Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 15 vom 23. Juli 1941

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



XXXIII. Jahrgang / Nr. 15

Mittwoch, 23. Juli 1941

Sowjet-Luftwaffe?

UdSSR J-15 Jagdeinsitzer

UdSSR J-153

UdSSR J-16 Jagdeinsitzer

UdSSR SB-2 Bomber

UdSSR SB-3

USA Republic Lancer Jagdeinsitzer

USA Lockheed P-38 Jagdflugzeug

Verlängerungswellen für Luftschraubenantrieb

Flugrundschau

Luftwaffe

Segelflug

Modellflug

Luftpost

Literatur

Patentsammlung Nr. 9

„Flugsport"-

| Erscheinungstage

1941 I XXXIII. Jahrgang Nr. 16

Datum 6. August

|'7 20. August ]l 3. September B 17. September

1. Oktober Oktobe

R 29. Oktobe.

i 12. November

« 26. November

| 10- Dezember

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Preis 80 Pf.

Pfinted in Germony

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50

Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, n u r mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 15 23. Juli 1941 XXXIII. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 6. August 1941

Sowjet=Luftwaffe?

Das Geheimnis um die Sowjet-Luftwaffe ist gelöst, der Schleier ist gelüftet. Die vielen Sowjet-Flugplätze sind übersät von vernichteten Flugzeugen. Gewaltige Mengen wurden zerstört.

Nach der großen Zahl der erbeuteten und vernichteten Flugzeuge zu schließen, haben die Sowjets große Anstrengungen gemacht. Die Entwicklungsrichtlinien wurden mehrfach geändert, dadurch entstanden die verschiedenartigsten Baumuster. Fortschritte in der Werksarbeit sind nicht zu erkennen, es fehlt nach wie vor die Feinheit in der Arbeit. In der aerodynamischen Durchbildung zeigen sich Ansätze, die aber vielfach durch ungenügende Werkstattarbeit wieder zunichte gemacht wurden. — Über die Güte der Motoren und des Baumaterials überhaupt müssen erst weitere Untersuchungen Aufschluß geben.

Das Geheimnis um die Sowjet-Lufrwaffe bestand, wie die zusammengeschossenen Trümmer der aufgefundenen Flugzeuge beweisen, in deren Rückständigkeit.

Unsere Erfolge beweisen die turmhohe Überlegenheit der deutschen Luftwaffe.

UdSSR J=15 Jagdeinsitzer.

Dieser einsitzige Doppeldecker besitzt festes Fahrwerk. Muster M-25 (B). Flügel 2teilig, Oberflügel an einem Spannturm befestigt, starke V-Stellung. Bauweise Holzgerippe mit Stoffbespannung. — Querruder nur am Oberflügel. Am Flügelende eine Strebe, beide Flügel verspannt. — Rumpf rechteckiges Stahlrohr-Fachwerk mit Formringen und Längsleistenauflage. Von vorne rundem nach hinten in elliptischen Querschnitt übergehend, stoffbespannt.

Fahrwerk freitragende Federbeine, Räder mit Stromlinien-Verkleidung.

Diese Nummer enthält Patent-Sammlung Nr. 9

UdSSR J-15 Jagdeinsitzer. Arohiv Flugsport

Höhen- und Seitenleitwerk Stahlrohrgerüst, stoffbespannt.

Motorleistung 750 PS in 2900 m Höhe, 4 gesteuerte MQ.s, Höchst-geschw. 250 km/h in 3—4500 m Höhe, Flugdauer 2,5—4 h, Qesamtflug-strecke 650—1000 km, Gipfelhöhe 8000 m.

UdSSR J=153.

Der J-153 ähnelt im äußeren Aufbau dem J-15. Doppeldeckerflügel einstielig verspannt, Querruder nur am Oberflügel.

UdSSR J-16 Jagdeinsitzer.

Archiv Flugsport

Diese Maschine besitzt ein nach hinten einziehbares Fahrwerk bzw. Kufen.

Der Rumpf ist etwas höher. Höhenleitwerk durch V-Streben gegen Rumpf abgefangen.

Motorleistung 850 PS in 1400 m Höhe. Bewaffnung wie J-15. Gipfelhöhe 9000 m.

UdSSR J=16 Jagd= einsitzen

J - 16 Jagdeinsitzer, Muster M-25 (B), auch „Rata" genannt, ist ein

UdSSR J-153 mit Rädern, von der Luftwaffe abgeschossen.

Weltbild

UdSSR SB-2 Bomber.

Archiv Flugsport (3)

freitragender Tiefdecker mit nach innen hochziehbarem Fahrwerk. Motorleistung 750 PS in 2900 m Höhe (vgl. „Flugsport44 1940, Seite 448),

UdSSR SB=2 Bomber.

Der Typ SB-2, auch Martin-Bomber genannt, ist ein 2mot. Mitteldecker mit helmvisierartiger Sichthaube im Rumpf in verschiedenen Ausführungen. 3 Muster (M-25, M-100-A, M-103).

3 Mann Besatzung, 3 bewegliche MG.s. Motorleistung 860 PS in 3600 m Höhe, Höchstgeschw. in 4000 m 420 km/h, Marschgeschw,

Ein Friedhof feindlicher Flugzeuge, die von unseren Kampfmaschinen aus der Luft vernichtet wurden. Im Vordergrund sowjetruss. 2motor. Bomber. Weltbild

300 km/h, Bombenlast 600—900 kg, Reichweite 800—1600 km, Steigzeit 5000 m in 9,5 min, Gipfelhöhe 8500 m.

UdSSR SB=3.

Im Aufbau ähnelt der SB-3 dem SB-2. Zum Einbau gelangten stärkere flüssigkeitgekühlte Motoren mit 3flügeliger Schraube.

Motorleistung 950 PS in 3600 m Höhe, Höchstgeschw. 450 km/h, Marschgeschw. 350 km/h in 4500 m.

UdSSR DB=3.

Der DB-3, 2mot. Tiefdecker mit hochziehbarem Fahrwerk, Muster M-87 B, besitzt zwei Sternmotoren. Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk. Drehbarer MQ-Turm auf der Rumpfoberseite.

Motorleistung 950 PS in 4700 m Höhe, Besatzung 3—4 Mann, 3 MQ.s. Höchstgeschw. 430, Marschgeschw. 300 km/h in 5000 m. Bombenlast 1000 bis 2500 kg. Reichweite 1200—3200 km. Steigzeit 4000 m in 12 min, Gipfelhöhe 8500 m.

UdSSR DB-3. Archiv Flugsport (4)

T

PATENTSAMMLUNG

3

1941

des

Band IX

Nr. 9

Inhalt: 706 959, 960; 707 054, 147, 293, 313, 401, 402, 424, 463, 464, 643, 729.

Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb (Gr. 3—24).

bl Pat. 707 313 v. 9. 4. 39, veröff. 18. 6. ^05 41. Henschel Flugzeug-Werke AG., Schönefeld, Kr. Teltow*). Druckkabine für Höhenflugzeuge.

Patentansprüche: 1. Druckkabine für Höhenflugzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß Teile des Festigkeitsverbandes, insbesondere Flügelholme, durch den Umriß der Kabine hindurchgeführt und gegen die Kabine luftdicht abgeschottet sind.

2. Druckkabine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kabine mit Einbuchtungen bzw. Einsparungen versehen ist, die als Durchführung für Bauteile des Festigkeitsverbandes, insbesondere des Flügelholmes, dienen.

3. Druckkabine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Kabine eine schachtartige, abgeschottete Öffnung zur Durchführung des Flügelholmes vorgesehen ist.

*) Erfinder: Dipl.-Ing. Friedrich Nicolaus, Berlin-Wilmersdorf.

b 4*02 Pat 707 463 v- 2- 7- 39> veröff. 23. 6. 41. Messerschmitt AG., Augsburg*).

Schwansloses Flugzeug.

Der Aufbau des Flügels an schwanzlosen Flugzeugen mit pfeilförmig angeordneten Tragflügeln öder Schränkung der Profile ergeben bauliche Schwierigkeiten, da bei Anordnung der Flügelrippen in Flug-

richtung, diese in einem bestimmten Winkel zur Flügelvorderkante und zum Holm stehen. Rippenaustausch ist hier unmöglich. Gemäß der Erfindung werden diese Nachteile beseitigt.

Patentansprüche:

1. Schwanzloses Flugzeug mit im Grundriß stufenförmig begrenzter Tragfläche, dadurch gekennzeichnet, daß die sie bildenden Flächenteile rechteckigen Grundriß haben, wobei die Vorderkante des mittleren Flügelteils am weitesten vorne liegt, und daß die einzelnen Flügelteile in sich unverwunden und nur gegeneinander geschränkt sind.

2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragflügel. einen oder mehrere durchgehende Holme besitzt, die gegebenenfalls an den Stufen entsprechend gekröpft ausgebildet sind.

b4

03

Pat. 706 959 v. 8. 8. 39, veröff. 10. 6.

41. Dornier-Werke GmbH., Friedrichshafen*). Tragflügel mit Düsen spaltklappe.

Patentansprüche: 1. Tragflügel mit an seiner hinteren Kante angelenkter Klappe und einem Düsenspalt zwischen Flügel und Klappe, welche an drei Stangen drehbar befestigt ist, die nur in ihren Endpunkten unterstützt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange (3) in einem Punkt (4) in der Nähe der an der Oberseite des Flügels befindlichen Flügelhinterkante, die beiden Stangen (9) und 11) an einem am Flügel drehbar befestigten zweiarmigen Hebel (6) angelenkt sind, welcher durch eine Stoßstange (13) schwenkbar ist.

2. Tragflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der gemeinsame Anlenkpunkt (5) zweier Stangen in Klappennullage in der Nähe der Verbindungslinie des zweiten Anlenkpunktes (10) an der Klappe und des festen Anlenkpunktes (4) der Stange (3) am Flügel liegt, derart, daß der gemeinsame Anlenkpunkt bei Klappausschlag nach oben die Verbindungslinie in Flugrichtung überschreitet, bei Klappenausschlag nach unten dagegen sich von dieser entfernt.

*) Erfinder: Dipl.-Ing. Fritz Hügelschäffer, Augs-

burg.

*) Erfinder: Simon Geisberger, Friedrichshafen-Manzell, und Hans Peter Mente, Berlin-Steglitz.

h £<s% Pat 707 147 v- 8- 8- 39> veröff. 14. 6. u ^03 41. Dornier-Werke GmbH., Friedrichshafen*). Tragflügel mit Düsenspaltklappe. Patentansprüche:

1. Tragflügel mit einer Düsenspaltklappe, deren Gestänge innerhalb des Tragflügelprofils liegt und um eine in der Nähe der Klappenschwerachse liegende, am Tragflügel feste Achse drehbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine Fläche des Düsenspaltes in jeder

*) Erfinder: Simon Geisberger, Friedrichshafen-Manzell.

nung zwischen der Spreizklappe und einer diese tragenden Auftriebsklappe.

2. Elastisches Zwischenstück nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine derartige Anordnung der Antriebsglieder (14, 15), daß dadurch die Bewegung der Spreizklappe (8) gegenüber der der verschwenkbaren Auftriebsklappe (1) nacheilt.

Klappenstellung durch einen in an sich bekannter Weise am Tragflügel in der Nähe der Tragflügelunterseite angelenkten drehbaren Flügelteil gebildet ist, der derart bewegbar ist, daß der Spalt bei Klappenausschlag nach unten seine größte Breite hat und bei Klappenausschlag nach oben ganz oder teilweise geschlossen ist und dessen dem Düsenspalt zugewandte Fläche entsprechend der Düsenform gewölbt ist.

2. Tragflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klappe und der drehbare Flügelteil durch ein gemeinsames Stangen- und Hebelsystem verstellbar sind.

3. Tragflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsenspaltklappe in an sich bekannter Weise in einer oder mehreren zur Flugzeugmittelebene parallelen Ebene unterteilt ist und die einzelnen Teile wahlweise gleichsinnig oder ungleichsinnig verstellt werden können.

b 4os Pat-707054 v-7- L 39> veröjtf-12-6-

4L Messerschmitt AG., Augsburg*),

Klappe zur Anftriebserhöhnng an Flugzeug-trag flu gel ii.

Patentanspruch: Klappe zur Auftriebserhöhung an Flugzeugtragflügeln nach Patent 696 254, die aus zwei oder mehreren miteinander gelenkig verbundenen Teilklappen besteht, welche in jeder Phase des Betätigungsbereiches mit Teilen des Flügels einen Kanal und einen Ausblase-

Rbb1

9 1 10 12 11

schlitz bilden, dadurch gekennzeichnet, daß die einerseits an der schwenkbaren unteren Teilklappe (4) und andererseits an der Oberseite des Flügels (l) angelenkte Teilklappe (5, 6) mehrfach gelenkig unterteilt und zusammenfaltbar ist.

*) Erfinder: Dipl.-Ing. Dr.-Ing. e. h. Willy Messerschmitt, Augsburg.

U A Pat. 707 401 v. 25. 12. 37, veröff. 20. U ^08 6. 4L Focke-Wulf Flugzeugbau GmbH., Bremen-Flughafen'5"). Mastisches Zwischenstück an einer aus schiebbaren Spreizklappe.

Die Erfindung betrifft eine Sicherung gegen Überbeanspruchung von bewegbaren Flugzeugteilen durch bestimmte Anordnung von an sich bekannten elastischen Zwischenstücken, die in das Verstellgestänge eingeschaltet sind.

Patentansprüche : 1. Elastisches Zwischenstück an einer ausschieb-baren Spreizklappe, gekennzeichnet durch seine Anord-*) Erfinder: Dipl.-Ing. Friedrich Wehrse, Bremen.

3. Elastisches Zwischenstück nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß demselben eine einstellbare (vorzugsweise Reibungs-) Bremse (15) vorgeschaltet ist.

h Acs Pat- 707 402 v- 23- 7- 38' veröff. 20. u ^08 6. 4L Focke-Wulf Flugzeugbau GmbH., Bremen-Flughafen'1'). Einrichtung zum Verstellen eines am Tragflügel angelenkten Hilfsflügels.

Häufig ist es vorteilhaft, die Strömungsverhältnisse zu verändern, ohne dabei den Schwenkwinkel des Schwenkarmes relativ zum Hauptflügel zu vergrößern oder zu verkleinern und ohne den Anstellwinkel des Hilfsflügels zu verändern. Erfindungsgemäß besteht diese Möglichkeit, indem man den Schwenkarm verlängerbar oder verkürzbar ausführt.

Patentansprüche:

1. Einrichtung zum Ausfahren und zum Verstellen eines am Tragflügel angelenkten Hilfsflügels, wobei der Hilfsflügel an einem oder mehreren Schwenkarmen seinerseits schwenkbar gelagert ist und wobei der Schwenkarm im Innern des Tragflügels mit einem selbstsperrenden Antrieb, z.B. Schnecke und Schneckenrad, verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkarm (3) verlängerbar bzw. verkürzbar ausgebildet ist.

2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkarm (3) teleskopartig aus-und einschiebbar ausgebildet ist.

3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die VerStellglieder des Hilfsflügels aus einem Seiltrieb (13), einem Schneckentrieb (14) und ineinander verschiebbaren Gliedern (6, 7), die einen Bestandteil des Schwenkarmes bilden, bestehen.

*) Erfinder: Karl Nolte, Bremen.

bA Pat. 707 424 v. 1. 9. 35, veröff. 1. 7. 41. ^08 Dipl.-Ing. Walter Blume, Brandenburg, Havel, und Arado Flugzeugwerke G. m. b. H., Potsdam. FlugzeughilfsßiigcL

Patentansprüche: .

1. Aus dem hinteren Flügelteil ausschwenkbare Hilfsflügel, die als Auftriebsklappen gleichsinnig und als Querruder gegensinnig drehbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsflügel mit ihren Eintrittskanten bis hinter die Austrittskante des Hauptflügels mittels um ewa 180° drehbaren Qelenkführungen schwenkbar sind.

2. Hilfsflügel nach Anspruch 1, bei dem das Ausschwenken mittels eines Hebels erfolgt, der auf einer in der Nähe der hinteren Kante des Hauptflügels angeordneten Welle gelagert ist und an dessen einem Ende der Hilfsflügel um eine zweite Welle drehbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß auf den beiden Wellen (4, 8) je ein Kettenrad (5 und 10) fest angeordnet ist, wobei während des Ausschwenkens des Hebels (7) die über die beiden Kettenräder (5, 10) laufende Kette (11) auf den Rädern ab- und aufrollbar ist.

3. Hilfsflügel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Kettenrad (5) eine größere Zähnezahl besitzt als das letzte (10).

4. Hilfsflügel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das auf der Welle am Hauptflügel sitzende Kettenrad (5) durch die zur Ouerruderbeein-flussung dienenden, an sich bekannten Organe (12, 13, 14, 15, 16) verstellbar ist.

5. Hilfsflügel nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der zum Ausschwenken desselben dienende Hebel (7) so lang ausgebildet ist, daß sowohl während der Dauer des Ausschwenkens des Hilfsflügels (2) als auch in seiner Endstellung ein Schlitz zwischen Hilfsflügel und Hauptflügel verbleibt.

iL A Pat. 707 464 v. 20. 7. 37, veröff. 23. U ^08 6. 41. Friedrich Budig, Wallhausen, Post Dingelsdorf, Bodensee. Propellerflng-zeng mit schwingenden Trag flugelteilen.

Die Erfindung bezweckt, die schädliche Wirkung der Randwirbel an Tragflügeln zu beseitigen und hierdurch das Verhältnis Saugwirkung durch Staudruck der am Anblaserand ausgeübten Luftkräfte bei großem Anstellwinkel zu erhöhen. Ferner soll durch die Erfindung das Ablösen der Strömung am Anblaserand bei sehr großem Anstellwinkel verhindert werden.

Dies geschieht, indem die seitlichen Ränder des Tragflügels und dessen Anblaserand in schwingende Bewegung versetzt werden. Dadurch werden die Wirbel an den Rändern des Tragflügels während ihrer Entstehung im Wachstum unterbrochen. Außerdem wird die von den in fortwährender Neubildung begriffenen Wir-

beln angesaugte Luft mitsamt den Wirbeln seitlich abgestoßen. Auf die das Flugzeug umgebende Luft wird hierbei kein Druck ausgeübt, welcher die Luft vor dem Tragflügel in aufsteigende Bewegung versetzt, so daß der wirksame Anstellwinkel des Tragflügels größer ist als dessen geometrischer Anstellwinkel.

Patentansprüche:

1. Propellerflugzeug, dadurch gekennzeichnet, daß die vom übrigen Tragflügel getrennten seitlichen Ränder mitsamt dem in zwei Hälften geteilten Anblaserand in gegenläufig gerichtete seitliche Schwingung versetzt werden.

2. Propellerflugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Hälfte des Anblaserandes von einer oder mehreren seitwärts schwingbaren Stangen (3, 4) in Gelenken (12, 13) getragen wird, derart, daß die Stangen am Hinterholm gelagert sind, den Vorderholm durch Öffnungen in der neutralen Faser des Holmes mit Spielraum durchdringen und am Vorderholm zwischen Rollen (14) geführt sind.

3. Propellerflugzeug nach Anspruch 1, und 2, dadurch gekennzeichnet,daß die seitlichen Flügelränder, um die senkrechten Achsen (16) am Hinterholm schwingbar gelagert und mit der anschließenden Hälfte des Anblaserandes durch die senkrechten Achsen (18) gelenkig verbunden sind.

