Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 12 vom 5. Juni 1940

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



XXXII. Jahrgang / Nr. 12

Mittwoch, 5. Juni 1940

Am Kanal

Arado Ar 96 B

USA Slearman X 100 Bomber

USA Grumman F3F-5

USA Transatlantik

Douglas 100-t- Projekt

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Sanitätsflugzeug Ju 52

Luftwaffe

Patentsammlung Nr. 27

„Flugsport"-Erscheinungstage 1940 XXXII.Jahrgang Nr. Da1 m

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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Ürief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M„ Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro Vi Jahr bei 14täglichem Erscheinen RM 4.50

Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist. soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen,

nur mit genauer Quellenangabe gestattet. _

Nr. 12 5. Juni 1940 XXXII. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 19. Juni 1940

Am Kanal.

Von der deutschen Luftüberlegenheit ist jetzt die Welt durch Tatsachen überzeugt worden. Die Luftwaffe hat ihren hohen Stand der Entwicklung dank der Kühnheit und hervorragenden Ausbildung unserer Flieger bewiesen.

Trotz der vielen Beschlüsse in englischen und französischen Parlamenten, ihre Luftwaffe durch Produktionserweiterung und Ankauf aus fremden Staaten zu vergrößern, um der deutschen überlegen zu sein, ist das Gegenteil eingetreten. Dem Fachmann war dabei bekannt, daß durch papierene Luftrüstungsprogramme eine Steigerung, wie sie die jetzige Zeit erfordert, nicht herbeigeführt werden konnte. Ebenso wie der Fliegergeist, das Draufgängertum und der Schneid nicht durch Einstellung von Geldmitteln im Etat gesteigert werden konnten, ebensowenig kann die deutsche hochwertigste Konstruktions- und Werktätigkeit mit dem dazugehörigen Arbeitsgeist eines nationalsozialistischen Staates hervorgebracht und noch viel weniger nachgeahmt werden.

Arado Ar 96 B.

Zur Ergänzung der Typenbeschreibung „Flugsport" 1939, S. 544, geben wir umstehend einige Bilder der letzten Ausführungsform, wie sie jetzt in Serie läuft. Man unterscheidet zwei Ausführungsformen: eine als Uebungsflugzeug für fliegerische Ausbildung, die andere zur Waffen- und Beobachterausbildung sowie für Kampfzwecke.

Für die Kunstflugschulung entspricht das Flugzeug den deutschen FestigkeitsVorschriften der höchsten Beanspruchungsgruppe (H 5). Die zulässige Endgeschwindigkeit beträgt bei allen Verwendungszwecken 700 km/h.

Als Waffenflugzeug ist die Ar 96 B ebenfalls vielseitig einsatzfähig. Je nach dem, worin ausgebildet werden soll, können die einzelnen Ausrüstungsgeräte eingebaut werden. Das starre MG. mit 500 Schuß Munition für den Führer, das durch den Luftschrauben-

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 27.

kreis feuert, bleibt dagegen immer fest in der Maschine. Für die Ausbildung des Beobachters im MG.-Schießen wird ein bewegliches MG. mit 375 Schuß in Trommeln verwendet. Zum Bombenwurf erhält die Tragfläche auf jeder Seite zwei Träger für je 3 Bomben zu 10 kg. Der Führer kann sie auch nach Stuka-Art abwerfen. Ein Nachtzielgerät ist für den Abwurf durch den Beobachter vorgesehen,

Arado Ar 96 B. Oben links: Sitzanordnung: mit Schiebehaube. Unten: Flügel, mit herausgenommenem Rumpf, aus einem Stück mit Betriebsstoffbehältereinbau und hochgezogenem Fahrwerk. Rechts: Militärische Ausrüstung für den Beobachter. Werkbilder

in dessen Sitz außerdem noch ein Hebel zur Korrektur des Flugzeugkurses angebracht werden kann. Für die fotografische Ausbildung erhält er entweder eine Zeiss-Reihenmeßkamera oder eine Handkamera. Ein Funkgerät für Telefonie und Telegrafie befindet sich grundsätzlich bei allen Verwendungszwecken in der Maschine. Diese Telefunkenstation dient nicht nur zur drahtlosen Verständigung mit Bodenstationen, sondern auch von Flugzeug zu Flugzeug, wobei der Führer immer mithören kann, was besonders auch für das Fliegen im Verband vorteilhaft ist. Außerdem kann die Besatzung während des Fluges miteinander telefonieren. Um für den Beobachter die besten Arbeitsbedingungen zu schaffen, befindet sich im Rumpfboden ein großes Plexiglasfenster, das ein freies Blickfeld nach unten bietet und für Reihenbildaufnahmen geöffnet werden kann. Die Haube über dem Beobachterraum ist bei der Wäffenausführung nach hinten offen.

Als leichtes Kampfflugzeug umfaßt die militärische Ausrüstung ein starres MQ. für den Führer, ein bewegliches MQ. für den Beobachter, 6 Bomben je 10 kg und eine Handkamera.

USA Stearman X 100 (XA-21) Bomben

Die Entwicklung der Kriegsflugzeuge in USA ist ganz von dem deutschen Kriegsflugzeugbau beeinflußt. Dabei bemerkt man ein krampfhaftes Bemühen, die üblichen USA-Konstruktionsgepflogenheiten in Anwendung zu bringen. Ein typisches Beispiel ist der Stearman X 100 (siehe auch „Flugsoort" 1939, S. 467), von dem bisher verhältnismäßig wenig an die Oeffentlichkeit gelangt ist. Die nebenstehende Abbildung zeigt die erste Ausführungsform.

Zweimotoriger Schulterdecker mit langem, hohem Rumpf. Rumpfbug weit nach vorn gezogen.

Flügel gerade Vorderkante, Mittelstück einschließlich der Motoren gerade Hinterkante. Ansatzflügel Hinterkante nach den Enden verjüngt. Fowlerklappen am Mittelstück und an einem Teil des Ansatzflügels. Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk, wobei der Rumpf in eine Schneide nach dem Seitenleitwerk ausläuft.

Fahrwerk und Sporn in den Rumpf hochziehbar. MQ.-Stand auf der Oberseite des Rumpfes und auf der Unterseite weit hinten vor dem Leitwerk. Besatzung vier Mann.

Zwei Pratt & Whitney Hörnet R-2180 Motoren von je 1400 PS mit Dreiblattverstellschraube. Spannweite 19,81 m, Länge 18,85 m, Höhe 3,66 m. Fluggewicht 9050 kg.

USA. Stearman X-100 (XA-21) Zweimotorbomber.

Archiv Flugsport

USA Grumman P3F-3,

Die Grumman Aircraft Engineering Co. Bethphage, Long Island, hat bisher verschiedene Modelle von Doppeldeckern, F2F-1, XSF-2, F3F-1 und andere („Flugsport" 1937, Seite 76—78), entwickelt. Die Erfolge in den letzten Kriegen führten zu einem Eindecker-Jagdflugzeug Modell F4F-3. Vgl. „Flugsport" 1940, S. 124. Um die bisherige Konstruktionsarbeit in Doppeldeckern auszuwerten, wurde das Jagdflugzeug F3F-2, 750 PS Cyclone-Motor, als Sturzbomber umfrisiert unter der Bezeichnung F3F-3.

