Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 25 vom 4. Dezember 1940

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



XXXII. Jahrgang / Nr. 25

Mittwoch, 4. Dez. 1940

GEGRÜNDET 1908 U. HERAUSGEGEBEN VON OSKAR URSINUS, CIVIL-JNG.

USA Interstate „Cadet"

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro X Jahr bei I4täglichem Erscheinen RM 4.50

Telef.: 34384 — Teleitr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Poslansialten und Verlas Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit ..Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer OuellenanKabe icestattet.

Nr. 25 4. Dezember 1940 XXXII. Jahrgang

Die nächste Nummer_des „Flugsport"^erscheint am 18. Dezbr. 1940

In^enieurarbeit.

Die Entwicklung des deutschen Flugwesens ist bereits durch die Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe schlagend zum Ausdruck gekommen. Die Luftwaffe hat bewiesen, daß die Luftwaffenschmiede in der Heimat den Stand der Entwicklung der Feindländer in Qualität wie in Quantität weit übertroffen hat.

In der Entwicklung kannten unsere Ingenieure keinen Stillstand. Fortgesetzt mußten neue Konstruktionen ersonnen werden. Einen Maßstab für die Leistungssteigerung in den letzten Jahren gibt die Steigerung in der Zahl der erteilten Flugpatente der Klasse 62 b und c, wie wir sie in dieser Zeitschrift an anderer Stelle fortlaufend bekanntgegeben haben. Im Jahre 1938 wurden allein 159 Flugpatente veröffentlicht, 1939 201 und im Jahre 1940 bis heute, wo das Jahr noch nicht zu Ende ist, über 250 Patente.

Das deutsche Patent hat immer in der Welt ein besonderes Ansehen gehabt und wird es in Zukunft in noch viel höherem Maße besitzen. Deutscher Qestaltungs- und Erfindergeist hat Leistungen vollbracht, die sich später auf anderen Gebieten der Fliegerei auswirken werden.

Grünau Baby IIB.

Grünau Baby II B unterscheidet sich von den früheren Mustern Grünau Baby II und IIa*) im wesentlichen durch den Einbau von Sturzflugbremsen Bauart Schempp-Hirth. Die Sturzfluggeschwindigkeit kann hierdurch, wie üblich, auf 200 km,h begrenzt werden. Das Rüstgewicbt erhöht sich durch den Einbau auf etwa 150 kg. Höchstzulässiges Fluggewicht vom RLM auf 2C0 kg festgesetzt.

Der nachträgliche Einbau der Sturzflugbremsen in Segelflugzeuge vom Muster Grünau Baby II und IIa ist an Hand von Einbauzeich-nungen möglich, die bei der Beschaffungssteile des NSFK. erhältlich sind. Jedoch erfordert dieser nachträgliche Einbau einen erheblichen Arbeitsaufwand, so daß er zweckmäßig dann vorzunehmen ist, wenn ohnehin größere Reparaturen infolge eines Bruches notwendig sind.

*) Vgl. „Flugsport" 1933 S. 211 „Grünau Baby II", 1934 S. 229 „Grünau Baby II nach den z. Z. geltenden Bestimmungen", 1939 S. 400 „Grünau Baby IIa".

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 38.

Grünau Baby II B. Archiv Flugsport

Beim Grünau Baby II B ist außerdem z. Z. noch eine Reihe kleinerer Verbesserungen angebracht. Insbesondere ist zu bemerken, daß das Muster neuerdings mit einer Gewichtstrimmung (ähnlich wie beim „SG 38") serienmäßig geliefert wird.

USA. Segelflugzeug Briegleb BG-6,

Briegleb Schul-Segelflugzeug, Einsitzer, gebaut von der Briegleb Aircraft Co., Van Nuys, Kalifornien, ist ein abgestrebter Schulter-decker. Flügel von nach den Enden gleichbleibender Flügeltiefe. Stark abgerundete Enden. Zweiholmig. Flügelprofil NACA 4412. Flügelnase und Querruder aus 1,2 mm Pappel-Sperrholz. Mit zwei V-Streben aus

Dural abgefangen, welche mittels kleiner Stützstreben nach dem Flügel nochmals verstrebt sind.

Stahlrohrrumpf mit aufgelegten Formleisten, stoffbespannt. Durchsichtige Windschutz Verkleidung der Stromlinien, Vorder-

Links: USA Briegleb BG-6.

USA Briegleb BG-6. Zeichnung Flugs]

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teil Rumpf angepaßt. Im Führerraum Qeschwindigkeitsanzeiger. Links Hebel für Bremse und Auslösehaken. Auf der rechten Seite Hebel für Höhensteuertrimmung. Kufe mit Laufrad und kleine Schwanzkufe.

Spannweite 9,7 m, Länge 5,6 m, Höhe 1,21 m, Fläche 15,7 m2. Leergewicht 82 kg, Fluggewicht 168 kg.

USA Interstate „Cadet".

Die Bauart abgestrebter Kabinen-Hochdecker als Sport- und Schulflugzeug wird in USA besonders bevorzugt. Im vergangenen Jahr ist die Interstate Aircraft & Engineering Corp., Los Angeles, welche früher nur Zubehörteile baute, mit ihrem Interstate „Cadet4' auf dem Markt erschienen.

USA Interstate „Cadet" Leichtflugzeug.

Bild: Aviation

Port

Flügel zwei Spruceholme mit Rippen aus Alumin. Stoffbespannung wird mit Drahtklammern unter Zwischenlage eines Stoffbandes durch Eindrücken in entsprechende kleine Löcher in der Rippe befestigt. Vgl. Abbildung.

Rumpf Stahlrohr mit aufgelegten Formleisten, stoffbespannt. Continental-Motor von 50 oder 65 PS. Zwei Sitze hintereinander. Hinter dem Rücksitz Qepäckraum. Doppelsteuerung. Kabinentür nach vorn aufklappend.

Hchen- und Seitenleitwerk Stahlrohr, stoffbespannt. Einfaches festes Fahrwerk, zwei V-Streben durch einen profilierten Stahldraht verspannt. Ein gemeinsamer Oleo-Stoßaufnehmer innerhalb des Rumpfes.

USA Interstate „Cadet". Befestigung der Stoffbespannung mit Drahtklammern.

_Zeichnung: Aviation

Rechts: USA Interstate „Cadet".

Zeichnung Flugsport

Spannweite 11 m, Länge 7,25 m, Höhe 2,3 m, Fläche 16 m2. Leergewicht 304 kg , Fluggewicht 540 kg. Höchstgeschwindigkeit mit 65 PS 182 km/h, mit 50 PS 168 km/h. Reisegeschwindigkeit mit 65 PS 160 km/h, mit 50 PS 152 km/h. Landegeschwindigkeit mit 65 PS 58 km/h, mit 50 PS 54,5 km/h. Gipfelhöhe 4500 m oder 3900 m. Steigt mit 65 PS 210 m/min, mit 50 PS 150 m/min. Reichweite mit 65 PS 600 km, mit 50 PS 680 km.

üroßraumflugzeug „Afr Wibault 100".

Mit diesem Baumuster sollte ein Großflugzeug für den Langstreckenverkehr geschaffen werden, das größtmögliche Bequemlichkeit für die Fluggäste mit ausreichender Wirtschaftlichkeit vereinigt. Bei Flügen von längerer Dauer, bei denen die Fluggäste u. U. Tag und Nacht an Bord bleiben müssen, genügt die bisher bekannte „Omnibus"-Sitzanordnung nicht mehr. Vielfach sind noch alle Fluggäste in einem Raum untergebracht. Anzustreben ist bei derartigen Flugzeugen Unterbringung in Einzelkabinen sowie eine weitgehende Bewegungsfreiheit; letztere Forderung ist nur durch Anordnung von besonderen Gemeinschaftsräumen wie Wandelgang Restaurant o. dgl. zu verwirklichen. Das Stadium der aerodynamischen und konstruktiven Durchbildung im Flugzeugbau kann als abgeschlossen angesehen werden, so daß nunmehr das Problem der inneren Raumgestaltung in den Vordergrund treten kann.

Ansätze zu einer derartigen Entwicklung finden wir naturgemäß in den Ländern, die auf Grund ihrer großen Interessenräume zum Einsatz von Langstreckenflugzeugen gezwungen waren und dabei neben Post und Fracht auch Personen befördern mußten. Das war beispiels-

„Air Wibault 100" im Bau; beachte den Motorspant mit Anordnung aller Leitungen und Gestänge auf einer Leiste. Bilder: L'Aeronautique

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Raumaufteilung des „Air-Wibault Zeichnung: L'Aeronautique

1 doppelter Pilotensitz, 2 Mechaniker, 3 Navigator und Kommandant, 4 und 5 Gepäckräume, 6 obere Kabinen, je 8 Plätze am Tage oder 4 Bettplätze; hintere obere Kabine, 8 Toiletten, 9 Tür zum Oberdeck, 10 Qepäckraum, 11 Tür zum Unterdeck, 12 Qe äte-raum und Kühlkammer, 13 Aufgang zum Oberdeck, 14 Bar, 15 Restaurant, 16 Eingang in den Flügel und zu den Motoren, 17 Luxuskabinen, 18 Kleiderablagen, 19 Duschraum, 20 Qepäckräume, 21 hinterer Rumpfraum.

weise in England, Frankreich, Holland und USA. der Fall

Mit dem Baumuster „Air Wibault 10CT wurde der Versuch unternommen, die Raumfrage in großzügiger Weise zu losen, was auch in gewissem Umfange gelungen zu sein scheint. Die äußere Form als viermotoriger Tiefdecker zeigt an sich nichts Besonderes; eine Anlehnung an die Rumpfform der Ju 90 ist unverkennbar. Vor Baubeginn der Qroßausführung wurde zunächst ein Modell im Maßstab von etwa 1 : 3 hergestellt und im Kanal von Chalais-Meudon untersucht.