4. Propellerflugzeug nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teile des Anblaserandes in der Mitte des Tragflügels in zwei Kolben endigen, die in einem Zylinder gleiten, so daß der Anblaserand als Stoßstange zum Betätigen der Flügelenden wirkt.

Pat. 706 960 v. 7. 1. 39, veröff. 10. 6.

b4

10

41. Dr. Gustav Hübner, Berlin*).

Verfahren zur Herstellung von Luftfahrzeiur bespannungen ans wetterfesten Yinylcsterpohj-merisaten.

Patentanspruch:

Verfahren zur Herstellung von Bespannungen, insbesondere Luftfahrzeugbespannungen, aus wetterfesten Vinylesterpolymerisaten, dadurch gekennzeichnet, daß Platten, welche aus dem genannten Kunstharz bestehen, bei einer Temperatur von etwa 80° C einer Streckung durch mechanischen Zug unterworfen und im gestreckten Zustand durch möglichst rasche Abkühlung erhärtet, sodann auf dem zu bespannenden Träger befestigt und schließlich gemeinsam mit diesem Träger wiederum auf etwa 80° C erwärmt werden.

*) Erfinder: Dr. Werner Friedrichs, Berlin-Charlottenburg.

K 1 ^ Pat. 707 293 v. 9. 4. 37, veröff. 18. 6. U lU 41. Blohm & Voss und Dr.-Ing. Richard Vogt, Hamburg*). Selbsttätige

Trimmeinrichtung für ein- oder mehrmotorige Luftfahrzeuge.

*) Erfinder: Dr.-Ing. Richard Vogt, Hamburg.

Patentanspruch: Selbsttätige Trimmeinrichtung für ein- oder mehrmotorige Luftfahrzeuge mit an den Hauptrudern angeordneten Trimmrudern, die in Abhängigkeit von einer auf das Luftschraubendrehmoment ansprechenden Vor-

Fig. l

Fig 3

b!4

10

richtung einstellbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die die Trimmimpulse einsteuernde Vorrichtung aus einer im Strahl jeder Luftschraube angeordneten Windfahne besteht, so daß die Trimmregelung gleichzeitig von der Flugzeuggeschwindigkeit abhängig ist.

Pat. 707 643 v. 2. 9. 33, veröff. 30. 6. 4L Sperry Gyroscope Company, Inc., Brooklyn, Newyork, V. St. A.

Selbsttätige Steuerung für Luftfahrzeuge. Patentansprüche: Fig. 1. Vorderansicht der zusammengebauten Steuerung. Fig. 2. Seitenansicht des steuernden Horizontalkreisels. Fig. 3 und 4. Künstlicher Horizont. Fig. 5. Pneumatischer Impulsgeber. Fig. 6 und 7. Steuernder Azimutkreisel. Fig. 8. Endansicht des Rückführgetriebes, das den Servomotor und die Kreisel verbindet. Fig. 9. Pneumatisch-hydraulisches Relais gemäß Schnittlinie 9—9 Fig. 11. Fig. 10. Senkr. Schnitt längs Linie 10—10 Fig. 11. Fig. 11. Waagr. Schnitt gemäß Linie 11—11 Fig. 9. Fig. 12. Ansicht der hydraul. Servomotoren und des Rückführgetriebes. Fig. 13. Steuerungs-Schema.

1. Selbsttätige Steuerung für Luftfahrzeuge mit einem Richtungs- bzw. Lagenimpulsgeber, der über ein Relais einen hydraulischen Rudermotor betätigt, dadurch gekennzeichnet, daß bei pneumatischer Fernsteuerung mit einem hydraulischen Rudermotor und zwischengeschaltetem pneumatisch-hydraulischem Relais die Rückführverbindung vom Rudermotor zu dem an sich fahrzeugfesten Teil des Impulsgebers führt.

2. Selbsttätige Steuerung mit kreiselgesteuerten Impulsgebern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kreiselgeräte mit den Membrandosen der pneumatisch-hydraulischen Relais an der Vorderseite eines gemeinsamen Rahmens angebracht sind, an dessen Rückseite die Relaiszylinder und Rudermotoren befestigt sind.

3. Selbsttätige Steuerung nach Anspruch 1 oder 2 für eine kombinierte Seiten-, Quer- und Höhensteuerung, dadurch gekennzeichnet, daß die Zylinder der drei Ru-

dermotoren vorzugsweise übereinander zu einem Block zusammengebaut sind.

Schwimmwerk (Gr. 43—46). klfi Pat. 707 729 v. 25. 8. 38, veröff, U **£>03 2 ? 41 Dornier-Werke G.m.b.H. und Dr.-Ing. e. h. Claude Dornier, Friedrichs-haien*). Flugboot mit Längswülsien.

Patentanspruch: Flugboot mit Haupt- und Heckstufe und dicht über dem Wasserspiegel beginnenden eigensteifen Längswülsten von einem zwischen den Werten 10 und 20 lieg-genden Verhältnis der Länge zur größten Breite, dadurch gekennzeichnet, daß die in bekannter Weise in Bugnähe tangential ablaufenden und mit ihren Unterseiten in der seitlichen Flucht des vor und hinter der Hauptstufe leicht gekielten Bootsbodens liegenden, ir kontinuierlichem Strak verlaufenden, mit unterer scharfer Kimmkante versehenen Wülste annähernd quadratischen Querschnitts sind, und, im Grundriß betrachtet, in der Begrenzungslinie der Heckstufe spitz

auslaufen

Pat.-Samml. Nr. 9 wurde im „FLUGSPORT" XXXI1L, Heft 15, am 23. 7. 1941 veröffentlicht

USA Republic „Lancer" Jagdeinsitzer.

Der Republic „Lancer", Ganzmetallbauweise, hervorgegangen aus dem P-43, ist besonders für den Export gebaut.

Flügel, Profil Republic S 3, fünfteilig Rumpfmittelstück, Ansatzflügel und abnehmbare Flügelspitzen. Zwei Haupt- und ein Hilfsholm. Betriebstoffbehälter 660 1 Inhalt, schußgesichert, zu beiden Seiten des Rumpfes gelagert mit Rohrleitung verbunden. Im Inneren 12 mm Gummiauflage. In den Ansatzflügeln zwei weitere Betriebstoffbehälter von insgesamt 3301. Ansatzflügel dreiholmig. Frise-Querruder über die ganze Länge der

^^^^^^^

USA Republic „Lancer" Jagdeinsitzer.

Bild: Aero Digest

Ansatzflügel mit Trimmklappe am linken Querruder. NACA Spreizklappen an der Hinterkante des Mittelstücks, hydraulisch betätigt mit 50° Ausschlag.

Rumpf runder Querschnitt, Formringe mit Längsversteifung, Weichmetallhaut. Führersitz teilweise gepanzert. Innenseite Rumpf, zu beiden Seiten des Führersitzes mit Glattblech abgedeckt. Dahinter liegen links Rohrleitungen, Kabel und sonstiges und rechts abwerfbarer Öltank. Hinter dem Führersitz Gepäckraum zugängig durch eine Tür auf der linken Rumpfseite, um gleichzeitig das hintere Rumpfende zu beobachten.

Höhen- und Seitenleitwerk Ganzme- /^~~^Y tall, Ruder stoffbespannt.

Fahrwerk und Spornrad hydraulisch hochziehbar mit Anzeigevorrichtung im Führersitz. Hydraulik durch Motorpumpe zur Reserve mit Handpumpe.

USA Republic „Lancer" Jagdeinsitzer. Zeichnung: Flugsport

Motor Pratt & Whitney Twin Wasp S3CA-G 1100 PS in 1800 m Höhe und 1200 PS in 1200 m Höhe. Curtiss Luftschraube. Bewaffnung in den Flügeln 6 MG's 50 Kai., zwei im Rumpf gesteuert. Anbringung von Bomben und anderer leichter Bewaffnung vorgesehen.

Spannweite lim, Länge 8,7 m, Höhe 3,1 m, Fläche 20,7 m2, Flächenbelastung 151,4 kg/m2, Leergewicht 2484 kg, Zuladung 646 kg, Fluggewicht 3130 kg.

USA Lockheed P=38 Jagdflugzeug.

Mit dem P-38 wollte Lockheed ein Jagdflugzeug schaffen, welches ein großes Steigvermögen und hohe Geschwindigkeit besitzt, um anfliegende Bombengeschwader abzuwehren. Bei dem Prototyp, wie er von den Engländern bestellt wurde, waren eine Kanone im Rumpf und vier

Jagdflugzeug Lockheed P-38.

Bild: Aviation

MG.s im Flügel eingebaut. Nach einer späteren Version verlangten die Engländer den Einbau einer weiteren Kanone sowie eines MG.-Turms.

Eine Abbildung des P-38 ist bereits im „Flugsport" 1939, Seite 213, erschienen.

Flügel freitragend, nach den Enden sich stark verjüngend. Lange Landeklappen, Querruder mit Trimmflächen. Flügelspitzen abnehmbar. Schmaler, ovaler Rumpf. Die beiden Leitwerksträger in Verlängerung der beiden Motoreinbauten. Kühler in den Leitwerksträgern mit seitlichen Luftzufüh-rungshutzen.

Dreibeinfahrwerk. Doppeltes Seitenruder. Steuerbares Bugrad im vorderen Rumpfteil. Die zwei anderen Räder unter den Motoren. Alles hydraulisch hochziehbar. Zwei Allison-Moto-ren 1000 PS mit Drei-blatt-V erstellschraube.

Jagdflugzeug Lockheed P-38.

Zeichnung Flugsport

Spannweite 15,7 m, Länge 10,7 m, Fläche 30,10 in2. Leergewicht 5050 kg, Fluggewicht 6100 kg. Höchstgeschwindigkeit in 4800 m Höhe 645 km/h, Steigfähigkeit 860 m/min. Reichweite 960 km bei mittlerer Geschwindigkeit von 560 km/h.

