Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 6 vom 13. März 1940

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



XXXII. Jahrgang / Nr. 6

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GEGRÜNDET 1908 U. HERAUSGEGEBEN VON OSKAR URSINUS.CIVIL-JNG.

Anerkannte Überlegenheit

Caproni Ca. 5121. S. See-Zweischwimmer-Flugzeug

j USA Sikorsky XPBS-1 viermal. Flugboot

Luftwaffe

NACA-Report-Sammlung Nr. 20

Patent-Sammlung Nr. 25

„Flugsport"-Erscheinungs-tage 1940 XXXII.Jahrgang Datum

27. iß. 24.

8. 22.

5. 19.

3. 17. 31.

u.

20. 11. 25.

9. 23.

6. 20.

4. ''8.

März

April

April

Mai

Mai

Juni

Juni

Juli

Juli

Juli

August

August

September

September

Oktober

Oktober

November

November

Dezember

Dezember

Preis 80 Pf.

Printed in Germany

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro 1U Jahr bei 14tägigem Erscheinen RM 4.50

Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandluneen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Ouellenangabe gestattet.

Nr. 6 13. März 1940 ~XXXII. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 27. März 1940

Anerkannte Ueberlegenheit!

Die Behauptung in der englischen Presse und im Londoner Rundfunk über die angebliche Unterlegenheit der deutschen Messer-schmitt-Flugzeuge ist kürzlich durch eine Veröffentlichung in einer englischen Fachzeitschrift unfreiwillig widerlegt worden. Bei einer Beschreibung des Messerschmitt-Zerstörers werden die Leistungen dieses Flugzeuges, die übrigens die Engländer in verschiedenen Luftgefechten unangenehm gefühlt haben, mit Zahlen angegeben, wobei gesagt ist, daß die Geschwindigkeit des Zerstörers nur 2 Meilen in der Stunde niedriger sei als die des besten englischen Jagdeinsitzers Typ „Spitfire". Hiermit gibt die englische Fachzeitschrift zu, daß dieser neueste englische Jäger eine völlig unzureichende Geschwindigkeit besitzt, um sich mit den Jagd- oder Zerstörerflugzeugen von Messerschmitt erfolgreich messen zu können. Wie jeder Fachmann weiß, muß ein mehrsitziges und verhältnismäßig schweres Zweimotorenflugzeug, wie es der Messerschmitt-Zerstörer darstellt, aus rein technischen Gründen bedeutend langsamer sein als ein Einsitzer. Wenn also der Messerschmitt-Zerstörer, wie die englische Fachpresse zugibt, nur 2 Meilen, d. h. etwa 3 km/h, langsamer ist als der „Spitfire", so ist das zugleich ein Eingeständnis dafür, daß dieser berühmte englische Jäger eine unzureichende Geschwindigkeit besitzt. Große Ueberlegenheit an Geschwindigkeit ist aber gerade für das Jagdflugzeug ein entscheidender Faktor. Praktisch wird somit der Zerstörer von Messerschmitt als weit überlegen anerkannt, denn bei annähernd gleicher Geschwindigkeit (3 km/h mehr oder weniger spielen keine Polle) verfügt er über eine ungleich stärkere Bewaffnung.

Was den Jagdeinsitzer Me 109 anbelangt, der nach Ansicht der Londoner Rundfunksprecher stets „eine leichte Beute der englischen Flugzeuge wird", so erstreckt sich das englische Eingeständnis unbewußt auch auf ihn. Kein Fachmann wird sich einreden lassen, daß ein leichter Einsitzer nicht ganz wesentlich schneller sein muß als ein von dem gleichen Konstrukteur gebauter schwererer Mehrsitzer,

Diese Nummer enthält Reportsammlung Nr. 20 und Patentsammlung Nr. 23. Bd. VIII.

Mit anderen Worten: Wenn der „Spitfire", auf den die Briten so stolz sind, praktisch nicht schneller ist als der Messerschmitt-Zerstörer, dann ist ihm der Jagdeinsitzer Me 109 bestimmt an Geschwindigkeit weit überlegen — was übrigens unter den Frontfliegern auf beiden Seiten kein Geheimnis mehr ist.