Flügel in Schalenbauweise, vierteilig. Die die Motoren tragenden Innenflügel sind an das fest mit dem Rumpf verbundene Mittelstück, dessen Holme durchlaufen und die Trennwände für das Restaurant und die Bar bilden, angesetzt. Außenflügel mit größerer Trapez- und V-Form, normale Querruder und Landeklappen.

Rechts: „Air Wibault 100"; Schalenstück des Rumpfes.

Der Rumpf in Schalenbauweise hat trotz des großen Innenraumes von 183 m3, wovon 72 m3 auf die Passagierräume und 27 m3 auf die Fracht- und Gepäckräume entfallen, einen verhältnismäßig kleinen Stirnquerschnitt. Das wird zum Teil durch die geschickte bauliche Ausnutzung der Flügelwurzel erreicht, wodurch die unteren Räume sehr breit werden. Das obere Deck enthält die Führersitze, Passagierkabinen, Wasch- und Duschräume, während im unteren Deck zunächst zwei Luxuskabinen und daran anschließend Restaurationsräume und Gepäckräume angeordnet sind.

Weitere konstruktive Einzelheiten der Zelle und des Triebwerks sind noch nicht veröffentlicht worden.

Spannweite 34,06 m, Länge 27,23 m, Höhe (in Horizontallage) 6,1 m, Spurweite des Fahrwerks 7,5 m, Flügelfläche 156,6 m2, Fluggewicht 28 500 kg, Flächenbelastung 182 kg/m2, Leistungsbelastung 5,3 kg/PS (bei 4X1350 PS), 4,5 kg/PS (bei 4X1600 PS), Höchstgeschwindigkeit: mit N = 4X1350 PS in H = 1500 m 375 km/h; in H = 4000 m 397 km/h; mit N = 4X1600 PS in H = 1500 m 399 km/h; in H = 4000 m 425 km/h. Reisegeschwindigkeit: mit N = 4X1350 PS und Drosselung auf 0,54 N in H = 1500 m 286 km/h; in H = 4000 m 293 km/h.

Zahlende Last in H — 1500 m, bei 0,66 bzw. 0,54 N: Flugstrecke 500 km 7700 bis 7900 kg; Flugstrecke 1000 km 6455 bis 6854 kg; Flugstrecke 2500 km 2660 bis 3765 kg. Zahl der Fluggäste: bei Kurzstreckenverkehr 44, in 5 Kabinen zu je 8 Plätzen, 1 Kabine zu 4 Plätzen. Bei Langstrecken verkehr über 2000 km ohne Zwischenlandung 26, in den oberen Kabinen. Außerdem noch einige Plätze in den unteren Räumen.

USA Douglas B-19.

In den Werkstätten von Douglas ist seit längerer Zeit die B-19 im Bau. Dieser Tiefdecker mit 64 m Spannweite und 63 t Fluggewicht bei 25 t Zuladung und 11 000 km Reichweite ist der größte bisher gebaute Bomber. Auf hohe Geschwindigkeit wurde zugunsten von Reichweite und Bewaffnung bewußt verzichtet, da diese nach den europäischen Kriegserfahrungen weniger wichtig sei. (Nachtbomber?)

Flügel in Dreieck-Form mit stark zurückgezogener Vorderkante. Flügelaufbau großer aufgelöster Kastenholm mit Querrippen und Stegen und Verstärkungsprofilen auf Ober- und Unterseite aus vergütetem Aluminiumblech. Jede dritte Flügelrippe im Nasenteil verstärkt. Zur besseren Formhaltung der Beplankung sind auf die Rippen in Flügellängsachse verlaufende Stringer von H-Querschnitt genietet. Ueber die Hälfte der Spannweite Landeklappen.

Das Triebwerk besteht aus 4 Wright-Duplex-Cyclone-Motoren von je 2000 PS. Motorgondeln in Schalenbauweise mit profilierten Ringspanten und Längsprofilen, Gondelquerschnitt kreisförmig. Be-

USA Douglas B-19. Zur bequemeren Bearbeitung von Flügel, Motorträgern und Rumpf ist das Flügelstück senkrecht gestellt. Davorliegend Rumpfhinterteil, waagerecht gestellt. Bild: Aviation

USA Douglas B-19. Rumpfhinterteil mit Leitwerk.

Bild: Aviation

plankung 1 mm Alcad - Blech. Der Innenraum ist so bemessen, daß während des Fluges Motorreparaturen ausgeführt werden können. Neuartige Motoraufhängung an den Zylinderköpfen der Bauart Lord „Dynafocal44. Von am Umfang der Motorgondel verteilten, als Schwingungsdämpfer ausgebildeten Aufhän-gelagern, laufen Rohrstreben aus rostfreiem Stahl zu den einzelnen Zylinderköpfen. Die Schwingungsdämpfer selbst sind in einem Punkte an der Gondel und in 2 Punkten an den Haltestreben befestigt. Durch diese Aufhängung erübrigt sich ein besonderer Motorträger, da alle Kräfte von der Gondelschale aufgenommen und in den Flügelverband weitergeleitet werden. Gewichtsersparnis (s. Abbild.).

Luftschraubendurchmesser 4,8 HL

Im hinteren Rumpfoberteil MG.-Turm. Dreiradfahrwerk. Normales Höhen- und Seitenleitwerk, freitragend.

USA Douglas B-19. Führerraum.

Bild: Aviation

USA Douglas B-19. Einbringen des Motors in den zylindrischen Motorträger.

USA Douglas B-19. Zylindrischer Motorträger mit Anschlußstücken für die Motorbefestigung mit entsprechenden Befestigungsstücken an den Zylinderköpfen. Bild: Aviation

Spannweite 64 m, Fluggewicht 63 t, Zuladung 25 t, Leistungsbelastung 8,8 kg/PS, errechnete Höchstgeschwindigkeit (6000 PS) = 320 km/h.

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„Loire Ne.wport 41", von den Italienern abgeschossen, französischer Leichtbomber, ausgerüstet mit Hispano Suiza 650 PS, Baujahr 1938, Höchstgeschw. 380 km/h. .

Bild Le Vie üell'Aria

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INZEbHEITEM

USA Schraubensicherung (Tinnerman Products, Cleveland), bestehend aus einem Blattfederstück mit zwei ausgebogenen kleinen Knacken, welche in die Ge-windegänge eingreifen und beim Anziehen sich verstärkt in die Gewindegänge einpressen. Für Metall-und Holzschrauben verwendbar. Besonders für die Befestigung von Verkleidungsblechen. Vergleiche die Abbildung. .

Hawker Holme bestehen aus gezogenen, rohrförmigen, ein Vieleck bildenden Gurten aus Stahl S. 88. In dem unteren, nach außen geflanschten Rohrgurt wird das Stegblech eingenietet. Die nebenstehende Abbildung zeigt die Ausführung des Holms sowie die Anfügung der Rippen beim Hawker Hurricane. Rippen können leicht ausgewechselt werden.

Siemens Oegenlaufmotoren Sh 1 und Sh 3.

1916—1917 wurden von Siemens Gegenlaufmotoren gebaut, bei denen sich z.B. beim Sh 1,Gesamtdrehzahl 1800U/min, der Zylinder-stem mit SXO U/min links und die Kurbelwelle mit 900 U/min rechts drehte. In nebenst. Abb. 1 wird diese Gegenläufigkeit dargestellt. Das Reaktionsmoment des umlaufenden Zylinder-Sternes war dem der Luftschraube entgegengesetzt. Dadurch war es möglich, gine geringe Drehzahl an der Kurbelwelle zu erhalten und mithin Schrauben von großem Durchmesser zu verwenden.

Diese Motoren sind an der Oeffentlichkeit aus Gründen der Geheimhaltung verhältnismäßig wenig bekannt geworden. Wir kom-

dreht sich links

Abb. 1. Siemens-Umlaufmoto^ sh 1, Baujahr 1916-17. Darstellung der Gegenläufigkeit.

Abb. 2. Schnitt durch den Flugmotor Sh 1.

Werkzeichnungen

Abb. 3. Rückansicht des Flugmotors Sh 1.

Werkbild

Abb. 4. Schnitt durch das Einlaßventil des Flugmotors Sh 1.

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Abb. 5. Schnitt durch das Auslaßventil des Flugmotors Sh 1.

Werkzeichnung

men oft geäußerten Wim- f*f*^^

(nur[Drille Hortttttvng.) i

sehen nach und bringen nachstehend eine Beschreibung dieser Motoren. roh^^chse

Sh 1, Abb. 2 u. 3, war ein Neunzylinder. Hub 130 mm, Bohrung 114 mm, Hub : Bohrung 1,14 : 1, Hubraum je Zylinder 1322 cm3, Gesamthubraum 11.90 1, Verdichtung 4,5 : 1. Höchstleistung 115 PS, Dauerleistung 110 PS. Drehzahl: Zylinder 900 U/min links, Kurbelwelle 900 U/min rechts, Gesamtdrehzahl 1800 U/min, Drehsinn der Luftschraube rechts. Größter Durchmesser 965 mm, größte Länge 930 mm, Gewicht 140 kg. Kraftstoffverbrauch 224 g/PS/h, Oelver-brauch86g/PS/h. 2Ventile, Auslaßventil im Zylinder hängend, Einlaßventil im Kolben stehend, 1 Vergaser Siemens, Zündkerzen Sie-

mens-Esha-Blaskerze Bauart A, 2 Zündmagnete Siemens - Esha

Schwinghabel

Abb. 6. Fokker-Jagdflugzeug mit Flugmotor Sh 1.