Dieser Doppeldecker zeigt die übliche Grumman-Bauweise, Verschwindfahrwerk in den Rumpf. Vgl. die untenstehende Abb.

F3F-2: Spannweite 9,7 m, Länge 7,1 m, Höhe 2,7 m, Fläche 24 nr. Leergewicht 1302 kg, Fluggewicht 1860 kg, Flächenbelastung 77,1 kg/m2, Leistungsbelastung 2,8 kg/PS.

USA Transatlantik Douglas 100-t-Projekt mit 6 Motoren.

Dieses Projekt, entworfen nach den Erfahrungen des viermotorigen Douglas D. C. 4, war für Verkehrszwecke bestimmt. In Fachkreisen wurde vor einiger Zeit von einem Douglas-Großbomber, 61 m Spannweite, 70 t, berichtet. Vgl. „Flugsport" 1940, S. 46.

Flügel freitragend, Hinterkante mit Landeklappen und Querruder gerade. Flügelnase mit sechs Motoren V-Form.

Rumpf elliptischer Querschnitt mit luftdichter Kabine

Dreibeinfahrwerk hochziehbar. Dreifaches Seitenleitwerk. Höhenleitwerk V-förmig.

16 Mann Besatzung und 100 Passagiere.

Spannweite 75 m, Länge 55 m. Fluggewicht 100 t. Sechs Motore gesamt 12 000 PS. Reisegeschwindigkeit am Boden 320 km/h, in 7500 m Höhe 485 km/h. Reichweite 9600 km mit 20 000 kg Zuladung.

Die Militärausführung war für 80 t mit 20 t Bombenlast, Reichweite 9600 km, gedacht.

Douglas 100-t-Projekt.

Zeichnung Fluffspo'

Links: USA Grumman F3F-3 Sturzbombe

Archiv FIuksP"

Um größere Leistungen zu erzielen, genügt es nicht, das Flugzeug einfach zu vergrößern und möglichst viele Motoren an der Flügelnase anzuordnen. Ob das Flugzeugprojekt, welches ungeheure Mittel und Zeit verlangt, in der Praxis zur Verwendung kommt, scheint noch ungewiß.

Sanitätsflugzeug Ju 52.

Wie bei allen Entwicklungen liegt auch auf dem Gebiet des Sanitäts-Flugwesens ein verhältnismäßig großer Zwischenraum zwischen der ersten Idee und dem ersten praktischen Versuch. Schon 1910 gab der holländische Arzt Dr. Moy die Anregung, die Vorteile des Lufttransportes für den Sanitätsdienst auszunutzen. Aber erst 1917 — im Weltkriege — wurde in Frankreich der Gedanke erstmals versuchsweise in die Tat umgesetzt. Diese wichtigen Versuche, die mit hierfür hergerichteten Kriegsflugzeugen durchgeführt wurden, hat man aufgegeben.

Erst als nach dem Weltkriege verschiedene Staaten in Kolonialkriege verwickelt wurden, ging man ernstlich an den Ausbau eines reinen Sanitätsflugdienstes. Aber es blieb auch hier beim umgebauten Kriegsflugzeug. Deutschland, dem der Bau von Kampfflugzeugen untersagt war, und das deshalb zwangsläufig im Bau von Verkehrsflugzeugen an die erste Stelle rückte, blieb es vorbehalten, seine bewährten Verkehrsflugzeuge mit leicht auswechselbaren Inneneinrichtungen für solche Sanitätszwecke in Dienst zu stellen.

Zunächst wurde von Junkers die F 13 als Sanitätsflugzeug eingerichtet und dann in den Anfangszeiten der Verkehrsfliegerei in Italien, Spanien mit Kolonien, Japan und Schweden in zahlreichen Exemplaren verwendet. Später wurden die G 24, G 31 und Ju 34 für den Sanitätsdienst eingerichtet und eingesetzt.

Im Gran-Chaco-Krieg, im spanischen Bürgerkrieg, in Polen, Norwegen und neuerdings auch im Westen hat dann die Ju 52 ihre hervorragende Eignung für diese Sonderverwendung erwiesen. In Fällen, in denen die Transporte der Schwerverwundeten über schlechte und zerschossene Straßen in Kraftwagen tagelang gedauert hätten, wurden die Verwundeten mit dem Kraftwagen nur wenige km hinter die Front bis zum nächsten Flugplatz befördert, wo eine modern eingerichtete Ju 52 auf sie wartete.

Die Seitenwände des Rumpfes brauchen nur aufgeklappt zu werden, worauf die Sanitäter die Bahren mit den Verwundeten in das Innere des Flugzeuges heben können. Raum für 8 Schwerverwundete oder 22 Leichtverwundete, die den Flug sitzend zurücklegen können.

Wenn man bedenkt, daß es auf diese Weise möglich gewesen ist, Verwundete, die am Morgen weit draußen in Feindesland verwundet wurden, noch am Nachmittag des gleichen Tages in einem neuzeitlichen Lazarett in der Heimat zu betreuen, so begreift man, daß ohne den Einsatz von Sanitätsflugzeugen in vielen schweren Fällen jede wirksame Hilfe ausgeschlossen gewesen wäre.

Sanitätsflugzeug Junkers Ju 52. Mitte: Einbringen der Verwundeten durch große Ladeluken. Unten: Innenansicht des Junkers Sanitätsflugzeuges.

Werkbilder

Inland.

Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auf Vorschlag des Generalfeldmarschalls Göring in der Luftwaffe:

Maj. Vetter u. Obltn. Kuntze, Angehörige eines Kampfgeschwaders, das in zahlreichen kühnen Einsätzen gegen englische Seestreitkräfte in der Nordsee und dem Küstengebiet Norwegens der englischen Flotte schweren Schaden zugefügt hat; Feldw. Arpke, Angeh. ein. Fallschirmj.-Regts., das im Einsatz gegen Westen am Gelingen des raschen Vormarsches der deutschen Truppen hervorragenden Anteil hatte; Oberst Bräuer, Kmdr. ein. Fallschirmj.-Regts., für heldenmütigen, persönlichen Einsatz bei der Führung seines Regiments, wobei wichtige Verbindungen bis zum Eintreffen von Verstärkungen gehalten wurden; Hptm. Fritz Prager, Kmdr. ein. Fallschirmj.-Batl., der trotz schwerer Verwundung und überstandener schwerer Operation mit seinem Bataillon unter persönlicher Führung feindliche Stellungen genommen und einige wichtige Brücken gegen überlegene Angriffe gehalten hat; Hptm. Karl Schulz, Kmdr. ein. Fallschirmj.-Batl., der mit seiner Truppe einen Flugplatz, der mit zahlreichen Bunkern gesichert war, eroberte und hielt; Hptm. Erich Walther, Kmdr. ein. Fallschirmj.-Batl., der mit stark unterlegenen Kräften einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt besetzte und in tapferster Gegenwehr hielt; Horst Kerfin, Obltn. ein. Fallschirmj.-Regts., der einen wichtigen Brückenkopf, abgeschnitten von seinen Kameraden, unter tapferstem Einsatz der eigenen Person hielt, trotz erhaltener Erlaubnis, sich zurückzuziehen; Ltn. d. R. Wolfgang Graf Blücher, der unter hervorragendem persönlichen Einsatz in ungestümem Vorwärtsdrängen ein stark besetztes feindliches Bunkernest nahm; Heinrich Trettner, Maj. i. G. ein. Fallschirmj.-Div., der den Einsatz der Truppe mustergültig vorbereitete und in persönlichem Einsatz bei der abgesetzten Truppe die Führungsunterlagen beschaffte und die Verbindung aufrechterhielt; Oberst Dipl.-Ing. Gerhard Conrad, Kmdr. ein. Transportgruppe, für hervorragende Verdienste bei Führung seines Verbandes in Vorbereitung und Durchführung des Einsatzes und für vorbildliche persönliche Tapferkeit bei Einsatz und Landung.

