Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 7 vom 27. März 1940

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



XXXtl. Jahrgang / Nr. 7

Mittwoch, 27. März 1940

| GEGRÜNDET 190 i OSKAR Ul

Tatsachen

Franz. Guillemin Sportflugzeug

USA Spartan 7 WF

USA Curtiss Helldiver 77

Lockheed 212 Mehrzweckeflugzeug

BMW 132 L u. 132 H Sternmotoren

USA-Gefechtskanzel

Konstruktions-jeinzelheiten

Luftverkehr ir. Mandschukuo

Patent-Sammlung Nr. 24

„Flugsport"-Erscheinungs-tage 1940 XXXII.Jahrgang

URSINUS * CIVIL-INO.

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Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro XU Jahr bei Htägigem Erscheinen RM 4.50

Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Ouellenangabe gestattet.

Nr. 7. 27. März 1940 XXX11. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 10. April 1940

Tatsachen.

Es ist noch gar nicht lange her. Rings um Deutschland wurden Einfalls-Flugplätze ausgebaut, wo die papierenen Flugzeuggeschwader unserer Feinde starten sollten, um Deutschland in Trümmer zu legen. Inzwischen ist alles anders gekommen. Die Invasionsbomber aus der Tschechoslowakei und Polen sind nicht mehr. Die Hoffnungen auf Kanada, Australien und auf das neutrale Amerika kommen nicht in Frage. Oberst Lindbergh hat vor gar nicht langer Zeit, wie wir bereits an dieser Stelle berichteten, die entschiedene Ueber-legenheit der deutschen Militärflugzeuge gegenüber den amerikanischen neben dem Präsidenten des New Yorker Instituts für Flugforschung anerkannt.

Die Praxis hat diese Ueberlegungen bestätigt; bis jetzt hat man von all diesen sagenhaften Flugzeugen an der Front wenig gehört. Statt dessen haben unsere erprobten Kampfgeschwader wieder einmal bewiesen, daß sie den Engländer in seinen entferntesten Schlupfwinkeln aufsuchen und trotz stärkster Gegen- und Flakabwehr ihm wieder erhebliche Verluste in Scapa Flow beibringen konnten. Unsere Flugzeuge und Besatzungen mußten wohl demnach überlegen sein. Nur Tatsachen beweisen!

Diese erwiesene deutsche Ueberlegenheit wird nicht nur bestehen bleiben, sondern sie wird sich noch vergrößern. Das deutsche Volk weiß, um was es geht. Dank der deutschen sozialen Verbundenheit werden unsere Feinde niemals in der Lage sein, gleiche Leistungssteigerungen hervorzubringen. In Flugtechnik und -Industrie werden je nach Erfordernis, ohne Rücksicht auf Standesunterschied, die besten Kräfte aus allen Schichten für weitere Arbeitsleistungen zusammengefaßt. Die flugwissenschaftlichen Forschungsanstalten, technischen Hochschulen und Lehranstalten sorgen für Weiterentwicklung. Im NSFK. kann jeder einzelne, ohne durch finanzielle Hemmungen behindert zu sein, zur Fliegerei gelangen und sich flugtechnisches Wissen und Handfertigkeit aneignen. Früher

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 24, Bd. VIII.

Verehrte Leser des Flugsport! Bitte sparen Sie unnütze Nachnahmespesen und senden Sie uns die fällige Bezugsgebühr für das II. Vierteljahr 1940, RM 4.50, möglichst auf unser Postscheckkonto 7701 Frankfurt a. M. Nach dem 7. April werden wir diese zuzüglich 30 Pf. Spesen durch Nachnahme einziehen.

mußten wir mühsam mit Ueberredungskünsten für die Fliegerei werben. Heute, im nationalsozialistischen Staat, ist das nicht mehr notwendig; denn das deutsche Volk hat bereits begonnen, ein Volk von Fliegern zu werden!

Franz. Guillemin Sportflugzeug.

Der Konstrukteur hat sich sehr eingehend mit der Entwicklung des Kleinflugzeuges befaßt. Er wollte kein Bastei-Flugzeug für den Laien, sondern ein Leichtflugzeug entwickeln, welches unter zeitgemäßen Gesichtspunkten größte Wirtschaftlichkeit bei guter Geschwindigkeit leicht und billig auch im Serienbau herzustellen ist.

Der Aufbau des Flugzeuges erscheint sehr einfach. Die Hauptversteifung des Rumpfes und Flügels wird durch einen Kastenträger gebildet, um den sich die einzelnen Teile herumgruppieren. Rumpf und Flügelträger werden an ihrer Kreuzungsstelle durch ein Trägerwerk im Dreieckverband in der Längs- und Querrichtung versteift.

Höhen- und Seitenleitwerk, gezogene Flügelnase mit Holzrippen,

Franz. Guillemin - Sportflugzeug. Flügelaufbau u. Steuerung.

Flügel mit Schlitz- und Wölbungsklappen, Metallkastenträger mit Nasen und Klappenträger, Hilfsholm, Sperrholzrippen. Das abnehmbare Fitigelendstück ist nach oben gebogen, und dadurch bei etwaigen Flügelbeschädigungen leicht auswechselbar.

Fahrwerk, ohne komplizierte Stoßaufnehmer, besteht aus einem starken Stahlrohr, am unteren Ende mit Gabel für das Rad, am oberen Ende an einem längs des Holmes verlagerten Torsionsfederrohr befestigt.

Im Versuchstyp wurde ein Mengin Zweizyl. von 32 PS verwendet. Die Leistungen hiermit waren Höchstgeschwindigkeit 176 km/h, Landegeschw. mit Klappen 63 km/h, ohne Klappen 102 km/h.

Spannweite 7,20 m, Länge 5 m, Fläche 6,50 m2, Leergewicht 182 kg, Nutzlast 108 kg, Fluggewicht 290 kg.

USA Spartan 7 WR

Der Typ 7WF ist in Ausbau und Ausführung dem im „Flugsport" 1939, Seite 96, beschriebenen Kabinentiefdecker vollständig gleich. Für militärische Verwendung ist in das Kabinendach ein MG.-Drehkranz eingebaut.

Ganzmetallbauweise, Flügelschnitt NA CA 2418 nach den Spitzen zu sich verjüngend auf NACA 2406.

