeitung von Flugeigenschaftsfragen im Hinblick auf gewisse Entwicklungseinrichtungen im Flugzeugbau.

4. Bearbeitung flugmechanischer Fragen im Zusammenhang mit der Automatisierung und Stabilisierung.

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