Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 12 vom 11. Juni 1941

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



Jahrgang - Nr. 12

Mittwoch, 11. Juni 1941

Tagesbefehl des Reichsmarschalls an die Luftwaffe

Kayaba-Nur-Flügel-Gleiter Type A 3 -1

Nurflügelflugzeug „Horten V"

Konstruktionsvorschläge jap. Jagdflugzeuge

Uberschallkanal von Guidonia

Flugrundschau Luftwaffe Segelflug Modelle Luftpost I Patentsammlung Nr.6

HS Flugsport"-

Erscheinungstage 1941

XXXIII, Jahrgang

Nt. Datum 13 25. Huni H 9. Duli 15 23. Juli |16 6. August 1J 20. August ]' 3. September 1' 17. September JO 1. Oktober J1 15. Oktober l\ 29. Oktober |5 12. November <4 26. November ß 10. Dezember « 24. Dezember

preis 80 Pf.

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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz S

Bezugspreis für In- und Ausland pro Vierteljahr bei 14tä'glichem Erscheinen RM 4.50 Telefon: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und den Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 12 11. Juni 1941 XXXIII. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 25. Juni 1941

Luftwaffenüberlegenheit.

Der Siegeszug unserer Luftwaffe ist in den Wehrmachtsberichteil verzeichnet. Deutschlands Luftüberlegenheit im Kampf gegen England ist durch Taten bewiesen.

Wir sind stolz auf unsere Flieger, stolz auf die Konstrukteure, Ingenieure und alle Männer unserer Flugzeugindustrie. Wir alle haben jetzt nur das eine Ziel im Auge, den Vorsprang zu erhalten, mag kommen was da wolle.

Tagesbefehl des Reichsmarschalls an die Luftwaffe.

Berlin, 2. Juni (DNB.)

Der Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches und Oberbefehlshaber der Luftwaffe erließ folgenden Tagesbefehl:

Kreta-Kämpfer, Kameraden!

Eine große Ruhmestat in der Geschichte unserer jungen Waffe ist vollendet. Auf Kreta wehen unsere Siegesfahnen. Ihr, meine Fallschirmjäger und Luftlandetruppen, ihr, nieine Flieger, habt gemeinsam mit euren Kameraden des Heeres unter euren bewährten Führern aller Dienstgrade einmalige Leistungen vollbracht. Unendlich stolz und glücklich melde ich dem Führer den Vollzug seines Befehls. Ihr habt vor aller Welt des Führers Wort bewiesen: Es gibt keine uneinnehmbaren Inseln.

Ich wußte, meine todesmutige, in harten Kämpfen bewährte Luftwaffe kennt nur den Sieg. So mußte auch diese erste und kühne Operation über See wie ein Gewitter-sturm die Feinde in wenigen Tagen zerschmettern. Hieran haben auch wieder die italienische Kriegsmarine, Verbände der italienischen Luftwaffe und Truppen des italienischen Heeres ihren oft bewährten Anteil.

Fallschirmjäger, beseelt von unbändigem Angriffsgeist, habt ihr, ganz auf euch angewiesen, in heldenhaftem, erbittertem Kampf den überlegenen Gegner geschlagen. Wo ihr gelandet seid, wurde ebenso heldenhaft gestürmt wie zähe gehalten. Ubermenschliches ist von Einzelkämpfern unter glühender Sonne auf felsigem Boden geleistet worden.

Eure Kraft war der unbeirrbare nationalsozialistische Glaube an den Sieg und das Wissen um die treue Hilfe der Kameraden in der Luft, die den Himmel vom Feinde reinfegten und unermüdlich Stunde um Stunde mit Transportflugzeugen Verstärkungen heranführten.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 6, Band IX.

Im Bombenhagel unserer Kampfverbände verstummten die Geschütze des Feindes, floh der Gegner aus seinen befestigten Stellungen, versanken und verbrannten britische Kriegs- und Handelsschiffe, die Hilfe bringen wollten. In alter Waffenkameradschaft aus Narviks großen Tagen haben Flieger und Gebirgsjäger die Insel bezwungen und damit England aus der wichtigen Stellung des östlichen Mittelmeeres geworfen.

Kameraden! Das ganze deutsche Volk erfüllt tiefste Bewunderung und unendliche Dankbarkeit für euren jüngsten Sieg. Mit unserer Luftwaffe gedenkt Deutschland ergriffen und stolz der Helden, die im Kampf um Kreta ihr Leben und ihre Gesundheit opferten.

Vorwärts im Geiste der Sieger von Kreta! Es lebe der Führer!

G ö r i n g,

Reichsmarschall des großdeutschen Reiches und Oberbefehlshaber der Luftwaffe.

Kayaba Nur=Flügel=Gleiter Type A 3=1.

Die Versuche mit Nur-Flügel-Segelflugzeugen in Deutschland haben auch die jap. Segelflugzeug-Konstrukteure zu Arbeiten auf diesem Gebiete angespornt. Nebenstehende Abb. zeigt ein Nur-Flügel-Segelflug-

zeug bereits in vorgeschrittenem Japan.

Entwicklungsstadium. Flügel starke Pfeilform, an der Hinterkante Höhen- und Querruder, Kursstabilität wird durch ein großes Seitenruder erreicht, welches an eine Seitenflosse, die die rückwärtige Verlängerung der Sichthaube bildet, anschließt.

Rumpf mit Kufe. Unter den Flügelenden Stützsporne. Kayaba Nur-Flügel-Gleiter Type A3—1.

Bild. Sora

Nurflügelflugzeug „Horten V".

Von GebrüderHorten, Bonn. Die Entwicklung des Nurflügelflugzeuges erfordert die Lösung zweier Probleme. Diese sind das „Raumproblem" und das „Stabilitätsproblem44.

Das Raumproblem oder, anders gesagt, das Größenproblem ist lediglich eine Frage der Aufgabenstellung. Das bedeutet: die „Größe44 des Flugzeuges — als solche soll der Flügelinhalt verstanden sein — ist zwei dimensional, während der Nutzraum, also das Volumen, dreidimensional ist. Daraus ergibt sich, daß mit zunehmenden Ausmaßen das Verhältnis von Flugzeuggrößen zum Nutzraum günstiger wird, geometrische

Horten

Zeichnung Flugsport

Steuerschema Horten V.

Ähnlichkeit vorausgesetzt. Da nun das Gewicht bei konstanter Flächenbelastung verhältnisgleich dem Flügelinhalt ist, erhält man mit zunehmender Größe je Tonne Fluggewicht mehr Raum. Es ist nun nur noch eine Frage der Aufgabenstellung, wieviel Raum je Tonne benötigt wird, um daraus die Größe des Nurflügelflugzeuges zu bestimmen oder —■ anders gesagt — die Größe zu erhalten, in der das Nurflügelflugzeug einen leistungsmäßigen Vorteil bringt.

Zur Erläuterung dessen betrachte man einen kleinen, schnellfliegenden Flügel von etwa 10 bis 15 Quadratmeter Inhalt, wie man ihn zu einem Einsitzer verwendet. Dieser wird nicht den Raum haben, um den Führer und den Motor in sich aufzunehmen. Anders dagegen sind die Verhältnisse bei einem mehrmotorigen Fracht- oder Verkehrsflugzeug. Hierbei wird schon von einem Flügelinhalt von 70 bis 80 Quadratmeter an ausreichender Raum zur Verfügung stehen, der zur Aufnahme der Lasten, der Besatzung und der Motoren sowie des Betriebsstoffes verwendet werden kann.

Das Stabilitätsproblem oder, allgemeiner, das aerodynamische Problem ist durch zahlreiche Arbeiten und Vorversuche von verschiedenen Seiten untersucht und behandelt worden.

Um auf diesem Gebiete weitere Erkenntnisse und Erfahrungen zu gewinnen, wurde die „Horten V" gebaut, und dabei wurden die Gesichtspunkte berücksichtigt, die bei einem späteren Bau eines Flugzeuges mit hoher Geschwindigkeit auftreten. Der aerodynamische Entwurf wurde also, soweit das möglich war, auf ein großes Projekt abgestellt und das Flugzeug als eine maßstabsgerechte Verkleinerung gebaut.

Zur Veranschaulichung dieses Baugrundsatzes sei folgendes ange-

führt. Das Profil-Dickenverhältnis bei den vorher entwickelten Nurflügel-Segelflugzeugen wurde an der Flügelwurzel mit 20% gewählt. Bei den in Frage kommenden kleinen Geschwindigkeiten der Segelflugzeuge war das vertretbar. Die „Horten V", als Prototyp eines schnellen Nurflügel-Motorflugzeuges hingegen, hat ein Profil-Dickenverhältnis an der Flügelwurzel von nur 16%, und dieses ist zum Flügelende hin auf 8% gestreckt. Damit ergibt sich eine mittelbare Flügeldicke von etwa 13%, Wert, der wohl auch von Normalf lugzeugen aus statischen Gründen nicht unterschritten wird.

Das Flugzeug ist zweisitzig mit nebeneinander liegenden Sitzen und zweimotorig mit Druckschrauben. Die Motoren vom Baumuster Hirth HM 60R sind in den Flügel eingebaut und treiben die Schrauben über Ferntriebwellen. Zur Erreichung der Momentenfreiheit wurden die Motoren gegenläufig gebaut. Hierdurch ergibt sich außerdem ein gleiches Verhalten in Links- und Rechtskurven. Denn die Schrauben-Kreiselmomente heben sich auf. Auch das wurde nur im Hinblick auf später zu benutzende größeren Triebwerke durchgeführt.

Öldruck-Propellerbremsen sorgen im Falle des Absprunges der Besatzung mittels Fallschirmes für sofortigen Stillstand der Schrauben, damit die Insassen das Flugzeug gefahrlos verlassen können.