Verläfigefimgswellen für Ltiftschraubenantrleb.

Aerodynamische, statische und konstruktive Voraussetzungen für die Unterbringung der Flugmotoren führt zwangsweise zur Verwendung von Verlängerungswellen zwischen Motor und Luftschraube. Der Konstrukteur beschritt diesen Weg nur ungern und fürchtete sich vor auftretenden Schwierigkeiten. Die Übertragungswelle beim zweimotorigen Airacuda („Flugsport" 1940, Seite 140) mit hintenliegenden Druckschrauben betrug 1,65 m, beim Airacobra („Flugsport" 1940, Seite 124) 3 m.

In USA war es Allison Engineering Co., der mit der Konstruktion und dem Bau solcher Luftschraubenantriebswellen von der Material Division des Air-Corps betraut wurde. Hauptaufgabe war, eine genügend starke und gleichzeitig leichte Übertragungswelle zu schaffen, von der Drehschwingungen gedämpft sowie überhaupt Schwingungen aller Art von der Schraube ferngehalten werden. Angeblich sollen bei Airacuda mit seinen kurzen Wellen diese einwandfrei arbeiten. Schwieriger schien die Lösung der Aufgabe bei der 3 m langen Verlängerungswelle bei dem Airacobra gewesen zu sein.

Wie die untenstehende Abbildung (nach „Aviation" April 1941) erkennen läßt, ist die Übertragungswelle in der Mitte geteilt, wo ein besonderer Schwingungsdämpfer mit Lager zwischengeschaltet ist. Es ist klar, daß gerade an dieser Stelle keine Schwingungen etwa durch eine vibrierende Rumpfschotte eingeleitet werden dürfen, da sonst das früher sorgfältig im Versuchsstand studierte Schwingungssystem gestört wird. Jedenfalls erscheint das Gesichtsfeld durch die schlanke Nase etwas sehr teuer erkauft.

Störend scheint man die Ausdehnung des Motorgehäuses gegenüber dem Rumpf mit Rücksicht auf Schwingungsänderungen in der Übertragungswelle empfunden zu haben. Auf dem Versuchsstand wurden Leistungen von 1150 PS bis 1400 PS übertragen. Bei einem Versuch wurde das Wellenende am Schraubenlager um 40 mm aus Achsmitte gerückt, wobei die Welle einen Dauerversuch von 20 Stunden aushalten mußte.

Bell Airacobra P-39 mit Verlängerungswelle für Luftschraubenantrieb, a) flüssigkeitgekühlter Allison-Motor V-1710, 1150 PS, b) Vergaser, c) Dampf Sammler, d) Ölbehälter, e) Fahrwerk hochgezogen, f) Schraubenwellenlager, g) hochgezogenes Bugrad, h) Zahnradgetriebe, i) hohle Schraubenwelle. Zeichnung: Aviation

UMDSCHÄI

Inland.

Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Oberstlt. Mölders, Kommodore eines Jagdgeschwaders, anläßlich seines 101. Luftsieges.

Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Oberstlt. Galland, Kommodore eines Jagdgeschwaders; Hptm. Oesau in einem Jagdgeschwader anläßlich seines 80. Luftsieges.

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an: General der Flieger Freiherrn von Richthofen, Kommand. General eines Fliegerkorps; Oblt. Baumbach, in einem Kampfgeschwader; Oberstlt. Dinort, Kommodore eines Sturzkampfgeschwaders; Major Storp, Kommodore eines Kampfgeschwaders,

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an: Generalmajor Kammhuber, Kommandeur einer Nachtjägerdivision, Lt. Hahn, Flugzeugf., Obfw. Gildner, Flugzeugf., beide in einem Nachtjägergeschwader. Lt. Teusen, Zugf. in einem Fallschirmjäger-Regt., und Lt. Thiede. Oberst Rieckhoff, Kommodore, Hptm. Kollewe, Gruppenkommandeur, Oblt. Doüs, Flugzeugf., Lt. Brenner, Flugzeugf., Lt. Sauer, Flugzeugf., und Lt. Hunger, Flugzeugf., alle in Kampfgeschwadern. Lt. Schnell, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader.

Prof. Dr.-Ing. e. h. Ernst Heinkel 19. 7. 1941 30jähriges Jubiläum als Flugzeugkonstrukteur. Im „Flugsport" kann man 1911 auf Seite 576 lesen: „Flieger Heinkel machte am 19. 7. in Cannstatt auf seinem nach dem Farmann-System gebauten Zweidecker einen Flugversuch. In einer Kurve, die er zu scharf nahm, rutschte er aus 30 m Höhe ab, wobei der Apparat vollständig verbrannte." Heinkel kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus und konstruierte weiter. — Was Heinkel in diesen 30 Jahren als Konstrukteur geleistet hat, ist in den Jahrgängen des „Flugsport" verzeichnet.

Adolf Baeumker, Ministerialdirigent, Chef der Forschungsabteilung beim Technischen Amt des Reichsluftfahrtministeriums, 14. 7. 1941 50 Jahre alt.

Gandenberger v. Moisy, Beobachter einer Fliegerabteilung im Weltkrieg, Hptm. a. D., kriegsbesch., bekannt durch sein Buch: „Luftkrieg - Zukunftskrieg?", 50 Jahre alt.

William Mitchell trat von seinem Posten als Befehlshaber der brit. Luftfahrt im mittl. Orient zurück.

Typ 24 („Libera-tor 32" Exporttyp) rn. engl. Kokarde Landbomber 4-Mo-tor, wie er für England geliefert wird. Siehe Flgsp. 1941,

Air Franca plant Wiedereröffnung der Südatlantikstrecke.

Ausland.

Consolidated

Bild: Aero Digest

Seite 53.

Fürst Georg Valentin Bibescu, der bekannte Förderer der rumän. Sportfliegerei, 61 Jahre alt gestorben.

Swissair kündigt die Wiederaufnahme der Luftlinie Locarno—Rom an und plant Wiedereröffnung der direkten Luftlinie Locarno—Barcelona.

Ital. Südatlantik Luftlinie Rom—Spanien—Brasilien wird ausgedehnt bis Buenos-Aires und später bis Santiago de Chile.

Fiat G-12, von der wir in Heft 3, 1941, eine ausführliche Typenbeschreibung brachten, hat Probeflüge abgeschlossen. Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe = 322 km/h, in 4900 m = 396 km/h, Reichweite 4000 km bei einem Fluggewicht von 15 000 kg.

Rene Couzinet wurde Lehrstuhl an der vom brasil. Minister gegründeten Höheren Fliegertechnischen Schule übertragen.

Paul Louis Breguet, Sohn des Flugzeugkonstrukteurs Breguet, wurde unter der Anklage, Staatsmaterial veruntreut zu haben, verhaftet.

Großbritannien Westafrika, Luftverkehr mit Flugbooten Boeing 314 A. Strecke Südengland—Lissabon—Bathurst, hier Anschluß an die Reichsstrecken nach Südafrika und den fernen Osten.

Rumän. Fallschirmjägerschule bei Bukarest in Gegenwart von rumän. und deutschen Vertretern des Luftfahrtministeriums eingeweiht.

Japan. Fallschirmjägerkorps wird aufgestellt. Zur Ausbildung auf den Flugplätzen Nakasaki, Kobe und Seul Tsuluka haben sich bereits 12 000 Freiwillige gemeldet.

Zivilflugzeug-Herstellung in USA im Jahre 1940 bevorzugte einmotorige Leichtflugzeuge mit 50—70 PS starken Motoren und Fluggewichten unter 600 kg.

Indisches Flugzeugwerk in Bangalore soll demnächst eröffnet werden.

Japanische Fallschirme aus Papier, die eine bemerkenswerte Reißfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit aufweisen sollen, wurden erprobt.

USA NA-73 Jagdeinsitzer der North American Aviation Inc. (vgl. „Flugsport" Nr. 14, 1941, S. 272) für Englandlieferungen „Mustang", für Inlandslieferungen „Apache" genannt.

Fallschirmtruppen in Süd-Amerika. Eröffnung von Fallschirmjägerschulen in Argentinien und Brasilien.

Luftwaffe.

Berlin, 4. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der abziehende Feind erleidet durch den rücksichtslos tief in das Hinterland greifenden Einsatz unserer Luftwaffe schwerste Einbuße. — Eine durch besonders beauftragte Offiziere vorgenommene Untersuchung der eroberten sowjetrussischen Flugplätze hat ergeben, daß die am 22. 6. als am Boden vernichtet gemeldete Zahl von Flugzeugen um zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent höher ist, als zunächst durch Luftbeobachtung festgestellt werden konnte. — Im Kampf gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe vor der britischen Ostküste zwei Bewacher mit zusammen 1000 BRT. und beschädigte bei Lands End ein größeres Handelsschiff durch Bombentreffer. Tages- und Nachtangriffe von Kampfflugzeugen richteten sich gegen Hafenanlagen im Südwesten und Südosten der Insel. — Bei Angriffsversuchen britischer Flugzeuge an der Kanalküste schössen Jäger und Flak am gestrigen Tage 11 feindliche Flugzeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. — Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten West- und Nordwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. In Bremen entstanden unbedeutende wehrwirtschaftliche Schäden. Dachstuhlbrände, vor allem in Dortmund, konnten bald gelöscht werden. Jäger und Flak schössen 10 der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab. — In Luftkämpfen der letzten Tage errang Hptm. Oesau seinen 54., Oblt. Franziskat seinen 21. Luftsieg.

