Zeitschrift Flugsport

Heft Nr. 2 vom 17. Januar 1940

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Die Zeitschrift Flugsport war die illustrierte, flugtechnische Zeitschrift für das gesamte Flugwesen und wurde im Zeitraum von 1909 bis 1944 von Oskar Ursinus herausgegeben. Über einen Zeitraum von 36 Jahren hinweg wurde in dieser Zeitschrift sowohl über die zivile als auch über die militärische Luftfahrt berichtet. Jedes Heft widmete sich in besonderen Kapiteln u.a. den Themen Segelflug, Motorflug, Luftschiffahrt, Ballonfahren, Modellflug, Luftwaffe oder Luftsport. Ebenso wurden die Bereiche Flugzeuge, Flugzeugtechnik, Flughäfen, Landeplätze sowie Flugnavigation und Luftverkehr im Inland und Ausland behandelt. Alle Seiten aus den Jahrgängen von 1909 bis 1944 sind mit Fotos und Abbildungen als Volltext in der nachstehenden Form kostenlos verfügbar. Erscheint Ihnen jedoch diese Darstellungsform als unzureichend, insbesondere was die Fotos und Abbildungen betrifft, können Sie alle Jahrgänge als PDF Dokument mit Inhaltsverzeichnissen, Seitenzahlen, Fotos und technischen Zeichnungen für eine geringe Gebühr herunterladen. Um komfortabel nach Namen, Themen und Begriffen zu recherchieren, nutzen Sie bitte die verfügbaren PDF Dokumente. Nutzen Sie bitte die kostenfreie Leseproben von Heft 17/1933 sowie von Heft 8/1939, um die Qualität der angebotenen PDF Dokumente zu prüfen.



XXXII. Jahrgang / Nr. 2

Mittwoch, 17. Jan. 1940

Verdienste

Kleinmotorflugzeug ,.Mg III"

Locheed lodestar Verkehrs-Flugzeug

Franz. Bloch 174 Bomber

Bristol „Bombay" Transportflugzeug

Röder-Winde für Schleppstart

Luftwaffe

Pat.-Sammlg. Nr. 20

„Flugsport"-Erscheinungs-tage 1940 XXXII.Jahrgang

Nr. Datum

Januar Februar Februar März März April April Mai Mai Juni Juni Juli Juli Juli

August August September September Oktober Oktober November November Dezember Dezember

Preis 80 Pf.

Printer] in Germany

Illustrierte flugtechnische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen

Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport", Frankfurt a. M., Hindenburg-Platz 8 Bezugspreis für In- und Ausland pro xh Jahr bei Htägigem Erscheinen RM 4.50

Telef.: 34384 — Telegr.-Adresse: Ursinus — Postscheck-Konto Frankfurt (Main) 7701

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Verlag Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit nicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Nr. 2

17. Januar 1940

XXXII. Jahrgang

Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 31. Januar 1940

Verdienste.

Dem Deutschen widerstrebt es, und er ist es nicht gewohnt, Vorschußlorbeeren zu nehmen. Die Erfolge in der Duft über Land und über Wasser lassen erkennen, daß unsere Luftwaffe in Ordnung ist.

Es ist eine innere Befriedigung für Arbeiter und Soldaten hinter der Front, wenn Hermann Qöring zu seinem Geburtstage drei Männer durch Verleihung der Lilienthal-Denkmünze herausstellte. So hat der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, die Erfüllung der von ihm gestellten Aufgaben anerkannt. Neben der Anerkennung von Konstrukteur-Leistungen, wie die von Dipl.-Ing. Tank und Dr.-Ing. Klein, wurden diesmal auch Leistungen von Stellen, die gleichfalls an der Entwicklung der Luftwaffe ganz hervorragenden Anteil haben, gewürdigt. Die Oeffentlichkeit kann sich kaum einen Begriff machen, welche umfangreiche, unerläßliche Kleinarbeit in Adlershof mit seinen vielen Laboratorien geleistet worden ist. Und wenn Prof. Seewald, auf dessen Schultern die gesamte Leitung von Adlershof lastete, mit ausgezeichnet wurde, so werden alle Adlershof-Schaffenden besonders stolz auf diese Anerkennung sein und einen neuen Anstoß empfangen haben, um mit ver-

Lilienthal-Denkmünze erhielten (von links nach rechts): Dr.-Ing. Friedrich Seewald-Berlin, Dipl.-Ing. Kurt Tank-Bremen und Dr.-Ing. Heinrich Klein-Düsseldorf.