Fertigung des schnellen Messerschmitt-Jagdeinsitzers Me 109 am laufenden Band.

Werkbild

Messerschmitt-Jagdeinsitzer Me 109. Nachprüfen von Fahrwerk und Motoreinbauten.

Werkbild

Messerschmitt-Jagdeinsitzer Me 109 läuft vom Band startbereit aus der Halle. In wenigen Minuten wird er in der Luft nachgeprüft. Werkbild

ItaL Caproni Ca. 312 I. S. See-Zweischwlmmer.

Dieser Tiefdecker, freitragend, Zweimotor, ist als Torpedoträger und Seeaufklärer gebaut. Besatzung je nach Erfordernis zwei bis drei. In Sonderausführung als leichter Bomber hat diese Maschine die Bezeichnung „Ca. 312 bis".

Flügel Metallgerippe, Sperrholz und Leinwand bedeckt. Landeklappen hydraulisch betätigt.

Rumpf zweiteilig. Sichtnase bis zum Flügel mit dem Hinterteil verschraubt. Hinterteil Stahlrohr, teilweise mit Leinwand und Blech beplankt. Führerraum Sitze nebeneinander, Steuersäule mit Rad zur Uebergabe nach dem zweiten Sitz seitlich schwenkbar. Fußpedale für Seitenruder doppelt.

Zum Aussteigen in der Luft Oeffnungen im Vorderteil und Falltüren im Führerraum.

Höhen- und Seitenleitwerk einfach, Ruder Trimmklappen einstellbar vom Führersitz.

Schwimmer Metallbauweise, je 5 m3 Inhalt. Durch Streben im Dreieckverband gegen Rumpf und Motoren abgestrebt.

Caproni Ca 312 bis.

Werkbild

Bestückung; ein MQ. fest eingebaut im Flügel links neben dem Rumpf. Ein MQ. in Kuppel Oberseite des Rumpfes feuernd nach oben nach allen Richtungen. Ausrüstung für Nachtfliegen mit lOOOkerz. Scheinwerfer.

Spannweite 16,20 m, Länge 13,4 m, Höhe 4,4 m, Fläche 38,70 m2. Leergewicht 4000 kg, Fluggewicht 5700 kg. Zwei Piaggio P. XVI 9 Zyl. luftgekühlte Sternmotoren von 550 PS am Boden und 630 PS in 3500 m. Dreiblatt - Versteilschraube. Höchstgeschwindigkeit 380 km/h, Landegeschw. 135 km/h, Steigfähigkeit auf 4000 m in 16 min. Startzeit 35 sec. Reichweite mit militärischer Zuladung 600 km, Höchstreichweite 1600 km, Gipfelhöhe 5000 m.

Jagdflugzeuge nach englischer Darstellung. Messerschmitt Me 109 mit Curtiss Hawk 75 A mit Moräne 406 mit Hispano-

Daimler-Benz DB 601 von Pratt & Whitney Twin Wasp Suiza 12 Y von 860 PS,

1150 PS, vier MG. von 950 PS, sechs MQ. eine MK. und zwei MG.

Hawker Hurricane I mit Rolls-Royce Merlin von 1050 PS, acht MG.

Supermarine Spitfire I mit Rolls-Royce Merlin von 1050 PS, acht MG.

Bilder: FlUht

Heinkel He 112 (neueste Typ) mit Daimler-Benz DB 601 A von 1150 PS, Bewaffnung unbekannt.

USA Sikorsky XPBS-1 Flugboot, Viermotor.

Das erste Muster dieses Großflugbootes, gebaut von der Sikorsky Aircraft, Division of the United Aircraft Corp., wurde bereits Sept. 37 an den Auftraggeber, die U. S. Marine, welche längere Zeit Erprobungsflüge ausführte, abgeliefert. (Vgl. die Abb. „Flugsport" 1937, S. 612.)