Werkbild

Bauart F la, Anlasser Siemens - Esha - Anlaßmagnet.

Abb. 7. Schnitt durch den Abb. 8. Vorderansicht des Flug-

Flugmotor Sh 3. motors Sh 3.

Werkzeichnung Werkbild

04

Abb. 9.

Siemens-Schuckert-

Doppel-decker mit

Flugmotor Sh 3.

Abb. 4 zeigt das durch Pleuelstangennocken gesteuerte Einlaßventil im Kolben.

Der Motor war in einem Fokker-Jagdflugzeug, Abb. 6, eingebaut.

Der Siemens-Gegenlaufmotor Sh3, Abb. 7 u. 8, Baujahr 1917—18, hatte 11 Zylinder. Hub 140 mm, Bohrung 124 mm, Hub : Bohrung 1,13 : 1, Hubraum je Zylinder 1694 cm3, Gesamthubraum 18,63 1, Verdichtung 4,5 : 1, Leistung 160 PS. Drehzahl: Zylinder 900 U/min rechts, Kurbelwelle 900 U/min links, Gesamtdrehzahl 1800 U/min links, Drehsinn der Luftschraube rechts. Größter Durchmesser 1100 mm, größte Länge 1200 mm, Gewicht 195,4 kg. Kraftstoffverbrauch 250 g/PS/h, Oelverbrauch 100 g/PS/h. 2 Ventile im Zylinder hängend, 1 Vergaser Rhone, Bosch-Zündkerzen, 2 Zündmagnete Sie-mens-Esha, Oelpumpe Siemens, Anlasser Bosch-Anlaßmagnet.

Der Sh3 war in einem Siemens-Schuckert-Doppeldecker, Abb. 9, eingebaut. Interessant ist der Höhenschreiberstreifen, Abb. 10, von einem Höhenflug auf 8000 m.

FLUG UMBCHÄ

Inland.

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verlieh der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Qöring, in der Luftwaffe Hptm. Lignitz, Kmdr. ein. Jagdgr., Ltn. Ebeling, Staffelkpt. i. ein. Jagdgeschw.; Ltn. Schnell, i. ein, Jagdgeschw.

Junkers-Flugzeuge flogen 25 Jahre. 1915 im Herbst entstand das erste Junkers-Flugzeug J 1, ein verspannungsloser Mitteldecker aus Eisenblech. Spannweite

Vor 25 Jahren flog das erste Junkers-Flugzeug J 1, Baujahr 1915.

Bild: JFM

12,95 m. Dieses Flugzeug startete am 12. Dez. 1915, also vor 25 Jahren, in Döberitz unter Führung von Ltn. Malinckrodt zu seinem ersten Flug. Eereits nach einem Anlauf von 40 m hob sich die Maschine mit einem 120-PS-Motor vom Boden ab und erreichte mit 1010 kg eine Geschwindigkeit von 170 km/h. Dieses erste brauchbare Ganzmetallflugzeug der Welt hat im Deutschen Museum zu München einen Ehrenplatz gefunden. Vgl. die ersten Typen von Junkers im „Flugsport" 1919, S. 195—197.

Hans Baur, ^-Oberführer, Flugkapitän des Führers, beging am 25. 11. sein 25jähriges Fliegerjubiläum. Der Führer überreichte seinem langjährigen, seit März 1932 ununterbrochen im Dienst stehenden Flugkapitän sein Bild mit einer herzlichen Widmung.

Ausland.

Ital. Heizluftstrahltriebwerk-Flugzeug hat nach „El Popolo d'Italia" seinen ersten Aufstieg hinter sich. Es ist nach den Plänen des Ingenieurs C a m p i n i bei Caproni erbaut worden und stellt das Ergebnis über lOjähriger Forschung und von zahlreichen Erprobungen der grundlegenden Ideen auch an Schnellbooten (Wasserstrahlantrieb) dar. In einer zu Beginn des Jahres 1939 in dieser Zeitschrift erschienenen Aufsatzreihe über Heizluftstrahltriebwerke von Oberregierungsrat Gohlke ist unter anderem auch über die Campinische Bauart Näheres enthalten. Das damalige Projekt des italienischen Erfinders sah ein für sehr große Geschwindigkeiten bestimmtes Flugzeug mit 2 Hauptkörpern vor: einer mit Fallschirm versehenen, gegebenenfalls lösbaren Druckkabine und einem dahinter vorgesehenen röhrenartigen Körper*), der das mit einem Sternmotor ausgestattete Heizluftstrahltriebwerk enthält und in eine im Querschnitt änderbare Rückstoßdüse mündet. Insofern beruhte dieses Projekt auf bereits bekannten Vorschlägen. Darüber hinaus hatte sich der Erfinder die Aufgabe gestellt, seinen Strahlantrieb sowohl für Unter-wie Ueberschallgeschwindigkeit verwendbar zu gestalten, vgl. „Flugsport" 1939y S. 36/37. Wie weit Campini mit der Versuchsausführung des gebauten 4-t-Schnell-flugzeugs der Lösung des Problems nahegekommen ist, ist nicht bekannt. Die Maschine hat jedenfalls einen 10 Minuten währenden Flug auf einem Mailänder Flugfeld unter Führung des Fliegeroberst de Bernardi ausgeführt; hierbei soll sich ein Wirkungsgrad der Rückstoßanlage ergeben haben, der der eines Motor-Luftschrauben-Triebwerks gleichkommt. Auch wenn letzteres nicht zutreffen sollte, läßt sich aus diesem ersten praktischen Versuch auf eine gewaltige Umwälzung der Flugzeugantriebstechnik schon in absehbarer Zeit schließen, denn die Einfachheit der Heizluftstrahltriebwerke und ihr geringer Raum- und Gewichtsbedarf sind bedeutsame Vorteile.

Kopenhagen—Bornholm Passagier- und Postflugverbindung eröffnet.

Vizeluftmarschall Boyd Awer Tudor, erst kürzlich dem Befehlshaber der Luftstreitkräfte im Nahen Osten zugeteilt, wurde am 20. 11. über Sizilien mit seinem Wellington von ital. Jagdfliegern zur Landung gezwungen und gefangengenommen. Vgl. ital. Wehrmachtsbericht.

Engl. Luftwaffe, Veränderungen. Luftmarschall Sir Hugh Dowding jetzt als Berater der englischen Einkaufskommission in USA zugeteilt. Nachfolger als Kom-

*) Für diesen in neuzeitlicher Entwicklung immer mehr in den Vordergrund tretenden rohrförmigen Körper, der im allgemeinen Luftmaul, Verdichter, Brennkammer, Brennkraftmaschine (Motor oder Gasturbine) und Rückstoßdüse umfaßt, fehlt es noch an einer kurzen treffenden Bezeichnung — etwa „Strahlrohr"?

mandeur des Jagdfliegerkommandos Vizeluftmarschall Douglas, dem als Nachfolger im Generalstab der Luftwaffe Vizeluftmarschall Harris folgt. Vizeluftmarschall Boyd, dem Befehlshaber der englischen Luftstreitkräfte im Nahen Osten zugeteilt, ist bereits von den Italienern gefangengenommen. Drahtgeschoß. Engl. Erfindergeist hat eine neue schreckliche Waffe geschaffen. Es handelt sich nach „Le Vie deH'Aria" um ein Geschoß, enthaltend Rollen von 35 m langen Stahldrähten, die an Stelle von Schrapnellkugeln in einer Höhe von 6000 m nach Zerplatzen der Hülle sich aufrollen und die feindlichen Flugzeuge vernichten sollen. In nebenst. Abb. ist

a Zünder, b Mantel, c Drahtspiralen, d Explosivstoff.

Engl. Fliegerangriffe auf Lorient erfolgten am 27. 11. und verursachten in dieser französischen Hafenstadt in der Bretagne neben Sachschaden an Wohngebäuden 2 Tote und 4 Vermißte unter der französischen Zivilbevölkerung.

Sowietr. Luftwaffe hat 20 Kadettenanstalten gegründet, bestehend aus drei oberen Mittelschulklassen, die die Zöglinge frühzeitig auf den Dienst in der Luftwaffe vorbereiten und zum neuen Jahre eröffnet werden sollen.

Sowietr. Zivilluftverkehr unterhält z. Z. Luftverbindungen zwischen Moskau und Berlin, Stockholm und Sofia, auf dem asiatischen Abschnitt die Luftlinien Taschkent—Kabul (Afghanistan), Ulan-Ude—Ulan-Bator (äußere Mongolei), Alma Ata—Urumtschi Hami (China).

Luftwaffe.