Berlin, 5. 7. 41 (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Kampf-, Zerstörer- und Jagdflieger-Verbände zersprengten feindliche Truppenansammlungen am Oberlauf der Düna und in der westlichen Ukraine, vernichteten zahlreiche Panzer- und Lastkraftwagen, bombardierten mit guter Wirkung feindliche Artillerie-Stellungen und zerstörten wichtige Bahnanlagen weit im Rücken der Sowjettruppen. In Luftkämpfen erlitt die feindliche Fliegertruppe weitere schwere Verluste. — Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten starke Verbände der Luftwaffe in der letzten Nacht das Rüstungszentrum Birmingham, den Kriegshafen Plymouth sowie andere Häfen an der Südostküste Englands. Große Brandfelder und Explosionen ließen den Erfolg dieser Angriffe erkennen. Auf einem Flugplatz an der Westküste Englands belegten Kampfflugzeuge Hallen und Unterkünfte wirksam mit Bomben schweren Kalibers. Im Bristol-Kanal wurde ein Frachter von 5000 BRT. versenkt. — Angriffsversuche britischer Flugzeuge führten am

gestrigen Tage an der Kanalküste abermals zu einer Niederlage für den Feind. In Luftkämpfen wurden 9 Jagdflugzeuge, durch Flak 3 Kampf- und 1 Jagdflugzeug abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. — Durch Bombenwürfe britischer Flugzeuge auf die Stadt Brest wurde ein Denkmal der kanadischen Truppen aus dem Weltkriege zerstört. Militärischer Schaden richtete dieser Angriff nicht an. — Einzelne britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht eine geringe Zahl von Sprengbomben in Westdeutschland. Die Schäden sind unerheblich. Nachtjäger und Flak schössen 5 der angreifenden Kampfflugzeuge ab. — Hptm. Streib errang in der Nacht zum 4. Juli seinen 15. Nachtjagdsieg.

Berlin, 6. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe unterstützte die Operationen durch rollende Angriffe auf feindliche Truppenansammlungen und Kolonnen. Allein im Räume um Sithomir wurden durch Bombentreffer und Beschuß mit Bordwaffen über 500 Lastkraftwagen der Sowjets zerstört und 18 Eisenbahnzüge vernichtend getroffen. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich in der letzten Nacht gegen den Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt Smolensk. Die sowjetrussische Luftwaffe verlor bei 11 eigenen Verlusten gestern 281 Flugzeuge, davon wurden 98 im Luftkampf abgeschossen, 183 am Boden zerstört. — Deutsche Jäger schössen bei Luftkämpfen über dem Kanal am gestrigen Tage ohne eigene Verluste vier britische Jagdflugzeuge, vor der norwegischen Küste ein britisches Kampfflugzeug ab. — Deutsche Kampf- und Sturzkampffliegerverbände bombardierten den Hafen von Tobruk. Ein Handelsschiff und Lagerhäuser wurden getroffen, Küstenbatterien des Feindes niedergekämpft. Zerstörerflugzeuge zersprengten britische Kraftfahrzeugkolonnen bei Habata. — Im Mittelmeerraum griffen am 4. 7. deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge die Hafenanlagen von Famagusta an der Ostküste der Insel Cypern an. Bombenvolltreffer schweren Kalibers beschädigten zwei große Handelsschiffe und Verladeeinrichtungen am Hafen. Auf einem Flugplatz der Insel schlugen Bomben in Barackenlager des Feindes. — Der Feind warf in der letzten Nacht in Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte größere Verluste an Toten und Verletzten. Wohnviertel und öffentliche Gebäude wurden vor allem in Münster und Bielefeld getroffen. Nachtjäger schössen 7 der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

Berlin, 7. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Geschwader der deutschen Luftwaffe vernichteten auch am gestrigen Tage eine große Zahl feindlicher Panzer und Lastkraftwagen, setzten Batterien der Sowjets außer Gefecht, zerstörten Eisenbahnzüge, Transportwege und Munitionslager. Wirksame Luftangriffe richteten sich ferner gegen Rückzugsbewegungen des Feindes in der Ukraine sowie gegen Befestigungsanlagen. Andere Verbände bombardierten feindliche Truppen im Raum um Smolensk und ostwärts des Peipus-Sees. — Kampf- und Sturzkampfflugzeuge unterstützten das Vorgehen der Erdtruppen auf der Fischerhalbinsel und belegten Stützpunkte des Feindes mit Bomben aller Kaliber. Die Sowjets verloren im Laufe des 6. 7. insgesamt 204 Flugzeuge, davon 160 in Luftkämpfen, 41 Flugzeuge wurden am Boden zerstört, drei durch Minensuchboote abgeschossen. Zehn eigene Flugzeuge wurden vermißt. — Im Kampf gegen England versenkte die Luftwaffe im St. Georgs-Kanal zwei Frachtschiffe mit zusammen 10 000 BRT. Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht erfolgreich Flugplätze in Mittelengland und Hafenanlagen an der Süd- und Südostküste der Insel. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. — In Nordafrika erzielten deutsche und italienische Kampf- und Sturzkampfflugzeuge Bombenvolltreffer in Flak-und Artilleriestellungen um Tobruk. — Bei Angriffsversuchen am Tage verlor der Feind gestern an der Kanalküste durch Jagd- und Flakabwehr 19 Flugzeuge, ein weiteres durch Marineartillerie. — Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben an verschiedenen Orten Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Brände in Wohnvierteln, unter anderem in Dortmund, konnten schnell gelöscht werden. Bei diesen Angriffen und bei einem nächtlichen Vorstoß zur Küste des besetzten französischen Gebiets schössen Nachtjäger und Flak 8 Kampfflugzeuge ab. — In der Zeit vom 3.—6. 7. 41 wurden 83 britische Flugzeuge abgeschossen, davon 58 in Luftkämpfen und durch Nachtjäger, 21 durch Flak, 4 durch Einheiten der Kriegsmarine. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 9 eigene Flugzeuge verloren. — Oblt. Philipp errang am 4. 7. seinen 31., 32. und 33. Luftsieg. Ofw. Beier in der letzten Nacht seinen 9. und 10. Nachtjagdsieg.

Berlin, 8. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht mit starken Kräften bei guter Erdsicht militärische Ziele im Hafen von Southampton. Durch Bombenvolltreffer schweren Kalibers und durch Abwurf Tausender von Brandbomben wurden Zerstörungen und zahl-

reiche Großbrände an Lagerhäusern, Dockanlagen und zahlreiche Großbrände in Dockanlagen und Großversorgungsbetrieben hervorgerufen. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen von Portsmouth und Margate. Zwei große Handelsschiffe eines Geleitzuges ostwärts Margate erhielten Bombentreffer. — Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge griff in der Nacht zum 7. 7. den britischen Flottenstützpunkt Alexandria an. Es wurden Bombentreffer auf einem Schwimmkran sowie in verschiedenen kriegswichtigen Anlagen des Hafens und der Stadt beobachtet. Große Brände entstanden. — Bei Einflugversuchen an der Kanalküste wurden am gestrigen Tage bei zwei eigenen Verlusten in Luftkämpfen 11, durch Marineartillerie 1 britisches Flugzeug abgeschossen. Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten, vor allem in Köln und Münster entstanden stärkere Zerstörungen in Wohnvierteln. Bei diesen Angriffen sowie bei nächtlichen Vorstößen des Feindes in den Raum um Calais wurden 16 britische Flugzeuge, davon 13 durch Nachtjäger und Flak, 3 durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen.

Berlin, 9, 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht Rüstungswerke in Birmingham, die Staatswerft und Versorgungsbetriebe des Hafens Plymouth sowie kriegswichtige Ziele der Häfen Great Yarmouth und Aberdeen. Viele Großbrände ließen den Erfolg dieser Angriffe erkennen. Bei Luftangriffen gegen Flugplätze in Südostengland wurden Bombentreffer zwischen startenden Flugzeugen beobachtet. — Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 3000 BRT. und beschädigten zwei Frachter durch Bombentreffer schwer. — In der Nacht zum 8. 7. warf ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge ein Tanklager, Lagerhallen, Tankanlagen und Ölraffinerien in der britischen Flottenbasis Haifa in Brand. — Bei Versuchen des Feindes, am gestrigen Nachmittag die Kanalküste und die Deutsche Bucht anzugreifen, schössen Jäger, bei nur einem eigenen Verlust, 11 britische Jagdflugzeuge ab. — Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben an verschiedenen Orten Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Nachtjäger und Flak schössen 8 der angreifenden britischen Flugzeuge ab. — Bei den siegreichen Luftkämpfen des gestrigen Tages am Kanal

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz: Obere Reihe von links nach rechts: Hptm. Brücker, Oblt. Neubert, Oblt. Rödel, Oblt. Naumann; untere Reihe: Oblt. Pekrun, Oblt. Forgatsch, Lt. Teusen, Lt. Thiede. Weltbilder (8)

erreichte das Jagdgeschwader Richthofen seinen 644. Luftsieg und damit jene Zahl von Abschüssen, die das Traditionsgeschwader bis zum Ende des Weltkrieges erzielt hat. Hierbei errang Lt. Schnell seinen 38., 39. und 40. Luftsieg.

Berlin, 10. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge belegten am 8. und 9. 7. militärische Ziele des Hafens Tobruk und einen Flugplatz südostwärts von Marsa Matruk erfolgreich mit Bomben. Nördlich von Sollum erhielt ein britischer Zerstörer Bombentreffer. — Stärkere Kräfte deutscher Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Flugzeughallen westlich Ismailia am Suezkanal in Brand. — Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichtete die Luftwaffe in der letzten Nacht aus einem gesicherten Geleitzug nördlich Nequay heraus 5 Handelsschiffe mit zusammen 21 000 BRT. und bombardierte wirksam Hafenanlagen an der Ost- und Südostküste der Insel. In der Nacht zum 9. 7. wurde nördlich Berwick ein weiteres großes Handelsschiff von Kampfflugzeugen schwer beschädigt. An der Kanalküste Schossen am gestrigen Tage Jäger 17, Flak und Marineartillerie je 1 britisches Jagdflugzeug ab. — Britische Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht verschiedene Orte Westdeutschlands. Die Verluste der Zivilbevölkerung sind gering. Die Krankenanstalt Bethel bei Bielefeld wurde abermals mit Brandbomben belegt. Bei diesen Angriffen verlor der Feind durch Jagd- und Flakabwehr 4, durch Marineartillerie 2 Kampfflugzeuge. — Hauptm. Balthasar, Träger des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, der mit 40 Luftsiegen an den genannten Erfolgen der Luftwaffe hervorragend beteiligt war, fand in den siegreichen Luftkämpfen am Kanal den Heldentod. Mit ihm verlor die Luftwaffe einen ihrer tapfersten Jagdflieger. Das Andenken dieses heldenhaften Offiziers des Jagdgeschwaders „Richthofen", der sich schon in der Legion „Condor" durch todesmutigen Einsatz wiederholt ausgezeichnet hatte, wird im deutschen Volk unvergessen bleiben.