Das Boot ist für Fernaufklärung und Bombenabwurf bestimmt. Flügel freitragend, Schulterdeckeranordnung. Flügeldicke stark zunehmend von Außenmotor nach dem Rumpf. Ganzmetallbauweise, Beplankung Glattblech. Wölbungsklappen und Querruder stoffbespannt.

Unter den Ansatzflügeln Stützschwimmer, zweistufig. Befesti-

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USA. Sikorsky XPBS-1 Flugboot, Viermotor.

Werkbilder

gung durch N-Stiele, verspannt durch Profildrähte.

Bootsrumpf gekielt zweistufig, Ganzmetall, Schalenbauweise.

Drei MG. Drehkranzkuppel in der Rumpfnase, auf der Rumpfoberseite aufschiebbare Luke hinter dem Flügel und im Rumpfhek hinter dem Leitwerk MG.-Kuppel. Führerstand in der Rumpfnase verhältnismäßig tief liegend, dahinter Räume für Mechaniker-Werkstatt, Küche mit Trockeneiskühlschrankanlage, Wasserdestillation, alles elektrisch mit 110 Volt durch besonderes Aggregat betrieben. Alle Dienststellen im Boot sind durch Telefonanlagen verbunden. Ferner übliche Ausrüstung wie Sender- und Empfangsanlage, Lüftungseinrichtungen für Aufenthalt in den Tropen.

USA. Sikorsky XPBS-1 Flugboot, Viermotor. Archiv Flugsport

Einfaches Höhen- und Seitenleitwerk, stark nach oben gezogenes Bootsende gleichfalls gekielt, um Beschädigungen zu vermeiden. (Man erkennt die Anwendung der Do-X-Erfahrung.) Vier Pratt & Whitney Twin Wasp 14 Zyl. Sternmotoren von je 1050 PS in der Flügelnase. Hamilton Standard Constant Speed Versteilschrauben.

Spannweite 38,1 m, Länge 23,8 m, Fluggewicht 24 500 kg, Höchstgeschwindigkeit 320 km/h.

PLUG UMDSCHÄl

Inland.

Tagesbefehl des Generalfeldmarschalls Göring, Gründungstag der Luftwaffe

am T. März 1940.

Soldaten der Luftwaffe! Kameraden!

Die fünfte Wiederkehr des Gründungstages unserer stolzen Waffe findet uns angetreten und kämpfend nach dem Gesetz des unserem Vaterland aufgezwungenen Krieges.

Vor fünf Jahren erfuhr die Welt, daß es wieder eine deutsche Luftwaffe gibt. Die Zeit, die uns vor jenem beglückenden Tage trennt, war erfüllt von härtester Arbeit, restlosem Einsatz und — bedingungsloser Hingabe jedes einzelnen, der mitschuf an unserem großen Werk.

Kameraden! Ihr habt in den Jahren des Aufbaues, vor allem aber, als euch der Führer und Oberste Befehlshaber zum Schutz der Heimat aufrief, gezeigt, welcher Geist euch erfüllt. Ihr habt im Frieden und im Krieg bewiesen, daß in euch die großen Fliegerhelden des Weltkrieges ebenso fortleben wie die Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung. Das deutsche Volk weiß, daß ihr sein Schutz und Schirm gegen jeden Angriff aus der Luft seid. Aber auch eine vernichtende Waffe gegen alle, die den Frieden verbrecherisch störten, weil der Aufstieg unseres Volkes aus der Versklavung von Versailles zur geachteten Großmacht die Neider auf den Plan rief, um das Reich, das unser Führer aufgebaut hat, zu zerschlagen.