Berlin, 15. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Trotz starker Behinderung durch heftige Stürme führte die Luftwaffe auch am 14. 11. ihre Aufklärungs- und Angriffsflüge planmäßig durch. 500 km westlich Irland vernichtete ein schweres Kampfflugzeug einen britischen Handelsdampfer von 5000 BRT. durch zwei Bomben, die mittschiffs und achtern trafen. Das Schiff geriet in Brand und blieb mit Schlagseite liegen. Längs der schottischen Küste wurden zwei Dampfer von 2000 und 7000 BRT. angegriffen. Das größere Schiff sank nach Explosion, während der andere Dampfer in Seenot geriet. Durch Volltreffer wurde ferner in der nördlichen Nordsee ein 5000-BRT.-Schiff versenkt. In der Höhe von Great Yarmouth erhielt ein britischer Zerstörer einen schweren Bombentreffer mittschiffs. — Sturzkampfflugzeuge griffen die Funkstation von Dover an, die drei Volltreffer schweren Kalibers erhielt. — Im Laufe des Tages kam es trotz der ungünstigen Witterung über dem Kanal und Südengland zu einer Reihe von schweren Luftkämpfen, die für unsere Jäger erfolgreich verliefen. — Nach Besserung der Wetterlage konnte die Luftwaffe in der Nacht zum 15. 11. als Vergeltung für die britischen Angriffe auf München dem Gegner durch einen Großangriff auf bedeutende Rüstungsziele in Mittelengland einen außerordentlich schweren Schlag versetzen. Besonders heftig und erfolgreich war dabei der rollende Angriff starker Kampfverbände der Generalfeldmarschälle Kesselring und Sperrle auf Coventry, wo zahlreiche Motorenfabriken und große Anlagen der Flugzeugzubehörindustrie sowie andere kriegswichtige Einrichtungen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers belegt wurden, die gewaltige Verwüstungen anrichteten. Ungeheure Feuersbrünste, die von großen Rohstofflagern genährt wurden, und bis zur Kanalküste sichtbar waren, vollendeten das Vernichtungswerk. Außer Rüstungsbetrieben wurden in den Midlands noch ein großes Nachschublager der britischen Luftwaffe und ein Gaswerk mit sichtbar großer Wirkung angegriffen. — In der gleichen Nacht wurde der Vergeltungsangriff auf London planmäßig fortgesetzt. Weitere Angriffsziele waren kriegswichtige Objekte in Süd- und Mittelengland. — Der Feind versuchte

in der Nacht zum 15. 11. die Reichshauptstadt mit stärkeren Kräften anzugreifen; der geplante Großangriff scheiterte aber an der durchschlagenden Wirkung der Flakartillerie. Kur zwölf englische Flugzeuge gelang es indessen, Berlin zu erreichen. Davon wurden drei über der Stadt selbst, drei weitere im Vorfeld Berlins durch Flakartillerie abgeschossen. Sechs britische Bombenflugzeuge waren bereits im Westen kurz nach Ueberfliegen der Küste durch Flakartillerie abgeschossen worden. Die feindlichen Bomben richteten nur geringen Personen- und einigen Gebäudeschaden an. — In Hamburg und Bremen sowie an zwei anderen Stellen in Norddeutschland wurden einige Bomben abgeworfen. — Der Gegner verlor im Laufe des 14. 11. und in der Nacht zum 15. 11. zwanzig Flugzeuge, davon sieben im Luftkampf, zwölf durch Flakartillerie und eins durch Marineartillerie. Fünf eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück.

Berlin, 16. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 15. 11. und in der Nacht zum 16. 11. setzten unsere Kampfflieger die Vergeltungsangriffe auf London fort und erzielten zahlreiche Treffer, besonders auf Verkehrsan'agen, in den Victoria-Docks und anderen kriegswichtigen Zielen. Auch sonstige Orte in Süd- und Mittelengland wurden mit Bomben belegt. — Die Verminung britischer Häfen nahm ihren Fortgang. — Ein deutscher Fernbomber griff TCO km westlich Irland einen großen Geleitzug an und warf trotz heftiger Abwehr durch die begleitenden Zerstörer einen Frachter von 9500 BRT. und ein Handelsschiff von 16 000 BRT. in Brand. Die Schiffe blieben mit Schlagseite liegen. — Britische Flugzeuge griffen in der Nacht zum 16. 11. vor allem Hamburg an. Die angerichteten Schäden stehen in keinem Verhältnis zu dem Einsatz und konnten in den meisten Fällen schnell behoben werden. In einer Werft wurde ein Verwaltungsgebäude beschädigt. Ein Getreidesilo geriet in Brand, der aber sofort gelöscht werden konnte. Auch ein Krankenhaus wurde wieder angegriffen. An anderen Stellen, an denen Bomben abgeworfen wurden, ist der angerichtete Sachschaden ebenfalls gering. Einige Tote und Verletzte sind zu beklagen. — Deutsche Jäger schössen im Laufe des Tages sieben feindliche Flugzeuge im Luftkampf ab. Die Flakartillerie brachte in der letzten Nacht fünf, die Marineartillerie in der Nacht zum 15. 11. ein britisches Flugzeug zum Absturz. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt. — Das Jagdgeschwader Freiherr von Richthofen errang unter Führung des Majors Wiek seinen 500. Luftsieg.

Berlin, 17. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei den Vergeltungsangriffen auf London in der Nacht vom 15. zum 16. 11. wurden, wie nachträglich gemeldet wird, Treffer auf die Waterloo-Brücke, auf einen Bahnhof in Paddington, auf ein Gaswerk in Keimington sowie auf ein weiteres in der Nähe der Commercial-Docks erzielt. Bei letzteren konnten große Brände beobachtet werden. In verschiedenen Städten Südenglands, wie in Portsmouth und Southampton, wurden kriegswichtige Ziele schwer getroffen. — Am 16. November wurden die Angriffe auf London fortgesetzt und verschiedene Orte an der Südostküste Englands mit Bomben belegt. Im Laufe des Tages griffen deutsche Kampfflugzeuge wieder zahlreiche Schiffsziele an. Dabei wurde ein Handelsschiff von etwa 8000 BRT., ein Tanker von 3000 BRT. und ein Frachter von 2000 BRT. versenkt. Zwei weitere Frachter wurden schwer beschädigt. — Die Verminung britischer Häfen nahm ihren Fortgang. — Die britischen Flugzeuge, die in der Nacht zum 17. 11. in Deutschland einflogen, griffen besonders Hamburg, Bremen und Kiel an. An kriegswichtigen Zielen wurde nur sehr geringer Schaden angerichtet. Eine Brandbombe fiel in ein Trockendock, konnte aber sofort gelöscht werden. Ein Lazarett wurde angegriffen, aber die zahlreich abgeworfenen Bomben fielen in den Garten, ohne Schaden anzurichten. Weitere Angriffe richteten sich gegen Wohnviertel und Siedlungen. Es entstanden mehrere Dachstuhlbrände, die aber rasch gelöscht wurden. Ein großer Teil der Bomben fiel in die Elbe oder in freies Gelände. Vierzehn Tote und mehrere Verletzte sind zu beklagen. — In der Nacht zum 16. 11. wurde an der nordfranzösischen Küste ein feindliches Flugzeug von Marineartillerie, in der Nacht zum 17. ein anderes bei Hamburg durch Flakartillerie und ein drittes durch Nachtjäger abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 18. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff in der Nacht vom 16. zum 17. 11. und am 17. 11. London und kriegswichtige Ziele im Süden der britischen Insel sowie Rüstungsziele in Mittelengland erfolgreich an. — Im Seegebiet vor der englischen Ostküste gelang es, ein Handelsschiff und einen Minenleger zu versenken, ein anderes Handelsschiff schwer zu treffen. — In der Nacht zum 18. 11. warfen britische Flugzeuge in Westdeutschland an mehreren

Stellen Bomben. In einem Eisenwerk und in einer Ziegelei entstandene Brände konnten durch den tatkräftigen Einsatz der Werkfeuerwehr sofort gelöscht werden. Ferner waren zwei Friedhöfe und wieder Wohnviertel das Ziel britischer Bombenangriffe. Dabei wurden einige Häuser beschädigt und eine geringe Anzahl Personen verletzt. — In den Luftkämpfen über dem Kanal wurden gestern drei britische Flugzeuge abgeschossen. Sieben deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Ein Jagdgeschwader unter Führung des Majors v. Maitzahn errang am 15. 11. seinen 501. Luftsieg.

Berlin, 19.11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Angriffe auf kriegswichtige Ziele in England wurden in der Nacht vom 17. zum 18. 11. fortgesetzt. Außer London waren mehrere Orte an der Südküste Englands, darunter vor allem Hafen- und Industriean'agen in Southampton sowie Rüstungswerke in Mittelengland das Ziel der Bombenangriffe. — Kampfflugzeuge des italienischen Fliegerkorps griffen eine Stadt an der Ostküste Englands mit gutem Erfolg an. — Bei Angriffen auf Schiffsziele und Geleitzüge an der britischen Ostküste gelang es, zwei Handelsschiffe mit je 3000 BRT. zu versenken und drei weitere schwer zu beschädigen. — Nächtliche Angriffe einer geringen Zahl britischer Flieger auf deutsches Gebiet waren wirkungslos. — Flugzeugverluste sind nicht eingetreten.