Diese Nummer enthält Patentsammlung Nr. 20, Bd. VIII.

doppeltem Eifer an die Lösung schwierigster Aufgaben heranzugehen.

Kleinmotorflugzeug Musger „Mg III44.

Die Entstehung dieses einsitzigen Kleinflugzeuges reicht in das Jahr 1932 zurück, als es für den Ostmärker noch äußerst schwierig war, zum Motorflug zu gelangen. Da ein anderer Weg „auch zum Motorfliegen zu kommen ..." nicht möglich war, entstand trotz der damals herrschenden Arbeitslosigkeit und dem Mangel an erforderlichen Mitteln die Konstruktion und später auch der Bau dieses Flugzeuges. Der Bau wurde mit vereinten Kräften in den Werkstätten der Segelfliegergruppe Herzogenburg zu dritt nach großen Schwierigkeiten bewältigt, so daß im Sommer 1937 der erste Start erfolgen konnte. Erwähnt muß hierbei werden, daß mit großem Eifer die

Kleinmotorflugzeug Musger „Mg III".

Werkbild

Herren Toni Hackl und Franz Bubenik mit dem Konstrukteur mitbauten, und Herr Schober die Materialkaufsorgen auf seine Schultern nahm. Nach dem Wunsch vieler entstand ein leicht zu bauendes und im Betrieb sparsames Kleinflugzeug für Uebungszwecke. Als Triebwerk wurde ein für damalige Zeiten noch guter 2-Zyl.-Mercedes-22-PS-Flugmotor auserwählt und preiswert erworben.

Einsitziger freitragender Tiefdecker in Holzbauweise, mit oder ohne Kabinenaufsatz zu fliegen. Flügel mit 3 Konusbolzen vom Rumpfmittelstück lösbar. Einfaches Dreibeinfahrwerk mit Niederdruckreifen 380-^X 150 und Qummiringfederung.

Rüstgewicht 200 kg, Fluggewicht 325 kg, Flächeninhalt 9.2 m2, Brennstoffbehälter 27 1. Brennstoffverbrauch etwa 6,5 1/h, Aktionsradius

bei Reisegeschwindigkeit etwa 530 km. Erflogen wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Bei einem Ueberführungsflug durch den Konstrukteur wurde auf der Strecke Wiener Neustadt— Darmstadt eine Reisegeschwindigkeit von 127 km/h erflogen. Lande-geschw. etwa 68 km/h, Startlänge 140 m.

Kleinmotorflugzeug Musger „Mg III".

Zeichnung Flugsport

USA Lockheed Lodestar Verkehrsflugzeug.

Ganzmetall-Mitteldecker mit zwei Pratt-&-Whitney-Hornet-Motoren je 850 PS mit Hamilton-Standard-Hydromatic-Propeller, ähnlich dem Lockheed 14, der für 11 Passagiere und 2 Mann Besatzung bestimmt war. Spannweite des Lockheed 14 betrug 20 m, Länge 13,5 m, Fläche 51,2 m2, Reisegeschw. 330 km/h, Reichweite 2700 km. (Vgl. „Flugsport" 1937, S. 513. Man vergleiche auch den Lockheed-Schnellbomber mit MG.-Turm nahe dem Leitwerk Rumpfoberseite, „Flugsport" 1939, S. 48, ferner Lockheed „Super-Electra", 1937, S. 7.)

Flügel freitragend, nach den Flügelenden sich stark verjüngend, mit stark nach der Hinterkante gerundeten Flügelspitzen und großen Fowlerklappen. Rumpf rechteckiger Querschnitt mit stark gerundeten Ecken. Kabine mit 14 Sitzen, 3 Mann

Besatzung. Doppel- Z\'K*

tes Seitenleitwerk.

Fall r werk nach hinten in die Motorverkleidungen hochziehbar.

Spannweite 19,75 m, Länge 14,8 m, Fluggewicht 7700 kg, Höchstgeschw. 375 km/h, Reisegeschw. 350 km/h, Landege-schw. 104 km/h, Reichweite bei Reisegeschw. 1850 km, Gipfelhöhe 7400 m.