Euch, meine Kameraden, die ihr in der Luft und am Boden als Angehörige der Fliegertruppe, der Flakartillerie und der Luftnachrichtentruppe tapfer und treu eure Pflicht gegenüber eurem Führer und eurem Volk erfüllt, spreche ich heute am Gründungstage unserer jungen Waffe meinen Dank und meine Anerkennung aus. In besonderer Verbundenheit gedenken wir an diesem Tage unserer Kameraden, die ihre Treue mit dem Einsatz ihres Lebens besiegelten, Sie sind uns Mahnung und Verpflichtung zugleich, ihrem Heldentum nachzueifern und in ihrem Geist weiter zu kämpfen, bis der endgültige Sieg unser ist.

Heil unserem Führer! Hermann Göring.

Generalfeldmarschall Göring besichtigte Ende Februar die Luftwaffenverbände im Operationsgebiet der Nordseeküste und darauf die im Westen eingesetzten Fliegerkorps und Jagddivisionen auf ihren Frontplätzen sowie eine Reihe von Flakbatterien in ihren Feuerstellungen.

Dr. Heinrich Koppenberg, seit 1934 Wehrwirtschaftsführer und mit der Leitung der Junkers-Werke beauftragt, begeht am 15/ 3. 60. Geburtstag. Lehrzeit Gußstahlfabrik Krupp, Essen, Besuch von Fachschulen, anschließend Konstrukteurtätigkeit, leitende Stellung Schwerindustrie, Ausbau zahlreicher neuer Werke, Ehrendoktor Bergakademie Freiberg, Ehrensenator Techn. Hochschulen Breslau und Dresden. Unter der Leitung Dr. Koppenbergs haben sich die Junkers-Werke zum größten Flugzeug- und Motorenwerk der Welt entwickelt.

Preisausschreiben 1938/39 der Lilienthal-Gesellschaft. Ergebnis:

Die Aufgabe aus dem Flugzeugbau verlangte eine Ableitung allgemeingültiger Beziehungen für die Strömungserscheinungen an einem geraden Flügel unter unsymmetrischer Anströmung (Schieben) und für die Verteilung des Auftriebes beim Pfeilflügel an Hand von Rechnungen oder Messungen. Die Arbeit sollte dabei auf den Zustand der nicht abgerissenen Strömung beschränkt und das Ergebnis so herausgearbeitet werden, daß es möglichst unmittelbar auf flugtechnische Fragen angewendet werden kann.

Erster Preis, 1500 RM, erhielt Dr. rer. nat. Johannes Weißinger, Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin-Adlershof, für die Arbeit: „Der schiebende Tragflügel bei gesunder Strömung". — Einen Preis von 500 RM erhielt Hans Multhopp, Focke-Wulf Flugzeugbau G. m. b. H., Bremen, für die Arbeit: „Die Anwendung der Tragflügeltheorie auf Fragen der Flugmechanik". — Mit je einem Preis in Höhe von 250 RM wurden Prof. Dr. Richard Fuchs, Berlin, für die Arbeit: „Auftriebsverteilungen, Luftkräfte und Luftkraftmomente für Flügel beim Schieben und bei Pfeilstellung" und Dr. Klaus Krienes, Aerodynamische Versuchsanstalt Göttingen, für die Arbeit: „Die schiebende elliptische Tragfläche" ausgezeichnet.

Bei der Aufgabe aus dem Flugmotorenbau war durch eine allgemein zusammenfassende Arbeit oder durch eine eingehende Sonderbehandlung eines Teilgebietes auf Grund von Veröffentlichungen und Erfindungen der Stand der Entwicklung von Zahnradgetrieben für Flugmotoren und deren Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Einen Preis von je 1000 RM wurde Dipl.-Ing. Ernst Rossow, Junkers Flugzeug- und -Motorenwerke A.-G., Dessau-Anhalt, für die Arbeit: „Werkstoffe für Flugmotorengetriebe" und Dipl.-Ing. Hans Ide, Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin-Adlershof, für die Arbeit: „Flugmotorengetriebe und ihre Berechnung" verliehen. — Einen Preis von 500 RM erhielt Ing. Otto Nübling, Argus Motoren G.m.b.H., Berlin-Reinickendorf, für die Arbeit: „Die Zahnradbeanspruchung und ihre Berechnungsweise bei Flugmotorengetrieben. Vergleich der Getriebe von Motoren mit verschiedenen Drehrichtungen".