Rumpf, Ruder, hochziehbares Fahrwerk, vergleiche Typenbeschreibung des Spartan 7W Exeku- . .^Ji^'

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Spannweite 11,9 m, Länge 8,18 m, Höhe 2,4m, Fläche23,23m2. Höchstgeschwindigkeit 341 km/h.

Spartan Modell 7 WF.

Archiv Flugsport

USA Curtiss Helldiver 77.

Dieser Doppeldecker mit Verschwindfahrwerk, Zweisitzer, ist als Sturzbomber gebaut.

Flügel Ganzmetallbauweise, Oberflügel aus einem Stück, Unterflügel zweiteilig. Am Rumpf gegen Oberflügel und Rumpf verstrebt und verspannt. Unterflügel stoffbespannt, Metallnase. Doppelte Spreizklappen. Betätigung von Hand.

Rumpf Ganzmetall, Formringe. Aluminiumhaut. Sitze hintereinander. Langer Sichtaufbau mit Schiebedach.

Höhen- und Seitenleitwerk Metallgerippe, Flossen Aluminiumhaut, Ruder stoffbespannt.

Fahrwerk seitlich in die Unterseite des Rumpfes einziehbar. Schwanzrad hochziehbar.

Motor Wright Cyclone R-1820-G3, 840 PS in 3000 m. Hamilton Standard Constant Speed Luftschraube.

Spannweite 10,36 m, Länge 8,42 m, Höhe 3,18 m, Fläche 29,47 m2, Flächenbelastung 87,8 kg/m2, Leistungsbelastung 3,03 kg/PS. Leergewicht 1889,6 kg, Fluggewicht 2589,9 kg, Höchstgeschwindigkeit — - - 378 km/h in 3000 m,

Reisegeschw.

Lockheed 212 Mehrzweckeflugzeug.

Die Lockheed Aircraft Corp., Burbank, Calif., hat aus der Reihe ihrer Verkehrsflugzeuge Lockheed 10 „Electra" („Flugsport" 1934, S. 135) den Lockheed 12 mit zwei 400-PS-Motoren entwickelt. Daneben wurde auch der Lockheed 12-A mit zwei 400 PS Pratt & Whitney-Motoren für militärische Zwecke umgestaltet. Es entstand das Mehrzweckeflugzeug Lockheed 212 für 3 Mann Besatzung, welches als leichter Bomber und Fernaufklärer gedacht war.

Rumpf übliche Ausführungsform, Metallschalenbauweise, versteift durch Längsprofile und Spanten. Führersitz Doppelsteuerung, Sitze nebeneinanderliegend, mit Selbststeuerung und FT-Gerät. Bewaffnung: fest eingebautes MG. im Rumpfbug. Auf der Rumpfoberseite zwischen Flügel und Leitwerk MG.-Drehturm. Bomben werden unter dem Rumpf in besonderen Aufhängevorrichtungen untergebracht.

Flügel dreiteiliges Mittelstück, mit dem Rumpf fest verbunden, Ganzmetallbauweise, einholmige Spreizklappen zwischen Querruder und Rumpf, übliches Höhenleitwerk mit doppeltem Seitenleitwerk, freitragend, Höhenruder, Trimmklappen.

Fahrwerk nach hinten in die Rumpfverkleidung hochziehbar, im hochgezogenen Zustand noch um ein Viertel des Raddurchmessers vorstehend.

Zwei Motoren Wright „Whirlwind" R-975-E3 von je 420 PS.

Spannweite 15,10 m, Länge 11,12 m, Höhe 2,98 m, Flügelinhalt 32,75 m2, Flügelstreckung 7,4.

Leergewicht 2739 kg, Last 1184 kg, Fluggewicht 3923 kg. Flächenbelastung 128 kg/m2, Leistungsbelastung 4,65 kg/PS, Flächenleistung 27,4 PS/m2.

Höchstgeschwindigkeit am Boden 349 km/h, in 427 m Höhe

318 km/h in 3000 m, Landegeschw. mit Klappen 103 km/h,

Dienstgipfelhöhe

7830 m, Reichweite 980 km in 3000 m.

Curtiss Helldiver-77.

Archiv Flugsport

354 km/h, Reisegeschwindigkeit am Boden 314 km/h, in 1678mHöhe333km/h, Landegeschwindigkeit 105 km/h. Steigzeit auf 445 m 1 min, Dienstgipfelh. 6400 m, Flugdauer ca. 5 h.

Lockheed 212, Mehrzweckeflugzeug.

Archiv Flugsport

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BMW 132 L und 132 H9 9-ZyL-Stern-Motoren.

Die Erfolge mit dem 9-Zyl.-Stern-Motor BMW 132 A, 27,7 1 Hubraum und 725 PS Startleistung, und seine vielseitige Verwendungsmöglichkeit führte zu verschiedenen Weiterentwicklungen. Den BMW 132 De haben wir im „Flugsport" 1938 S. 228 ff. ausführlich beschrieben. Hinzugekommen sind die Typen 132 H, 132 L, 132 N und 132 K, wovon die beiden letzteren Typen bei der deutschen Luftwaffe und bei Auslandsstaaten ausgedehnte Verwendung gefunden haben.

Die beiden Typen 132 L und 132 H, die besonders für die fooo-Bedürfnisse des Luftverkehrs entwickelt sind, werden infolge ihres hohen Betriebssicherheitsgrades im Luftverkehr vorzugsweise auf Langstrecken eingesetzt.

Die beiden Typen 132 L und 132 H sind nicht als Höhenmotoren gebaut. 132 L treibt die Luftschraube direkt, 132 H besitzt ein Untersetzungsgetriebe. Von Verbesserungen sind zu nennen: vermehrte und verlängerte Kühlrippen, ver- «o, stärkte zweiteilige Kurbelwelle s| mit Preßkegelverbindung, Hilfs-170°-geräteträger neuer Ausführung | mit waagerechten Anschlüssen | für Magnetzünder, Stromerzeuger, Luftpresser, Anlasser und Drehzählerantrieb. Die Schmierung der Ventil-Schwinghebel wurde in das Druckölnetz der Umlaufschmierung einbezogen,

Höhenleistungen und Kraftstoffver- | brauch, Baumuster BMW 132 Hu. Ha, |

Reihe 1. Werkzeichnung: ^

BMW-132-H/l-Motor m.Untersetzungs- f getriebe. 132 L ist gleich im Aufbau, | nur ohne Getriebe.