Die Flügelform ist aus der bei den Nurflügel-Segelflugzeugen verwendeten Pfeil-Trapez-Form entwickelt und durch die Aufteilung des Pfeilwinkels der Flügelnase in mehrere (vier) stumpfere Bugwinkel einer Parabel angenähert. Das Flügelwurzel-Profil ist „druckpunktfest" mit S-förmiger Mittellinie und 2% Wölbung. Das Flügelend-Profil ist symmetrisch.

Die Steuerung ist nach den Erfahrungen mit den Segelflugzeugen eingerichtet. Dabei wirken die Außenklappen durch die Art des Antriebes hauptsächlich als Höhenruder und die Innenklappen hauptsächlich als Tiefenruder. Man erhält durch diese Anordnung außerdem bei Höhenruderausschlägen die geringsten Verluste, und bei Tiefenruderausschlägen bleibt die aerodynamische Schränkung bestehen. Durch einen

Nurflügel-Flugzeug „Horten V",

Werkbild (3)

Nurflügel-Flugzeug „Horten V". Werkbild

„Höhenruderausschlag rechts" und einen Tiefenruderausschlag links" entsteht ein Querruderausschlag, der durch die Differentialwirkung dieser Anordnung das Gieren um die Hochachse verringert. Als Seitenruder sind, wie bei den Segelflugzeugen, Bremsklappen in die Nase der Flügelenden eingebaut. Unbetätigt bilden sie die Haut des Flügels. Beim Ausschlag durch Spreizen erzeugen sie einen Zusatzwiderstand. Dieser ruft das Moment um die Hochachse hervor.

Als Lande- und Starthilfe wurden in das Mittelstück des Flügels (es reicht auf beiden Seiten bis zum Beginn der inneren Ruderklappen) drei Spreizklappen eingebaut. Die mittlere Spreizklappe, die zwischen den Motoren angeordnet ist, arbeitet mit dem 1,5fachen Spreizwinkel der seitlichen Spreizklappen und erreicht maximal 60 Grad Ausschlag. Die sich anschließenden „Tiefenruderklappen" werden als Landehilfe mit hinzugezogen durch einen Ausschlag von maximal 30 Grad, ohne daß dadurch ihre Aufgabe als Tiefenruder gestört wird. Als weitere Landehilfe ist ein zentraler einziehbarer Vorflügel vorgesehen (vergleiche „Horten III" vom Rhön-Segelflugwettbewerb; s. Flugsport 1938, S. 423). Für den Vorflügel sind die Versuche noch nicht abgeschlossen, weshalb zunächst von seinem Einbau abgesehen wurde.

Das Fahrwerk ist in Dreirad-Ausführung mit schwenkbarem Bugrad gebaut. Auf Einziehbarkeit wurde aus Gründen der baulichen Einfachheit vorerst verzichtet. Jedoch ist die Einziehbarkeit aller drei Räder vorgesehen. Die hinteren Räder sind mechanisch bremsbar.

Der statische Aufbau des Flügelmittelstückes ist aus Stahlrohr. Er nimmt die Führersitze, Motoranlagen und Fahrwerke auf. Die Außenflügel sind im Holzbau einholmig mit verdrehfester Sperrholznase hergestellt.

Das Flugzeug wurde im Jahre 1937/38 gebaut und anderthalb Jahre lang bis zum Kriegsbeginn gründlich erprobt. Es erwies sich dabei als fliegerisch sehr einfach und flugeigenschaftsmäßig einwandfrei.

Spannweite 16 m, Flügelinhalt 42 m2, Seitenverhältnis 6, Leergewicht 650 kg, Fluggewicht 1100 kg. Flächenbelastung 26 kg/m2, Motorleistung 2X80 = 160 PS. Flächenleistung 4 PS/m2, Leistungsbelastung 6 kg/PS, Höchstgeschwindigkeit 260 km/h, Reisegeschwindigkeit 230km/h, Personenzahl: 2.

Konstruktionsvorschläge Japanischer Jagdflugzeuge,

Die japanische Zeitschrift „Sora" bringt in ihrer letzten Nummer einige Konstruktionsvorschläge, von denen wir nachstehend die bemerkenswertesten wiedergeben.

Bei dem Baumuster AT 27 (Abb. 1 und 2) handelt es sich um ein Jagdflugzeug mit je einem Motor vor und hinter dem Führersitz. Zwei

gegenläufige Luftschrauben. Das Problem der Wirkungsgradverbesserung der Luftschrauben im Schnellflug ist hier auf eine neue originelle Art zu lösen versucht worden. Schematische Darstellung in Abb. la. Der Flügelblattfuß B ist zu einem Kolben C ausgebildet, der in der Nabenhülse A in axialer Richtung (Blattachse) frei beweglich

Abb. 1. Jap. Jagdflugzeug AT 27.

Zeichnung Flugsport

TT'

Abb. la.

Abb. 3. Jap. Jagdflugzeug mit 2 hintereinander liegenden luftgekühlten Motoren und

gegenläufigen Schrauben. Bild Sora

Abb. 6a. Staudruckkühlung.

Zeichnung

Flugsport

Abb. 5. Jap. Jagdflugzeug Tandem Tiefdecker

3 SM 5 B. Zeichnung Sora

Abb. 4. Jap. Jagdflugzeug Ente NAK 174.

Zeichnung Sora

Abb. 6. Jap. Jagdflugzeug TK 4 (oben), TK 19 (unten).

gleitet, jedoch ist eine Relativdrehung zwischen A und C ausgeschaltet. Die Drehung um die Blattachse wird in bekannter Weise mittels des Zahnsegmentes E bewirkt. Durch die Bohrungen D—D kann Drucköl wahlweise auf die Ober- oder Unterseite des Kolbens C geleitet werden, wodurch sich eine Durchmesserveränderung der Luftschraube ergibt. Diese Anordnung gestattet einerseits, beim Start mit dem kleinsten Durchmesser einen sicheren Bodenabstand der Blattspitzen einzuhalten, während andererseits im Schnellflug mit dem größten Durchmesser im Verein mit einer großen Steigung eine allgemeine Wirkungsgradverbesserung erreicht wird. (Drehzahlherabsetzung, dadurch geringere Spitzenverluste.)

Eine Abwandlung dieses Typs zeigt die Abb. 3; zwei hintereinander liegende luftgekühlte Motoren, die wieder zwei gegenläufige Luftschrauben antreiben. 8 Flügel-MG. Ungewöhnliche aber günstige Anordnung von Führersitz und Leitwerk.

Ein Jagdflugzeug in Entenbauart ist der Typ NAK-174 (Abb. 4). Hintenliegender Motor mit Druckschraube. 4 Flügel-MG. Eine ganz ungewöhnliche Bauart eines Jägers stellt der Typ 3 SM 5 B dar, und zwar handelt es sich um einen Tandem-Tiefdecker mit zwei hintenliegenden Reihentriebwerken, die zwei gegenläufige Luftschrauben antreiben (Abb. 5).

Die Baumuster TK 4 (Abb. 6 oben) und TK 19 (Abb. 6 unten) weisen wieder normale Bauart auf. In beiden Fällen kommt die erstmalig beim De Havilland D. H. 91 „Albatros" bekanntgewordene sogenannte Staudruckkühlung zur Anwendung (vgl. Abb. 6a).

Ueberschallkanal von Guldonla*).

Dieser Kanal hat in seinem grundsätzlichen Aufbau eine gewisse Ähnlichkeit mit dem von Prof. Ackeret entworfenen Überschallkanal der Technischen Hochschule Zürich. (Siehe „Flugsport" Nr. 12/1935, S. 269—273.) Die ersten mit dieser Anlage erhaltenen Versuchsreihen liegen vor und wurden z. T. in den Profilsammlungen dieser Zeitschrift besprochen.

Man entschied sich aus verschiedenen Gründen, von denen ein kontinuierlicher

:) Atti di Guidonia N. 15, Rom 1939.

Betrieb, die Möglichkeit mit verschiedenen Drücken zu arbeiten und ein hoher Gesamtwirkungsgrad die wichtigsten waren, für einen Kanal mit geschlossener Rückführung und einem mehrstufigen Axialgebläse. Zur Durchführung von Spezialuntersuchungen kann jedoch auch mit Freistrahl gearbeitet werden.

Der allgemeine Aufbau des Kanals geht aus der Abb. 1 hervor. Der Kreislauf wird von dem Verdichter 1, dem vierstufigen Kühler 2, der Meßstrecke 3 und der aus mehreren Teilen bestehenden Rückführung 4 gebildet. Durch das unmittelbar vor der Meßstrecke liegende Ventil 5 kann ein Teil der umlaufenden Luft ins Freie treten: diese Maßnahme gestattet eine vom Verdichter unabhängige Druckregelung in der Meßstrecke. Zur Erhöhung der Reynoldsschen Zahl sind zwei Möglichkeiten vorhanden: 1. Evakuierung des Kanals auf etwa 0,1 at, dadurch höhere Geschwindigkeiten bei gleichbleibender Antriebsleistung; 2. Erzeugung von Überdruck in der Meßstrecke bis zu 4 at für den Fall, daß eine bestimmte Strahlgeschwindigkeit nicht überschritten werden soll. Zur Erzeugung dieses Druckbereichs ist eine besondere motorgetriebene Pumpe vorgesehen. Die höchste erreichbare Machsche Zahl ist größer als 2. Zum Ausgleich von temperaturbedingten Längendehnungen ruht der ganze Kanal auf Gleitrollen. Die Meßgeräte sind auf einem besonders gelagerten, schwingungsfreien Balken untergebracht, um jede Beeinträchtigung der Meßwerte durch Schwingungen auszuschalten.

Die elektrische Anlage, schematisch dargestellt in Abb. 2, zeigt einen normalen Aufbau und besteht aus einem Asynchronmotor von 2300 KW bei 6000 Volt, einer Gleichstromdynamo von 2140 KW bei 650 Volt und dem eigentlichen Antriebsmotor, der ein feinregelbarer Gleichstrommotor ist. Zum Anlassen des Asynchronmotors dient ein Wasserwiderstand, mit der Dynamo ist ein Erreger gekuppelt, der die Energie für die Erregung der Dynamo und des Antriebsmotors liefert. Im Falle eines Versagens der Druckschmierung oder des Kühlwasserumlaufs wird die gesamte Anlage augenblicklich stromlos. Die Drehzahl des Antriebsmotors wird von 900 U/min auf etwa 3900 U/min heraufgesetzt.