General der Flieger Grauert und Generalltn. Loerzer wegen hervorragender Verdienste in der Führung der ihnen unterstellten Fliegerkorps auf dem westlichen Kriegsschauplatz, und Hptm. Mölders, der soeben seinen zwanzigsten Luftsieg errang, wegen Tapferkeit vor dem Feinde sowie kühnen und besonders erfolgreichen Einsatzes seiner Jagdgruppe.

Oberstltn. Gustav Wilke, Kmdr. ein. Transporteinheit, Obltn. Alfred Schwarzmann, Kompanieführer i. ein. Fallschirmj.-Regt., Obltn. Herbert Schmidt, Kompanieführer i. ein. Fallschirmj.-Regt., Ltn. Cord Tietjen, i. ein. Fallschirmj.-Regt., Feldw. Hellmuth Görtz, i. ein. Fallschirmj.-Regt.

Grausame und völkerrechtswidrige Behandlung gefangener deutscher Flieger hat Generalfeldmarschall Göring veranlaßt, mit dem 28. 5. 1940 anzuordnen, daß die bisher erlassenen großzügigen Bestimmungen über die Behandlung feindlicher Fliegergefangener derart eingeschränkt werden, daß alle Kriegsgefangenen der französischen Luftwaffe grundsätzlich so zu behandeln sind, wie die' Franzosen die deutschen Flieger zu behandeln pflegen. In Zukunft werden alle französischen

General d. Flieger Student.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht zeichnete Generalltn. Loerzer, Hptm. Mölders und General d. Fl. Grauert mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz aus (von links nach rechts). Weltbild (4)

Fliegergefangenen nach französischem Vorbild sofort bei Gefangennahme in Fesseln gelegt und unter Ausschaltung sämtlicher bisher gewährten Erleichterungen unter Anlegung strengsten Maßstabes in den Gefangenenlagern gesondert untergebracht. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe sah sich zu diesen strengen Maßnahmen gezwungen, da sich täglich Berichte über die unmenschliche grausame Behandlung gefangener deutscher Flieger durch die Franzosen häufen. Der Generalfeldmarschall wird künftighin jedesmal, wenn ihm eine Ermordung deutscher Flieger gemeldet wird, für jeden ermordeten deutschen Flieger fünf französische gefangene Flieger erschießen lassen. Das gleiche gilt auch für den Fall, daß wiederum in Luftnot befindliche, mit Fallschirmen abspringende deutsche Flieger beschossen werden, jedoch mit dem Unterschied, daß in diesem Falle 50 feindliche Gefangene erschossen werden. Auf die gefangenen englischen Flieger finden die vorgenannten Maßnahmen keine Anwendung, da die Engländer bisher keine Veranlassung zu derartigen Gegenmaßnahmen gegeben haben.

Generalltn. Student, Kmdr. einer Fallschirmdivision, infolge hervorragender Tapferkeit bei einer erfolgreich ausgeführten, den Kriegsverlauf entscheidenden Waffentat, zum General der Flieger befördert.

Christiansen, General der Flieger, vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht zum Wehrmachtsbefehlshaber in den besetzten niederländischen Gebieten ernannt. Uebergabe der militärischen Hoheitsrechte erfolgte am 28. 5. 40 im Haag. General Christiansen behält die Führung des Nationalsozialistischen Fliegerkorps bei. Zu seinem bevollmächtigten Vertreter ernannte der Korpsführer den Chef des Stabes des NS.-Fliegerkorps, NSFK.-Obergruppenführer Sporleder.

Peter Ingenhoven, welchem der Führer das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verlieh, wurde vom Korpsf. d. NSFK., Gen. d. Fl. Christiansen, mit Wirkung vom 17. 5. 40 zum NSFK.-Standartenführer befördert.

Vera v. Bissing, NSFK.-Gruppe 8 (Mitte), wurde für Verdienste durch die Erfüllung kriegswichtiger Aufgaben das Motorflugzeugführer-Abzeichen vom Korpsführer des NSFK. verliehen.

Ausland.

Arbeitszeit Flugzeugindustrie Westmächte erhöht. Frankreich täglich 12 Std., auch an Sonn- und Feiertagen, England auch Samstags.

Ital. Hochgeschwindigkeits-Profiluntersuchungen im Ultra-Windkanal Gui-donia von 1200 bis 2400 km/h z. Z. in der Durchführung. USA-Luftverkehr nach Europa eingestellt.

USA Roosevelts Rüstungsbotschaft an den Kongreß sieht über 1 Milliarde Dollar für Bau von 50 000 Flugzeugen vor.

USA.-Brewster XF 2 A-2, verbesserter Typ, Höchstgeschw. 550 km/h, wie er von der belgischen Regierung bestellt wurde, zeigt gegenüber dem im „Flugsport" 1938, S. 390, beschriebenen X F 2 A-l keine wesentlichen Verbesserungen.

Republic Aviation Corporation, Farmingdale, New York, ist seit dem Ausscheiden Severskys die neue Firmenbezeichnung. Republic EP-1 Modell 100 ist

identisch mit dem Seversky P 35 Exportausführung (siehe Flugsport 1938, S. 301) und Republic 2PA Modell 200 identisch mit Seversky-Mehrzwecke-Zwei-sitzer (siehe Flugsport 1938, S. 5 und S. 165).

Luftwaffe.