Berlin, 20. 11. 49. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Zur Vergeltung für die britischen Angriffe auf Wohnviertel in Hamburg, Bremen und Kiel belegten in der Nacht vom 19. zum 20. 11. starke Kampfverbände der Generalfeldmarschälle Kesselring und Sperrle die Zentren der britischen Rüstungs- und Versorgungsindustrie von Birmingham mit Bomben. In rollendem Angriff warfen Hunderte von Kampfflugzeugen über 500 000 kg Bomben, auch der schwersten Kaliber, ab. Die weithin sichtbaren Brände und Explosionen waren noch umfangreicher als bei dem Angriff auf Coventry. — In der Nacht vom 18. zum 19. 11. setzte die Luftwaffe im übrigen ihre Angriffe auf London und andere wichtige Ziele in Süd- und Mittelengland fort. Eine Anzahl von Flugplätzen, wie Marhan, Norwich-Latton und Cranwell wurden mit Bomben belegt und dabei Hallen und Unterkünfte in Brand gesetzt und zerstört. Liverpool, Southampton und andere Häfen an der Kanalküste waren ebenfalls das Ziel deutscher Luftangriffe. — Im Seegebiet vor der englischen Ostküste gelang es leichten Kampfflugzeugen, drei Handelsschiffe mit Erfolg anzugreifen. — In der Nacht zum 20. 11. warfen britische Flugzeuge im Reichsgebiet Bomben auf Wohnviertel und sonstige Ziele ohne militärische Bedeutung. — Der größte Teil der feindlichen Flugzeuge, die gegen die Reichshauptstadt anflogen, wurde durch Abwehrfeuer vorzeitig abgedrängt. Ein Flugzeug warf seine Bomben auf die historische Stadt Potsdam. Der hier wie an anderen Stellen Deutschlands angerichtete Sachschaden ist unbedeutend und beschränkt sich im allgemeinen auf leichte Beschädigungen von Wohnhäusern und Straßen. Wiederum wurden mehrere Krankenhäuser getroffen. — Zwei britische Bombenflugzeuge wurden bei Nacht vor Erreichen ihres Zieles durch Flakartillerie abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 21. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht zum 20. 11. setzte die Luftwaffe über den bereits gemeldeten Großangriff auf Birmingham hinaus ihre Vergeltungsflüge gegen London fort. Weitere Angriffe richteten sich

Reichsmarschall Göring auf einem Gefechtsstand an der Kanalküste.

bild FK-Eiici-Lange-Weltbild.

gegen die Hafenanlagen von Weymouth, Nordhampton, Bournemouth und andere kriegswichtige Ziele. — Im Laufe des Tages beschränkte sich infolge der Wetterlage die Tätigkeit auf bewaffnete Luftaufklärung. — In der Nacht zum 21. 11. griffen britische Flugzeuge in West- und Nordfrankreich einige deutsche Flugplätze an. Kein einziges Ziel wurde jedoch getroffen. Auch Angriffe auf einige Orte in Westdeutschland waren ohne nennenswerten Erfolg. Lediglich in einem Hüttenwerk wurden eine Werkshalle und eine Gasleitung getroffen. Der entstandene Schaden wurde in kürzester Zeit durch das Eingreifen des Werkschutzes behoben. — Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 22. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte auch in der Nacht vom 20. zum 21. 11. erfolgreich Vergeltungsangriffe gegen London, Birmingham und andere Rüstungswerke in Mittelengland sowie gegen Hafenanlagen und Versorgungsbetriebe in Südengland. Zahlreiche Brände waren die Folge. — Im Laufe des 21. 11. wurde im Zuge der bewaffneten Aufklärung London und kriegswichtige Ziele in Süd- und Südostengland mit Bomben belegt. Eisenbahn- und Fabrikanlagen erhielten Treffer. — Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. — In der Nacht vom 21. zum 22. 11. flogen keine feindlichen Flugzeuge in deutsches Reichsgebiet ein. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 23. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht vom 21. zum

22. 11. setzte die Luftwaffe ihre Vergeltungsangriffe gegen London fort und griff wieder Birmingham und Coventry sowie Bristol und Southampton an. Am Tage nahmen die Angriffe auf London, Brighton und andere kriegswichtige Zie1e ihren Fortgang. In Mittelengland bombardierten Kampfflugzeuge mehrere Flugplätze und setzten Hallen und Unterkünfte in Brand. — An der Südküste Englands sowie bei Lincoln wurden Verkehrsanlagen umfangreich mit Bomben belegt. Bei Angriffen auf Geleitzüge erhielten zwei Frachter schwere Beschädigungen durch Bombentreffer. — In der Nacht vom 22. zum 23. 11. griffen britische Flugzeuge in Westfrankreich und Westdeutschland vor allem wieder Wohnviertel an. Entstehende Dachstuhlbrände konnten durch das Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes rasch gelöscht werden. Sieben Zivilpersonen sind getötet, etwa 20 verletzt worden. — Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen, ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 24. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht vom 22. auf den

23. 11. setzte die Luftwaffe ihre Vergeltungsflüge gegen London mit großem Erfolge fort und griff mit starken Verbänden erneut die Anlagen der britischen Rüstungsindustrie in Birmingham an. Mehrere hundert Flugzeuge warfen hier in rollendem Angriff über 300 000 kg Bomben. Im Schein der Leuchtbomben und Feuersbrünste war deutlich zu beobachten, daß zahlreiche kriegswichtige Fabrikanlagen zerstört sind. Bei einem in den frühen Morgenstunden des 23. 11. durchgeführten Luftangriff auf die Waffenwerke in Grantham entstanden dort mehrere Brände. Weiter richteten sich Bombenangriffe gegen Portland, Southampton, Portsmouth und andere kriegswichtige Ziele in Südengland. — Das Verminen britischer H'^fen wurde in verstärktem Umfange fortgesetzt. — Im Laufe des 23. 11. warfen Flugzeuge im Zuge der bewaffneten Aufklärung Bomben auf London. — Die Mehrzahl der in der letzten Nacht in das Reichsgebiet einfliegenden britischen Flugzeuge konnte infolge der starken Flakabwehr ihr Ziel nicht erreichen und warf daher die Bomben in freies Gelände ab. In einem kleinen Ort trafen sie Wohnhäuser und verletzten mehrere Zivilpersonen.

Berlin, 25. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Vergeltungsangriffe der Luftwaffe gegen London dauerten auch in der Nacht vom 23. zum 24. 11. an. Battersea, Southwark und andere Stadtviertel waren ZieTe erfolgreicher Bombenwürfe. Zahlreiche deutsche Kampfgeschwader griffen außerdem, wie bereits gemeldet, in pausenlosem Angriff Southampton mit Bomben aller Kaliber an. In Hafen- und Industrieanlagen brachen ungeheure Brände aus, die bis nach Frankreich hinem sichtbar waren. Auch verschiedene kriegswichtige Ziele an der West-und Südküste Eng1ands wurden erfolgreich bombardiert. — Das Vermmen der britischen Küste nahm seinen Fortgang. — Am Tage griffen deutsche Flugzeuge im Verlauf bewaffneter Aufklärung London und einige Orte an der KanaMste mit Bomben an. — In der Nacht zum 25. 11. warfen britische Flugzeuge in Nord-deutsch^nd einige Bomben, ohne nennenswerte Wirkung zu erzielen. Die MeMung des britischen Tnformationsministeriums, daß in der Nacht zum 24. 11. britische Flugzeuge in Berlin Bahnhöfe mit Bomben belegt haben, ist falsch. Kein einziges

feindliches Flugzeug hat in dieser Nacht Berlin überflogen. — Ein britisches Flugzeug wurde im Luftkampf abgeschossen, drei deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 26. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte auch in der Nacht zum 25. 11. erfolgreiche Vergeltungsangriffe auf London durch. Namentlich im Zentrum der Stadt und auf beiden Themseufern waren heftige Explosionen und Brände zu beobachten. — Andere starke Kampffliegerverbände waren, wie bereits gemeldet, in der gleichen Nacht auf kriegswichtige Ziele in Bristol angesetzt. Mehrere Stunden hindurch griffen sie mit Brand- und Sprengbomben schwersten Kalibers Hafen- und Industrieanlagen sowie Versorgungseinrichtungen an. Im ganzen Gebiet fielen zahlreiche Lagerhäuser mit Rohstoffvorräten und deren Verarbeitungsanlagen den verheerenden Feuersbrünsten zum Opfer. Drei Gasanstalten wurden vernichtet, eine Großmühle durch Feuer zerstört. Der Angriffsraum von Bristol war, wie Augenerkundung am folgenden Tage bestätigte, ein einziger großer Brandherd. — Weitere Angriffe richteten sich in der gleichen Nacht gegen einige andere Städte in den Midlands und in Südengland. Infolge ungünstiger Wetterlage herrschte am 25. 11. tagsüber nur geringe Kampftätigkeit. Kleine Verbände leichter Kampfflugzeuge belegten verschiedene kriegswichtige Ziele in Südengland erfolgreich mit schweren Bomben. — Britische Häfen und Schiffahrtswege wurden planmäßig weiter vermint. — In der letzten Nacht warf der Feind in Nordwestdeutschland an einigen Stellen Bomben, die aber nur in einem Dorfe geringen Sachschaden anrichteten. — Der Gegner verlor gestern zwei Flugzeuge, von denen eines im Luftkampf, eines durch Flakartillerie abgeschossen wurde. Eigene Verluste entstanden nicht.

Berlin, 27. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Bei sehr ungünstiger Wetterlage beschränkte sich in der Nacht vom 25. zum 26. 11. und am 26. 11. die Tätigkeit der Luftwaffe auf bewaffnete Aufklärung und Einzelunternehmungen. In Avonmouth riefen nächtliche Bombenangriffe mehrere Brände hervor. — Bei Angriffen auf Geleitzüge wurden bei Falmouth ein Begleitschiff von 7C00 BRT. versenkt, vor der Themsemündung zwei Handelsschiffe mittlerer Größe durch Bombentreffer beschädigt, bei Avonmouth ein kleines Handelsschiff durch Flugzeugkanonen in Brand geschossen. — Auch gestern wurden britische Häfen weiter vermint. — Britische Flugzeuge warfen im Reichsgebiet vereinzelt Bomben. Es wurden einige Wohnhäuser beschädigt und dabei mehrere Zivilpersonen getötet oder verletzt. — Bei erfolglosen Angriffen britischer Flugzeuge auf deutsche Vorpostenboote gelang es,

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz: Von links n. rechts: Oben: Maj. Hahn, Hptm. Storp, Maj. Kleß, Maj. Petersen, Obltn. Peltz. — Unten: Hptm. Knapp, Hptm. Kaldrack, Hptm. Nacke, Hptm. Bertram,

Oberst Angerstein. Weltbild

wie bereits bekanntgegeben, in der Nordsee einem Boot, ein feindliches Flugzeug abzuschießen. Ein weiteres Flugzeug wurde durch Flakartillerie brennend abgeschossen. — Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin, 28. 11. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die anhaltend ungünstige Wetterlage schränkte die Tätigkeit der Luftwaffe ein. Trotzdem warfen in der Nacht zum 27. 11. und gestern bei Tage Kampfflugzeuge Bomben auf London und Avonmouth. Ein Kampfflugzeug griff bei eintretender Dunkelheit ein Rüstungswerk bei Burntisland im Tiefflug an und erzielte zwei Volltreffer in einer großen Vorhalle. Weiter wurden Grimsby, der Flugplatz Great-Drieffield und ein Flugplatz bei Lincoln bombardiert. Es gelang, mehrere schwere Treffer zu erzielen. — In der letzten Nacht beschädigten einige britische Flugzeuge in Westdeutschland durch Bombenabwurf eine Anzahl Wohnhäuser. Vier Zivilpersonen wurden getötet, mehrere verletzt. — Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

Italien.