Der Axialverdichter hat 13 Druckstufen und ist durch folgende Leistungen gekennzeichnet: Höchstdrehzahl 3900 U/min, Verdichtungsverhältnis, maxim. 3. größte Förderleistung 45 m3/s. Der Körper des Rotors (Abb. 3) ist aus Stahlblechen geschweißt und läuft in einem zweiteiligen Gehäuse aus Gußeisen. Es besteht die Möglichkeit, durch Ausbau von festen Leitschaufelkränzen mit geringeren Druckverhältnissen zu arbeiten. Durch eine besondere Einrichtung wird der Rotor dynamisch ausgewogen, indem der auf diesen wirkende Reaktionsdruck entgegen der Durchströmrichtung aufgehoben wird. Dies wird dadurch erreicht, daß man die Hochdruckseite mit der Niederdruckseite über das Rotorinnere verbindet und so einen Druckausgleich herbeiführt.

Der Schmierölkreislauf war so auszubilden, daß unter keinen Umständen Öl in die Luftleitung des Kanals gelangte, eine Forderung, die bei den auftretenden hohen Drücken und Drehzahlen nicht einfach zu verwirklichen ist. Ölförderung durch eine Zahnradpumpe, an deren Stelle im Falle eines Versagens automatisch eine Hilfspumpe tritt, sobald der Öldruck unterhalb eines festgesetzten sicheren Wertes absinkt.

Abb. 1. Längsschnitt des Überschallkanals.

Abb. 2. Schaltbild der elektrischen Anlage. — 1 Hauptöl-schalter, 2 automatische Regler, 3 Gleichstromschalter, 4 Wasserwiderstand für den Asynchronmotor, 5 Asynchronmotor, 6 Gleichstromdynamo, 7 Erregerdynamo, 8 Gleichstrom-Antriebsmotor, 9 Übersetzungsgetriebe, 10 Axialverdichter.

Abb. 3. Verdichterrotor; man beachte die Bohrungen in der Stirnseite, die dem dynamischen Ausgleich dienen.

Ölkühlung in einem Wasserkühler, ein Separator scheidet etwa in das Öl eingedrungene Luft wieder aus.

Der Luftkühlanlage fällt die wichtige Aufgabe zu, die durch Kompression und Reibung entstehende Wärme _______________________________________

wirksam abzuführen, damit

die in die Meßstrecke gelangende Luft mit Rücksicht auf einen niedrigen Wert der Schallgeschwindigkeit eine möglichst tiefe Temperatur hat. Der eigentliche Kühler besteht aus 4 Elementen, von denen die ersten drei eine wirksame Oberfläche von 92 m2 je Element haben. Das 4. Element dient gleichzeitig als Gleichrichter und hat eine wirksame Oberfläche von 90 m2. Durch jedes Kühlerelement geht ein besonderer Wasserstrom, die zum Zwecke einer Grobregelung der Temperatur einzeln abgeschaltet werden können.

Die Versuchsstrecke mit einem rechteckigen Meßquerschnitt von 740X400 mm und einer Länge von 5 m ist aus Stahlblech geschweißt und durch Flansche mit dem Kühler und dem Diffusor verbunden. Die eine Seitenwand ist in zwei Teilblechen abnehmbar, so daß das Meßstreckenprofil bequem eingestellt werden kann. Für optische Versuche können zwei Glasscheiben in die Seitenwände eingesetzt werden. Die Erprobung der für diesen

Kanal entworfenen Meßeinrichtungen ist noch nicht abgeschlossen, eine Beschreibung muß daher einem späteren Bericht vorbehalten bleiben. Die Abb. 4 zeigt eine Ansicht der Meßstrecke.

Ni.

Abb. 4. Ansicht der Versuchsstrecke; links der Luftkühler, davor das Luftauslaßventil.

Bilder Atti di Quidonia

FLUG IMtSCH&l

Inland,

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an Hauptm. Noeske, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader, und an Oberstli Czernik, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader.

Eduard Ceballos, Fregattenkapitän, zum Luftfahrt- und Seeschiffahrts-Attache bei der argent. Botschaft in Berlin ernannt.

Kumao Toyoda, Fregattenkapitän, zum Luftfahrt- und Seeschiffahrts-Attache bei der jap. Botschaft in Berlin ernannt.

Bernhard Flinsch, führend in der fingt. Fachgr. a. d. TH. Darmstadt, Fliegertod im Dienste des Vaterlandes. Wir werden ihn nicht vergessen.

Franz Schneider, bekannt durch seine fortschr. ingenieurmäßige Konstrukteurarbeit im Flugzeugbau bei LVG., am 24. 5. 1941 Herzschlag gestorben.

Lilienthal-Plakette wurde Willi Hänuschke, Schriftleiter, von der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung verliehen.

Ausland.

Rotol-Verstellschraube, hydraulische Vierblattschraube gleichbleibender Drehzahl; Weiterentwicklung hat elektrische Verstellung. Dreiblatt-Rotol (engl.) vgl. 1939, Seite 460, des „Flugsport".

Napier „Sabre", 24-Zylinder-H-Motor, eingebaut in Hawker-„Typhoon'^, soll 2400 PS Nennleistung haben. In USA in Lizenz gebaut.

Wright GR - 2600 - B 5, Doppelsternmotor, leistet mit Bodenlader 1500 PS bei n = 2400 Umdrehungen in 2200 m, 1350 PS in 4580 m.

Algerson Universal-Verstellschraube für gleichbleibende Drehzahl, von den Canadian Vi ckers-Werken hergestellt. Segelstellung, umsteuerbar.

Cammonwealth Aircraft Corp. in Australien baut P. u. W. Twin Wasp in Lizenz.

Boeing Werksvergrößerung für den Bau des Großbombers B 17 E geplant.

Chrysler-Flugmotor in der Entwicklung, 12 Zylinder V, 2000 PS, flüssigkeits-gekühlt.

USA Republic P-43 Lancer jetzt auch als Sportflugzeug zugelassen. Geschwindigkeit 604 km/h angegeben.

USA Brewster Aeronautical Corp., Long Island City, beschloß Zusammenarbeit mit der Karosseriefabrik Hayes Manufacturing Corp., Grand Rapids (Mich.).

Vought-Sikorsky verfolgt die Verbesserung eines Torpedo-Kampfflugzeuges, hervorgehend aus dem Einsitzer Jagdflugzeug für Flugzeugträger XF4U-1, bestimmt für die amerik. Seeluftfahrt.

USA bildet eine freiwillige Luftwachttruppe in Stärke von 50 000 Mann.

USA-Typenbeschränkung mit Rücksicht auf Beschleunigung und Vereinfachung der Kriegsproduktion. Es sollen nur einige Typen in jeder Flugzeugklasse beibehalten werden.

Luftfahrtversuchsanstalt Kanada befindet sich im Aufbau. Verschiedene Windkanäle, Trudelkanal, zwei Motorenprüfstände, Geräteprüfstände.

Brasil. Condor Comp, in Verbindung mit D. L. H. eröffnete neue Fluglinie 1200 km Ostküste zwischen Therezina und Fortaleza mit Junkers F-13.

Luftwaffe.

Berlin, 23. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe fügte, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, am gestrigen Tage den im östlichen Mittelmeerraum operierenden britischen Seestreitkräften schwerste Verluste zu. In mehrmaligen kühnen Angriffen versenkten Kampf- und Sturzkampf-Flugzeuge feindliche Kreuzer und Zerstörer. Außerdem wurden Bombentreffer auf einem Schlachtschiff und auf kleineren Einheiten eines versprengten britischen Flottenverbandes erzielt. — Über dem britischen Mutterland und dem Seegebiet um England führte die Luftwaffe trotz schwieriger Wetterlage bei Tage bewaffnete Aufklärung durch und vernichtete ein feind-

liches Handelsschiff von 5000 BRT. — Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten mit guter Wirkung die Versorgungsanlagen des Feindes bei Tobruk. — Einflüge des Feindes in das Reichsgebiet fanden nicht statt.

Berlin, 24. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Fallschirmjäger- und Luftlandetruppen stehen seit den frühen Morgenstunden des 20. 5. auf der Insel Kreta im Kampf gegen Teile des britischen Heeres. Im kühnen Angriff aus der Luft eroberten sie, unterstützt durch Jagd-, Zerstörer-, Kampf- und Sturzkampffliegerverbände taktisch wichtige Punkte der Insel. Nach weiterer Verstärkung durch Verbände des Heeres sind die deutschen Truppen zum Angriff übergegangen. Der Westteil der Insel ist bereits fest in deutscher Hand. — Die deutsche Luftwaffe zerschlug den Versuch der britischen Flotte, in die Entscheidung um Kreta einzugreifen, vertrieb sie aus dem Seegebiet nördlich Kreta, versenkte und beschädigte eine große Anzahl feindlicher Kriegsschiffe und errang die Luftherrschaft über dem gesamten Kampfraum. — Deutsche Kampffliegerverbände versenkten gestern im östlichen Mittelmeer drei britische Zerstörer, beschädigten drei weitere Zerstörer schwer und vernichteten fünf britische Schnellboote in der Sudabucht. — In der letzten Nacht richteten sich erfolgreiche Luftangriffe gegen Flugplätze in Mittel- und Ostengland. Ein Handelsschiff wurde durch Bombentreffer schwer beschädigt. — Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften Bomben auf verschiedene Orte Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste an Toten und Verletzten. Vor allem in Köln und Düsseldorf entstanden Gebäudeschäden. — Während der Führung des Kampfes gegen England fand der Kommandierende General und Befehlshaber eines Fliegerkorps, Generaloberst Grauert, den Heldentod.