Führerhauptquartier, 18. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe griff hauptsächlich die rückwärtigen Verbindungen und die mit dichten Kolonnen belegten Rückzugsstraßen des Feindes in Belgien und Frankreich an. Unter der Wirkung dieser Angriffe ging der Feind an verschiedenen Stellen fluchtartig zurück. — Bei der bewaffneten Aufklärung an der niederländisch-belgischen Küste gelang es, einen feindlichen Zerstörer zu versenken. — Im Seegebiet von Narvik wurden feindliche Ausladungen bekämpft und je ein schwerer Treffer auf einen Schweren Kreuzer und einen großen Transporter erzielt. — Der Gegner verlor im Laufe des Tages 108 Flugzeuge, davon 53 im Luftkampf, 11 durch Flakartillerie, der Rest wurde am Boden zerstört. 26 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Feindliche Luftangriffe richteten sich gegen verschiedene Städte im norddeutschen Küstengebiet, insbesondere Hamburg und Bremen, und in Westdeutschland. Wie in allen bisherigen Fällen wurden, abgesehen von einer Kaserne, ausschließlich nichtmilitärische Ziele planlos angegriffen. Dies stellt das deutsche Oberkommando der Wehrmacht im Hinblick auf die sich daraus ergebenden Folgerungen ausdrücklich fest.

Berlin, 18. 5. 40. (DNB.) Seit dem 10. 5. haben feindliche Bombenflugzeuge deutsches Reichsgebiet vielfach in tiefen Einflügen in zahlreichen Fällen mit Brand- und Sprengbomben, teilweise schwersten Kalibers, beworfen. Die Abwürfe erfolgten offensichtlich völlig wahllos. Nur in wenigen Fällen sind militärische oder kriegswichtige Ziele unmittelbar angegriffen und mit Bomben belegt worden. — Von 71 in der Zeit vom 10. bis 13. 5. erfolgten Flugangriffen feindlicher Flieger auf deutsches Reichsgebiet sind 6 unmittelbar auf militärische Ziele, 14 auf Ziele, die man vielleicht als kriegswichtig bezeichnen kann (Brücken, Bahnlinien, Kriegsindustrie, Bergwerksanlagen usw.), und 51 Angriffe auf ausgesprochen nichtmilitärische Stellen erfolgt.

. Führerhauptquartier, 19. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe unterstützte wirksam das Vorgehen des Heeres. Ihr Schwergewicht lag weiterhin auf den rückwärtigen Verbindungen, Verkehrsanlagen und Rückzugswegen des Feindes, Bombenwurf auf mehrere Flugplätze, zerstörte Hallen, Werften und am Boden stehende Flugzeuge. — Vor der französisch-belgischen Küste wurde ein Handelsschiff von €000 t durch Bombentreffer versenkt und ein Zerstörer schwer beschädigt. — Die Verluste des Feindes betrugen 147 Flugzeuge. Hiervon sind 47 im Luftkampf, 13 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört worden. 27 eigene Flugzeuge werden vermißt. — In Norwegen steht die Gruppe Narvik, unterstützt durch die Luftwaffe, noch immer in schwerem Abwehrkampf. Ein Handelsschiff von 1500 t und ein Transporter von 6000 t wurden hier versenkt, ein feindliches Flugzeug im Luftkampf abgeschossen. — Feindliche Flugzeuge griffen wiederum verschiedene Städte im norddeutschen Küstengebiet und in Westdeutschland mit Bomben an. Militärische Ziele wurden nicht getroffen.

Führerhauptquartier, 20. 5. 40. (DNB.) Stuka-, Kampf- und Zerstörerverbände zerschlugen eine von Laon nach Norden marschierende Panzerkolonne und zwangen sie zur Umkehr. — Am 19. 5. verstärkte die deutsche Luftwaffe ihre Angriffe auf rückwärtige Verbindungen und Rückzugswege des Gegners in Nordfrankreich und Belgien. Die Angriffe gegen feindliche Flugplätze wurden mit Erfolg fortgesetzt. — Im Verlaufe der bewaffneten Aufklärung im Seegebiet vor der französisch-belgischen Küste wurden zwei feindliche Zerstörer vernichtet, ein Zerstörer und das französische Torpedoboot „Imcomprise" sowie drei Handelsschiffe mit insgesamt etwa 15 000 t schwer beschädigt. — Die Gesamtverluste des Gegners betrugen am gestrigen Tage 143 Flugzeuge. Davon wurden im Luftkampf 95, durch Flak 15 Flugzeuge abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 31 deutsche Flugzeuge werden vermißt. — In der Nacht vom 19. 20. 5. wiederholten britische Flugzeuge ihren planlosen Bombenwurf in Westdeutschland, wobei eine Reihe von Zivilpersonen getötet und verletzt wurde. Das einzige militärische Ziel, das getroffen wurde, ist ein Kriegsgefangenenlager. Eine Anzahl von. Kriegsgefangenen wurde getötet.

Führerhauptquartier, 21. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die größte Angriffsoperation aller Zeiten im Westen findet nach einer Reihe großer taktischer Einzelerfolge ihre erste operative Auswirkung. Die französische 9. Armee, die an der Maas zwischen Namur und Sedan die Verbindung zwischen der starken feindlichen Operationsgruppe in Belgien und der Maginot-Linie südlich Sedan herzustellen und zu halten hatte, ist zerschlagen und in der Auflösung begriffen. Der Armeestab und der bisherige Oberbefehlshaber der französischen 7. Armee, General Giraud, der den Befehl über die 9. Armee übernommen hatte, sind gefangen. In die durch den deutschen Angriffsschwung geschlagene Bresche ergießen sich unsere Divisionen. An ihrer Spitze haben Panzerkorps und motorisierte Truppen Arras, Amiens und Abbeville genommen und damit die Abdrängung aller noch nördlich der Somme befindlichen französischen, englischen und belgischen Armeen gegen die Kanalküste eingeleitet. — In Belgien greifen unsere Truppen den Feind an, der sich ostwärts Gent und weiter südlich an der Scheide erneut zum Kampf gestellt hat. Versuche des Feindes, sich aus dem Raum Valenciennes einen Ausweg nach Süden zu bahnen, sind gescheitert. Am Südflügel unseres Angriffes nahmen deutsche Truppen, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, Laon und stürmten über den Chemin des Dames bis an den Aisne-Oise-Kanal vor. Bei der Abwehr französischer Gegenangriffe wurden hier zahlreiche Panzerwagen vernichtet. Die Stadt Rethel, in der sich Teile des Feindes noch behaupteten, ist genommen. — An diesem Siegeszug des deutschen Heeres hat die Luftwaffe hervorragenden Anteil. Durch die völlige Beherrschung des Luftraumes, durch die Zerstörung von Flußübergängen und Verkehrsanlagen, durch ihre Angriffe auf Marsch- und Transportkolonnen hat sie die Auflösung der französischen 9. Armee beschleunigt und alle bisherigen Versuche, die Flanken unseres Durchbruches zu bedrohen, im Keime erstickt. — Bei der Seeaufklärung vor der französischen Küste sind ein französischer Zerstörer, der französische Marinetanker „Niger" von 5482 t, der französische Frachter „Pavon" und zwei weitere Frachter schwer beschädigt worden. In der Nacht zum 21. 5. wurden in der Straße Dover—Calais sechs Transportschiffe und Tanker mit einer Tonnage von 43 000 t durch Bomben versenkt, vier weitere Schiffe mit insgesamt 13 000 t schwer beschädigt. — Die Gesamtverluste des Gegners in-der Luft betrugen gestern 47 Flugzeuge. Fünfzehn deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 22. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Durchbruch der deutschen Truppen zur Kanalküste wurde gestern auch nach Nordwesten in Richtung auf St. Pol und Montreuil sur Mer erweitert. Die Hafenanlagen von Ostende, Dünkirchen, Calais, Boulogne und Dieppe sind von der deutschen Luftwaffe wiederum erfolgreich angegriffen worden. — Bei Valen-

Heimkehr von erfolgreichem Aufklärungsflug gegen englische U-Boote. Besatzung wird an Land gebracht. Rechts: Nach der Heimkehr von erfolgreichen Seeflugzeugen bekommen diese bei Unterseebootversenkung einen Balken und das

sinkende U-Boot aufgemalt.