Werkbildei-

                                                               
                                                               
               

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X Erhöhte Dauerleistuno

         
                         

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80% Dauerleistung

           
                             

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Höh? in l*m

in den Oelkreislauf ein Spaltfilter eingeschaltet. Dem Luftschraubenanschluß dient beim BMW 132 L- Motor ein SAE-40-Keil-wellenstummel. Das robuste Kegelrad-Umlauf-Untersetzungsgetriebe des BMW 132 H-Motors hingegen weist für den Luftschraubenanschluß eine Flanschwelle mit Kerbverzahnung auf. Beide Baumuster sind mit einer Druckölzuleitung zur Betätigung einer druck-ölgesteuerten Zweistellungs-Luftschraübe versehen.

BMW 132 L und 132 H haben gleiche Abmessungen. Bohrung 155,5 mm, Hub 162 mm, Hubraum 27,7 1, Verdichtungszahl 6,5, Laderantriebsverhältnis 1 : 7,87, Untersetzungsverhältnis des Luftschraubengetriebes des 132 H 1 :0,62, Länge 132 L 1252 mm, 132 H 1217 mm, Gesamtdurchmesser 1380 mm, Trockengewicht 132 L 460 kg, 132 H 530 kg.

Leistungen und Vollgashöhen

(bezogen auf Cina-Normalatmosphäre und Luftschraube mit stufenloser

Verstellbarkeit)

   

BMW

132 L

   

BMW

132 H

 

Belastung

 

Leistung in 0 m

PS

Vollelstung

 

Leistung in 0 m

PS

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U/min

PS

m Höhe

U/min

PS

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Höhe

Erhöhte Kurzleistg. 1 Min.

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830

1000

2550

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1010

300

Kurzleistung 5 Minuten

2150

720

760

1400

2250

800

830

1100

ErhöhteDauerlstg. 30Min.

2075

650

690

1800

2180

720

760

1550

Dauerleistung.......

2000

575

620

2400

2090

640

690

2000

Reiseleistung.......

1900

500

550

3000

2000

560

615

2500

Kraftstoff: Bleibenzin 87 Oktan *) für erhöhte Kurzleistung 100 Oktan

USA OefechtskanzeL

Ueber Gefechtskanzeln der großen Kriegsflugzeuge ist im Schrifttum nicht viel zu finden. Es dürfte daher eine der Fa. Boeing Aircraft Cy, Seattle (Wash.), Erf. J. F. Haberlin, in Amerika patentierte Einrichtung*) Interesse bei unseren Lesern finden.

Der Flugzeugrumpf geht vorn (oder auch hinten) in eine durchsichtige Kuppel 9 über, die in einer Kreisschiene 1 läuft. Außermittig ist in einer Oeffnung der Kuppel, für sich um eine Querachse 10 schwenkbar, ein durchsichtiger, hinten offener Hohlkugelkörper 7 eingebaut, der ein um eine Hochachse 21 verschwenkbares, mit seiner Mündung durch einen Schlitz 4 hindurch nach außen ragendes MG. zum großen Teil umschließt und Schütze und Waffe weitgehend der Einwirkung des Fahrtwindes entzieht, ohne deren Beweglichkeit einzuengen. Durch

*) USA 2 182 868 (angem. 11. 1. 37, veröff. 12. 1. 39).

Gefechtskanzel der Boeing Aircraft Cy.

entsprechende Einstellung der drei Hauptteile: Kuppel, Kugelkörper und MG. ergibt sich ein sehr großes Schußfeld in Höhen-, Tiefen- und Seitenrichtung. Das Rahmenwerk der Kugel liegt in oder dicht hinter der durchsichtigen Schale. Der MG.-Träger ist, um den Kugelinnenraum für die Bedienung möglichst frei zu lassen, aus einem Bogenstück 16 gebildet, an das sich aus Rohren 6 gebildete, nach hinten längs des MG.s sich erstreckende Arme anschließen. Der Ausschnitt der Hohlkugel ist gerade nur so groß, um einen zum MG. gehörenden Behälter ein- und ausbringen und Ladehemmungen beseitigen zu können; je kleiner er ist, um so größer ist die äußerste Winkellage, bei der noch kein störender Fahrtwind-Eintritt in das Rumpfinnere erfolgt. Auch die Patronenzufuhr in das MG. findet ebenso wie der Hülsenausstoß im Kugelinnern statt.

Für schnelles Zubringen frischer Munition und leichte Fortschaffung der ausgeworfenen Patronenhülsen und Gurtglieder dient eine Behältereinheit, deren Form besonders aus ihrer perspektivischen Darstellung gut erkennbar ist. Sie besteht im wesentlichen aus vier Räumen: einem Kanal 30 zur Führung der leeren Metallgurtglieder, einem Becken 31 für die leeren Hülsen, einem Zuführungskanal 11 für den frischen Patronengurt und einem nach hinten erweiterten Aufnehmer 12 für die Gurtglieder. Um die Behältereinheit gleichzeitig für 0,3 und 0,5 Kaliber verwendbar und hemmungssicher auszubilden, ist eine verschiebbare Wand 3 im Innern vorgesehen, die sich dem jeweils verwendeten Kaliber entsprechend einstellen läßt. Zwei Handgriffe 17 und 18 dienen bequemer Handhabung bei der Frischbehälter-Entnahme von und der Leerbehälter-Aufstapelung an Gestellen 8. Das Aufstecken des Behälters auf das MG. wird dadurch erleichtert, daß zwei C-förmige Führungen 20, die in Auskehlungen des Behälters festsitzen, sich über T- oder I-förmige Ansätze 2 der vorerwähnten Parallelträgerrohre 6 für das MG. schieben lassen. Durch diese Einrichtung, die mit unkomplizierter Handhabung den Behälter an den richtigen Ort in bezug auf die Patronen-Zufuhröffnung am MG. zu bringen gestattet, wird zugleich eine denkbar kleine Bemessung der hinteren Oeffnung der Hohlkugel 7 ermöglicht.