USA Lockheed Lodestar , .

Verkehrsflugzeug. .

Werkbild

Franz. Bloch 174 A3-B3 Bomben

Bloch 174 A3-B3 Ganzmetall ist eine Weiterentwicklung des Bloch 174, vergleiche die Typenbeschreibung „Flugsport" 1939, Seite 512. Die Hauptabmessungen, Spannweite 17,924 m und Länge

Bloch 174 A3-B3.

"Zeichnung Flugsport

Franz. Bloch 174 A3-B3 Bomber.

Zeichnung Flugsport

11,729 m, sind die gleichen geblieben. Der Flügelinhalt ist von 41,10 m2 auf 4326 m2 erhöht. Das Leergewicht ist von 4468 kg auf 4450 kg und das Fluggewicht von 6782 kg auf 6393 kg zurückgegangen. Höchstgeschwindigkeit 520 km/h hat keine Steigerung erfahren. Statt der früheren Rumpfnase mit nur Sicht nach unten ist jetzt eine Vollsichtkanzel verwendet.

Flügel vierteilig. Die beiden Mittelstücke mit Motorenem-bauten und Fahrwerk sind gerade, die Ansatzflügel V-förmig gestellt. Landeklappen im Mittelstück und im Ansatzflügel. Ein Hauptkastenholm mit Tor-sionsnase. Hinterholm mit Querruder und Klappenanlehnung. Flügelbedeckung leicht abnehmbar. Kabine elektrisch heizbar.

Höhenflosse, Höhenruder mit Ausgleichrudern, V-Form mit doppeltem Seitenleitwerk als Endscheiben. Bestückung 3 MQ.s und Bomben.

Engl Bristol „Bombay" Truppentransporter.

Dieser für Truppentransporte bestimmte Ganzmetall-Hochdecker ist schon in dem Jahre 1936 entstanden. Zur Zeit wird er noch von Dominion-Firmen gebaut.

Flügel freitragend, dreiteilig, Mittelstück mit den Motoren gerade. Ansatzflügel leicht V-

förmig gestellt. Spreizklappen, ausgeglichene Querruder.

Rumpf ovaler Schnitt, Metallhaut. In der Rumpfnase und im Rumpfende hinter dem Leitwerk MQ.-Stand.

Fahr werk mit freiem Durchgang. An der Rumpfunterkante angelenkte V-Streben mit Stoßaufnehmerstrebe nach der Motorenaufhängung.

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Engl. Bristol „Bombay".

Engl. Bristol „Bombay" Truppentransporter. Archiv Flugsport

Leitwerk verstrebt, doppeltes Seitenleitwerk.

Zwei Bristol-Pegasus-XX-9-Zyl.-Stemmotoren, 1000 PS. D.-IL-V erstellschrauben.

Als Bomber vier Mann Besatzung, als Truppentransporter Besatzung drei und Truppen in voller Ausrüstung 24.

Spannweite 29,28 m, Länge 20,76 m, Höhe 4,88 m, Fluggewicht 8172 kg.

Jagdflieger schützen die deutsche Heimat. Unten: Alarm. Schneller Einsatz der Jäger Messerschmitt. — Oben: Der Schwärm während des Anfluges gegen den Feind. Rüder: stöcker

WM

§11

Jagdflieger schützen die deutsche Heimat. Bilder: stöcker

Ein Bildbericht aus einem feldmäßigen Fliegerhorst einer Jagdstaffel im Heimatgebiet. Die Jagdstaffel verfügt selbstverständlich auch über eine transportable Reparaturwerkstatt, um Schäden am Motor und an der Zelle schnellstens ausbessern zu können. — Unten: Unterhaltungsmusik für Jagdflieger.