Bilder PK-Eschenburg (Weltbild)

ciennes ist der Angriff gegen die hier zusammengedrängten französischen Kräfte unter hartnäckigen Kämpfen im Gange. Versuche des Gegners, im Artois über Arras und westlich nach Süden auszubrechen, wurden abgewiesen. Bei Arras trugen Junkers-Stuka-Flugzeuge -zum Scheitern eines englischen Panzerangriffes wesentlich bei. — Am 21. 5. war die deutsche Luftwaffe mit großem Erfolg hauptsächlich zur Störung des feindlichen Rückzuges eingesetzt. Mehrere stark belegte Flugplätze wurden außerdem mit Bomben angegriffen, Flugzeuganlagen und Flugzeuge am Boden zerstört. Die Bahnhöfe von Compiegne und Greil brennen. In und vor den belgischen und französischen Häfen wurden ein Kreuzer und elf Handels- und Transportschiffe vernichtet, mehrere weitere Schiffe beschädigt. — Die Verluste des Gegners betrugen gestern insgesamt 120 Flugzeuge, davon wurden 35 im Luftkampf, 14 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Zehn deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, griffen am 20. Kampfverbände der Luftwaffe bei Narvik operierende Teile der britischen Flotte an. Ein Schlachtschiff und ein Schwerer Kreuzer erhielten schwere Bombentreffer, außerdem wurden zwei weitere Kriegsschiffe und drei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt. Bei erneuten Angriffen am 21. 5. sind ein Zerstörer und ein Transporter schwer getroffen worden. — In der Nacht zum 22. 5. warfen feindliche Flugzeuge über Westdeutschland planlos Bomben, die meist auf freies Gelände fielen. Militärische Anlagen sind nicht getroffen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Flak abgeschossen.

Führerhauptquartier, 23. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Auch gestern wurden Ausbruchsversuche feindlicher Panzerkräfte bei Cambrai im Zusammenwirken des Heeres mit der Luftwaffe unter schweren Verlusten für den Gegner abgewiesen. Im westlichen Artois sind deutsche Truppen aus dem Durchbruchskeil heraus im Vorgehen nach Norden in allgemeiner Richtung Calais. — Angriffe der Luftwaffe trafen in erster Linie die rückwärtigen Verbindungen des Gegners sowie Rückzugsbewegungen und Truppenansammlungen in Flandern und im Artois. — Durch bewaffnete Aufklärung vor der Kanalküste wurden drei Transporter und ein Tanker mit insgesamt etwa 20 000 t versenkt und ein Zerstörer schwer beschädigt. Die Hafenanlagen von Dünkirchen und Dover sind wirksam mit Bomben belegt worden. — Im übrigen war die Tätigkeit der beiderseitigen Luftwaffen durch die Wetterlage beschränkt. Der Gegner verlor neun Flugzeuge. Fünf deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Bei Narvik gelang es, einen Schlachtkreuzer am Bug schwer zu treffen, einen Transporter von 3000 t zu versenken und einen weiteren Transporter schwer zu beschädigen. Außerdem wurden Zelt- und Munitionslager in Brand geworfen. Nachschubkolonnen zersprengt, Batteriestellungen und Landungsanlagen erfolgreich angegriffen. — Auch in der letzten Nacht setzte der Gegner seine planlosen Luftangriffe gegen nichtmilitärische Ziele fort. In den Niederlanden wurden die Orte Nymwegen und Waalwyk von britischen Flugzeugen angegriffen und dabei mehrere Zivilpersonen getötet. — Auf Grund nachträglich eingelaufener Meldungen beträgt, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, die Zahl der durch Flakartillerie in der Zeit vom 10. bis 15. 5. abgeschossene feindlichen Flugzeuge 342.

Führerhauptquartier, 24. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe unterstützte mit starken Kräften den Kampf des Heeres gegen die im belgischfranzösischen Raum eingeschlossenen feindlichen Armeen. Auch an der Südfront bekämpfte die Luftwaffe Verkehrsanlagen, Transportbewegungen und Truppenansammlungen. — Bei der bewaffneten Aufklärung an der Kanalküste wurden vor Boulogne ein großes Kriegsfahrzeug, wahrscheinlich ein Kreuzer, und drei Zerstörer durch schwere Bomben getroffen. Unsere Flugzeuge stießen dabei auf starke Flakabwehr. Es gelang außerdem, sechs beladene Transporter zu versenken. — Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern insgesamt 49 Flugzeuge; davon wurden im Luftkampf 25, durch Flakartillerie 8 Flugzeuge abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 16 deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Bei Narvik griff die Luftwaffe massierte Erdziele, Zelte und Tragtierkolonnen, Truppenansammlungen und Ausladungen mit Erfolg an. Ein feindlicher Jäger wurde abgeschossen, ein Kreuzer und ein Transporter durch Bombentreffer beschädigt. — Auch in der Nacht zum 24. 5/ flog der Gegner nach West-Südwestdeutschland ein und wiederholte seine planlosen Bombenwürfe auf nichtmilitärische Ziele.

Führerhauptquartier, 25. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Deutsche Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen im belgisch-nordfranzösischen Raum