Maihak-Kraftstoff-Förderpumpen sind als doppeltwirkende Zwillingskolbenpumpen so ausgebildet, daß eine der doppeltwirkenden Kolbenpumpen die im normalen Flugbetrieb benötigten Kraftstoffmengen fördern kann. Regelung der Fördermenge durch einen federbelasteten Regler, der beim Ansteigen des Druckes infolge Mehrförderung einen Teil des Kraftstoffes in die Saugleitung zurückfließen

Von links nach rechts: Maihak-Kraftstoff-Förderpumpe. Maihak-Kraftstoffver-brauchsmesser (Stichprober). Maihak-Sogpumpe MUGIVa. Werkbilder

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läßt. Der Druckbereich kann zwischen 1,15—1,5 ata eingestellt werden. Der Regler arbeitet noch bei —35°.

Beide doppeltwirkenden Pumpen sind hinsichtlich der Hubbewegung um 90° gegeneinander versetzt und mit zwei Saugleitungen ausgestattet. Reißt eine Saugleitung auf oder ist der mit der einen Saugleitung verbundene Tank leer, so fördert die andere Pumpenseite ein Benzin-Luftgemisch, ohne daß der Betrieb gestört wird.

Drei verschiedene Baumuster MFP II, MFP III und MFP IV haben gleiche Nenndrehzahl 2700 U/min und zul. Ueberdrehzahl 4000 U/min. Nennförderleistung bei 0,3 at Unterdruck und Nenndrehzahl MFP II 2X175 1, MFP III 2X350 1 und MFP IV 2X500 1. Gewicht MFP II 1,22 kg, MFP III 1,55 kg, MFP IV 1,81 kg.

Kraftstoff-Verbrauchsmesser (Stichprober) als Bordgerät oder zur Messung an Motorenprüfständen für Durchflußmessungen von der Maihak A.-G., Hamburg, entwickelt. Nach dem bisher angewandten Verfahren wird die Zeit, in welcher der Kraftstoffspiegel zwischen 2 Meßmarken absinkt, gemessen. Das zwischen den Meßmarken befindliche Volumen ist genau geeicht. Durch Umrechnen kann der Kraftstoffverbrauch in einer gewünschten Zeit, z. B. 1 Std., errechnet werden.

In der Abbildung erkennt man die am Klemmrahmen befestigten Sichtscheiben. Um schnell hintereinander mehrere Messungen durchführen zu können, ist das Gehäuse durch eine senkrechte, oben mit einer Ueberlaufbohrung versehene Trennwand in einen linken und einen rechten Behälter aufgeteilt. Je nach der Hahnstellung kann sowohl der linke als auch der rechte Behälter zur Messung benutzt werden, wobei bei der Entleerung eines Behälters auch der andere sich selbsttätig wieder auffüllt. Ein Abreißen des Kraftstoffstromes im Flugzeug ist daher nicht möglich.

Rechts oben im Gerät erkennt man das Belüftungsventil, darunter den Druck-verminderer und unter dem Gerät die Handdruckluftpumpe, welche auch durch eine Preßluftflasche ersetzt werden kann. Links vom Gerät Stromanschluß für Beleuchtung bei verdunkeltem Einbau. Der Stichprober Modell MKM III besitzt ein Meßvolumen von 1600 cm3, MKM IV 3000 cm3.

Maihak-Sogpumpe MUG IV a, als Energieerzeuger für sogbetriebene Flugüberwachungsgeräte, ist als Unterdruckgebläse nach Art der Dreikolbenverdichter gebaut. In einem Hohlzylinder dreht sich um eine exzentrisch gelagerte Achse ein Drehkörper, in dessen Schlitzen parallel zur Achse Schieber gleiten, die den mondsichelförmigen Raum zwischen Hohlzylinder und Drehkörper in mehrere Kammern teilen, die beim Umlaufen größer oder kleiner werden. Die Schieber werden durch Zentrifugalkraft an die Gehäusewandung gepreßt.

Einbau der Sogpumpe in jeder beliebigen Lage. Schmierung erfolgt durch Frischöl, Vorrat für 200 Betr./Std. Drejarichtung Uhrzeigerdrehsinn. Gewicht 1,35 kg. Liefermenge 250 1/min bei n = 5300, Sog von — 1800 mm WS, Gegendruck von + 200 mm WS, bezogen auf 1 ata und 15° C. Antriebsleistung im Normalzustand ca. 0,5 PS.

Steilschrauber-Steuerring, heute ein vielfach angewandtes Mittel zur Aende-rung der Flügeleinstellwinkel, ist unseres Wissens erstmalig von Paul Cornu vorgeschlagen worden. Der um eine rumpffeste Achse i einstellbare Ring h dient als Führung für an den Flügelholmen sitzende Hebel f. Waagerecht gestellt (obere Abb.) gibt er beiden Flügeln gleiche Einstellung, die nur axialen Schub erzeugt; schräg gestellt (untere Abb.) vermindert er auf der einen Hälfte des Flügelumlaufs den Einstellwinkel, um ihn auf der andern Hälfte zu vergrößern, wobei sich ein Schub sowohl in axialer Richtung wie auch quer dazu, also Auf-und Vortrieb gleichzeitig erzeugen läßt. Diese primitive Form ist später von

Breguet, Cierva, Flettner, Focke u. a. vervollkommnet worden, indem man den Ring kardanisch lagerte, also allseitig verschwenkbar und außerdem axial verschiebbar machte. Von der unrationellen Vorschuberzeugung Cornus sehen die heutigen Konstrukteure natürlich ab; sie verwenden den Steuerring 1. als Mittel zur Auftriebsregelung durch axiale Verschiebung, 2. als Mittel zum Ausgleich der unsymmetrischen Flügelbeaufschlagung bei waagerecht fortschreitender Bewegung und 3. als Mittel zur Steuerung des Steilschraubers, nämlich bei angelenkten Flügeln zur Lagenänderung des von ihren Spitzen beschriebenen Kreises in der Längs- und Querebene. In den Fällen 2. und 3. wird der Steuerring entsprechend schräg eingestellt, bei 3. mit der Steuerhandhabe zusammen. (Siehe franz. Patentschrift 398 545, veröff. 7. 6. 09.)

USA. Freedman-Burnham-Luftschraube. Freedman-Burnham Engineering Corporation hat für Leichtflugzeuge von 40—50 PS eine Luftschraube mit einstellbaren Holzblättern entwickelt.

Die Flügelblätter besitzen an ihrem Schaft einen Konus, auf dem ein

Stahlblechmantel mit Rillen unter gleichzeitiger Beigabe von Kitt aufgepreßt wird. Die Flügelblätter werden durch eine zweiteilige Nabe zusammengehalten, wie die Abb. zeigt.