Das halten deutsche Flugzeuge aus! Bei einem Angriff auf die Seefestung Heia kam eines der eingesetzten Ju 87 Sturzkampf-Flugzeuge in einer Tiefkurve dem Wasser zu nahe. Dabei verlor es das gesamte Fahrwerk (wie die nebenst. Abb. zeigt), außerdem wurde die Luftschraube leicht verbogen. Das Flugzeug flog damit im Verband zu dem noch über 120 km entfernten Heimathafen zurück und landete glatt auf der Rumpf-Unterseite. Werkbild

Die Aufgabe aus dem Flugfunkwesen forderte eine Uebersicht und kritische Behandlung- der Verfahren, die für die Luftfahrt auf dem Gebiete des ultraroten Lichtes in Frage kommen. Dabei sollte das betrachtete Gebiet alle Wellen umfassen, die länger als die optisch sichtbaren und kürzer als ungefähr 1 mm sind.

Mit einem Preis von 1000 RM wurde die von Dr. phil. Werner Lautsch, Dipl.-Ing. Richard Orthuber und Dr. sc. nat. Walter Schaffernicht, Forschungsinstitut der AEG, Berlin-Reinickendorf, als Gemeinschaftsarbeit eingereichte Abhandlung: „Ultrarote Strahlung" ausgezeichnet. — Ein weiterer Preis von 1000 RM wurde der von Dr. Allekotte und Dr. Schönwald, Heereswaffenamtr Forschungsabteilung Berlin, gemeinsam abgefaßten Arbeit: „Ultrarot-Verfahren" zuerkannt.

Die vierte und letzte Preisaufgabe war den Problemen des heute naturgemäß besonders wichtigen Luftwaffenwesens gewidmet. Aufgabe aus dem Waffenwesen. Es wurde eine Zusammenfassung der bisher bekannten Veröffentlichungen über den Stand der Ballistik des Bombenwurfes verlangt (in abwägender Beurteilung sollte eine einheitliche Uebersicht gegeben werden). Die Mängel der bekannten Methoden sollten dabei durch exakte Rechnungen klar gestellt und, wenn möglich, durch Angabe neuer Verfahren beseitigt oder einer Beseitigung zugänglich gemacht werden.

Ein Preis in Höhe von 1200 RM wurde Dr. rer. nat. Fritz Kraß, Berlin, Luftkriegsakademie Gatow, Ballistisches Institut, z. Z. Leutnant der Flak, für die Arbeit: „Stand der Ballistik des Bombenwurfs" zuerkannt. — Einen Preis in Höhe von 800 RM erhielt Dr. Hermann Athen, Berlin-Frohnau, Heereswaffenamt, Amtsgruppe für Entwicklung und Prüfung, für die Arbeit: „Untersuchung und numerische Prüfung der Verfahren zur Berechnung von Bombenflugbahnen". Mit je einem Preis in Höhe von 250 RM wurden Dr. phil. habil. Hans^ Gebelein, Eßlingen/Neckar, Ingenieurschule Eßlingen und Technische Hochschule Stuttgart, für die Arbeit: „Der gezielte Bombenwurf" und Dr.-Ing. Hans Knobloch, Berlin-TYeptow, Luftkriegsakademie Gatow, für die Arbeit: „Ballistik des Bombenwurfs" ausgezeichnet.

Ein neues Preisausschreiben der Lilienthal-Gesellschaft wird vorbereitet. Der Wortlaut der Preisaufgaben sowie die Teilnahmebedingungen werden demnächst veröffentlicht.

Ausland.