Truppenansammlungen, Kolonnen, sowie Flakstellungen mit gutem Erfolg an und belegten in den belgischen und französischen Kanalhäfen Kai- und Tankanlagen, Werften, Docks, Artilleriestellungen und Molen mit Bomben. Dabei gelang es, einen Zerstörer und sieben Handelsschiffe bzw. Transporter mit einer Gesamttonnage von rund 20 000 t durch Bombentreffer zu vernichten bzw. schwer zu beschädigen. Ein weiterer Zerstörer wurde, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, durch Flakartillerie zum Sinken gebracht. — Vor der Südfront erzielte die Luftwaffe gegen Bahnanlagen, Flugplätze, Marschkolonnen und Kampfwagenansammlungen große Wirkung. — Im Raum von Narvik setzten deutsche Kampfverbände ihre Luftangriffe gegen Seeziele fort und griffen mit gutem Erfolg auch in den Erdkampf ein. — Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurden dabei am 23. 5. zwei Kreuzer so schwer getroffen, daß mit ihrem Totalverlust zu rechnen ist. Auch ein Schlachtschiff und ein Kreuzer oder Zerstörer wurden stark beschädigt. Bei der Wiederholung dieses Angriffes am 24. 5. erhielt das schon am 23. 5. beschädigte Schlachtschiff drei weitere schwere Treffer auf das Heck, so daß es bewegungslos und ohne weitere Abwehr liegen blieb. Ein Flugzeugträger wurde in Brand geworfen; mit seinem Verlust ist zu rechnen. Ferner wurden ein Kreuzer mittschiffs getroffen, ein Transporter und zwei Handelsdampfer versenkt, zwei weitere beschädigt und ein großer Tanker nach einem Treffer mit Schlagseite auf Strand gesetzt. Zur Verstärkung der bei Narvik kämpfenden Truppen gelang es, Gebirgsjägereinheiten durch Fallschirmsprung abzusetzen. — Die Gesamtverluste des Feindes in der Luft betrugen gestern 84 Flugzeuge, davon wurden 27 im Luftkampf, 14 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Sieben deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Führerhauptquartier, 26. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In Flandern und im Artois setzten wir den konzentrischen Angriff gegen die eingeschlossenen feindlichen Armeen unter ständiger Verengung ihres Kampfraumes auf der ganzen Front fort. Der Feind leistet verschiedentlich noch heftigen Widerstand. Um ihn rascher zu brechen, griff die Luftwaffe an vielen Stellen in den Erdkampf ein. — An der belgisch-französischen Küste belegte die Luftwaffe erneut die Hafenanlagen von Zeebrügge, Ostende und Dünkirchen mit Bomben. In Ostende wurden ein Pulvermagazin und das Marinedepot durch Bombentreffer in Brand gesetzt, ein Transporter schwer beschädigt. In der Nacht vom 24. zum 25. 5. griff die Luftwaffe ferner zahlreiche Flugplätze im Osten und Südosten Englands unter guter Wirkung mit Bomben an. Im Seegebiet von Calais wurden zwei große Handelsschiffe mit je 5000 t, zwei kleinere Handelsschiffe und ein Kriegsschiff getroffen. — An der Südfront keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe setzte dort ihre Angriffe gegen Eisenbahnstrecken, Artillerie-Stellungen und Truppenansammlungen, besonders in den Wäldern, fort. Die Verluste des Gegners am 25. 5. betrugen insgesamt 59 Flugzeuge, davon wurden 19 im Luftkampf, 17 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest wurde am Boden vernichtet. Elf deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Im Räume von Narvik erhielten ein großes Kriegsschiff sowie ein Kreuzer je einen schweren Treffer. Brandwirkung wurde beobachtet. Gestern sind weitere Gebirgsjäger zur Unterstützung der bei Narvik kämpfenden Truppen mit Fallschirm abgesprungen.

Führerhauptquartier, 27. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In Flandern und im Artois haben unsere Truppen ihre Angriffe fortgesetzt und die eingeschlossenen feindlichen Armeen weiter zusammengedrängt. Besonders nördlich

Engl. Wellington-Bomber, bei einem Luftangriff auf den Flugplatz Aalborg zum

Absturz gebracht, fiel ins Wasser.

Bild PK-Eschenburg (Weltbild)

Menin gelang ein tiefer Einbruch in die feindliche Front bis dicht -vor Ypern. Wie an den Vortagen griffen starke Einheiten der Luftwaffe in die Kampfhandlungen im Westen ein und erleichterten das Vorwärtskommen des Heeres. Der Schwerpunkt der Angriffe lag mit stärkster Wirkung über dem Raum der eingeschlossenen feindlichen Armeen. — Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, fiel Calais, das hinter der Front umschlossen war, nach hartem Kampf in unsere Hand. — Gegen den Versuch der Engländer, Teile ihrer eingeschlossenen Truppen nach England zu schaffen, griff die Luftwaffe erneut die noch in Feindeshand verbliebenen Häfen an der belgisch-französischen Kanalküste an. In Dünkirchen gingen die Hafenanlagen in Flammen auf. — Angriffe der Luftwaffe richteten sich auch gegen die Flugplätze in der Umgebung von Paris, Verkehrsanlagen südlich Reims und gegen feindliche Truppenbewegungen. Allein auf einem Flugplatz fielen 20 feindliche Flugzeuge der Vernichtung anheim. — Die Verluste des Gegners betrugen gestern 73 Flugzeuge, davon wurden 32 in Luftkämpfen, 15 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden vernichtet. 15 eigene Flugzeuge werden vermißt. — Im Kampf um Narvik wurden auch gestern wieder Gebirgsjäger durch Fallschirmsprung abgesetzt. Nachdem bereits am 24. 5. ein feindlicher Flugzeugträger im Ofot-Fjord bei Narvik einen schweren Bombentreffer erhalten hatte, wurde dieses Schiff, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, am 25. 5. vor Harstard erneut durch drei Bomben, darunter eine Bombe schwersten Kalibers, getroffen und zum Sinken gebracht. Es gelang ferner, ein Handelsschiff von 8000 t durch Bombentreffer zu versenken und außerdem ein großes Kriegsschiff und zwei Kreuzer sowie einen Transporter von 18 000 t mit schweren Bomben unter Brand- und Explosionserscheinungen zu treffen. Auf dem Flugplatz Barduvos sind mehrere Flugzeuge am Boden zerstört worden. — Der Feind setzte in der Nacht zum 27. 5. seine planlosen Luftangriffe gegen nichtmilitärische Ziele in Westdeutschland fort, ohne hierbei größeren Schaden anzurichten.

Führerhauptquartier, 28. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die große Schlacht in Flandern und im Artois hat ihren Höhepunkt erreicht. Im scharfen Angriff brachen unsere Truppen zum Teil erbitterten Widerstand und drängten die eingeschlossenen feindlichen Armeen auf immer engeren Raum zusammen, indem auch die Luftwaffe mit starken Kräften vernichtend wirkte. Gegen die belgische Armee gewannen wir nach harten Kämpfen schnell Boden und stehen 10 km vor Brügge und vor Thourout. Thielt wurde durchschritten und die dort befindliche starke feindliche Artilleriegruppe im Nahkampf gestürmt. — In Erkenntnis dieser hoffnungslosen Lage hat, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, die belgische Armee unter Führung ihres Königs in Stärke von 400 000 bis 500 000 Mann die Waffen gestreckt. — — Die Luftwaffe belegte die nach Zeebrügge, Nieuport, Ostende und Dünkirchen führenden Straßen und Eisenbahnlinien, die Hafenanlagen sowie die in den Häfen liegenden Schiffe mit Bomben. In Dünkirchen ist die Hafenbrücke zerstört worden. Zwischen Calais und Dover erhielt ein feindlicher Zerstörer einen schweren Treffer. — Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern insgesamt 91 Flugzeuge. Davon wurden im Luftkampf 63, durch Flakartillerie 11 abgeschossen. Auf einem Flugplatz wurden 15 Flugzeuge am Boden zerstört. 23 deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Auch im nördlichen Norwegen griff die Luftwaffe mit Erfolg an. In Bodo wurden ein Sender zerstört, ein zweiter stark beschädigt, zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. — Die englische Luftwaffe setzte ihre planlosen Angriffe auf nichtmilitärische Ziele in Nord- und Westdeutschland fort. Mehrere Zivilpersonen wurden getötet.