Berlin, 25. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Gestern griff die deutsche Luftwaffe wieder mit starkem Erfolg in den Kampf um die Insel Kreta ein. Fallschirmtruppen wurden unter Jagdschutz zur Verstärkung abgesetzt. Kampfflugzeuge bombardierten mit guter Wirkung feindliche Batteriestellungen und Maschinengewehrnester, Baracken, Feldlager und Truppenansammlungen; sie zerstörten mehrere britische Flakstellungen und Funkanlagen, vernichteten 2 Flugzeuge am Boden und versenkten südlich Kreta ein Handelsschiff von 1000 BRT. — Im Kampf gegen das britische Mutterland bombardierten deutsche Kampfflugzeuge am gestrigen Tage und in der letzten Nacht Werke der Flugzeugrüstungsindustrie und Hafenanlagen an der englischen Süd- und Südostküste. Sie versenkten 2 Handelsschiffe mit zusammen 3600 BRT. und beschädigten 2 große Frachter schwer. — Der Feind flog weder bei Tage noch in der Nacht nach Deutschland ein. Angriffsversuche auf holländisches und norwegisches Küstengebiet hatten den Abschuß von 2 englischen Kampfflugzeugen durch deutsche Jagdflugzeuge zur Folge.

Berlin, 26. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Im Kampf um Kreta erzielte die Luftwaffe — wie durch Sondermeldung bekanntgegeben — außergewöhnliche Erfolge gegen die britische Mittelmeerflotte. Unter Zusammenfassung der bisherigen Meldungen versenkten allein die deutschen Luftstreitkräfte seit dem 20. 5. 7 feindliche Kreuzer oder Flakkreuzer und 8 Zerstörer sowie ein Unterseeboot und 5 Schnellboote. Durch Bombenvolltreffer wurden ferner ein Schlachtschiff sowie mehrere Kreuzer schwer beschädigt. — Italienische See- und Luftstreitkräfte versenkten in der gleichen Zeit 4 feindliche Kreuzer und beschädigten mehrere andere Schiffseinheiten. — Damit hat die englische Seeherrschaft im östlichen Mittelmeer durch die hervorragende Zusammenarbeit der See- und Luftstreitkräfte der verbündeten Achsenmächte eine schwere Einbuße erlitten. — Auf der Insel Kreta verlief der Kampf der dort eingesetzten Verbände der Luftwaffe und des Heeres unter ständiger Zuführung von weiteren Verstärkungen erfolgreich. Verbände der deutschen Luftwaffe griffen auch gestern wirksam in die Erdkämpfe auf der Insel ein, warfen britische Stützpunkte und Munitionslager in Brand, vernichteten 2 größere Handelsschiffe und Schossen in Luftkämpfen 3 britische Kampfflugzeuge und 3 Jagdflugzeuge ab. 3 weitere feindliche Flugzeuge wurden am Boden zerstört. — Auf der Insel Malta vernichteten deutsche. Jäger durch Beschuß mit Bordwaffen 4 am Boden abgestellte Jagdflugzeuge und beschädigten 6 weitere schwer. — Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge 2 Frachter mit zusammen 2000 BRT. und beschädigten 2 große Handelsschiffe schwer. — Bei Vorstößen deutscher Jäger gegen die englische Südküste und bei Versuchen des Feindes, am Tage in besetztes Gebiet und die Deutsche Bucht einzufliegen, wurden in Luftkämpfen 3 britische Jagdflugzeuge und 3 Kampfflugzeuge abgeschossen. Außerdem schoß ein Vorpostenboot 3 und Marineartillerie 2 britische Kampfflugzeuge ab. — In das Reichsgebiet flog der Feind weder bei Tage noch bei Nacht ein.

Berlin, 27. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe unterstützte die Kämpfe auf der Insel Kreta durch wirksame Angriffe von Sturzkampfflugzeugen auf britische Stützpunkte, Truppenansammlungen und Zeltlager. Flakartillerie schoß über der Insel ein Jagdflugzeug vom Muster Hurricane ab. — Südlich Kreta wurde ein großer Transporter durch Bombentreffer schwer beschädigt. — Im östlichen Mittelmeer griffen deutsche Sturzkampfflugzeuge einen starken britischen Flottenverband an. Sie erzielten 4 Bombentreffer schweren Kalibers auf einem Flugzeugträger und mehrere Bombentreffer auf 2 Kreuzern. — Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe griffen erfolgreich in die Kämpfe ein. Durch Tiefangriffe gegen britische Artilleriekolonnen westlich Dar el Hamra hatte der Feind schwere Verluste. — Deutsche Sturzkampfflugzeuge versenkten vor Tobruk 2 Handelsschiffe mit zusammen 9000 BRT. und beschädigten einen leichten britischen Kreuzer. —- Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge ein Frachtschiff von 3000 BRT. und beschädigten ein großes Handelsschiff schwer. Weitere Luftangriffe richteten sich am gestrigen Tage und in der letzten Nacht gegen Hafenanlagen an der britischen Südostküste. Besonders erfolgreich war außerdem ein Angriff gegen ein Werk der Flugzeugrüstungsindustrie an der englischen Südküste. — Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein. — Durch kühne und erfolgreiche Aufklärungsflüge über England zeichneten sich folgende Besatzungen aus: 1. Leutn. Meyer, Leutn. Den-ner, Uffz. Hußkönig, Uffz. Kühne und 2. Leutn. Vollert, Oberfw. Raasch, Fw. Schwager und Uffz. Hagemeier.

Berlin, 28. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Auf der Insel Kreta gehen die Operationen in engem Zusammenwirken zwischen Gebirgsjägern, Fallschirmjägern und Luftlandetruppen gut vorwärts. — Verbände von Kampf- und Zerstörerflugzeugen griffen in rollenden Einsätzen in den Erdkampf ein, zersprengten feindliche Truppenansammlungen, brachten Batterien zum Schweigen und fügten dem zurückweichenden Feind schwere Verluste zu. Sturzkampfflugzeuge verhinderten den Versuch der Briten, sich über See zurückzuziehen. Sie versenkten in der Suda-Bucht 4 Handelsschiffe mit zusammen 5400 BRT. und beschädigten 2 weitere Handelsschiffe schwer. Lufttransport-Verbände unterstützen den Kampf auf der Insel, indem sie fortlaufend neue Kräfte heranführten. — Südlich Kreta stellten deutsche Kampfflugzeuge einen britischen Flottenverband zum Kampf, erzielten Bombenvolltreffer auf einem schweren Kreuzer und einem Zerstörer und warfen einen Tanker in Brand. — Zerstörer-Flugzeuge bekämpften Truppenlager und Ansammlungen von Kraftfahrzeugen im Raum um Sollum. ■— Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht 3 Frachtschiffe mit zusammen 17 000 BRT. und trafen ein weiteres Handelsschiff schwer. Weitere Angriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der englischen Südwest- und Südküste sowie an der Themse-Mündung. —■ Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben ausschließlich auf Wohnviertel Westdeutschlands, vorwiegend auf Köln. Unter der Zivilbevölkerung gab es Verluste an Toten und Verletzten. — Die Besatzung eines Aufklärungsflugzeuges: Leut. Nemecek, Oberfw. Schackert, Fw. Hemmer und Uffz. Fahrenbach zeichnete sich bei erfolgreichen und kühnen Flügen über England besonders aus.

Berlin, 29. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe griff auch gestern mit verstärkten Verbänden von Kampf- und Sturzkampfflugzeugen britische Stellungen an der Nordküste Kretas wirksam an und versenkte im Seegebiet der Insel ein Handelsschiff und ein Vorpostenboot. Flakartillerie schoß 2 britische Kampfflugzeuge ab. — Deutsche Kampfflugzeuge belegten Munitionslager des Feindes bei Tobruk mit Bomben, die mehrere Explosionen hervorriefen. Deutsche Zerstörer-Flugzeuge vernichteten ostwärts Sollum britische Panzer und eine größere Zahl von Kraftfahrzeugen. Nördlich Marsa Matruk geriet ein großes feindliches Handelsschiff in Brand. — Flugzeuge der bewaffneten Aufklärung versenkten bei Tage westlich Irland aus einem starken britischen Flottenverband heraus einen Zerstörer der Tribal-Klasse und erzielten auf einem leichten Kreuzer einen Bombenvolltreffer. — In der letzten Nacht bombardierten Kampfflugzeuge mit guter Wirkung britische Häfen an der Südost- und Westküste der Insel. — Deutsche Jäger schössen beim Versuch des Feindes, in die besetzten Gebiete und die Deutche Bucht einzufliegen, ohne eigene Verluste 4 britische Kampfflugzeuge und 2 Jagdflugzeuge ab. — Der Feind warf in der letzten Nacht mit einzelnen Flugzeugen im norddeutschen Küstengebiet Spreng- und Brandbomben, die nur geringe Schäden anrichteten. Marineartillerie schoß eines der angreifenden Flugzeuge ab. — In der Zeit vom 22.—28. 5.

verlor der Feind zusammen 52 Flugzeuge. Hiervon wurden 30 in Luftkämpfen oder durch Flakartillerie und 1)2 Flugzeuge durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen 35 eigene Flugzeuge verloren. — Bei Operationen in Afrika zeichneten sich Major Hecht, Führer einer Flakkampfgruppe, sowie Leut. Wetter und Leut. Vogelsang einer Flakabteilung im Erdkampf besonders aus.