Ritterlichkeit deutscher Flieger bezeugt wieder einmal ein Vorgang während der letzten deutschen Luftangriffe auf die englische Küste, bei denen nach dem Wehrmachtsbericht zwei deutsche Flugzeuge überfällig gemeldet wurden. Hierzu gibt der Londoner Berichterstatter des „Le Matin" folgende Mitteilung: „Als eines der englischen Flugzeuge nach der Notlandung der deutschen Maschine versuchte, selbst in einem danebenliegenden Feld zu landen, stieß das Fahrgestell gegen einen Stein, der Apparat überschlug sich und begrub seine Insassen unter sich. Inzwischen waren die vier Mitglieder der deutschen Maschine, von denen einer verletzt wurde, aus ihrem Flugzeug gestiegen und steckten den Apparat in Brand. Dann begaben sie sich eiligst zu dem englischen Flugzeug und halfen der Besatzung, sich aus ihrer unangenehmen Lage zu befreien.

Belgien Kongo - Luftlinie der Sabana ab 17. 2. wieder in Betrieb genommen.

Ital. Flugzeugzelte werden in letzter Zeit aus einer Leichtmetallkonstruktion, mit Segelleinen bedeckt, leicht auf- und abzubauen und zu transportieren, hergestellt.

13 000 m Höhe erreichte der rum. Fliegerkpt. Pufi Popescu am 5. 2., womit er den rumän. Höhenrekord von Papana um 2000 m überbot.

Beschlagnahme der Post im USA-Transatlantik-Flugzeug auf den Bermudainseln gab Veranlassung, in Zukunft diese Inseln auf dem Flug nach dem Kontinent nicht mehr anzufliegen.

Luftwaffe.

Berlin, 25. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Luft schwache Aufklärungstätigkeit und Jagdüberwachung an der deutsch-französischen Grenze und über der Deutschen Bucht. Ein französisches und ein britisches Flugzeug wurden abgeschossen. Eigene Verluste traten nicht ein.

Berlin, 26. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Eigene Jagdüberwachung an der Westfront und über der Deutschen Bucht blieb ohne Feindberührung. Ein

französisches Flugzeug vom Muster Potez 63 wurde in der Eifel durch Flakartillerie abgeschossen.

27. 2. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Brüssel, 27. 2. 40. In der Nacht vom Freitag auf Samstag ist bei Qembloux, etwa in der Mitte der Strecke Brüssel—Namur, ein mit sechs englischen Fliegern besetztes Vickers-Wellington-Flugzeug gelandet. Die Besatzung, die aus einem Offizier und fünf Unteroffizieren und Mannschaften bestand, wurde interniert und das Flugzeug beschlagnahmt. Die Maschine ist stark beschädigt, da das Fahrgestell nicht rechtzeitig in die Landestellung gebracht werden konnte. Eine Tragfläche ist verbrannt, da die Flieger, die glaubten, auf deutschem Gebiet niedergegangen zu sein, ihre Maschine in Brand gesteckt hatten. Die Insassen sind indessen unverletzt. Das Flugzeug, das mit vier Maschinengewehren bewaffnet war, kam nach belgischen Zeitungsberichten von einem Fluge über Deutschland zurück und führte Flugblätter mit sich, die die Unterschrift Chamberlains trugen. Die Verletzung der belgischen Neutralität steht also fest, um so mehr, als in England die Landung auf belgischem Gebiet bestätigt wird. Die belgische Presse beschränkt sich auf die Wiedergabe der Umstände der Landung, zu der die Engländer durch Benzinmangel gezwungen gewesen sein sollen.

Berlin, 28. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe unternahm in der Nacht vom 26. zum 27. 2. ausgedehnte Vorstöße in den französischen Luftraum, wobei auch Paris von mehreren Flugzeugen längere Zeit überflogen wurde. — Die am 27. 2. über der Nordsee und den britischen Inseln und in beschränktem Umfang gegen Frankreich durchgeführte Erkundung der Luftwaffe stieß an verschiedenen Stellen auf starke feindliche Abwehr. Zwei deutsche Flugzeuge sind vom Flug gegen England nicht zurückgekehrt. — Ein englisches Aufklärungsflugzeug vom Muster Bristol-Blenheim wurde abgeschossen.