Jagdflieger schützen die deutsche Heimat. Alarm. Der Flugzeugführer hat seinen Sitz in dem Messerschmitt-Jagdflugzeug bereits eingenommen. Ein Mann vom Bodenpersonal zieht die Haube zu, ein anderer

zieht die Bremsklötze weg. Bild stöcker

Jagdflieger schützen die deutsche Heimat. Nach kurzer Zeit sind die Jäger in der Luft, der vordere hat gerade das Fahrgestell eingezogen, der zweite ist gerade dabei. Bild Stöcker

Röder-Winde für Schleppstart,

Diese Segelflugschlepp-Winde, Konstr. Wohldorf, gebaut von Röder-Präzision, Frankfurt a. M., ist als Anhänger-Winde konstruiert und baut sich auf aus zwei miteinander verschraubten rechteckigen Rahmen (Abb. 1). Der äußere Rahmen (Fahrgestell) trägt die beiden abgefederten und nach oben ausschwenkbaren Räder, die kurze Transportdeichsel mit Kugelkupplung, die Handdeichsel, die Zahnstangenwinde und den Rollenbock mit Seilschere. Im inneren Rahmen ist der Motor eingebaut nebst Kühler, Kupplung, Schaltgetriebe, Gelenkwelle, Winkeltrieb. Seiltrommel und automatischer Spulvorrichtung. Alle kraftübertragenden Teile vom Motor bis zur Nabe für die Seiltrommel sind serienmäßig hergestellte Opel-Ersatzteile.

Der Sitz (Abb. 2) für den Windenführer ist verstellbar und trägt an der Rücklehne den einstellbaren Windschutz. Unterhalb der glatten Abdeckbleche sind Brennstoffbehälter, Batterie und Werkzeugkasten eingebaut. Eine zweite Seiltrommel zum Mitführen eines Reserveseils ist unter der Trommelverkleidung vorgesehen. Die Instrumente (Seilgeschwindigkeitsmesser, Brennstoff-Vorratsmesser, Oeldruckmesser, Kühlstoff-Thermometer und Schalenkreuz-Anemometer) sind übersichtlich angeordnet, das Telefon liegt griffbereit an der rechten Seite des Sitzes. Die einseitig gelagerte Seiltrommel aus Leichtmetall faßt ca. 1500 m Seil. An der Antriebsseite ist der kegelstumpfförmige Seil-Abweiser (Abb. 3) angebracht, der die durch unsachgemäßes Ausziehen entstandenen Seilschlingen in die Trommel ablenkt und hierdurch Festhaken und Bruch des Schleppseils verhütet. Als Antrieb dient der Opel-Admiral-Motor, der bei 3000 Umdr./Min. 75 PS leistet und sich infolge seiner großen Elastizität vorzüglich zum Windenschleppmotor eignet.

Das Aufbocken des Windengeräts zu Beginn des Schleppbetriebes erfordert nur eine Minute Zeit. Vermittels der fest eingebauten Zahnstangenwinde (Abb. 4) werden die beiden Räder entlastet, die

Röder-Winde für Segelflugschleppstart. Oben links, Abb. 1: Fahrgestell und Motorrahmen. — Rechts, Abb. 2: Schalenkreuz-Anemometer auf umklappbarem Mast, Sitz mit Halter für Windschutzschirm. — Unten links, Abb. 3: a Gestänge zur Seilschere, b verschiebbarer Sitz, c Seilab weiser. — Rechts, Abb. 4: d Zahnstangenwinde zum Aufbocken, e schwenkbarer Fahrwerkfederträger, f Rollenkasten mit Seilschere.

Werkbilder

Sicherungen der Federn entfernt und die beiden Federträger beiseitegeklappt. Nach Lösen der Zahnstangensperre senkt sich die Winde von selbst langsam zu Boden, wobei die beiden Radrahmen mit den Rädern nach oben ausschwenken. Die Winde ist nun startklar, und das Schleppseil kann ausgelegt werden. Hierbei ist das Seil-Ende durch einen roßhaar-gefüllten Fußball kenntlich gemacht, um ein leichteres Wiederfinden des Seils im Gelände zu ermöglichen.

Konische Nietköpfe benötigen nach Angaben der engl. Aluminium Union Ltd. geringeren Nietdruck. Außerdem können mit einem Nietkopf former Nieten mit verschiedenen Durchmessern genietet werden. Erfordert geringere Nietlänge und soll die Möglichkeit des Abplatzens der Nietköpfe verhindern.