Berlin, 11. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Sowjetluftwaffe verlor bisher insgesamt 6233 Flugzeuge. — Ostwärts Peterhead wurde durch die Luftwaffe ein Frachter von 4000 BRT. versenkt. — In der letzten Nacht bombardierten starke Verbände von Kampfflugzeugen den Versorgungshafen Hull am Humber mit durchschlagender Wirkung. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen von Great Yarmouth und Berwick sowie Flugplätze und Scheinwerferstellungen in Ost- und Südengland. — Bei Versuchen des Feindes, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, Schossen Jäger 21, Flak 4, Marineartillerie 3 britische Flugzeuge ab. — Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. — Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben an einigen Orten Westdeutschlands. Die Verluste der Zivilbevölkerung sind gering.

Berlin, 12. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei bewaffneter Aufklärung gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe südwestlich Plymouth ein Unterseeboot und westlich Portreath einen Frachter von 2000 BRT. — Im Mittelmeerraum griffen deutsche Kampfflugzeuge militärische Anlagen in Tobruk wirksam an. In der letzten Nacht . wurde der britische Stützpunkt Port Said am Suezkanal bombardiert. In Luftkämpfen an der Kanalküste verlor der Feind 12 Jagdflugzeuge vom Muster Spitfire. — Ostfront: Unsere Luftwaffe hat durch Zerstörung des feindlichen Eisenbahnnetzes dem Gegner schon jetzt jede weitere Möglichkeit einer Gegenoperation größeren Stils genommen. — Einzelne britische Kampfflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht im nordwestdeutschen Küstengebiet eine geringe Zahl von Bomben. Die Schäden sind unerheblich.

Berlin, 13. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge warfen Munitionslager bei Marsa Matruk in Brand, kämpften in Tobruk Flakbatterien aus der Luft nieder und vernichteten Munitionslager durch Bombenwurf. — Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichtete die Luftwaffe in der letzten Nacht vor der britischen Südwestküste einen Frachter von 4000 BRT. Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der Themse-Mündung und im Südwesten der Insel. — An der Kanalküste verlor der Feind gestern 3 Jagdflugzeuge im Luftkampf, 3 Kampfflugzeuge durch Luftabwehr der Kriegsmarine. Der Feind warf in der vergangenen Nacht mit schwachen Kräften Bomben im nordwestdeutschen Küstengebiet, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Nachtjäger schössen 2 der angreifenden Kampfflugzeuge ab.

Berlin, 14. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Seegebiet um England warfen Kampfflugzeuge aus einem Geleitzug 2 Frachter in Brand und erzielten Bombenvolltreffer auf zwei weiteren Handelsschiffen. — Kampffliegerverbände bombardierten in der letzten Nacht mit gutem Erfolg Hafenanlagen an der Süd- und Südostküste Englands. — Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften einige Bomben in Nordwestdeutschland, ohne Wirkung zu erzielen. Nachtjäger schössen ein britisches Kampfflugzeug ab.

Berlin, 15. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht mit stärkeren Kräften abermals den Versorgungshafen Hull. Ausgebreitete Brände entstanden. Im Sankt-Georgs-Kanal wurde ein Handelsschiff von 6000 BRT. durch Bombenwurf versenkt. — In Nordafrika zersprengten deutsche Jäger Ansammlungen britischer Kraftfahrzeuge bei Sidi el Barani. Deutsche Kampfflugzeuge brachten feindliche Batterien um Tobruk zum Schweigen. — Ein Verband deutscher Kampfflugzeuge bombardierte in der Nacht zum 14. 7. britische Schiffe auf der Reede von Suez. Zwei Frachter mit zusammen 12 000 BRT. wurden vernichtet, zwei weitere große Schiffe erhielten Volltreffer. — Bei Angriffsversuchen britischer Kampf- und Jagdflugzeuge an der Kanalküste wurden gestern durch Jäger und Flakartillerie 12, durch Marineartillerie 1 feindliches Flugzeug abgeschossen. — Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben in Nordwestdeutschland, vor allem in Hannover, sowie im Küstengebiet. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Nachtjäger und Flakartillerie schössen 7 der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

Berlin, 16. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Kampf gegen Großbritannien beschädigte die Luftwaffe ostwärts Newcastle zwei große Frachtschiffe schwer. Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht die Hafenanlagen von Margate. — Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben in Westdeutschland. Nachtjäger schössen drei der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab. — Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, schoß Oberstlt. Mölders, Kommodore eines Jagdgeschwaders, gestern fünf weitere Sowjetflugzeuge ab und errang damit in diesem Kriege seinen 101. Luftsieg. Berlin, 17. 7. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge einen Frachter von 3000 BRT. und beschädigten ein großes Handelsschiff schwer. — In der letzten Nacht wurden Flugplätze in den Midlands bombardiert. In Hallen und Unterkünften entstanden heftige Brände und Explosionen. Andere Kampfflugzeuge belegten militärische Anlagen im Hafen von Great Yarmouth mit Bomben. — In der Nacht zum 16. 7. griff ein Verband deutscher Kampfflugzeuge den Hafen Suez an und warf Öllager am Südausgang des Kanals in Brand. — Bei dem Versuch britischer Flugzeuge, am gestrigen Tage die holländische Küste anzufliegen, schössen Vorpostenboote 6, Flakartillerie 3 feindliche Kampfflugzeuge ab. — Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an wenigen Orten in Nordwestdeutschland eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben. Es entstanden nur unerhebliche Schäden. Nachtjäger und Flak schössen 3 der angreifenden britischen Flugzeuge ab.

Italien.

Rom, 4. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftverbände haben weiterhin die Befestigungsanlagen von Tobruk mit Bomben belegt und ein wichtiges Eisenbahnzentrum östlich Marsa Matruk bombardiert. Der Feind hat Einflüge auf Tripolis und einige Ortschaften im Gebiet von Bengasi durchgeführt, die Schäden an Wohnhäusern und einige Opfer verursachten. — Englische Flugzeuge haben bei einem Einflug im Abschnitt von Gondar ein Lazarett getroffen. Ein Flugzeug wurde von unserer Bodenabwehr brennend zum Absturz gebracht.

Rom, 5. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Bei Luftkämpfen über der Insel Malta wurden im Laufe des Freitags 2 britische Flugzeuge abgeschossen. Während der Nacht haben unsere Flugzeuge Luftstützpunkte der Insel bombardiert. Einer unserer Jäger ist nicht zurückgekehrt. — In der Bucht von Famagosta (Cypern) haben unsere Flugzeuge Hafenanlagen und vor Anker liegende Schiffe bombardiert. Weitere Flugzeuge haben einen englischen Hilfskreuzer von etwa 7000 BRT. angegriffen und mit zwei Torpedos getroffen, so daß mit seiner Versenkung gerechnet werden kann. — Flugzeuge der Achsenmächte haben die Hafenanlagen von Tobruk und Zeltlager bei Marsa Matruk bombardiert. Bei den im Wehrmachtsbericht vom Freitag gemeldeten Angriffen auf das Gebiet von Bengasi hat unsere Luftabwehr zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Rom, 6. 7, 41, (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Fliegerformationen der Achse haben Hafenanlagen und im Hafen liegende Schiffe sowie Batterien und Verpflegungsund Unterkunftsanlagen angegriffen, wobei Brände und Explosionen ausgelöst wurden. Ein kleiner Dampfer wurde versenkt. — In einem Tiefflug gegen eine feindliche Stellung bei Sidi el Barani hat unsere Luftwaffe Kraftwagen und Barackenlager in Brand geschossen. Feindliche Flieger haben Bengasi und Derna angegriffen.

Rom, 7. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht; Luftstreitkräfte der Achse haben im Sturzflug Batterien und Stellungen von Tobruk angegriffen. Andere Flugzeuge haben Ansammlungen von Kraftfahrzeugen südwestlich von Sidi el Barani getroffen. — Der Feind hat einen Einflug nach Bengasi unternommen. — Am Sonntagnachmittag unternahmen drei gegnerische Flugzeuge einen Einflug auf Palermo. Einige Schäden im Hafen, drei Tote und etwa 20 Verletzte unter der Zivilbevölkerung.

Rom, 8. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Verbände unserer Luftwaffe haben den feindlichen Stützpunkt von Nicosia auf Cypern bombardiert. Es wurden Anlagen des Flughafens getroffen, 3 Flugzeuge am Boden in Brand gesetzt und zahlreiche weitere Flugzeuge beschädigt..— Unsere Kampfflugzeuge haben Befestigungswerke von Tobruk und Flugzeugstützpunkte östlich Marsa Matruk getroffen. Es entstanden wieder starke Explosionen und Brände. Englische Flugzeuge warfen Bomben auf Tripolis und Bengasi. — Der Feind unternahm einen Einflug in das Gebiet von Gondar und warf einige Bomben auf Wohnviertel.