Berlin, 30. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die am 20. 5. durch eine gewaltige Luftlandung begonnenen Operationen zur Besitznahme des britischen Bollwerkes Kreta nähern sich ihrem Abschluß. Die im Westteil der Insel aus Fallschirm- und Gebirgstruppen gebildete starke Angriffsgruppe hat nach harten Kämpfen bei glühender Hitze und unter größten Bewegungsschwierigkeiten den Feind geschlagen und zersprengt. Die Vereinigung mit den Fallschirmjägern bei Rethymnon, die sich über 8 Tage einer starken feindlichen Überlegenheit gegenüber tapfer behauptet haben, ist vollzogen. — Fallschirmjäger eroberten gegenüber zähem feindlichem Widerstand Stadt und Flugplatz Hiraklion. — Die deutsche Luftwaffe unterstützte die Kämpfe durch pausenlose Angriffe auf zurückgehende feindliche Marschkolonnen, Truppenausammlungen und Widerstandsnester. Verbände von Kampf-, Sturzkampfund Zerstörerflugzeugen rieben britische und griechische Truppenteile in rollendem Einsatz auf, — unterstützt durch italienische See- und Luftstreitkräfte. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der Straße von Caso britische Seestreitkräfte an und versenkten zwei Zerstörer. Sturzkampfflugzeuge vernichteten in den Gewässern um Kreta zwei Handelsschiffe mit zusammen 1600 BRT. sowie ein Küstenfahrzeug und ein Vorpostenboot. — Im Seegebiet um Großbritannien beschädigten Kampfflugzeuge westlich Pentland-Firth einen großen Frachter durch Bombenvolltreffer schwer. —

Oben: Absprung von Fallschirmjägern über dem Kampfgelände. In wenigen Augenblicken greifen sie in den Erdkampf ein. Unten: Deutsche Fallschirmjäger bringen gefangene Engländer und durchsuchen sie nach Waffen. Weltbild (2)

In der letzten Nacht bombardierte die Luftwaffe trotz ungünstiger Wetterlage Hafenanlagen an der englischen Südküste. — Der Feind flog weder bei Tag noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

Berlin, 31. 5. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampffliegerverbände bombardierten auch gestern wieder feindliche Truppenansammlungen und Rückzugsstraßen. Besonders wirksame Luftangriffe richteten sich gegen Häfen an der Südküste, aus denen die Reste der britischen Truppen zu fliehen versuchten. — Südlich Kreta griffen deutsche Kampfflugzeuge einen Verband britischer Seestreitkräfte an und beschädigten einen Zerstörer so schwer, daß mit seinem Verlust gerechnet werden kann. — Deutsche Sturzkampffliegerverbände bekämpften britische Flakstellungen bei Tobruk, Zerstörerflugzeuge beschossen mit Bordwaffen feindliche Truppenansammlungen. Deutsche und italienische Fliegerverbände griffen mit guter Wirkung Betriebsstofflager des Feindes an. — In der letzten Nacht wurden Häfen an der britischen Westküste erfolgreich bombardiert. Besonders im Gebiet des Mersey und in den Hafenanlagen am Bristolkanal entstanden zahlreiche Brände. — Der Feind flog weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein. — Im Kampf gegen Großbritannien war die Besatzung /eines Aufklärungsflugzeuges: Leut. Hofmann, Uffz. Nacke, Uffz. Gabler und Obergfr. Masuhr besonders erfolgreich.

Berlin, 1, 6. 41. (DNB.) Oberk. d- Wehrmacht: Südlich Kreta griffen deutsche Kampffliegerverbände leichte britische Seestreitkräfte an, beschädigten einen Zerstörer durch Bombenvolltreffer schwer und schössen 4 Jagdflugzeuge vom Muster Hurricane ohne eigene Verluste ab. Im gleichen Seegebiet versenkte die Luftwaffe ein Handelsschiff von 3000 BRT. sowie einen mit Munition beladenen Küstenschoner und traf einen kleineren Truppentransporter schwer. — Flugzeuge, die zu bewaffneter Aufklärung eingesetzt waren, versenkten am gestrigen Tage im Atlantik ein britisches Unterseeboot. — Kampffliegerverbände bombardierten in der letzten Nacht kriegswichtige Anlagen an der West- und Südküste Englands. Besonders im Hafengebiet des Mersey entstanden größere Brände. Ostwärts Peterhead wurde ein großes Handelsschiff schwer beschädigt. —■ Am 30. 5. vernichteten Kampfflugzeuge ein Vorpostenboot im Hafen von Fraserburgh. — Kampfhandlungen des Feindes fanden über dem Reichsgebiet weder bei Tag noch bei Nacht statt.

Berlin, 2. 6. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe unterstützte wirksam die letzten Säuberungsaktionen auf Kreta. — Im Seegebiet zwischen Kreta und Alexandria vernichteten deutsche Kampfflugzeuge aus einem Flottenverband heraus durch drei Volltreffer einen britischen Zerstörer. — Deutsche und italienische Kampfflugzeuge versenkten im Hafen von Tobruk 5 kleinere Transportschiffe und beschädigten mit guter Wirkung feindliche Flakbatterien. ■— Stärkere Kampffliegerverbände belegten in der letzten Nacht den britischen Versorgungshafen Manchester mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben. — Heftige Explosionen und ausgebreitete Brände verursachten neue große Zerstörungen in Industriebetrieben und Lagerhäusern. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Häfen an der Südwest-und Südküste Englands. — Südostwärts Aberdeen und nördlich Schottlands vernichtete die Luftwaffe 2 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 6000 BRT. und beschädigte ein weiteres großes Handelsschiff schwer. — Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Berlin, 3. 6. 41. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Feind verlor im Monat Mai durch die Luftwaffe 215 000 BRT. — Die Luftwaffe versenkte am gestrigen Tage und in 'der letzten Nacht bei Angriffen auf stark gesicherte Geleitzüge vor der britischen Ostküste 5 Handelsschiffe mit zusammen 21000 BRT. und beschädigte 5 weitere Frachter schwer. Fernkampfflugzeuge erzielten im Atlantik westlich der Faröer Inseln Bombentreffer auf einem großen Handelsschiff. — Bei Tage wurden außerdem die Hafenanlagen an der Tyne- und Humbermündung bombardiert. — Der Feind warf bei Tage mit einzelnen Flugzeugen im Schutze tiefliegender Wolken Bomben in Schleswig-Holstein, die nur unerheblichen Schaden anrichteten. Jäger schössen dabei 2 britische Kampfflugzeuge ab. — In der letzten Nacht warf der Feind an verschiedenen Orten West- und Nordwestdeutschlands Brand- und Sprengbomben. Einzelne Flugzeuge drangen bis Berlin vor. Die Angriffe forderten geringe Verluste an Toten und Verletzten und verursachten Gebäudeschäden in Wohnvierteln. Nachtjäger und Flakartillerie schössen 3 der angreifenden britischen Flugzeuge ab.

Berlin, 4. 6. 41 (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe bombardierte am gestrigen Tage Industrieanlagen in der Grafschaft Essex und in Südengland. Nordostwärts

der Orkney Inseln versenkten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht ein Handelsschiff von 4000 BRT. und beschädigten vor der Nordküste Schottlands zwei große Frachtschiffe schwer. In der Nacht zum 3. 6. erzielten Torpedoflugzeuge zwei Treffer auf ein größeres britisches Kriegsschiff. —■ Wirksame Angriffe der Luftwaffe richteten sich in der letzten Nacht gegen den Versorgungshafen Hull und gegen Hafenanlagen an der englischen Süd- und Ostküste. — Verbände deutscher Sturzkampf- und Zerstörerflugzeuge griffen am 2. 6. wiederholt Ziele um Tobruk an, vernichteten im Hafen ein Transportschiff und erzielten Treffer in einer britischen Flakstellung. — Der Feind flog weder bei Tage noch in der Nacht in das Reichsgebiet ein. — In der Zeit vom 29. 5. bis zum 3. 6. verlor der Feind 20 Flugzeuge. Hiervon wurden 14 Flugzeuge im Luftkampf, durch Nachtjäger und Flakartillerie, zwei durch Minensuchboote abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen 10 eigene Flugzeuge verloren. Stukaangriff auf die Sudabucht (Kreta),

die bombardierten Hafenanlagen Weltbild

stehen in Brand.

Berlin, 5. 6. 4L (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe bombardierte in der letzten Nacht Anlagen in Mittel- und Südengland. Besonders wirkungsvoll waren Angriffe auf die Industrieanlagen von Birmingham und die Hafenanlagen von Chatham. — Bei Tage wurde an der schottischen Ostküste der Flugplatz Wiek erfolgreich mit Bomben belegt. Bei einem Angriff auf eine Fabrikanlage in Nordschottland wurde eine Werkhalle durch Volltreffer zerstört. — Deutsche Flakartillerie und Jagdflieger wehrten am 2. 6. britische Angriffe auf einen Flugplatz bei Tobruk ab und vernichteten drei der angreifenden feindlichen Jagdflugzeuge. — Der Feind versuchte in den gestrigen Nachmittags- und Abendstunden vergeblich, in die besetzten Gebiete einzufliegen. Es kam hierbei zu verschiedenen Luftkämpfen, in deren Verlauf 6 feindliche Kampfflugzeuge abgeschossen wurden. Ein einzelnes Flugzeug drang bis nach Schleswig-Holstein vor. — Während der Nacht flog der Feind weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein.

Italien.

Rom, 23. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum 22. 5. haben italienische Flugzeuge einen Flugplatz auf der Insel Malta bombardiert. — Der Feind unternahm einen Luftangriff auf Bengasi. — Am 21. 5. griff ein Verband italienischer Kampfflugzeuge unter dem Befehl von Oberlt. Mario Morassut einen feindlichen Flottenverband an und versenkte einen 5000-BRT.-Kreuzer.

Rom, 24. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Ein feindlicher Luftangriff auf Bengasi verursachte einige Opfer unter der muselmanischen Bevölkerung. — In der Zeit vom 20.—23. 5. verlor der Feind 4 Kreuzer, davon wurden 2 von der Luftwaffe versenkt.

Rom, 25. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere See- und Luftstreitkräfte kämpfen in enger Gemeinschaft mit den deutschen Streitkräften seit der Nacht auf den 20. 5. im östlichen Mittelmeer für die Besetzung Kretas. — Bomben-, Jagd- und Aufklärungsflugzeuge kamen ununterbrochen zum Einsatz. — Bodenziele auf Kreta wurden wiederholt wirksam bombardiert.