Führerhauptquartier, 29. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe bekämpfte am 28. 5. zurückflutende Kolonnen aller Art, Truppenansammlungen und Panzerwagen. — Bei der bewaffneten Aufklärung vor der belgisch-französischen Küste und im Kanal wurden drei Zerstörer, zwei Transporter und zwei Frachtschiffe mit Bomben angegriffen und schwer beschädigt, in der mittleren Nordsee durch Bombentreffer ein feindliches U-Boot versenkt. Die Vernichtung eines weiteren U-Bootes ist wahrscheinlich. — Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen am 28. Mai insgesamt 24 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 16, durch Flak 8 abgeschossen. Drei deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Hauptmann Mölders errang seinen 20. Luftsieg. — Iii1 Norwegen ist der Feind gestern, von zahlreichen Kriegsschiffen unterstützt, an der Erzbahn gelandet und von Norden her in Narvik eingedrungen. Deutsche Kampfverbände griffen die dort liegenden feindlichen Seestreitkräfte an. Ein größeres Kriegsschiff erhielt einen schweren Treffer mittschiffs und stellte unter starker Rauch-

entwicklung das Feuer ein. Drei Kreuzer und ein Zerstörer sowie ein Frachter erhielten schwere Bombentreffer. Truppenausladungen bei Ankenes wurden mit zahlreichen Bomben belegt.

Berlin, 30. 5. 40. (DNB.) Am Nachmittag und Abend des 29. 5. griffen stärkere Verbände zweier Fliegerkorps, die unter Führung der Generale Grauert und von Richthofen standen, im Hafen und Seegebiet Dünkirchen—Ostende britische Kriegs- und Transportschiffe an, die die Reste des geschlagenen britischen Expeditionsheeres nach der Heimat abtransportieren sollten. — Der Angriff, an dem sich Verbände aller Waffen beteiligten, erstreckte sich auf über 60 Schiffe. 3 Kriegsschiffe und 16 Truppentransporter, darunter Schiffe von über 15 000 t, wurden durch die anhaltenden konzentrierten Bombenangriffe versenkt. 31 weitere Schiffe erhielten Volltreffer, wurden schwer beschädigt, teils bewegungsunfähig gemacht, teils in Brand geworfen. Die Schleusen des Hafens von Dünkirchen sind völlig zerstört, die Hafenbecken ausgelaufen. — Jagdflieger, die gemeinsam mit den Bombenfliegern den Kampf gegen die englische Transportunternehmung führten, erzielten 68 Abschüsse. Hierbei zeichneten sich besonders die Verbände des Obersten von Massow aus. 10 weitere Flugzeuge, die die Einladungen schützten, wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Die Flakartillerie versenkte außerdem ein kleineres Kriegsschiff und brachte fünf weiteren durch direkte Treffer schwere Beschädigungen bei.

Führerhauptquartier, 30. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die große Schlacht in Flandern und im Artois geht mit der Vernichtung der dort im Kampf gestandenen englischen und französischen Armeen ihrem Ende entgegen. Seit gestern ist auch das englische Expeditionsheer in völliger Auflösung. Sein gesamtes unübersehbares Kriegsmaterial zurücklassend flüchtet es zum Meer. Schwimmend und auf kleinen Booten versucht der Feind, die auf der Reede liegenden englischen Schiffe zu erreichen, auf die sich unsere Luftwaffe — wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben — mit verheerender Wirkung stürzte. Südlich und südwestlich von Amiens wurden Truppenansammlungen in den Wäldern mit Bomben belegt. — Die feindlichen Verluste betrugen gestern 89 Flugzeuge, davon 68 im Luftkampf, 17 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 15 deutsche Flugzeuge werden vermißt. — Der Kampf um Narvik dauert mit unverminderter Stärke an. Unsere Truppen haben Bergstellungen außerhalb der Stadt bezogen und werden verstärkt. Kampfflieger griffen einen feindlichen Flugplatz an. Mehrere am Boden stehende Flugzeuge wurden vernichtet.

Unsere Luftwaffe im Einsatz in großer Höhe im Westen. Man beachte Atmungsgerät Rückspiegel.

Bild PK-Stempka (Weltbild)

Wirkung einer Stuka-Bombe auf einen belgischen Bahnhof.

Bild Mocli-PK-Weltbild

Zurückflutende französische Kolonen werden von deutschen Kampffliegern bombardiert. Deutlich zeigt die Brand- und Rauchwolke (rechts oben), daß die deutsche Bombe genau auf dem Schienenstrang liegt.

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Abgeschossenes englisches Flugzeug bei einem französischen Ort.

Bild bprotte-PK-Weltbild

Führerhauptquartier, 31. 5. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Der Einsatz der Luftwaffe war im Laufe des 30. 5. durch die Wetterlage stark beeinträchtigt. Trotzdem wurden die Hafenanlagen von Dünkirchen erneut angegriffen. — In der Nacht zum 31. 5. griffen wiederum britische Flugzeuge in Norddeutschland nichtmilitärische Ziele an. Wesentlicher Schaden ist nirgends angerichtet worden. In Südholstein wurde ein feindliches Flugzeug durch Nachtjäger abgeschossen. In Nordfrankreich verlor der Feind drei französische, vor Stavanger ein britisches Kampfflugzeug in Luftkämpfen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Die Segelflugschule von Sänpetru/Brasov, 1937 von der Federatia Aeronautica Regala a Romaniei gegründet, und Leitung, Organisierung und der Weiteraufbau der Schule wurden dem Aeroclubul Brasov übergeben.

In den Jahren 1937—1938 war die fliegerische Leitung dieser Schule dem Deutschen Segelflughauptlehrer anvertraut. Die schönen Ergebnisse, die in dieser Zeit zu verzeichnen waren, wurden schon im Jahre 1938 im „Flugsport" veröffentlicht (Nr. 10, 1939).

Die gesamte Leitung der Schule führte auch im Jahre 1939 Dipl.-Ing. VI. Timosencu, Generalsekretär des Aeroclubul Brasov. Die fliegerische Leitung übernahm Segelflughauptlehrer E. Cernescu.