Rom, 15. 11. 49. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe unternahm wiederholt Aktionen normaler Bombenangriffe sowie auch solche mit Sturzkampffliegern auf die militärischen Ziele von Korfu, Larissa und Argostoli, auf die Landenge des Presbasees, die unterbrochen wurde, auf Artilleriestellungen, auf das Flugfeld von Florina, wo fünf Flugzeuge am Boden zerstört oder schwer beschädigt wurden, auf das Gebiet Joannina-Kalibaki-Metzova, auf den Corcianoabschnitt, auf die Sudabucht (Kreta). Bei den Luftkämpfen wurden dreizehn feindliche Flugzeuge von verschiedenen Typs (z.B. Blenheim und Potez) abgeschossen. Der Abschuß von zwei weiteren Flugzeugen ist wahrscheinlich. Vier unserer Flugzeuge wurden bei den Kämpfen getroffen, konnten aber in den Flughäfen landen. Ein italienisches Flugzeug fehlt. — Unsere Fliegerstaffeln bombardierten wiederholt die Flottenbasis von Alexandria, die Eisenbahnlinie bei Marsa Matruk, das Flugfeld von Bir Ama Smeit, wobei einige Flugzeuge vom Blenheim-Typ am Boden getroffen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind von unseren Aktionen zurückgekehrt. Ein Luftangriff auf El Makula hat weder Opfer verlangt noch Schäden verursacht. — In Ostafrika haben feindliche Luftangriffe auf Cherem, Agordat, Gura, Diredaua, Asmara, Assab und die Insel Difnein geringfügigen Schaden angerichtet und leichte Verluste unter den Eingeborenen verursacht. Auf Grund von nachträglichen Feststellungen ergibt sich, daß bei unserem Luftangriff auf Port Sudan, der im Wehrmachtsbericht vom 25. Oktober erwähnt worden ist, ein feindlicher Dampfer versenkt wurde. Ein feindlicher Luftangriff in der Nähe von Monopolis (Provinz Bari) hat weder Opfer noch Schaden verursacht. Ein weiterer Luftangriff auf Bari hat geringen Schaden angerichtet, ein Toter und ein Verwundeter sind zu beklagen.

Rom, 16. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat in Zusammenarbeit mit den Truppen Straßen sowie feindliche Truppenzusammen-ziehungen bombardiert. Außerdem wurde der Flughafen von Larissa bombardiert, wo zwei Blenheim-Apparate am Boden zerstört und weitere beschädigt wurden, sowie der griechische Flottenstützpunkt Navarino. Bei Luftkämpfen wurden neun feindliche Flugzeuge verschiedenen Typs brennend abgeschossen. — In Nordafrika hat eine unserer Luftformationen die militärischen Stellungen sowie die Anlagen des Flughafens von Marsa Matruk mit Maschinengewehren beschossen. Weitere eigene Flugzeuge haben den Flottenstützpunkt von Alexandrien, den Bahnhof von Marsa Matruk und Maaten Bagush sowie die Eisenbahn neuerdings bombardiert, wobei Brände hervorgerufen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe hat Angriffe auf Bir Sofafi, Sidi Barani, Sollum und Bardia unternommen, ohne Schäden oder Opfer zu verursachen. — Unsere durch die internationalen Kennzeichen deutlich erkennbaren Rote-Kreuz-Flugzeuge sind in Ausübung ihrer Tätigkeit auf der Höhe von Sidi Barani von feindlichen Jägern angegriffen worden. Eines von ihnen wurde versenkt, seine Besatzung gerettet. — In Ostafrika hat unsere Luftwaffe die feindlichen Artilleriestellungen westlich von Gallabat bombardiert. Feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf Cassala und Assab, ohne Schaden anzurichten, ferner auf Diredaua und Giavello, wobei leichter Sachschaden und keine Opfer verursacht wurden. In der Nacht vom 15. zum 16. unternahm der Feind mit zahlreichen Flugzeugen einen Angriff auf Brindisi. Das sofortige wirksame Eingreifen der Flak verhinderte, daß Bomben auf die Wohnviertel abgeworfen wurden. Zahlreiche Bomben sind ins Meer gefallen oder auf offenes Feld und verursachten kleine Brände, die sofort gelöscht wurden. Ferner wurde ein Haus zerstört. Ein feindliches Flugzeug ist wahrscheinlich abgeschossen

worden, während zwei andere von der Luftabwehr getroffen wurden. Opfer sind nicht zu beklagen.

Rom, 17. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat in enger Zusammenarbeit mit den Truppen Straßen, Eisenbahnen, feindliche Stellungen und Artilleriestellungen bombardiert, wobei Brände und Explosionen hervorgerufen, Verbindungsstraßen unterbrochen und Truppenzusammenzienungen getroffen wurden. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zurückgekehrt. — Unsere Luftformationen haben die Hafenanlagen von Suda (Kreta) sowie den Hafen von Alexandria (Aegypten) bombardiert. — In Nordafrika hat unsere Luftwaffe die feindlichen Flugzeugstützpunkte von El Daba und Maaten Bagush bombardiert, wo sich ein ausgedehnter Brand entwickelte, ferner die Anlagen von Marsa Matruk und die Eisenbahnlinie zwischen Marsa Matruk und Bir Amasin. Ein in Fahrt befindlicher Güterzug von etwa 30 Wagen erhielt mehrere Volltreffer durch Brandbomben und wurde außerdem mit Maschinengewehrfeuer bestrichen. Truppenlager sowie etwa 30 feindliche motorisierte Waffen wurden bei Alam el Islaguiya (40 km südlich von Sidi el Barani) im Tiefflug unter Maschinengewehrfeuer genommen und mit Sprengbomben belegt, wobei schwere Schäden und Brände verursacht wurden. Feindliche Flugzeuge, die sofort von der Flak unter gut gezieltes Feuer genommen wTurden, haben wahllos Bomben auf Sollum, Bardia, Derna, Bomba und Bengasi abgeworfen, die insgesamt zwei Verwundete, aber keine Materialschäden zur Folge hatten. — Ein feindliches Flugzeug vom Lysandertyp ist von unseren Jägern brennend abgeschossen worden. In der Hitze der Verfolgung ist eines unserer Flugzeuge im Tiefflug am Boden zerschellt. — Von Italienisch-Ostafrika aus hat eine unserer Flugformationen die Anlagen von Port Sudan bombardiert und einen der angreifenden feindlichen Jäger vom Glostertyp abgeschossen. — Feindliche Angriffe auf Decamere, Asmara und Massaua haben weder Opfer noch Schäden verursacht. — Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Bari abgeworfen und dabei zwei Verwundete und fast unbedeutenden Schaden verursacht, ferner auf Monopoli, wo einige Wohnhäuser zerstört wurden und ein Toter zu beklagen ist.

Rom, 18. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat in enger Zusammenarbeit mit den Truppen in den Abschnitten von Kalibaki und Konitza bei heftigen wiederholten Bombenangriffen Brücken und Verbindungsstraßen unterbrochen. Weiterhin wurden Verteidigungsanlagen und Barackenlager getroffen, wobei heftige Brände und Explosionen ausgelöst wurden. Außerdem wurden feindliche Kraftwagen getroffen und Flakstellungen mit Maschinengewehren beschossen. Weitere Flugzeuge bombardierten den Stützpunkt Korfu. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Ein feindliches Flugzeug vom Blackbürn-Shark-Typ ist in der Nähe von Sizilien abgeschossen worden. Die aus einem Offizier und einem Unteroffizier bestehende Besatzung wurde gefangengenommen. — Unsere Flugzeuge haben die Flottenstützpunkte Suda (Kreta) und Alexandrien (Aegypten) bombardiert und im Innern des Hafens von Alexandrien ein Schiff getroffen. Ein feindlicher Kreuzer vom Leander-Typ wurde von einem unserer Flugzeuge beim Hafenausgang von Alexandrien mit Torpedos getroffen. — In Nordafrika haben unsere Flugzeuge die Eisenbahn Fuka el Daba und die von Marsa Matruk bombardiert. Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Bengasi geworfen, wobei eine Frau und ein Kind getötet und sechs Personen verwundet wurden, darunter zwei Frauen und ein Kind. Außerdem wurde an Wohnhäusern Schaden angerichtet. Angriffe auf Bardia blieben ohne Folgen. — Feindliche Flugzeuge haben Agordat bombardiert, ohne Opfer zu fordern. Leichte Schäden. Ein feindliches Flugzeug ist in der Nähe des Rudolfsees abgeschossen worden.