Selbst wenn die Metallmanschette noch so vorsichtig aufgepreßt wird, so dürfte, die durch den längeren Betrieb sich einstellende Kerbwirkung nicht zu vermeiden sein. (Der Sachbearb.)

Betriebsstoiibehälter-Einbau beim Curtiss Wright, Großverkehrsflugzeug, Spannw. 32,5 m, Länge 22,5 m; vgl. die Typenbeschreibung im „Flugsport" 1939, S. 10, zeigt nebenstehende Abbildung. Die Betriebsstoffbehälter für 1500 1 von rundem und elliptischem Querschnitt werden in entsprechende geformte Lagertaschen, wie die Abbildung erkennen läßt, in die Flügel geschoben. Die Behälter müssen der Taschenform genau angepaßt sein, damit diese nicht nur gleichmäßig anliegen, sondern auch die

Innenversteifung der Behälter mit den Tragrippen korrespondieren. Sämtliche Rippen haben entsprechende Aussparungen erhalten. Die runden Behälter liegen7 vor dem Vorderholm, die' zwei elliptischen zwischen den Holmen. Man beachte auch die Verstärkung der Flügelhaut durch innen aufgenietete Längsprofile.

Werkzeichnung

Luftverkehr in Mandschukuo.

Der Luftverkehr in der Mandschurei ist in der Manshu Koku Kabushiki Kaisha (M. K. K.) zusammengefaßt und wird in 19 Luftverkehrslinien betrieben. Durch geschickte Propaganda hat es die Gesellschaft verstanden, den Luftverkehr zu steigern. Büros in Gikogwai, Yamatoku und Mukden. Betriebskapital 13 970 000 Yen.

1. Dairen—Siuyen—Antung—Tsian—Tunena—Huanjen—Mukden. 800 km, wöchentlich 3mal.

2. Dairen—Mukden—Hsinking—Harbin—Chiamussu. 1180 km, täglich.

3. Mukden—Chinchow—Tientsin—Peking. 730 km, wöchentl. 3mal.

4. Mukden—Chinchow—Chengte. 480 km, täglich.

5. Chengte—Kaigan. 255 km, wöchentl. 2mal.

6. Chengte—Chihfeng—Linhsi—Linhtung—Kailu—Tungliao—Hsingking. 925 km, wöchentl. 2mal.

7. Hsinking—Tunha—Chunhochin. 350 km, wöchentl. 2mal.

8. Hsingking—Yenchi—Turnen—Hunchun—Seishin. 570 km, wöchentl. 3mal.

9. Hsingking—Mutankiang. 360 km, wöchentl. 6mal.

10. Mutankiang—Turnen. 180 km, wöchentl. 3mal.

11. Hsinking—Tsitsihar—Hairaerh—Manchuri. 980 km, wöchentl. 3mal.

12. Harbin—Peian—Sunwa—Heiho—Nonni—Tsitsihar—Harbin. 1275 km, wöchentlich 3mal.

13. Harbin—Tungho—Ilan—Chaimussu. 265 km, täglich.

14. Chaimussu—Foshan—Wuyun—Heiho—Huma—Oupu—Moho. 1150 km, wöchentlich lmal.

15. Mutankiang—Muling—Suifenho—Supfenko. 175 km, wöchentl. 3mal.

16. Mutangkiang—Pamientung—Pantsaiho — Mishan — Poatsing — Jaoho — Fuchin. 690 km, wöchentl. 2mal.

17. Tungchiang—Jaoho. 150 km, wöchentl. 2mal.

18. Tungchiang—Fuyen. 165 km, wöchentl. lmal.

19. Chaimussu—Luopei—Tungchiang. 295 km, wöchentl. 3mal.

Eingesetzt sind folgende Flugzeuge: Junkers Ju 86 mit 2 BMW.-Motoren von 1700 PS, 3 Mann Besatzung, 10 Fluggäste, Reisegeschwindigkeit 345 km/h, Reichweite 1200 km; Messerschmitt Me 108 Taifun mit Argus As 10 c von 240 PS, Besatzung 1 Mann, 3 Fluggäste, Reisegeschw. 265 km/h, Reichweite 1000 km; Nakajima A.T. mit 2 Kotobuki-II-Motoren von 920 PS, Besatzung 2 Mann, 8 Fluggäste, Reisegeschw. 310 km/h, Reichweite 1200 km; Fokker Super-Universal mit Kotobuki II von 460 PS, Besatzung 2 Mann, 6 Fluggäste, Reisegeschw. 190 km/h, Reichweite 1230 km; D. H.

Mandschurisches Luftverkehrsplakat. Versinnbildlicht aufstrebenden Luftverkehr. Filmgröße mit Flugmodell des neusten Nakajima-A.-T.-Flugzeuges. Rechts: Im Mandschukuo-Luftverkehr eingesetzte Verkehrsflugzeuge. Oben: Hayabusa. Unten: Nakajima A. T. und Junkers Ju 86.

Sämtliche Bilder Archiv Flugsport

Mandschurische Luftverkehrsplakate. Verbindung von Luftverkehr u. Eisenbahnverkehr d. Manchuria Aviation Co. Ltd. und South Manchuria Railways. Rechts: Mukden u. Peking, Schnellverkehrslinien.

Puss Moth mit Gipsylll von 105 PS, Besatzung 1 Mann, 2 Fluggäste, Reisegeschw. 169 km/h, Reichweite 1170 km; Hayabusa mit Kotobuki II von 460 PS, Besatzung 2 Mann, 6 Fluggäste, Reisegeschw. 210 km/h, Reichweite 1250 km.

Von den genannten Linien wird die Hauptlinie Nr. 2 als einzige täglich mit Junkers Ju 86 beflogen.

Die Fokker Super-Universal und die D. H. Puss Moth wurden in der Flugzeugfabrik der M. K. K. gebaut.

Rechts: Mandschurisches Luftverkehrsplakat. Für Luftpost gibt es keine Entfernung. Schrift chinesisch. In dem ausgesparten Flugzeug, im Flügel Harbin, Hsinking, Mukden und im Schwanz Antung.

Streckenkarte: Luftverkehr Mandschukuo.