Das Fluggelände der Schule ist nicht besonders groß und auch relativ niedrig. Ein ausgezeichnetes Vorgelände und eine gute Verteilung der Hänge macht es aber für jede Windrichtung, sogar bei mittleren Windstärken (von 7—8 m/s aufwärts), ausnützbar. Eine danebenliegende Wiese wird für Windenschleppschulung benützt. Flugzeugschlepp wird auf einem in 10 km Entfernung gelegenen Flugplatz betrieben. Die Schule verfügt über ausreichendes Flugmaterial, 11 Gleiter und 9 Segler (Grünau 9, Schulgleiter, Salamandra, Baby 2a, Wolf, Rhönbussard). Mit diesen Flugzeugen wird ein sehr reger Normalschulungsbetrieb erhalten. Leider hatten wir bisher keine einzige Hochleistungsmaschine, und da unser Gelände für thermische Verhältnisse sehr ungünstig gelegen ist, blieb die Zahl der Leistungsflüge bisher noch gering. Nun bekommt die Schule eine ,,Meise", und damit wollen wir auch diesen Mangel nachholen.

Die Ergebnisse der Tätigkeit für 1939 sind folgende: Starts: 5350, Flugstunden: 563, Segelflugstunden: 520, Prüfungen: 69 A, 60 B, 57 C, Gleitfluglehrer: 16.

Außerdem wurden auch mehrere schöne Bedingungsflüge ausgeführt, 7 Dauer- und 3 Höhenflüge für das Silberabzeichen. 2 Fluglehrer erfüllten in diesem Jahre die Bedingungen für die Silber C.

Landesrekorde für Strecke und Höhe wurden ebenfalls verbessert.

Wie schon oben erwähnt, war aber die Schule gar nicht für Leistungsflüge eingestellt, sondern fast ausschließlich auf die Steigerung des normalen Schulbetriebes für A-, B- und C-Prüfungen konzentriert.

Segelflug

Segelflugschule von Sänpetru/Brasov 1939.

Sänpetru, 7. Mai 1940.

Von der Segelflugschule von Sänpetru/Brasov.

Auch für das Jahr 1940 wird die Normalschulung als hauptsächliche Grundlage gestellt. Es liegt nun an den wenigen Leistungsfliegern, durch persönlichen Einsatz auch den Leistungssegelflug bei uns zur Geltung treten zu lassen.

Unsere mühevolle Arbeit des Jahres 1939 erntete auch vollen Erfolg und die schönen Ergebnisse bilden den richtigen Ansporn für die Weiterentwicklung dieser Bewegung in unserem Lande. Zwischen uns und Deutschland war bisher auf diesem Gebiete immer eine aufrichtige Freundschaft. Und wir wollen durch das Weitererhalten dieser Freundschaft, zur Förderung unseres und des gesamten Segelfluges beitragen. E. Cernescu, Segelflughauptlehrer.

Schulungswerkstatt für Segelflugzeugbau des Telegraphenamtes Mainz am 9. 5. von Präsident Lochmaier der Obhut des NS.-Fliegerkorps Gruppenführer von Molitor übergeben.

Kennfarben für Rohr- und Schlauchleitungen sind folgende: Wasser: grün, Luft: blau, Kraftstoff: gelb, Schmierstoff und Preßöl: braun, Abgas: schwarz, Enteisung: weiß, Gefahrenschutz (Feuerlöscher): rot. Weiter werden die Rohrleitungen z. B. bei Drucköl braun-rot-braun gekennzeichnet. Ein DIN-Normblatt hierfür vom Fachnormenausschuß für Luftfahrt wird demnächst erscheinen.

Lader haben den Zweck, bei Steigerung der Drehzahl (bei kleinen Oeff-nungszeiten) sowie bei zunehmender Flughöhe, wenn Luftdruck und Luftwichte abnimmt, den Füllungsgrad des Zylinders zu verbessern und mithin die Leistung des Motors zu steigern. Je nach Bauart und Uebersetzungsverhältnis läuft der Motor, angetrieben von der Kurbelwelle, mit 10 bis 30 000 Umdrehungen. Bei sogenannten Höhenladern wird ein besonderer Ladedruckregler vorgesehen, welcher die Aufgabe hat, den Druck im Vergaser vom Boden bis zur Nennhöhe gleich zu halten.

Berichtigung. „Flugsport" Nr. 10 muß es richtig heißen: S. 140 Bildunterschrift unten rechts „USA Vultee Jagdeinsitzer-Zweimotor Valiant"; S. 141 Beschreibung 1. Zeile „Vultee Einsitzer-Jagdflugzeug Valiant"; ferner Bildunterschrift S. 141 „Vultee Einsitzer-Jagdflugzeug Vanguard".

Literatur*

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Die Luftfahrt-Navigation. Ein Handbuch für den Dienstunterricht, v. Kapt. Theo E. Sönnichsen. 3. erw. Auflage, 195 S. mit 115 Abb. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW 68. Preis RM 2.80.

Das Geleitwort schrieb der Korpsführer des NSFK. General der Flieger Christiansen. Theoretisches Wissen und praktisches Können in der Luftfahrtnavigation ist für einen tüchtigen Flieger und Beobachter so wichtig wie die Bewaffnung. Der umfangreiche Lehrstoff ist übersichtlich gegliedert und leicht verständlich, wodurch das Buch für das Selbststudium besonders empfohlen werden kann.

Wann geht die Sonne auf und unter? Neue Tafeln für die Zeiten der Auf- und Untergänge der Sonne für jedes Datum und jeden Ort Mitteleuropas, z. tägl. Gebr. f. jedermann bearb. v. Dr. habil. Karl Schütte. 2. verb. Auflage. Ferd. Dürnmlers Verlag, Bonn. Preis RM 3.80.

Bei der Herausgabe der 2. Auflage sind die Tafeln unverändert geblieben. Kürzung der Dämmerung bei mehr oder weniger bewölktem Himmel konnte durch inzwischen ausgeführte Untersuchungen geklärt werden. Beim Gebrauch ist zu beachten, daß den aus den Karten entnommenen Auf- und Untergangszeiten in Deutschland während der Zeit vom 1. 4. bis 6.10.40 eine Stunde hinzuzufügen ist.

Flugzeug-Typenbuch. Handbuch der deutschen Luftfahrt- u. Zubehörindustrie, herausgeg. v. Dipl.-Ing. Helmut Schneider. Hauptausg. A, 3. neubearb. Auflage, Jahrgang 1939/40. 972 S. mit 1150 Abb. Herrn. Beyer Verlag, Leipzig O 5. Preis RM 9.—.

Die vorliegende 3. Auflage ist beträchtlich erweitert. Der textliche Teil umfaßt 876 Seiten. Behandelt sind nur deutsche Erzeugnisse, und zwar Motorflugzeuge, motorlose Flugzeuge (Segel- und Fesselflugzeuge), Flugmotoren, Luftschrauben, Flugsicherheits-, Flugüberwachungs-, Navigations- und Triebwerk-Ueberwachungsgeräte, Flugzeug- und Triebwerk-Zubehör, elektr. Ausrüstung,

Verständigungsgeräte, militär. Ausrüstung, Baustoffe, Prüfgeräte für Baustoffe, Konstruktionsteile, Flugzeuge und Flugmotoren, Prüfstände für Fluggeräte, Geräte für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, für die Flugphysik, Sonderwerkzeuge und Werkzeugmaschinen, Bodenanlagen. Angefügt sind Bezugsquellen-, Firmen- und Sachverzeichnisse.

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