Rom, 9. 7. 4L (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum 9. 7. haben unsere Fliegerformationen einen Flugplatz auf Malta bombardiert. — Unsere Flugzeuge haben Befestigungen von Tobruk und feindliche Stellungen in Marsa Matruk sowie östlich davon gelegene Flugplätze getroffen, wobei Brände ausgelöst wurden. — In Luftkämpfen haben unsereJäger ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Ein weiteres Flugzeug wurde von der Luftabwehr abgeschossen. — Britische Luftangriffe auf Bengasi und Tripolis.

Rom, 10. 7. 4L (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Verbände unserer Luftwaffe haben den Flugstützpunkt Nicosia auf Cypern angegriffen und beträchtlichen Schaden sowie Brände verursacht. In der Nähe der Küste von Cypern haben unsere Flugzeuge einen 5000-Tonnen-Dampfer torpediert. — Ein Sanitätsflugzeug ist in der Straße von Sizilien von britischen Jagdflugzeugen angegriffen worden. Südlich Siziliens haben unsere Jäger ein Hurricane-Flugzeug abgeschossen. — Luftstreitkräfte der Achse haben in Tobruk auf der Reede liegende Schiffe sowie befestigte Stellungen bombardiert. Weiter wurden feindliche Flugstützpunkte östlich Sidi el Barani angegriffen. Es entstanden Brände. Auf einem der Flugstützpunkte wurden zahlreiche britische Flugzeuge zerstört. Der Feind unternahm Luftangriffe auf Bengasi und Tripolis. Bei dem Angriff auf Tripolis wurden von den sieben angreifenden Flugzeugen zwei von der Bodenabwehr und vier von den Jägern abgeschossen. — Am Nachmittag des 9. 7. griffen britische Flugzeuge Syrakus im Tiefflug an. In der Nacht unternahmen britische Flugzeuge einen Angriff auf Neapel, wo 14 Tote und 30 Verletzte unter der Zivilbevölkerung zu beklagen sind.

Rom, 11. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Flugzeuge haben erneut den Flughafen von Nicosia (Cypern) bombardiert und feindliche Flugzeuge am Boden zerstört. — Andere Verbände haben die Petroleumanlagen von Haifa bombardiert, wodurch ausgedehnte Brände verursacht wuden, die noch lange Stunden hindurch wüteten. — Der Feind hat Einflüge auf Bengasi und Derna unternommen. — Der Feind hat Einflüge in das Gebiet von Gondar versucht. Unsere sofort eingreifenden Jäger haben zwei gegnerische Flugzeuge abgeschossen. — In der Nacht haben britische Flugzeuge neuerlich Neapel bombardiert. Starker Schaden an Privathäusern. — Fünf Tote und 33 Verletzte. Der Einflug dauerte etwa drei Stunden.

Rom, 12. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Jagdverbände haben am Freitagnachmittag bei einem kühnen und nachhaltigen Unternehmen im Tiefflug den Flughafen von Mikabba (Malta) angegriffen. Am Boden wurden zahlreiche Flugzeuge zerstört, von denen 5 in Flammen aufgingen. In schweren Kämpfen mit feindlichen Jägern wurden 4 englische Flugzeuge abgeschossen. Im Verlaufe des gleichen Unternehmens wurde in den Gewässern von Malta ein Vorpostenboot mit MG.-Feuer belegt. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt und hatten einige Verwundete an Bord. — Italienische und deutsche Flugzeuge haben Stellungen und Batterien sowie Hafenanlagen von Tobruk bombardiert. Andere Luftstreitkräfte haben den Bahnhof von Fuka und Flugplätze östlich von Marsa Matruk mit Bomben belegt. Nördlich von Sollum wurden zwei feindliche Schiffe angegriffen.

Rom, 13. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im östlichen Mittelmeer haben Verbände unserer Luftwaffe zu wiederholten Malen den feindlichen Stützpunkt von Famagosta auf Cypern angegriffen. — Unsere Kampfflugzeuge haben vorgeschobene feindliche Stützpunkte in der ägyptischen Wüste sowie Stellungen und Nachschubanlagen in Marsa Matruk angegriffen, wo Brennstofflager in Brand geworfen wurden. — Jagdflugzeuge haben zwischen Sidi el Barani und Bugbug britische Kraft-

fahrzeuge mit MG.-Feuer belegt und dabei verschiedene Straßenpanzerkraftwagen zum Stehen gebracht und zerstört. — Der Feind hat Luftangriffe gegen Bengasi und Derna gerichtet. In Derna wurde ein Militärlazarett getroffen. — Bei den letzten feindlichen Luftangriffen auf Tripolis gab es 22 Tote, davon 14 Italiener, 54 Verletzte, davon 14 Italiener.

Rom, 14 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Luftverbände der Achse haben feindliche Stellungen bombardiert und Depots in der Umgebung von Marsa Matruk in Brand gesteckt. In Tobruk wurden Artilleriestellungen, Verpflegungslager, Ansammlungen von Kraftfahrzeugen und die Hafenanlagen bombardiert. — Zwei britische Flugzeuge, die versuchten, Tripolis anzugreifen und von unseren Jägern abgeschossen wurden, sind brennend ins Meer gestürzt. — Auf der Insel Rhodos haben feindliche Flugzeuge einige Ortschaften bombardiert, wodurch jedoch nur leichte Schäden entstanden. In Ostafrika lebhafte Artillerietätigkeit im Abschnitt von Volchefit.

Rom, 15. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die Luftstreitkräfte der Achse haben zu wiederholten Malen Befestigungen und den Hafen von Tobruk heftig angegriffen. Andere Verbände bombardierten britische vorgeschobene Stützpunkte und Anlagen. In der Oase Siwa zwischen Sidi el Barani und Marsa Matruk haben Jagdflieger im Tiefflug motorisierte Einheiten angegriffen und dabei einige Kraftfahrzeuge zerstört. — Der Gegner führte Luftangriffe auf Derna, Bardia und Bengasi durch. In Bengasi wurde ein britisches Flugzeug von unseren Jägern abgeschossen. — In Ostafrika feindlicher Luftangriff auf Gondar. Unsere Bodenabwehr griff sofort ein und schoß ein Flugzeug ab, dessen Besatzung aus Dissidentenfranzosen bestand. — In der Nacht warfen britische Flugzeuge Bomben auf die Stadt Messina. Es entstand Gebäudeschaden. Unter der Zivilbevölkerung sind ein Toter und vier Verletzte zu beklagen,

Rom, 16. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika haben italienische und deutsche Flugzeuge erneut Befestigungen, Batterien und Hafenanlagen von Tobruk angegriffen. Weitere deutsche Luftwaffeneinheiten haben vorgeschobene Flugplätze des Feindes angegriffen. — Der Gegner unternahm Einflüge auf einige Örtlichkeiten der Cyrenaika. In der Nähe von Bardia wurde ein britisches Flugzeug von der Abwehr abgeschossen. — In der Nähe von Gondar hat unsere Artillerie ein feindliches Flugzeug abgeschossen.

Rom, 17. 7. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum 16. 7. haben Verbände unserer Luftwaffe die Luftstützpunkte von Malta bombardiert. — Unsere Flugzeuge haben befestigte Stellungen von Tobruk und feindliche Flugstützpunkte in Aegypten angegriffen. In der Nähe von Siwa wurden britische Abteilungen und Kraftfahrzeuge mit Bomben und MG.-Feuer belegt. Sturzbomber haben 2 Dampfer vor Marsa Luch angegriffen. Ein 1500-BRT.-Dampfer wurde getroffen und kann als versenkt angesehen werden. — Der Feind unternahm erneut Einflüge auf Bengasi und Tripolis und verursachte leichte Schäden.

Alpiner Segelflug in der Schweiz.

An Pfingsten fand im bekannten Kurort Flims-Waldhaus in Graubünden die erste offizielle Veranstaltung seit Kriegsausbruch für den Segelflug in der Schweiz statt. Es handelte sich nicht um einen Wettbewerb, sondern um die Erforschung eines Teilgebietes der Alpen auf seine Eignung für den Segelflug.

Das Kommando der schweizerischen Luftwaffe hatte hierfür ein Gebiet von ca. 35 km Länge und 20 km Breite für Streckenflüge freigegeben. Die Startstelle durfte aus militätischen Gründen nur um 1500 m überhöht werden. Da diese selbst auf 1280 m ü. M. am Fuße des gewaltigen Felsenmassivs des Flimsersteins lag, konnte also eine Maximalhöhe von ca. 2800 m ü. M. erreicht werden. Wolken- und Nachtflüge waren hingegen nicht gestattet.

Nur solche Flugzeugführer waren zur Teilnahme am Forschungslager zugelassen, welche sich über ein längeres Training sowie über Erfahrungen im Gebirgssegelflug ausweisen konnten. Insgesamt nahmen 21 Flugzeugführer teil, darunter 7 Inhaber des „Silber-C". Im ganzen erschienen am Start 16 Segelflugzeuge, und zwar die Schweizer Konstruktionen 5 S-18, 2 S-15K, 1 S-15B (Konstruktionen von J. Spalinger), 2 Spyr III und 1 Spyr IV (Konstruktionen A. Hug), 1 Elfe (Konstruktion W. Pfenninger) sowie 4 in der Schweiz in Lizenz gebaute Grunau-Baby II.

Segelflug

Der Landungsplatz lag auf ca. 1000 m im Talboden von Flims. Eine Piste von 70 m Länge und 10 m Breite war hierfür abgemäht worden. Der Transport der Segelflugzeuge geschah per Auto, mit Pferdevorspann, und den Steilhang zum Startplatz hinauf mit einer Seilwinde und Umlenkrolle. Gestartet wurde durchweg mit dem Gummiseil.