Zeichnung Flugsport

~T.*r

^1

Kofferklebezettel, auf die die Luftreisenden stolz sind. — Oberste Reihe von links: 1. Neue Klebezettel der M.K.K. 2. Chaimussu. 3. Hsinking. 4. Tsitsihar. 5. Alte Klebezettel der M.K.K. — Mitte von links: 6. Dairen. 7. Mutankiang. 8. Chengte. 9. Antung. 10. Harbin. —- Unten von links: 11. Mukden. 12. Klebezettel für Reisende mit den neuen Junkers Ju 86. 13. Jetzige Klebezettel der M. K. K.

14. Chinchow.

FLUG

UflDSCHftl

Inland.

Flieger-Preisausschreiben im Luftgau IV. Für das beste Lied der Flieger, Bild der Flieger und Wort der Flieger waren Geldpreise und Preise in Form von Ueberlandflügen u. a. ausgesetzt. Teilnahmeberechtigt waren Angehörige der Luftwaffe, des NSFK. und der Flieger-HJ. 1. Preis Gefr. Joachim Müller-Gräfe für ein Bild „Schwere Flak in Stellung". Die Bestrebungen, durch Ausdrucksmöglichkeiten in Lied, Bild und Wort den Fliegernachwuchs anzuregen, sind sehr zu begrüßen.

R. Fuess, Berlin-Steglitz, besteht am 1. April 75 Jahre.

Ernennungen zum Flugkapitän durch den Reichsminister der Luftfahrt: Chefpilot Hugo Harmens und Dr.-Ing. Fritz Platz, beide im Dienst der Gothaer Waggonfabrik AG.

Ausland.

Ital. Verkehrsflugzeug-Bauprogramm 1942, viermotorige Flugzeuge für Stratosphärenflug in Bearbeitung.

Rom-Bassora-Luftlinie der Ala Littoria verlängert bis Bangkok (Siam).

Sofia—Moskau-Fluglinie, unternommene Probeflüge über die Strecke von 2200 km wurden in 8 h 20 min zurückgelegt. Die Flugstrecke Moskau—Herson— Burgas—Sofia wird demnächst in Betrieb genommen.

Skandinavien—USA-Luftverkehr soll im Sommer vorerst mit USA-Flugzeugen, später mit rein skandinavischen Flugzeugen aufgenommen werden.

Norw. Flugzeugbestellung in USA umfaßt 24 Wasserflugzeuge, 400 km/h.

Oben: Deutsche Aufklärungsflugzeuge auf dem Flug gegen die englische und schottische Ostseeküste. — Unten: Blick durch die Bugkanzel auf einen in Zickzackkurven fliehenden Engländer. Sekunden nur noch, und dann befindet sich das Schiff mitten im Fadenkreuz. Die Bombe fällt. Weltbild (2)

12 Curtiss-Hawk-Jagdflugzeuge sind bereits vor längerer Zeit bestellt. Norwegen beabsichtigt, eine eigene Flugzeugindustrie zu schaffen.

USA-Flugzeug-Truppentransport während eines Manövers mit 37 Flugzeugen 350 Mann über eine Strecke von 350 km in 1 Std.

Maj. James Doolittle Präsident des USA Institute of the Aeronautical Sciences.

England—Atlantik-Luftverkehr über Neufundland, bereits im Vorjahr geplant, soll in diesem Jahr in der ersten Juniwoche mit den Flugbooten „Caribou" und „Cabot" beginnen.

Trojanisches Pferd ist in England für wert befunden worden, Patentschutz zu erhalten. „Hubschrauber, gekennzeichnet durch einen Rumpf tierähnlicher Gestalt in Wett-renn-Haltung und mit Stoßdämpfern in den Hufen" — das ist die Haupterfindung und „Steuerflächen bildende bewegliche Kopf-und Schwanzteile" lautet ein weiterer Anspruch. So ganz ungefährlich scheint der Vorschlag nicht zu sein, denn wenn diese fliegende Kavallerie anrückt, ist zu befürchten, daß unsere Flieger vor Lachen nicht schießen können.

Was nicht alles erfunden und — patentiert wird!

Luftwaffe.

Berlin, 9. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstätigkeit gegen Großbritannien sowie über Nord- und Ost-Frankreich fort. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Berlin, 10. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über Ostfrankreich auf. Am Nachmittag kam es an der deutsch-französischen Grenze zu einem Luftkampf zwischen sieben Messerschmitt-Flugzeugen und zehn französischen Jägern vom Muster Moräne und Curtiss. Hierbei wurde ein Morane-Flugzeug abgeschossen.

Berlin, 11. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstätigkeit über Ostfrankreich fort. Der Gegner versuchte mehrfach, in deutsches Gebiet einzufliegen. Hierbei überflogen am 10. 3. abends zwei feindliche Flugzeuge sowohl auf dem Hin- wie auf dem Rückflug luxemburgisches Gebiet.

Berlin, 12. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über Ostfrankreich auf. Ein französisches Flugzeug vom Muster Potez 63 wurde durch Flakartillerie abgeschossen.

Berlin, 13. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärung über Frankreich fort.

Berlin, 14. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Südlich von Straßburg wurde ein französisches Flugzeug vom Muster Mureaux durch deutsche Flakartillerie abgeschossen.

15. 3. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 16. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über Ostfrankreich und der gesamten Nordsee auf. Hierbei wurden britische Vorpostenfahrzeuge angegriffen. Eines derselben wurde versenkt, ein anderes schwer beschädigt.

Berlin, 17. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über der Nordsee und Ostfrankreich auf. Deutsche Jäger schössen einen französischen Fesselballon westlich Breisach brennend ab. — Auf Grund der Aufklärungsergebnisse der letzten Tage unternahmen stärkere deutsche Kampffliegerverbände in den Abendstunden des 16. März einen Vorstoß nach Nordwesten und griffen in Scapa Flow liegende Teile der britischen Flotte an. Hierbei wurden drei Schlachtschiffe und ein Kreuzer durch Bomben getroffen uncj schwer beschädigt. Die Beschädigung von zwei weiteren Kriegsschiffen ist wahrscheinlich. — Außerdem wurden die Flugplätze Stromnes, Earth-House und Kirkwall sowie eine Flakstellung angegriffen und mit Bomben belegt. Trotz starker Jagd- und Flakabwehr des Feindes führten die deutschen Kampfflugzeuge ihre Aufträge erfolgreich durch und kehrten ohne Verluste zurück.

Berlin, 18. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte die Aufklärung gegen Frankreich und Großbritannien fort. An der schottischen Ostküste wurden feindliche bewaffnete Handelsschiffe und Vorpostenboote angegriffen. Ein Vorpostenboot wurde versenkt.