Rom, 26. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Deutsche und italienische Flugzeuge haben im Sturzkampf feindliche Schiffe im Hafen von Tobruk bombardiert. 4 Dampfer mit einer Gesamttonnage von 11 000 BRT. wurden versenkt. Ein Kreuzer

wurde getroffen und schwer beschädigt. — Unsere Luftverbände haben wiederholt militärische Ziele der Insel Kreta bombardiert und mit Maschinengewehrfeuer belegt.

Rom, 27. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum 27. 5. haben italienische Kampfflugzeuge den Flottenstützpunkt von La Valetta auf Malta angegriffen. — Verbände der italienischen Luftwaffe haben die Versorgungsanlagen von Tobruk bombardiert; es entstanden starke Brände. Während des im gestrigen Wehrmachtsbericht gemeldeten Luftangriffs sind, wie sich jetzt herausstellt, zwei weitere Dampfer getroffen und schwer beschädigt worden. In der Nacht zum 26. 5. hat der Feind einen Luftangriff gegen Bengasi gerichtet. — Im Äg. Meer haben britische Flugzeuge Bomben auf einige Punkte der Insel Rhodos und auf Scarpanto abgeworfen.

Rom, 28. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum 28. 5. haben Einheiten der Luftwaffe die Stützpunkte von Malta bombardiert. — Am 26. 5. haben italienische und deutsche Fliegerverbände zahlreiche englische Flotteneinheiten ungefähr 100 Seemeilen östlich Derna bombardiert. Ein Flugzeugträger, ein Kreuzer, ein Zerstörer und 4 Dampfer erhielten Treffer. Auf einem weiteren von Bomben schweren Kalibers getroffenen Kreuzer wurde eine heftige Explosion beobachtet. — Andere Flugzeuge bombardierten die Hafenanlagen von Tobruk und dort liegende Schiffe.

Rom, 29. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Abteilungen unserer Bomber-und Torpedoflugzeuge haben im östlichen Mittelmeer wiederholt feindliche Flottenverbände angegriffen. Drei englische Kreuzer wurden von unseren Flugzeugen durch Torpedos getroffen. Ein weiterer Kreuzer erhielt Bombentreffer. — Englische Flugzeuge haben einige Bomben auf Bengasi und Derna geworfen. Unsere Torpedoboote haben 2 feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Rom, 30. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum 30. 5. haben unsere Flugzeugverbände die Hafenanlagen von La Valetta (Malta) bombardiert. — Unsere Flugzeugverbände haben Anlagen und feindliche Schiffe im Hafen von Tobruk bombardiert. Es wurden 2 Hilfsschiffe und ein 2000-BRT.-Dampfer versenkt sowie ein Brennstofflager vernichtet. Flugzeugverbände haben Kraftwagen und Munitionslager bei Tobruk mit Bomben belegt. — Unsere Jagdflugzeuge haben englische Flugzeuge, die versuchten, Bengasi zu erreichen, zum Kampf gestellt. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. — In Kreta gehen die Operationen, von der Luftwaffe wirksam unterstützt, weiter. — In Ostafrika hat der Feind mit Unterstützung der Luftwaffe erneut unsere Stellungen von Udlchefit (nördlich Qondar) angegriffen.

Rom, 31. 5. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum Sonnabend haben unsere Flugzeuge erneut die Hafenanlagen von La Valetta (Malta) bombardiert. — Im Äg. Meer wurden von engl. Flugzeugen auf eine Ortschaft unserer Besitzungen Bomben abgeworfen. Ein feindliches Flugzeug wurde von der Bodenabwehr abgeschossen. — In Nordafrika bombardierten deutsche und italienische Flugzeuge, die von italienischen Jagdflugzeugen begleitet waren, feindliche Flakstellungen in Tobruk. Am 28. 5. griffen deutsche Bomber feindliche Kraftwagen in der Nähe von Tobruk an und beschädigten nördlich Marsa Matruk einen Dampfer größerer Tonnage schwer.

Rom, 1. 6. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Die Luftwaffe versenkte einen mit Munition beladenen nach Tobruk fahrenden englischen Motorsegler. Die im Wasser treibende Besatzung wurde aufgefischt. — In Tobruk wurden von anderen Flugzeugen Hafenanlagen und befestigte Stellungen mit Bomben belegt und ein Munitionslager zur Explosion gebracht. — In der Nacht zum 31. 5. warfen englische Flugzeuge einige Bomben auf Bengasi.

Rom, 2. 6. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In Nordafrika haben Verbände der italienischen und deutschen Luftwaffe im Hafen von Tobruk liegende Schiffe und die Anlagen des Stützpunktes angegriffen. Fünf kleinere Schiffe wurden versenkt. Flakbatterien erhielten Volltreffer. Ein Brennstofflager geriet in Brand. — In der Nacht zum 1. 6. haben britische Flugzeuge Bengasi bombardiert. Ein feindliches Flugzeug wurde von der Bodenabwehr abgeschossen. Die aus 5 Mann bestehende Besatzung wurde gefangengenommen.

Rom, 3. 6. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nacht zum 3. 6. hat eine unserer Fliegerformationen Flugplätze der Insel Malta bombardiert. — Fliegerformationen haben im Hafen von Tobruk liegende Schiffe sowie die Hafenanlagen und Lagerhäuser dieses Stützpunktes wiederholt bombardiert. Ein Transporter wurde versenkt. Unsere Jäger haben zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zurückgekehrt.

PATENTSAM M LU NG

1941

des

Band IX

Nr. 6

__Inhalt: 703 377; 704 789, 901; 705034, 136, 293, 294, 295, 599, 796, 797, 816; 706 783.

Flugwerk für Flugzeuge mit Kraftantrieb (Gr. 3—24). b 3o3 Pat 705293 v- 29' 3- 39' veröff.

23. 4. 41. Dornier-Werke G.m.b.H., Friedrichshafen*). Versteifung von zwei sich durchdringenden Teilschalen für Flugzeuge. Patentansprüche: 1. Versteifung von zwei sich durchdringenden, je als Teilschale ausgebildeten Flugzeugbauteilen, beispielsweise einem Schalenrumpf mit großer Längsaussparung an der Unterseite und dem als unten offene Teilschale

ausgebildeten Flügel durch in der Nähe der Durchdringungsstelle angeordnete Spante, dadurch gekennzeichnet, daß die in einer der Teilschalen angeordnete Spante als Kastenspante mit Hohlquerschnitt ausgeführt sind.

2. Versteifung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kastenspante als Kraftstoffbehälter oder schwimmfällige Luftkästen ausgebildet sind.

3. Versteifung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kastenspante Ausschnitte zur Durchführung von Kabeln, Rohren, Gestänge usw. aufweisen.

Kahlisch,

Walter

Friedrichshafen-

b 3io

*) Erfinder: Windhag.

Pat. 705816 v. 26. 2. 37, veröff. 10. 5. 41. Henschel-Flugzeug-Werke A. G.; Schönefeld, Kr. Teltow*). Lagerung schwenkbarer Sitze von Flugzeugen.

Patentansprüche:

1. Lagerung schwenkbarer Sitze von Flugzeugen, wobei der Sitz an einer außerhalb seines Schwenkgrundrisses befindlichen und über seine Tieflage hinaus sich nach oben erstreckenden Lagersäule mittels einer beweglichen Auslegerhalterung höheneinstellbar gelagert und um einen mit dem freien Ende der Auslegerhalterung verbundenen, exzentrisch zur Sitzfläche angeordneten Zapfen schwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagersäule (10) über ihre ganze Länge geradlinig gestaltet und in der Nähe der Wände des sie umgebenden Raumes fest angeordnet ist, und daß die bewegliche Auslegerhalterung durch einen einzigen, ungefähr waagerecht verlaufenden, mit einem auf der Lagersäule in deren Längsrichtung verschiebbaren Führungsglied (19) fest verbundenen Auslegerarm (9) gebildet ist.

2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslegerarm (9) an einer auf der Lagersäule (10) gleitenden und mit dem Kolben (26)

*) Erfinder: Dipl.-Ing. Friedrich Nicolaus, Berlin-Wilmersdorf, und Erich Winzer, Kleinschönebeck, Post Fichtenau.

einer in an sich bekannter Weise innerhalb der Lagersäule vorgesehenen hydraulischen Hebeeinrichtung verbundenen Glocke (19) befestigt ist, durch die die Leitungen über den Kolben (26) in den innerhalb der Lagersäule (10) liegenden Druckflüssigkeitszylinder (22) geführt sind.

3. Lagerung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitz (2) auf seinem Schwenkzapfen (8) auch parallel zur Sitzebene verschiebbar angeordnet ist.

4. Lagerung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitz (2) auf Gleitführungen (31, 32) in Richtung des Auslegerarmes (9) verschiebbar ist.

5. Lagerung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitz (2) in der am weitesten zurückgeschobenen Lage durch hierbei in Eingriff befindliche Feststellglieder (35, 36) gegen Verschwenken gesichert ist.

v. 31. 1. 39, veröff. 24. 4. 41. Arado Flugzeugwerke G.m.b.H., Potsdam"). Befestigung von Bespannstoffen an Bauteilen der Flugzeugzelle. Patentansprüche: 1. Befestigung von Bespannstoffenden an Bauteilen der Flugzeugzelle mittels in Abständen an dem Bauteil angeordneter Halteglieder, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteglieder aus Blechstreifen (2) o. dgl. bestehen, die an ihrem einen Ende jeweils eine Abstützvorrichtung (4) und an ihrem anderen Ende jeweils eine Befestigungsvorrichtung (3) tragen, und einem Bespannstoff-

b4)0Pat. 704901

*) Erfinder: Rudolf Bauernfeind, Brandenburg, Havel.

träger (5, 8), der zwecks Befestigung an den Blechstreifen mit an ihm vorgesehenen Lappen (6) o. dgl. in die Abstützvorrichtungen (4) der Blechstreifen gelegt und unter kniehebelartiger Anspannung des Bespannstoffes mit dem anderen Ende des Blechstreifens (2) verbunden wird.