Rom, 19. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftverbände haben heftig die feindlichen Positionen angegriffen, wobei Explosionen verursacht und Truppenansammlungen im Tiefflug mit Maschinengewehren beschossen wurden. Drei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — In Nordafrika hat unsere Luftwaffe Flughafenan'asfen, die Stellungen und die Barackenlager der Oase Siwa angegriffen und im' Tiefflug beschossen, wobei alle Ziele getroffen und schwerer Schaden verursacht wurde. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Tobruk und Bardia erfolglos sowie Sollum, wo es drei Tote und fünf Verwundete gab. bombardiert. — In Ostafrika hat der Feind Luftangriffe auf Agordat, Corondil, Buna und Gherille durchgeführt, die keine schweren Folgen hatten.

Rom, 20. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat in enger Verbindung mit den Landstreitkräften die feindlichen Truppen im Tiefflug

angegriffen und mit Maschinengewehren beschossen, wobei Straßen, Barackenlager und Truppenkonzentrationen getroffen worden sind. Außer den drei bereits im italienischen Wehrmachtsbericht vom 19. 11. als abgeschossen angegebenen Flugzeugen sind weitere fünf feindliche Flugzeuge in Flammen zum Absturz gebracht worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — In Nordafrika hat eine unserer Luftformationen eine starke Gruppe feindlicher Panzerwagen südöstlich von Sidi Barani gesichtet und ihr im Tiefflug zahlreiche Verluste beigebracht, indem sie einen Teil der Panzerwagen zerstörte und den Rest in die Flucht schlug. Unsere Luftformationen haben die zum Schutze eingesetzten englischen Jagdflieger angegriffen und sechs Flugzeuge vom Glostertyp in Flammen abgeschossen. Außerdem sind fünf feindliche Tanks, ein Dutzend Panzerwagen und einige Kanonen vernichtet worden. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt. Die Luftformationen haben den Hafen von Alexandria, die Kaianlagen der Insel Ras el Tin, den Flughafen, im Nifisha-See vor Anker liegende Schiffe (südlich von Ismailia), die Eisenbahnanlagen von El Hamman, die Anlagen von El Hassab und von Bir Auani (südöstlich von Marsa Matruk) bombardiert, wobei Brände, Explosionen und sichtbare Schäden entstanden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben wiederholt Tobruk bombardiert, ohne Schaden zu verursachen, ebenso Bengasi, wobei leichte Sachschäden entstanden und eine Mohammedanerin verletzt wurde. — Unsere Bomber haben feindliche Zeltlager bei Aroma und bei Kascim el Ghirba bombardiert. Feindliche Flugzeuge haben Bardera, Decamere, Agordat, Kheren und Massaua bombardiert. Es hat keine Opfer und nur unbedeutenden Schaden gegeben. — Feindliche Flugzeuge haben versucht, an den westlichen Küsten Süditaliens einzufliegen. Angesichts der sofortigen Reaktion der Flugabwehr haben sie sich zurückgezogen, ohne Bomben abzuwerfen.

Rom, 21. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat den feindlichen Stützpunkt von Prevesa und militärische Ziele in den Abschnitten von Trikkala und im Gebiet von Kortscha bombardiert. Vier unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Einer unserer Luftverbände hat die militärischen Ziele von Malta angegriffen und dabei den Flughafen von La Venezia, die Befestigungswerke und das Arsenal von La Valetta getroffen, wo ein heftiger Brand verursacht wurde. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Ein englisches Flugzeug vom Wellington-Typ ist zur Landung in Sizilien gezwungen worden. Die siebenköpfige Besatzung, darunter der Vizeluftmarschall Boyd Owen Tudor, ein Major und drei andere Offiziere, wurden gefangengenommen. — In Nordafrika hat unsere Luftwaffe einen neuen glänzenden Erfolg erzielt. Einer unserer Jagdverbände hat eine zahlenmäßig weit überlegene feindliche Jagdformation entschlossen angegriffen. Bei dem Kampf wurden sieben feindliche Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht, vier Gloster, zwei Hurricane und eine Blenheim. Drei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. — Unsere Luftformationen haben die Eisenbahnlinien Alexandria— Kairo und Alexandria—Marsa Matruk, den Flughafen von Bir Abu Batta, südlich von Marsa Matruk, und feindliche Lager längs der Straße Marsa Matruk—Bir Kenays bombardiert. — Feindliche Flugzeuge haben ohne Erfolg Bomben auf den Hafen von Tobruk abgeworfen. — Unsere Flugzeuge haben den Bahnhof von Showak (Sudan), Truppenkonzentrationen in Ghedaref, Lastwagen- und Flakstellungen westlich von Gallabat und auf den Reyan-Berg sowie den Hafen von Aden bombardiert. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. — Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Assab abgeworfen, die fünf Tote und neun Verwundete unter den Eingeborenen zur Folge hatten. Ein feindliches Kriegsschiff, das versuchte, sich dem Hafen von Chisimaio zu nähern, ist von unserer Luftwaffe angegriffen und zum Rückzug gezwungen worden.

Rom, 22. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Trotz der außerordentlich schlechten Witterungsverhältnisse hat unsere Luftwaffe mit den Truppen zusammengewirkt, indem sie einige feindliche Ziele bombardierte. — In Nordafrika haben unsere Luftverbände die Eisenbahnlinie und die feindlichen Stellungen von Marsa Matruk bombardiert. Aus weiteren Feststellungen geht hervor, daß während des Kampfes vom 19. 11. ungefähr zehn feindliche Panzerwagen, darunter vier mittleren Typs, vernichtet und etwa zwanzig Lastwagen beschädigt worden sind. Die dem Feinde zugefügten Verluste sind beträchtlich. — Feindliche Einflüge haben bei Sollum, Bardia, Tobruk und Benghasi stattgefunden. Sehr leichter Sachschaden. — Feindliche Flugzeuge haben die Zone östlich von Sidi Barani und unsere Stellungen inUadi und Makti1a beschossen, wobei weder Opfer noch Schaden verursacht wurden. ~ Irri Aegäischen' Meer haben feindliche Flugzeuge wahllos Bomben

auf Leros abgeworfen, von denen die Mehrzahl ins Wasser fiel und weder Opfer noch Sachschaden verursacht worden. — In Ostafrika haben unsere Flugzeuge den Flugplatz von Roseires bombardiert, wobei ein Brand verursacht wurde. Im Verlauf des im Wehrmachtsbericht vom Donnerstag gemeldeten Angriffes unserer Luftwaffe auf den Hafen von Aden wurden ein Dampfer und die Anlagen des Flughafens getroffen. — Feindliche Flugzeuge haben Assab bombardiert, wo es keine Opfer gab, jedoch das Eingeborenendorf schwer beschädigt wurde. In Massaua, Decamere, Asmara weder Verluste noch Opfer; in Hargeisa ein Toter und fünf Verwundete, in Asosa (südlich von Kurmuk) acht Verwundete unter den Italienern und Eingeborenen.

Rom, 23. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat zahlreiche Ziele der gegnerischen Stellungen, insbesondere im Abschnitt von Kortscha, bombardiert und dabei Straßenknotenpunkte, Truppenzusammenziehungen und feindliche Stellungen getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — In Nordafrika haben feindliche Luftangriffe auf den Golf von Bomba einige Schäden angerichtet. Luftangriffe auf Bardia und Derna richteten keinen Schaden an. Eines unserer am 21. 11. als nicht zurückgekehrt gemeldeten Flugzeuge ist einschließlich des Piloten innerhalb unserer Linien aufgefunden worden. — In Ostafrika hat unsere Luftwaffe den Flughafen von Roseires bombardiert und dabei am Boden ein Flugzeug vom Wellesley-Typ in Brand geworfen sowie ein weiteres beschädigt Andere Luftformationen haben die feindlichen Stellungen jenseits von Gallabat, wobei ein heftiger Brand ausgelöst wurde, sowie Fort Sudan bombardiert. Unsere Flieger schössen von fünf angreifenden Jägern vom Glostertyp zwei ab und kehrten alle zu unseren Stützpunkten zurück. — Feindliche Flieger haben Cassala bombardiert und ein Feldlazarett in Brand geworfen. — Feindliche Luftformationen haben Bomben auf Bari abgeworfen, wodurch vorwiegend Privathäuser getroffen, eine Frau getötet und fünf Personen, darunter eine Frau und zwei Kinder, verwundet wurden. Kleine Brände wurden sofort gelöscht.

Rom, 24. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: In der Nähe von Pantelleria ist ein Flugzeug des Blenheim-Typs von unseren Jägern erreicht und in Flammen abgeschossen worden. — Im Verlauf eines Offensivfluges über Malta haben unsere Jagdflugzeuge den Feind zum Kampf gestellt und sechs feindliche Flugzeuge brennend zum Absturz gebracht. Anschließend hat eine unserer Bomberformationen die Flughäfen von Micabba und Hal-Far angegriffen, wobei Volltreffer erzielt wurden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Im Aegäischen Meer sind feindliche Segelschiffe von unseren Fliegern in der Nähe der Insel Samos bombardiert und in Brand gesteckt worden. — Ein feindliches Aufklärungsflugzeug wurde über Chisimaio von unseren Jagdfliegern abgeschossen. Die Besatzung wurde gefangengenommen. Feindliche Flugzeuge haben erfolglos Bomben bei Decamere abgeworfen. — Die feindliche Luftwaffe hat einen Nachtangriff auf Turin und auf Ligurien durchgeführt und Bomben, Brandbomben und Leuchtraketen abgeworfen. Weder Opfer noch Sachschaden.