19. 3. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 20. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Am 19. 3. gegen 20 Uhr griffen britische Flugzeuge die Insel Sylt an. Die Angriffe wurden von einigen Flugzeugen bis 2.40 Uhr fortgesetzt. Ein Haus wurde getroffen, sonst dank der deutschen Abwehr kein Schaden angerichtet. Die meisten Bomben fielen ins

Deutsche Flieger berichteten am 17. 3. abends der Auslandspresse über den erfolgreichen Angriff auf Scapa Flow. Von links: Verbandst Maj. Dönch, Obltn. Magnussen, Hptm. Schumacher v. RLM. und Obltn. Philipps. Weltbild

Wasser. Ein britisches Kampfflugzeug wurde durch die deutsche Flak abgeschossen. Im Zusammenhang mit dem Angriff wurde von den britischen Flugzeugen dänisches und niederländisches Hoheitsgebiet überflogen.

320 km Zielstreckensegelflug für Doppelsitzer in 5^2 Std. von NSFK.-Stuf. Budzinski, Sfl.-Hptl. d. Reichssegelflugschule Wasserkuppe, Flug am 25. 5. 39 von der Wasserkuppe nach Freiburg, wurde als Jahresbestleistung gewertet und ihm der Qruppenpreis der NSFK.-Gruppe 8 (Weser-Elbe) zuerkannt.

NSFK.-Standarte 119 Lodsch, Adolf-Hitler-Straße 106, besteht aus Sturm 1/119, Lodsch, Adolf-Hitler-Straße 106, Sturm 2/119, Lodsch, Nibelungenstr. 5, Sturm 3/119, Lodsch, Alexanderhofstr. 53, und Sturm 4/119, Pabianice. Weitere Stürme sind in Ostrowo, Kaiisch und Turek im Aufbau, ferner sind solche für Zdunska-Wola, Sieradz und Kempen geplant. Die Werkstätten für die Stürme sind bereits im Aufbau und teilweise fertig. Mit dem Segelflug wird auf dem Gelände hinter Zgierz '(Dombruwka) begonnen. Erfreulich stark ist der Kreis der NSFK.-Förderer in Lodsch.

Condor Aero-Club de Planeadores, Astra (Chubut), Argentinien, muß selbst bei kleinen Ueberlandflügen oft mit schwierigen Geländefahrten, wie obige Abb. zeigt, rechnen. Das Bild trug die Unterschrift: Ob die schulterhohen, sehr harten Dornbüsche unserem „Ursinus" bekommen werden, wissen wir noch nicht.

Bild-Archiv Flugsport

Berichtigung. Segelflug-Rekordliste „Flugsport" 1940 Nr. 5 S. 75 muß es unter „Einsitzer" statt „Rückkehr-Zielflug: Deutschland-Huth 258,830 km" richtig heißen „Rückkehr-Zielflug: Deutschland-Flinsch 305,624 km". Der Rekord von Huth fällt nur unter „Zweisitzer".

Ein Milligal (abgekürzt: mgal) ist der 1000. Teil eines Qal, einer Einheit, die zu Ehren von Galilei so genannt worden ist. 1 Qal bedeutet die cm-g-sec-Einheit der Schwerebeschleunigung. Die Dimension ist cm/sec2. V

Bei einem Körper, der unter dem Einfluß der Erdschwere fällt, mißt man in der Physik den Weg in cm und die Geschwindigkeit in cm/sec.,Die Beschleunig gung ist die Zunahme der Geschwindigkeit pro sec, also demnach cm/sec/s.ec cm/sec2 zu messen. Zum bequemeren Gebrauch nennt man ein cm/sec2, wenn es sich um Schwerebeschleunigung handelt, 1 Gal. Das durch die Schwerkraft bedingte Gewicht eines Körpers ist für den Physiker das Produkt aus Masse und Erdbeschleunigung. Beispielsweise ist die Masse eines Steines am Aequator und am Pol dieselbe, die Erdbeschleunigung jedoch verschieden und daher auch das Gewicht verschieden. Diese feinen Unterschiede werden bekanntlich z. B. mit dem Askania-Schweremesser erfaßt.

Als Beispiel führen wir den Normalwert der Erdbeschleunigung in Meereshöhe unter 50° geographischer Breite an. Dieser beträgt 981,1 Gal (cm/sec2) = g. Bei Sturzflügen kommen Werte bis zu mehreren g unter dem Einfluß der Zentrifugalkraft beim Abfangen vor. Wenn also dort eine Einheit g benutzt wird, so ist diese nicht mit 1 Gal zu verwechseln.

Schwebungen — versteht man das regelmäßig abwechselnde An- und Abschwellen des Tones (Interferenz), hervorgerufen durch das Zusammentreffen mehrerer Wellen, z. B. bei zweimotorigen Flugzeugen.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Handbuch der Luftfahrt, Jahrgang 1939. fierausgeg. unter Mitw. d. RLM. v. Oberreg.-Rat R, Schnitzler, Hptm. d. R. d. Luftwaffe G. W. Feuchter und Ing. Richard Schulz. 600 S. mit 780 Abb. J. F Lehmanns Verlag, München 15. Preis RM 12.—

Die Entwicklung des Flugwesens ist so umfangreich geworden, daß sich kaum die Fachleute über die vielen Typen auf dem laufenden halten können. Das vorliegende Handbuch, dessen Umfang gegenüber der vorjährigen Ausgabe wieder um 100 Seiten gestiegen und um 80 Abbildungen vermehrt wurde, gibt einen Ueberblick über die Zivil- und Militärluftfahrt im In- und Ausland. Der

1. Teil gibt eine Uebersicht über die Gliederung der Luftfahrt in den Staaten mit eigener Luftfahrt in alphabetischer Folge. Man findet vieles Wissenswerte über Verträge und Vorschriften über Sperrgebiete, Luftwege, Einflugzonen, Beför-' clerungsverbote, Benutzung von Triptyks, Start- und Landegebühren, ferner Flugstrecken, Karte über das Weltflugnetz, Karte von Sperr- und Gefahren-, Blindflug-und Blindlandegebieten in Deutschland, farbige Tafeln ler Hoheitsabzeichen und Erkennungszeichen der verschiedenen Länder, Stand der ausländischen Fliegertruppen und vieles ändere mehr. — Im II. Teil sind die jnilitärischen und zivilen Flugzeugmuster sowie Motoren der verschiedenen Staaten an Hand von Abbildungen und Uebersichtsskizzen, mit Ausnahme älterer Flugzeugmuster und unbedeutender Schul- und Sportflugzeuge, behandelt, ferner im Abschnitt „Flugzeugschiffe" Flugzeugträger, Flugzeugmutterschiffe, Flugzeug-Kreuzer. Die am Schluß der verschiedenen Abschnitte folgenden Zahlentafeln über Flugzeug- und Flug-motorenmuster geben ein Bild über den großen Umfang der Entwicklung auf diesem Gebiete. — Per Preis dieses umfangreichen Nachschlagewerkes ist im Verhältnis zu der Ausstattung gering. Das Buch sollte in keiner Fachbücherei fehlen.