2. Befestigung von Bespannstoffenden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in Abständen voneinander an den Bauteilen angeordneten Blechstreifen o. dgl. den an ihnen zu befestigenden Bespannungsstoffträger (5, 8) in einem Abstand von den Bauteilen halten.

K A Pat 705294 v- 2- 2- 40> veröff. O *t08 4. 4i. Aerodynamische Versuchsanstalt Göttingen E. V., Güttingen*). Flugzeug trag flii gel mit Spaltklappe und vor der Klappe angeordneter Leitfläche.

Patentansprüche : 1. Flugzeugtragflügel mit Spaltklappe und einer vor der Klappe angeordneten Leitfläche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitfläche ganz oder zum Teil, insbe-

sondere an ihrer Hinterkante, die Form von quer zur Strömungsrichtung verlaufenden Wellen erhält.

2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der Wellenberge und die Tiefe der Wellentäler in Strömungsrichtung zunehmen.

3. Anordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Form der Wellen einer bestimmten gleichmäßigen oder ungleichmäßigen Kurvenlinie, so z.B. einer Mäander- oder Zickzacklinie, angenähert oder gleichgemacht wird.

*) Erfinder: Bruno Regenscheit, Qöttingen.

b 22o2 Pat 706783 v-

9. 11. 33, veröff. 9. 5. 41. Dr.-Ing. e. h. phil. h. c. Ernst Heinkel, Seestadt Rostock-Marienehe*).

Kugelförmiger Gefechtsstand für Flugzeuge. Patentansprüche:

1. Kuppeiförmig abgedeckter drehbarer Gefechtsstand für Flugzeuge mit in der Kuppelwandung gelagerter Waffe, dadurch gekennzeichnet, daß die Kuppel mit ganz oder annähernd in der Flugzeuglängsachse liegender Drehachse, insbesondere am Bug oder Heck, angeordnet ist.

2. Gefechtsstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Waffe unmittelbar oder unter Zwischenschaltung eines die Wandung der Abdeckkuppel entlanglaufenden gekrümmten Bügels in der Wandung der Abdeckkuppel verschiebbar gelagert ist.

3. Gefechtsstand nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kuppel aus einer Hohlkugelhaube und einer Hohlkugelzone besteht, wobei die auf Rollen o. dgl. gelagerte Haube sich beim Verschieben der Waffe mitbewegt.

4. Gefechtsstand nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lafette oder der Lafettenträger durch einen schwenkbaren Bügel gebildet wird, dessen Schwenkachse senkrecht zur Drehachse der Kuppel verläuft und dessen Form mit der Erzeugenden der einen Drehkörper, vorzugsweise eine Halbkugel, darstellenden Kuppel übereinstimmt.

5. Gefechtsstand nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anwendung eines Längsschlitzes eine in demselben mit der Waffe verschiebbare, an sich bekannte Abdeckung angeordnet ist.

Rückstoßantrieb für Luftfahrzeuge

(Gr. 37).

K ^7no Pat 7°5034 v. 31. 7. 38, veröff.

kJ1 02 16. 4. 41. Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke Akt.-Ges., Dessau*). Mickstoßantrieb mittels der Abgase einer Bremi-kraftm aschine.

Patentanspruch:

Rückstoßantrieb, insbesondere für Flugzeuge, bei dem Luft durch ein von einer Kolbenbrennkraftmaschine angetriebenes Gebläse verdichtet wird und bei dem die verdichtete Luft nur zum Teil der Brennkraftmaschine zugeführt wird, während der Rest den Motor zum

*) Erfinder: Friedrich v. Merkatz, Hohen Neuendorf b. Berlin.

Zwecke der Kühlung umspült, und bei dem die dadurch vorgewärmte Umgehungsluft sowie die Abgase der Brennkraftmaschine nach Mischung durch die Rückstoßdüse sich in den Außenraum entspannen, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines Reihensternmotors (2) als Gebläseantrieb zwischen je zwei Zylinderreihen (4 bis 7) abwechselnd ein mit dem Gebläse (1) in Verbindung stehender Kanal (3) und eine mit der oder den Rückstoßdüsen (9) in Verbindung stehende Mischkammer (8) angeordnet sind. *) Erfinder: Max Adolf Müller, Biederitz.

Fahrwerk (Gr. 40—41).

h AC)r>- Pat 705295 v- 1L n- 36, veröff. U**vo^ 23 4 4i. Henschel - Flugzeug-Werke A. G., Schönefeld, Kr. Teltow*).

Vorrichtung zum Einziehen eines Flugzeug-bauteiles, z. B* eines Sporns oder Landerades. Patentanspruch:

Vorrichtung zum Einziehen eines Flugzeugbauteiles, z. B. eines Sporns oder Landerades, dessen Träger um eine feste* Achse schwenkbar und am Flugzeug durch eine Strebe abstützbar ist, deren eines Ende in einem festen Gelenkpunkt gelagert und deren anderes Ende in

*) Erfinder: Walter Braun, Berlin.

Abb.1

Abte

einer am Träger des Bauteiles vorgesehenen Gleitführung verschiebbar sowie an dem einziehbaren Teil einer um eine feste Achse schwenkbaren Einziehstrebe angelenkt ist, gekennzeichnet durch ein und dieselbe Schwenkachse (13) für die Einziehstrebe (10, 11) und für den Träger (4, 3, 2) des Bauteiles (1).

b40io

Pat. 705796 v. 14. 2. 37, veröff. 10. 5. 41. „Kronprinz" Akt.-Ges. für Metallindustrie, Solingen, Ohligs'1"). Fing-seugfahrgestell.

Patentanspruch: Flugzeugfahrgestell, bei dem jedes Landerad auf einer quer zur Flugrichtung bewegbaren Schwingachse sitzt, welche am Flugzeugrumpf mittels eines den Bo-

denberührungspunkt des Landerades ungefähr auf einer senkrechten Geraden führenden Gelenkvierecks angelenkt ist, wobei die der am Flugzeugrumpf festliegenden Seite gegenüberliegende Seite des Gelenkvierecks mit der Schwingachse des Landerades eine bauliche Einheit bildet und durch einen Stoßdämpfer gegen den Flugzeug-nimpf abgefedert ist, dadurch gekennzeichnet, daß alle Sutui (g, a, h, b; o, m, i, n) des Gelenkvierecks in sich starr ausgebildet sind.

') Erfinder: Wilhelm Ludwig, Solingen-Merscheid.

h ACV pat- 705136 v- L 3- 38> veröff. u> ihvio 21 4 41 Fritz Faudi> Falkenstein

über Königstein, Taunus*). Meßeinrichtung

') Erfinder: George Herbert Dowty, Cheltenham, England.

an Flugseugen zur Ueberivachung des Bollvorganges auf dem Boden.

Patentansprüche : 1. Meßeinrichtung an Flugzeugen zur Überwachung des Rollvorganges auf dem Boden, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schaltvorrichtung für das Ein- bzw. Ausschalten der Meßvorrichtung vorgesehen ist, die

selbsttätig bei Berührung des Flugzeuges mit dem Boden das Meßgerät einschaltet und es beim Abheben des Flugzeuges vom Boden ausschaltet.

2. Meßeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Verbindung zwischen Laufrad und Meßeinrichtung steuernde Schaltvorrichtung durch Längenänderungen des Flugzeugfederbeines verstellt wird.

3. Meßeinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltvorrichtung eine vorbestimmte Längenänderung des Federbeines zuläßt, ohne die Verbindung zwischen dem Flugzeuglaufrad und der Meßeinrichtung aufzuheben.

Hier folgen Ansprüche 4—7.

klj Pat. 705797 v. 5. 9. 35, veröff. U ^ 102 10. 5. 4L Messerschmitt A. G.,

Augsburg"). Fahrwerk für Flugzeuge.

Patentansprüche: 1. Fahrwerk für Flugzeuge, bei dem der Radachsträger jeder Fahrwerkshälfte die etwa senkrechte Koppel einer entgegen Feder- und Dämpfungswirkung verstellbaren Parallelogrammlenkung (a, b; f) ganz oder größtenteils im Innern des Rumpfes oder Tragflügels untergebracht und die Koppel über ihren unteren Gelenkpunkt hinaus als starre frei tragende Radstrebe (c) verlängert ist.

*) Erfinder: Dipl.-Ing. Albert Gail, Augsburg.

2. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von den zwei oder von mehreren Lenkern der Parallelogrammlenkung der eine oder mehrere nur mit dem Federungsmittel und der oder die anderen nur mit dem Dämpfungsmittel in Verbindung stehen.

3. Fahrwerk nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Lenkerlagerung in an sich bekannter Weise ein Torsionsfederstab vorgesehen ist.

4. Fahrwerk nach den Ansprüchen 1 bis 3, bei dem die Parallelogrammlenkung zwei Lenker aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Radstrebe (c) zur Ermöglichung ihres Einschwenkens mit dem oberen Lenker (a) in üblicher Weise durch ein einfaches Gelenk, jedoch mit dem unteren Lenker (b) durch ein Kardangelenk verbunden ist und daß zwischen den oberen Lenker (a) und seine flugzeugfeste Achse (m) ein um dieselbe beim Durchfedern der belasteten Radstrebe schwenkbarer Lagerkörper (h) und eine in dem Lagerkörper zum Ein- und Ausschwenken der Radstrebe verdrehbare, mit dem oberen Lenker starr verbundene Verstellwelle eingeschaltet ist, deren Achse (k) die flugzeugfeste Achse (m) des oberen Lenkers rechtwinklig kreuzt und durch das die Radstrebe (c) mit dem unteren Lenker (b) verbindende Kardangelenk hindurchgeht.

Schwimmwerk (Gr. 43—46). Pat. 705599 v. 8.12. 38, veröff. 3. 5.41.