Berlin, 29. 2. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht vom 27. zum

28. 2. flogen vereinzelte feindliche Flugzeuge in Nordwestdeutschland ein, darunter zwei über die niederländisch-deutsche Grenze. Am 28. 2. war die Fliegertätigkeit gering. Die Luftwaffe führte lediglich Grenzüberwachungsflüge durch.

Berlin, 1. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte am

29. 2. erneut, trotz ungünstiger Wetterlage, Aufklärungsflüge über Ostfrankreich und der Nordsee durch.

Berlin, 2. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte Aufklärungsflüge über der gesamten Nordsee bis zu den Orknev-lnseln durch. Hierbei griffen deutsche Flugzeuge an verschiedenen Stellen englische Kriegsschiffe und im englischen Geleit fahrende Handelsschiffe erfolgreich an. Ein Schiff sank sofort, bei einem anderen wurden erhebliche Brandwirkungen festgestellt. Weitere vier Schiffe sind durch Bomben so schwer getroffen worden, daß ihr Verlust wahrscheinlich ist. — Nach einem Nachtflug über Nordwestdeutschland flog ein feindliches Flugzeug am 1. März morgens bei Nymwegen über niederländisches Hoheitsgebiet zurück.

Berlin, 3. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte in der Zeit vor Morgengrauen bis zum Spätnachmittag des 2. März über der gesamten Nordsee auf. Vor der britischen Ostküste wurden zwei Vorpostenboote und elf bewaffnete oder im Geleit fahrende Handelsschiffe angegriffen und teils versenkt, teils schwer getroffen. — Tagsüber wurde über Nordostfrankreich bis in Gegend

Paris aufgeklärt. Bei der Grenzüberwachung fanden verschiedene Luftkämpfe an der deutsch-französischen Grenze statt. Hierbei wurden drei französische Flugzeuge durch deutsche Jäger abgeschossen; zwei deutsche Aufklärer werden vermißt.

Berlin, 4. 3. 49. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die deutsche Luftwaffe setzte in der Nacht vom 2. zum 3. März ihre Erkundungstätigkeit an der englischen Küste und über Ostfrankreich fort. Einzelne Feindflugzeuge flogen in großer Höhe von der Deutschen Bucht her nach Nordwestdeutschland ein. Dabei überflog ein englisches Flugzeug die deutsch-dänische Grenze. — Deutsche Jagdflugzeuge stießen bei der Grenzüberwachung in der Gegend von Diedenhofen auf französische Jagdflugzeuge. Es kam zu einem Luftkampf zwischen vier Messerschmitt-Flugzeugen und zwölf Morane-Flugzeugen. Nachdem ein französisches Flugzeug abgeschossen war, entzogen sich die Franzosen trotz ihrer dreifachen Ueber-legenheit dem weiteren Kampf. — Ein deutsches Heinkel-Aufklärungsflugzeug mußte nach einem Luftkampf mit drei französischen Jägern in der Gegend von Metz, in dessen Verlauf die beiden Motoren aussetzten, mitten in der französischen Festungslinie notlanden. Die Besatzung verbrannte ihr Flugzeug. Zwei Mann, von denen einer einen schweren Oberschenkelschuß erhalten hatte, schlugen sich durch die französischen Linien bis zu der deutschen Stellung durch.

Berlin, 5. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte am 4. März trotz ungünstiger Wetterlage ihre Aufklärungsflüge über Ostfrankreich fort.

6. 3. 40. Oberk. d. Wehrmacht keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 7. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: Die eigene Luftaufklärung gegen England wurde fortgesetzt. Einzelne britische Flugzeuge flogen in der Nacht vom 5. zum 6. März in die Deutsche Bucht ein und berührten hierbei das nordwestdeutsche Küstengebiet. Ein britisches Flugzeug flog nördlich Sylt über dänisches Hoheitsgebiet ein.