Rom, 25. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe bombardierte die feindlichen Stellungen besonders entlang der Küste des Epirus. Feindliche Flugzeuge machten einen Angriff auf Durazzo, wobei es einige Verwundete gab und leichter Schaden angerichtet wurde. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Unsere Jäger verfolgten und erreichten ein feindliches zweimotoriges Flugzeug vom Wellingtontyp, das nördlich Malta abgeschossen wurde und ins Meer fiel. Eine unserer Jagdstaffeln machte einen Tiefangriff auf den Flugplatz Micabba, wobei zahlreiche am Rande des Flugfeldes aufgestellte Flugzeuge unter Maschinengewehrfeuer genommen wurden; drei von ihnen gingen sofort in Flamr men auf. Das Feuer breitete sich rasch aus, rief verschiedene außerordentlich heftige Explosionen hervor und nahm einen solchen Umfang, daß es auch an der sizilia-nischen Küste sichtbar war. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Unsere Flugzeuge griffen die Flottenbasis von Alexandria (Aegypten) an, wobei die Ziele im Hafen wiederholt getroffen wurden. Andere Flugzeuge griffen die militärischen Anlagen im Gebiet südlich von Marsa Matruk an. Feindliche Flugzeuge warfen Bomben auf Tobruk und Bardia, wobei leichter Schaden entstand und im letzteren Ort einige Personen verwundet wurden. Ferner wurden Bomben auf Derna abgeworfen, wo ein Ferienheim getroffen wurde und fünf Tote und zwei Verletzte zu beklagen sind. Bei Apollonia wurde im Tiefflug ein Lazarett mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen, obwohl die Rote-Kreuz-Zeichen ganz klar erkennbar sind. Ein Verwundeter ist zu beklagen. — Ein Flugzeug vorn' Blenheimtyp wurde von unseren Jagdfliegern östlich Amseat erreicht und in Flammen ab£eT schössen. <   ;

Rom, 26, Ii. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat in enger Zusammenarbeit mit den Landstreitkräften über dem ganzen Operationsgebiet zahlreiche Angriffe durchgeführt. Straßenknotenpunkte, Brücken, Kraftwagenkolonnen und feindliche Truppenzusammenziehungen längs des Kalamastales in Arta sowie bei Perati und Erseke sind aus der Höhe, im Tiefflug oder im Sturzflug einem heftigen Bombardement unterzogen worden. Die Forts der Insel Korfu sind wiederholt bombardiert und getroffen worden, wodurch heftige Brände und Explosionen hervorgerufen wurden. Unsere Jäger haben über Durazzo zwei Flugzeuge vom Bleriheimtyp abgeschossen. Feindliche Flugzeuge haben Leros und Stampalia angegriffen. Einige Gebäude wurden beschädigt, darunter nur eines von einigem militärischen Interesse. Weder Tote noch Verwundete. Fünf der angreifenden Flugzeuge wurden von der Flak brennend abgeschossen. — Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Assab abgeworfen, die einen Toten, vier Verwundete und leichte Schäden zur Folge hatten.

Rom, 27. 11. 40 (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Unsere Luftwaffe hat ohne Unterbrechung ihre Aktionen gegen die feindlichen Anlagen und Truppen durchgeführt. Außerdem wurden alle feindlichen Verkehrswege zum Ziel heftiger Angriffe gemacht. Die Straßenkreuzungen von Perati, Delvinaki und Doljana, die Zentren von Erseka und Minina, die Brücken über den Kalamas bei Perati und Minina würden wiederholt getroffen und unterbrochen. Der Flughafen von Jannina wurde,mit Bomben belegt. — Auf der Insel Korfu wurden das neue Fort, die Hafenanlagen und die Höhen von Corakiana getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. — Feindliche Flugzeuge bombardierten Valona, ohne Opfer oder Schaden zu verursachen. — Während einer offensiven Erkundungsaktion über der Insel Malta wurde ein feindliches Jagdflugzeug im Kampf mit unseren Jägern abgeschossen und stürzte ins Meer. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. —. In Nordafrika warfen feindliche Flugzeuge Bomben auf Tripolis, wobei es im Hafengebiet zwei Verwundete und unbedeutenden Schaden gab. Andere feindliche Flugzeuge griffen das Fort Maddalena, ferner Garn ul Grein und unsere benachbarten Stellungen an. Ein feindliches Flugzeug wurde von der Flak getroffen und stürzte in Flammen ab. Ein Mitglied der Besatzung rettete sich mit dem Fallschirm und wurde gefangengenommen. — Nach zuverlässigen Nachrichten wurden bei dem von unseren Fliegerstaffeln mit Bomben schweren Kalibers am 19. 11. auf den Hafen von Alexandria durchgeführten Luftangriff sechs Kriegsschiffe schwer getroffen, ferner die von der feindlichen Flotte benutzten Reparaturwerkstätten der Kanalgesellschaft, die Flughäfen von Heluan und Abu Soehr, in welch letzterem vier Flugzeuge in Brand gerieten, zerstört. — In Ostafrika griffen unsere Flugzeuge die feindlichen Artilleriestellungen westlich von Gallabat an. — Feindlich-s Flugzeuge warfen Bomben auf Massaua und Daghile, ohne Opfer zu fordern. — Zu den fünf feindlichen Flugzeugen, die bei dem im gestrigen Wehrmachtsbericht verzeichneten Luftangriff auf Leros abgeschossen wurden, kommt noch ein sechstes von der Marineflak abgeschossenes Flugzeug hinzu. — Feindliche, über die Schweiz gekommene Flugzeuge warfen Bomben und Brandbomben auf Turin. Einige Gebäude im Zentrum und an der Peripherie der Stadt wurden beschädigt. Ein Btand, der in einer Glasbläserei ausbrach, wurde im Keim erstickt. Viele Bomben fielen* auf freies Feld, wo zwei Bauernhäuser zerstört wurden. Ein Soldat, der Wache stand, wurde getötet, zwei Personen durch Bombensplitter verwundet.

Rom, 28. 11. 40. (DNB.) Hauptquartier d. Wehrmacht: Zwei Luftgeschwader von insgesamt einigen hundert Maschinen haben auf taktischem Gebiet mit den Landstreitkräften zusammengearbeitet und außerdem die folgenden feindlichen Objekte bombardiert: den Flugplatz von Cozani, wo neun Flugzeuge zerstört wurden, von denen fünf verbrannten, den Flugplatz von Florina, wo fünf Jagdflugzeuge vom PZL-Typ in Brand gesetzt wurden, sowie den Bahnhof Florina. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. — Eine unserer Marineformationen ist gestern nachmittag auf ihrer Fahrt südlich von Sardinien mit einem von Westen kommenden englischen Geschwader in Kontakt gekommen, das sich aus einigen Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger und zahlreichen Kreuzern zusammensetzte. Die Flak unserer Einheiten hat zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. — Während sich nach Einstellung des Feuers das feindliche Geschwader rasch nach Südosten entfernte, wurde es etwa 200 km von Sardinien entfernt von einigen unserer von Jägern begleiteten Bomberformationen S 79 erreicht. Ein Flugzeugträger, ein Schlachtschiff und ein Kreuzer wurden von Borriben schweren Kalibers getroffen. Durch eine darauffolgende Luftaufklärung wurde kontrolliert, daß das Schlachtschiff mit einem Brand an Bord still lag. — In den heftigen Luftkämpfen zwischen

unseren Jägern und den von dem Flugzeugträger aufgestiegenen wurden fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen. Eines unserer Flugzeuge CR 42 und ein Erkundungsflugzeug sind nicht zu den Stützpunkten zurückgekehrt.

Segelflug

Segelflugbetrieb auf Helgoland ist jetzt unter Führung von NSFK.-Truppf. Meyer-Eckhardt, nachdem NSFK.-Qruf. Zahn die Mittel zum Bau eines Segelflugzeuges und einer eigenen Werkstatt genehmigt hatte, begonnen worden. Ein geeignetes Segelfluggelände wurde im Unterland durch Aufschüttung von zwei Starthügeln, die Starts nach verschiedenen Windrichtungen gestatten, geschaffen. Bisher wurden bereits an die 1000 Starts durchgeführt, wobei 22 Männer ihre A- und 7 ihre B-Prüfung machten.

Elsäss. Segelflieger-Ausbildung z. Z. noch im Altreichsgebiet in den Lagern Stockbrunnerhof, Bohlhof, Wartenberg und Schallodenbach.

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Flügelform nach Harth siehe „Flugsport" 1919 S. 80. — S. 411 vermittelt Reg.-Baumeister Harth seine Ideen über sein Segelflugprofil.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezoeen werden.)

Die Deutsche Luftfahrt, Jahrbuch 1940, herausgeg. v. Dr. Heinz Orlovius und Ing. Richard Schulz. Verlag Naturkunde und Tecknik Fritz Knapp, Frankfurt a. M. Preis RM 5.80.

Der neue Jahrgang 1940 enthält trotz des Krieges alles Wissenswerte über den gegenwärtigen Stand der Reichsluftfahrtverwaltung, der Handelsluftfahrt, des Luftsports und der Luftfahrttechnik, ferner unter Luftwaffe eine Zusammenstellung der Luftkriegsereignisse vom Polenfeldzug bis zum Waffenstillstand mit Frankreich mit einer guten Bilderübersicht der an der Front zur Verwendung gelangenden deutschen Flugzeugmuster.

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Adalbert Norden vermittelt einen Einblick in die Entwicklung der deutschen Fliegerei durch die Einwirkung der National-Flugspende ab 1913, Vorgänge, die verschiedentlich der Vergessenheit anheim gefallen sind und doch dazu beigetragen haben, zu dieser Zeit das deutsche Flugwesen mit einem Schlage vorwärts zu bringen. Die Weltrekorde von einst sind der Mindestdurchschnitt von heute. Ein Zeitmal für die Männer, die ihr Leben für die Fliegerei opferten.

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