Schon am ersten Tage konnte trotz wechselnder Witterung mit 15 Starts eine Gesamtflugzeit von 13 Stunden erflogen werden. Die längste Flugzeit eines Segelfliegers belief sich auf 4 h 25 min. Das ganze zugelassene Gebiet wurde von mehreren Flugzeugführern systematisch abgeflogen und durchforscht, wobei die zugelassene Maximalhöhe spielend erreicht wurde. Vielfach hatten die Segelflieger Mühe, von gewaltigen Wolkenformationen nicht direkt „aufgesaugt" und in unzulässige Höhen hinaufgetragen zu werden. Während des zweiten Flugtages herrschte Nebel und Regen, hingegen wieder Vollbetrieb am dritten und letzten Flugtag. Die totale Tagesflugdauer stieg auf 23 h 40 min und auf 35 h 15 min. Ein junger Segelflieger, der auf Maximalhöhe über der Calandaalp kreiste, hatte sich dabei eines Steinadlerpaares zu erwehren, das in ganz bedrohlicher Nähe das Segelflugzeug umkreiste. Am letzten Tage flogen sämtliche Maschinen nach der 18 km entfernten Stadt Chur, wo sie demontiert und auf der Eisenbahn nach Hause befördert wurden. An diesem Tage segelten 10 Maschinen gleichzeitig.

Schweizer Alpines Segelfluglager Flims 1941. Oben links: Segelflugzeug S-18 fliegt der Alpenkette entgegen. — Rechts: Spyr III startet unterhalb des Massivs des Flimser Steins. — Unten links: Startplatz in 1200 m Höhe. — Rechts: Blick vom Startplatz Richtung Flims Waldhaus.

Bilder Geiger (2), Fotopreß (2)

Ergebnis: In 3 Flugtagen 54 Starts, Gesamtflugdauer 72 Std., ausgeführt. S-18 und Spyr III zeigten im Thermikflug gute Leistungen. Größte Flugdauer Paul Schmid (S-18) 12 h 58 min, Ernst Schaffroth (S-18) 11 h 04 min, Gerard de Charnbrier (S-18) 9 h 21 min und Eugen Aeberli (Spyr III) 6 h 06 min.

USA Forschungsanstalt für Segelfliegerei bei Carderock (Md.) im Bau; das Institut verfügt über einen Windkanal.

USA Segelflug-Wettbewerb Elmira 28. 6. bis 13. 7. stattgefunden.

Leistungs-Segelflugmodell „Ursinus".

Aufgabe war, mit dem Segelflugmodell „Ursinus" (vgl. die nebenstehende Bauzeichnung) ein Hochleistungs-Fluggerät zu schaffen, welches ohne Schwierigkeiten von den jungen Modellfliegern gebaut werden konnte. Von dem Flugmodell wurde weiter verlangt, daß es bei einer Spannweite von 1800 mm im harten, böigen Rhönwind, im fiangsegelflug und bei Anwendung von Hochstart in der Ebene zum Thermiksegeln gestartet werden kann. Die Bauzeit sollte nicht mehr als 50 Stunden betragen.

Das Flugmodell wurde von NSFK.-Truppführer Heino Gengelbach entwickelt und ein Bauplan vom Korpsführer des NSFK., Leistungssegelflugmodell „Ursinus", herausgegeben, welcher von den zuständigen NSFK.-Stellen zu beziehen ist.

Flügelholm 2 Leisten von 5X5 mm. Knickflügelaufbau, sehr einfach. Innerhalb des Flügelknickes gleichbleibendes Profil, erst vom Flügelknick verjüngt sich das Profil nach den Flügelenden. Die notwendige Verwendung des Flügels wird durch Hochziehen der hinteren Kante durch Unterlegen an der letzten Rippe des Flügelendes erreicht; diese Arbeit wird erst nach dem Wässern der Bespannung des Flügels erforderlich. Tragflügeleinstellwinkel 3,5° (Abb. 3). Die Flügel sind durch Sperrholzzungen mit dem

Tragflügelmittelstück, das fest mit dem Rumpf verleimt ist, verbunden. Die V-Stellung der Flügel kann sich bei dieser Flügelbefestigung nicht eigenmächtig verstellen. Auf diese Weise gestaltet sich das Zusammensetzen des Tragflügels sehr einfach. Die Sperrholzzungen an den Flügelwurzeln (Abb. 2) haben keine willkürliche Form. Der Bogenverlauf der Vorder- und Hinterkanten dieser Zungen ist so gewählt, daß bei jedem einmal etwas härter auftretenden Landungsstoß der Flügel aus dem Zungenkasten ausdrehen kann. Bei sauberer Bauausführung sind Federn und Kugelschnapper, deren Anbringen die Arbeitszeit verlängern würde, nicht erforderlich.

Befestigung des Flügelmittelstücks am Rumpf durch zwei Profilrippen, die am oberen Rumpfgurt angeleimt werden. Rumpf besteht aus 11 Spanten (vgl. Übersichtszeichnung) mit entsprechenden Holzaussparungen, in die die Rumpflängsholme von 3X5 bzw. 3X10 mm zu liegen kommen. Rumpfquerschnitt mit unterer Kielleiste 5kant, weiter hinten 4kant. Im Rumpfnasenklotz ist eine Bohrung von 12 mm mit Holzverschlußstopfen, in der das Bleigewicht untergebracht wird. Starthaken am Spant 4 mit Zwirnwicklung, leimgetränkt zur Erhöhung der Festigkeit, befestigt. — Leitwerk freitragend mit Sperrholzrippen, Holm, Nase und Endleiste. Randbogen Eschenholz.

Bespannung des Flugmodells starkes Bespannpapier 40 g/m2. Als Leim zum Bespannen Glutofix. Nach dem Trocknen des Leimes wird der bepannte Flügel mit Wasser besprengt. Es ist notwendig, Flügel und Leitwerk hierbei auf der Bauunterlage aufgespannt zu halten. Vor dem Einfliegen wird das Flugmodell ausgewogen. Erforderlichenfalls ist vom Rumpf soviel Gewicht abzunehmen, bis der Schwerpunkt an der in der Übersichtszeichnung angegebenen Stelle sitzt. Hat das Flugmodell über ebenem Gelände eine Reihe gleichmäßig guter, flacher Gleitflüge ausgeführt, kann es am Berghang oder am Hochstartseil gestartet werden.

Abb. 2 u. 3. Leistungssegelflugmodell „Ursinus". B^ NSFK.

Links: Ausklinkbare Flügelbefestigung. Rechts: Flügelmodell unbespannt.

Schweißen von Kunststoff, wenden Sie sich an Ihre Lieferfirma. Reseau Aeriens Francais ist die Bezeichnung für ein französisches Luftverkehrsunternehmen, das an die Stelle der Air Afrique und der Air Maritime getreten ist. Spiralfedern aus Dural bringen keine Gewichtsersparnisse.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Der Flug, Von Helmuth W e n k e. Aus Praktische Theorie in der Flugtechnik. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin SW 68, Ritterstr. 77/78. Preis kart. 6.50 RM, geb. 8.— RM.

In vorliegendem Band ist das wichtigste aus der Aerodynamik in leicht verständlicher Form zusammengestellt. Anschließend an die Grundgesetze sind aerodynamische Einrichtungen und Flugbewegungen des Flugzeuges in knapper Form behandelt.

Werkstoffkunde im Flugzeug- und Motorenbau. Von Dipl.-Ing. Karl L i e b i g. Band 3 der Luftfahrt-Lehrbücherei. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin SW 68, Ritterstr. 77/78. Preis kart. 2.50 RM.

In der vorliegenden 3. Auflage ist vor allem der Abschnitt über die Aluminium-Legierungen auf den Stand der heutigen Entwicklung gebracht. Das Kapitel: die Beschreibung der Oberflächenschutz-Verfahren ist ergänzt. Fliegwerkstoff-Kennzahlen sind übersichtlich geordnet. Einheitsgewicht ist durch „Mittlere Wichte" ersetzt.

Londonflüge 1917, Der Kampf des ersten Englandgeschwaders, von Walter A s c h o f f, Obstlt. im RLM. Verlag Ludwig Voggenreiter, Potsdam. Preis kart. 3.20 RM, geb. 4.50 RM.

Die ersten Londonflüge im Weltkriege mit den damaligen zweimotorigen Doppeldeckern stellten an die Besatzung außerordentlich hohe Anforderungen, und trotzdem gelang es unter Führung von Hptm. Brandenburg und später Hptm. Kleine, an Stelle der Zeppelinluftschiffe, die dem Einsatz nicht mehr gewachsen waren, die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Die Flüge damaliger Bomber mit ihrer geringen Geschwindigkeit von nur 130 km/h, ohne Einrichtung für Blindflug und technisch unvollkommenen Geräten, waren heldenhafte Leistungen.

Arado Ar 196 Benzinmotor-Flugmodell-Bauplan von H. F. A. S c h e 1 h a s s e. Verlag C. J. E. Volckmann Nachf. E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2. Preis kart. 1.80 RM.

Zwei Blatt Zeichnungen. Vorder- und Seitenansicht und Draufsicht mit Schwimmern und allen Einzelheiten nebst Baubeschreibung. Spannweite 1,23 m, Länge 1,12 m, Motor Kratmo 4.

Tiefdecker „Drohne" Motorrumpfmodell Spannweite 890 mm, Länge 680 mm, Zeichnung ohne Maße Maßstab 1 : 1, Bauplan mit Bauanleitung Preis —.60 RM. Vorstehende drei Baupläne sind zu beziehen von Josef Sperl, Flug- und Schiffsmodellbau, Wien IV/50, Wiedener Hauptstr. 66.

Männer, dem Himmel verfallen. Von Karl B a r t z. Verlag Paul Neff, Berlin-Lichterfelde-Ost. Preis geb. 3.75 RM.

Einflieger sind eine besondere Art von Menschen, sie lieben ihren Beruf, sie kennen seine Gefahren. Ihren Einsatz finden sie als selbstverständlich, und doch können sie sich nur schwer von diesem Beruf trennen, ohne den die Entwicklung der Fliegerei nicht möglich ist.

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