Berlin, 8. 3. 40. (DNB.) Oberk. d. Wehrmacht: In der Nacht vom 6. zum 7. März und vom 7. zum 8. März fanden wiederum erfolgreiche Vorstöße der Luftwaffe gegen die britische Ostküste statt. Hierbei wurden trotz starker Gegenwehr insgesamt elf im britischen Geleit oder abgeblendet längs der britischen Ostküste fahrende Handelsschiffe versenkt oder schwer getroffen. Alle deutschen Flugzeuge, die zu dieser Unternehmung eingesetzt waren, kehrten ohne Verluste zurück. Ein zur Aufklärung gegen Nordschottland eingesetztes Flugzeug wird vermißt.

In der Nacht vom 6. zum 7. März flogen einzelne englische Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Bis auf ein Flugzeug traten alle übrigen noch vor Erreichen der deutschen Küste den Rückflug an.

Bei feindlichen Einflügen nach Nord- und Westdeutschland in der Nacht vom 7. zum 8. März wurde dänisches und luxemburgisches Hoheitsgebiet verletzt.

Segelflugbetrieb im Protektorat hat durch das NSFK. am Großen Hang bei Reeg in der Nähe von Prag eingeßetzt. Statt,-4errL)isliecigen weiten Fahrten zum Ranney-Berg bei Laum-Postelberg kann man jetzt mit der Straßenbahn bis zur '__m "Endstation nach Tiefenbach (Hloubetin) fah-

Segelflug

ren, um in einer halben Stunde zu Fuß das Fluggelände am Großen Hang bei Keeg zu erreichen.

Südamerik. Höhensegelflug, 3600 m,

führte der deutsche Segelflieger Helmuth Teichmann bei Buenos Aires aus.

100 Schulgleiter 38 wurden im Rahmen des Winterbauprogramms der Gruppe 14 von NSFK.-Männern und Flieger-HJ. gebaut, eine Leistung, die sich wirklich sehen lassen kann. Nebenstehende Abb. zeigt die fertiggestellten Schulgleiter.

Bild NSFK.

Segelflieger-C-Schein bzw. -Ausbildung und Flugzeugführerschein für Segelfluglehrer können nach einer Verfügung des Korpsführers des NSFK. Mitglieder des NSFK. und insbesondere der Flieger-HJ. mit A- und B-Schein für Segelflug durch bevorzugte Teilnahme an den Lehrgängen der Segelfluglehrer auf schnellstem Wege erlangen, um dann weiter im Motorflug ausgebildet zu werden und zum fliegenden Personal der Luftwaffe zugelassen werden.

Normenbezeichnung von Rohren nur noch „Außendurchmesser mal Wandstärke*1 angeben. Bei Bezeichnungen von ,,Außendurchmesser mal Innendurchmesser" ist nicht erkennbar, ob das zweite Maß Innendurchmesser oder Wandstärke bedeutet.

Patentanmelder lassen sich am besten Anmeldebestimmungen und Merkblatt, welche vom Reichspatentamt, Berlin SW 61, Gitschinerstr. 97—103, ohne Kosten abgegeben werden, kommen. Selbstanmelder werden dann sehen, ob ihre Kenntnisse zur Abfassung der Beschreibungen und Ansprüche sowie zur Anfertigung der notwendigen Zeichnungen ausreichen. Eine Liste der deutschen Patentanwälte kann gleichzeitig angefordert werden.

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.

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Dieser billige Taschenkalender enthält viel Wissenswertes: Ueber Reichsregierung, ausführliche Uebersicht über die Gliederungen (NSDAP., SA., ^, NSKK., HJ.), ferner über die gesamte deutsche Luftfahrt (Spitzenorganisation RLM., Gliederung der Luftwaffe, Reichsluftfahrtverwaltung, Handelsluftfahrt, Luftfahrttechnik, Luftfahrtindustrie, Luftsport, NSFK., Reichsluftschutzbund), das wichtigste über Klasseneinteilung der Flugzeuge, Verbandsfliegen, ausländische Kriegsflugzeuge, kurze Angaben aus dem Flugzeug- und Motorenbau.

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