Das Erkennen von Flugzeugen. Von Fl.-Ostbsing. Dipl.-Ing. K. Haarmann.

2. verb.Aufl,, 52 S. m. 90 ATbb. Verlag Franz Heß, Braunschweig. Preis RM —.84.

Die 2. Auflage dieses Lehrheftes gibt eine Uebersicht über "die wichtigsten Flugzeugmuster des In- und Auslandes und enthält praktische Anweisungen, um beim Sichten eines Flugzeuges das Erkennen zu erleichtern, unter Zugrunde-

legung von Abbildungen über Flügelformen, Anordnung der Flächen und Motoren, Seitenansichten, ferner Angaben über die Einteilung der Flugzeuge nach ihrem Verwendungszweck.

Das große Kurzwellen- und Ultrakurzwellenempfänger-Schaltungsbuch v.

Werner W. Diefenbach. Verlag Deutsch-Literarisches Institut J. Schneider, Berlin-Tempelhof. Preis kart. RM 6.50, Leinen RM 7.80.

Bei der zunehmenden Bedeutung des Ultrakurzwellenempfanges besteht das Bedürfnis für geeignete Empfängerschaltungen. Diefenbachs Buch kommt diesen Wünschen nach. Man findet Schaltskizzen mit Dimensionierungsangaben, ausführliche Stücklisten, so daß beim Nachbau der Geräte Gewähr für einwandfreie Arbeitsweise gegeben ist. In einem besonderen Kapitel ist ein Ueberblick über die Wichtigkeit der Empfängerkurzwellenschaltungen gegeben. Weiter sind behandelt Schaltungen für Absorptions- und Höhenfrequenzmesser, Uebungs- und Zusatzgeräte für die Erlernung der Morsezeichen und anderes mehr.

Flugzeugbau für Deutschland. Die Luftfahrtindustrie im Lebenskampf des deutschen; Volkes. Von Dipl.-Ing. Fritz Longolius. (Luftmacht u. Volk, Bd. 1.) Wiking-Verlag GmbH., Berlin W 35. Preis RM 1.60.

Die Schriftenreihe „Luftmacht u. Volk" ist eine neue Sammlung von Bändchen, welche breitere Kreise über die Entwicklung und Stärke der deutschen Luftmacht aufklären soll. Bd. 1 „Flugzeugbau für Deutschland" gibt eine Darstellung der deutschen Luftfahrtindustrie. Gerade in der jetzigen Zeit, wo fortgesetzt zweifelhafte Nachrichten über ausländische Flugzeugerzeugung zu uns gelangen, war es an der Zeit, dem deutschen Volke, um selbst Vergleiche anstellen zu können, einen Einblick in die deutsche Luftfahrtindustrie zu geben. Ein lesenswertes Bändchen, was jeder auch zum Nachschlagen immer zur Hand haben sollte.

Mehr Flugzeuge — aber wie? Die Flugzeugproduktion der Westmächte. Eine Bilanz v. Dr. Rolf Wagenführ. (Luftmacht u. Volk, Bd. 2.) Wiking-Verlag GmbH., Berlin W 35. Preis RM 1.60.

Der 2. Band der Schriftenreihe „Luftmacht u. Volk" ist eine Ergänzung des 1. Bandes. Beginnend mit Darlegungen über die Kriegswichtigkeit der Flugzeugproduktion, ist die Flugzeugproduktion der Feindmächte (Frankreich, Großbritannien, Kanada und Australien) sowie auch des neutralen Amerika nach Tatsachenberichten behandelt. Die Angaben über Kapazität und Produktion Deutschlands im Vergleich zu anderen Ländern sind überraschend. Man erkennt: von einer Ueberflügelung Deutschlands kann keine Rede sein. Unsere tapferen Kämpfer in der Luft können die Gewißheit haben, daß in der Heimat eine Flugzeugindustrie arbeitet, die sich den großen militärischen Leistungen der Front würdig erweist.

Morgen marschieren wir. Liederbuch der deutschen Soldaten. Herausgeg. i. Auftr. d. OKW. v. Ltn. Hans Baumann. Verlag Ludwig Voggenreiter, Potsdam. Preis: Melodie-Ausg. geb. RM 1.75, kart. RM 1.20. Text-Ausg. kart. RM —.35.

Gliederung: Marschlieder, Lieder für Rast und Biwak, Feierlieder. In der einstimmigen Melodieausgabe (über 250 Lieder) sind zu 50 Liedern zwei- und dreistimmige Sätze beigegeben. Textausgabe in kleinem Taschenformat.

Abriß der Instrumentenkunde v. Ing. Helmut Bürkle. (Luftfahrt-Lehrbücherei Bd. 16.) 70 S. m. 74 Abb. Verlag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin SW 68. Preis RM 2.—.

Das Bändchen gibt in kurz gefaßter Form einen Ueberblick über Flugzeuginstrumentierung. Auch für den Nichtfachmann leicht verständlich geschrieben.

Westermanns (Flemmings) Generalkarte „Nordseeländer". Maßstab 1:1500 000, Größe 88X118 cm, Sechsfarbendruck. Verlag Georg Westermann, Braunschweig. Preis RM 1.50.

Diese große Uebersichtskarte umfaßt den östlichen Teil von Irland, ganz England, die Färöer-Inseln, Skandinavien, Dänemark, den nordwestlichen Teil Deutschlands und den nördlichen Teil Frankreichs. Hervorzuheben ist die saubere bis in kleinste Einzelheiten gehende Zeichnung.

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