Bremsmittel (Gr. 47).

b47o2Pat 703377 v- 1L 7- 37j

b44

Dornier-Werke G. m. b. H., Friedrichshafen*). Wasserflugzeug, insbesondere Flugboot, mit Stufe und einsiehbarem Unter-wasseriragflügel.

Patentansprüche: 1. Wasserflugzeug, insbesondere Flugboot, mit Stufe und einziehbarem Unterwassertragflügel, dadurch gekennzeichnet, daß der in Arbeitslage in bekannter Weise mit seiner Vorderkante vor dem von der Stufe aus ge-

,JMU

fällten Lot liegende Unterwassertragflügel in den von der Stufe gebildeten Winkelraum einschwenkbar ist.

2. Flugzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Unterwassertragflügel in mindestens noch einer zwischen den beiden Endstellungen liegenden Stellung festlegen läßt.

3. Wasserflugzeug nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch Endscheiben am Unterwassertragflügel, die ganz oder zum Teil als Ruder verstellbar sind.

4. Wasserflugzeug nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Endscheiben bei eingeschwenktem Unterwassertragflügel ganz oder teilweise in Aussparungen des' Schwimmköpers oder Bootes liegen.

5. Wasserflugzeug, insbesondere Flugboot mit mehreren Stufen und einem oder mehreren Unterwassertragflügeln, dadurch gekennzeichnet, daß alle oder ein Teil der Stufen mit Unterwassertragflächen gemäß den Ansprüchen 1 bis 4 ausgerüstet sind.

*) Erfinder: Dr.-Ing. Franz Stauf er, Friedrichshafen.

veröff.

7. 3. 41. Rotadisk Apparatebau G.m.b.H., Berlin-Reinickendorf. Hand-bremsjmmpe, insbesondere für Flugzeuge. Patentansprüche: 1. Handpremspumpe, insbesondere für Flugzeuge, die den üblichen Bremspumpen zur unabhängigen Betätigung beigeordnet ist und deren Pumpwirkung beim

Schwenken des als Hebel ausgebildeten Zylinders erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß zum Öffnen der im Zylinderboden (7) vorgesehenen, vom Druckraum der Handbremspumpe zu den Bremsen beim Schwenken des Zylinders (1) führenden Ventile (52, 520 ein an einem am Zylinder gelagerten Handhebel (29) befindlicher Anschlag (55) dient, während zum Offenhalten der in den Leitungen von den üblichen Bremspumpen zu den Bremsen befindlichen Ventile (46, 460 in der Ausgangsstellung der Handpumpe ein ortsfester Anschlag (48) dient.

2. Handbremspumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der den Anschlag (55) tragende Hebel (29) mit einem Ansatz durch einen Schlitz einer rohr-förmigen, als Handhebel dienenden Verlängerung (2) des Zylinders hindurchragt, die gegebenenfalls als Kolbenführung dient.

Luftschrauben (Gruppe 1—11)

v. 24. 4. 37. veröff 7. 4. 41. Albert Rupp, Berlin-SüdendQ

Propellernabe.

Patentanspruch: Propellernabe, bestehend aus einem die Flügelfüße gemeinsam umfassenden Kernstück, das eine quer zu den Flügellängsachsen verlaufende Bohrung aufweis/ und zur Aufnahme der Flügelfliehkräfte dient, sowie aus einem das Kernstück umhüllenden Mantelstück, das mit der Antriebswelle verbunden ist und das Drehmoment überträgt, nach Patent 590 043, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiseitig im Mantelstück (a, a'j gelagerter Trag- und Haltezapfen (g) in die quer zu den Flügellängsachsen verlaufende Bohrung des Kernstücks (b) eingepaßt ist und gleichzeitig das das Mantel stück nirgends berührende Kernstück zentriert.

c4o2 Pat 704789

Pat.-Samml. Nr. 6 wurde im „FLUGSPORT" XXXIIL, Heft 12, am 11.6.1941 veröffentlicht

Rom, 4. 6. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum Mittwoch Flugplätze auf der Insel Malta. — In Nordafrika wurden die Luftangriffe auf Tobruk wiederholt und Batterien und vor Anker liegende Schiffe getroffen. Ein Dampfer wurde in Brand geworfen. Ein weiterer Dampfer wurde östlich von Tobruk angegriffen und in Brand geworfen. — Im Luftraum von Sollum schössen unsere Jäger 2 Hurricane ab. Ein feindlicher Bomber wurde von der Flak unserer Torpedoboote abgeschossen. —- In, der Nacht zum 3. 6. hat der Feind einen Einflug auf Bengasi durchgeführt.

Rom, 5. 6. 41. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Im Aeg. Meer haben feindliche Flugzeuge in der Nacht zum 4. 6. die Insel Rhodos bombardiert und einigen Schaden verursacht. — In Ostafrika haben unsere Jäger eine Hurricane abgeschossen. Ein weiteres Flugzeug wurde durch MG-Feuer abgeschossen.

2200 km im Motorsegler flog E. Ravarro (Paraguay) von Rio de Janeiro nach Buenos Aires ohne Halt in 20 Stunden. Das Segelflugzeug mit Hilfsmotor war ein Geschenk des brasil. Staatspräsidenten Vargas.

Segelflugrekord 12 Std. 45 Min. stellte der Segelfluglehrer Drebenstedt anläßlich eines Lehrganges auf dem Ith auf.

Schwed. Segelflug soll mit Hilfe einer von der Regierung zur Verfügung zu stellenden Summe von 63 000 Kronen verstärkten Auftrieb für das nächste Jahr erhalten.

12. Reichswettbewerb für Segelflugmodelle 1941.

In Gegenwart zahlreicher Ehrengäste, General der Flieger Kühl und Ministerialrat Arndt vom RLM wurde der traditionell gewordene Reichswettbewerb durch den Inspekteur des NSFK., Ritterkreuzträger Obergruppenführer von Bülow, eröffnet. 270 Modellflieger hatten gemeldet und 270 Modellflieger traten zum Wettbewerb an. Die dem Wettbewerb vorausgegangene Bauprüfung zeigte, neben der Verfeinerung des Baues und der Vervollkommnung in der Konstruktion, wieder sehr schöne neue Ideen.

Segelflug

12. Reichswettbewerb für Segelflugmodelle 1941. Ein Pimpf erläutert die Vorzüge

seines Segelflugmodells.

12. Reichswettbewerb für Segelflugmodelle 1941. Links: Segelflugmodell der Klasse 1 durch seine besonderen Leistungen aufgefallen. Rechts: Segelflugmodell mit Selbststeuerung zur Einhaltung des angegebenen Kurses.

Ost- und Nordhang der Wasserkuppe zeigten mit ihren vielen Startstellen ein bewegtes Bild. Ausgeführt wurden 1200 Starts, wobei mehrfach Flugzeiten von über 20 Minuten erreicht wurden. Unter den 270 Wettbewerbsteilnehmern befanden sich allein 233 Angehörige der Hitlerjugend, darunter 70 unter 15 Jahren.

Sieger in der Gruppenwertung des NSFK. wurde die NSFK.-Gruppe I (Ostland) mit 8307 Punkten. Sie erhielt die goldene Plakette des Korpsführers des NS.-Fliegerkorps sowie einen Wanderpreis. Den zweiten Platz belegte die NSFK.-Gruppe 14 (Hochland) mit 6679 Punkten vor der NSFK.-Gruppe 16 (Südwest) mit 6029 Punkten und NSFK.-Gruppe 12 (Niederrhein) mit 5998 Punkten.

In den Einzelwertungen siegte in der Klasse A der Junggenosse Hermann Schötz, NSFK.-Gruppe IV (Berlin-Brandenburg) mit 1061 Punkten. Er erhielt den Ehrenpreis des Reichsjugendführers und die Silberne Plakette des Korpsführers. In der Klasse A I siegte der Hitlerjunge Ewald Weichert, NSFK.-Gruppe I (Ostland) mit 1216 Punkten. Sieger der Klasse C I (Nurflügelmodelle) wurde der Hitlerjunge Georg Conrad, NSFK.-Gruppe 12 (Niederrhein) mit 1338 Punkten, und den ersten Platz in der Klasse DS sicherte sich der NSFK.-Mann Joachim Mischke, NSFK.-Gruppe I (Ostland) mit 573 Punkten.

12. Reichswettbewerb für Segelflugmodelle 1941. DerRhönvater spricht zu seiner Jugend.

12. Reichswettbewerb für Segelflugmodelle 1941. Oben links: Ritterkreuzträger NSFK-Obergruppenführer v. Bülow überreicht dem Mannschaftsführer der siegreichen NSFK-(iruppe 1 (Ostland) die goldene Plakette des Korpsführers. Rechts: Nurflügel-Segelflugmodell Klasse C 1. Unten: Eine von den vielen Startstellen am Osthang der

Wasserkuppe. Bilder NSFK-Riehme (7)

Die feierliche Verleihung der Plaketten des Korpsführers des NSFK. und verschiedene Sonderprämien für technische Neuerungen an die Sieger des Reichswettbewerbes fand ihren würdigen Abschluß mit der Ehrung des alten Pioniers des Segelflugs, Oskar Ursinus. Das NS.-Fliegerkorps gab einem Standardmodell den Namen „Rhönvater Ursinus".

Luftgekühlter Motor in einmotorigem Jagdflugzeug soll infolge kleinerer Leistungsbelastung etwa 15% kürzere Startstrecke, bei 20% besserer Steig- und 3% besserer Gipfelleistung im Vergleich zu einem gleich starken flüssigkeitsgekühlten Motor ergeben.

Querrudergestaltung, Wissenswertes, Querruderform, erreichbare Rollmomente, Auftriebsbeiwerte, Rollwendigkeitskriterium finden Sie in: „Bessere Querruder bei Segelflugzeugen" von Fritjof Ursinus, Flugsport 1933, Nr. 11, S. 213; Nr. 12, S. 246.


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