Flugzeug-Skis werden bei dem starken Schneefall in allen Ländern stark gelragt. Im Jahrgang 1919 des „Flugsport", S. 267, gaben wir bereits an Hand von Tafeln X bis XIII einen Ueberblick über die wichtigsten russischen Schneekufen-Konstruktionen.

Diese Ski£ bestanden aus einem kufenförmig gebogenen Brett mit einem Verbindungsbock zur Befestigung an Stelle des Rades. Die Abfederung wurde in früheren Zeiten durch Gummistränge, heute durch Federbeine bewirkt.

In letzter Zeit ist man immer mehr zur Verwendung von Leichtmetall und zu; Stromlinienform übergegangen. Untenstehende Abbildungen zeigen Ausführungsformen einer amerik, Flugzeugzubehörfirma.

Die deutsche Flugzeugindustrie hat schon in den frühesten Zeiten ihre Metallschwimmer so gebaut, daß sie die Drücke der reinen Kufenlandung auf Eis- oder Schneeflächen vertragen können. Es sei nur an die verschiedenen Ausführungen für die arktischen Länder von Junkers, Heinkel und anderen erinnert. Nebenstehend Ausführung einer leicht im Flugzeug mitnehmbaren Skiform an einem Bücker Jungmeister, wie man sie vor einigen Tagen auf dem Rangs-dorfer See an dem Flugzeug von Benitz sehen konnte.

Bücker Flugzeug-Ski für Typ Jungmeister.

Werkbild

USA-Flugzeug-Skis. Links: in Metall Stromlinienform. — Rechts oben: Gemischtbauweise, unten Leichtmetall gepreßt und genietet.

FLUG UNDSCHÄ

Inland-Beförderungen in der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. 1. 1940: zu Generalleutnanten: die Generalmajore Schmidt, Bogatsch, Bieneck, Andrae, Sattler, Förster, Bodenschatz, Ritter von Greim, Loerzer; zum Generalstabsarzt: der Generalarzt Professor Dr. Hippke; zu Obersten: der charakterisierte Oberst Laumann; die Oberstleutnante des Generalstabes von der Heyde, Meister; die Oberstleutnante von Gronau, Rebsch, Fitzau, Rheinshagen, Petrauschke, Volkmann, Schuchardt, Lorenz, Dr. Leon, Poser, Prestien, Singer, Wcdrig.

Lüienthal-Denkmünze für 1939 wurde am Geburtstage des Schirmherrn der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung, Generalfeldmarschall Göring, dem

Diplomingenieur Kurt Tank (Bremen) für grundlegende konstruktive Arbeiten des Flugzeugbaues, insbesondere für die Schaffung des viermotorigen Langstrecken-Verkehrsflugzeuges „Condor", dem Dr.-Ing. Heinrich Klein (Düsseldorf) für besondere Verdienste um moderne Luftwaffenkonstruktionen, und dem Dr.-Ing. Friedrich Seewald (Berlin) für wissenschaftliche Arbeiten und besondere Leistungen bei der Organisation der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Adlershof, verliehen.

500,786 km/h über 2000 km mit 2000 kg Nutzlast, Geschwindigkeitsrekord am 30. 7. 1939 von der Besatzung Ernst Seibert und Kurt Heintz mit einem zweimotorigen Junkers Bombenflugzeug aufgestellt, wurde nunmehr von der FAI international anerkannt. Dieser Rekord schließt noch zwei andere Rekorde über die 2000-km-Strecke in sich, nämlich: mit lOuO kg Nutzlast und ohne Nutzlast. Bisher befanden sich sämtliche drei Rekorde mit 468 km/h in italienischem Besitz.

Umstellung der Deutschen Lufthansa bei Kriegsbeginn wickelte sich programmäßig ab. Direktor Walter Luz gab in einem Gespräch zur Jahreswende dem H. O.-Mitarbeiter der „Luftreise" u. a. folgende Schilderung:

„Und dann kam der Krieg. Beginnend mit dem 26. August war die Lufthansa genötigt, ihren Dienst immer mehr einzuschränken, und am 30. August wurde aus Sicherheits- und Landesverteidigungsgründen ihr gesamter Flugbetrieb stillgelegt. Was besonders hervorgehoben zu werden verdient: alle Flugboote und Flugzeuge des Südatlantikdienstes kehrten wohlbehalten nach Deutschland zurück, die Besatzungen führten dabei Flüge durch, die ihr hohes Können ebenso wie die Güte des deutschen Fluggeräts unter Beweis stellten. Im Ohnehaltflug wurden die gewaltigen Entfernungen von den Kanarischen Inseln nach dem Bodensee und sogar nach Travemünde an der Ostsee zurückgelegt, die Alpen wurden im Nachtflug überwunden. Von den vier Flugsicherungsschiffen des Transatlantikverkehrs befinden sich „Schwabenland", „Friesenland" und „Westfalen" in der Heimat, die „Ostmark" konnte sich Anfang September trotz zeitweiliger Verfolgung durch französische Flieger von der westafrikanischen Küste nach Las Palmas, also in spanisches Hoheitsgebiet, durchschlagen. Die „Schwabenland" wurde zwar englischen Meldungen zufolge versenkt, aber auch diesmal handelte es sich nur um die Lügentorpedos des Herrn Churchill auf die Weltöffentlichkeit, das Schiff selbst und seine Besatzung haben nichts von ihnen bemerkt. Ein einziges Flugzeug der Hansa kam nicht mehr nach Haus und mußte in Siam verbleiben. Die Versammlung der Hansa-Flotte auf deutschem Boden in diesen entscheidenden Tagen spricht in gleicher Weise für den Hochstand ihrer Organisation und Leitung wie für die Einsatzbereitschaft aller ihrer Angehörigen. Die Lufthanseaten und ihre Flugzeuge bezogen nun ihre Posten, die ihnen der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, in dem Gesamtrahmen der Luftverteidigung Deutschlands zugewiesen hatte. Dort haben sie ihre Pflicht getan und erfüllen sie weiter.

Moskau—Berlin sind von sowjetrussischer Seite drei schnelle 21sitzige Flugzeuge Typ DS 3 eingesetzt. Das erste Flugzeug startete am 8. 1. 10 h von Moskau mit fünfköpfiger Besatzung über Minsk, Bialystok, Königsberg und Danzig und traf 9. 1. mitt. in Berlin ein. Flugpreis: Moskau—Berlin 380, Moskau—Danzig 295, Moskau—Königsberg 275 Rubel.

Das erste Verkehrs-flugz.derDeutschen

Lufthansa startete am 12. 1. zu einem

Probeflug nach Moskau und zurück. Der planmäßige Luftverkehr der DLH und Aeroflott beginnt am 21. 1.

Russ. Verkehrsflugzeug der sowjet-russ. Fluggesellschaft „Aeroflott" bei der Ankunft auf dem Berliner Flughafen.

Weltbild

Ausland.

Ital. Fluglinie Italien—Brasilien mit Anschluß nach Buenos Aires landete am 3. 1. flugplanmäßig auf dem Flugplatz Littorio Flugzeug I-AREM, welches am 21. 12. von Guidonia aus die neue Fluglinie nach Brasilien eröffnete. An Bord befanden sich Oberst Biseo, der Generaldirektor der italienischen Ueberseeflug-linie, zwei brasilianische und ein italienischer Journalist, der deutsche Konsul von den Kapverdischen Inseln und ein portugiesischer Offizier und 7 Zentner Post. Inzwischen hat die argentinische Postdirektion die deutsche Luftfahrtgesellschaft „Condor" beauftragt, in Rio de Janeiro die aus Argentinien kommende Post mit dem Dienst der italienischen Gesellschaft nach Rom weiter zu befördern.

Engl. Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood hatte, wie das „Hamburger Fremdenblatt" berichtete, in der geheimen Unterhaussitzung einen besonders schweren Stand gegenüber den Vorwürfen, die gegen sein Ressort erhoben wurden. Es wurde gegen ihn geltend gemacht, daß es deutschen Flugzeugen immer wieder gelungen sei, lebenswichtige Waffenplätze der englischen Kriegsmarine zu erreichen und Kriegsschiffe mit Bomben anzugreifen, während englische Flugzeuge nicht nach Deutschland könnten. Die von der englischen Luftwaffe verwendeten Typen seien zum Teil zu schwerfällig und den deutschen Jagdflugzeugen nicht gewachsen. In diesem Zusammenhange wurde die Einsetzung einer Untersuchungskommission gefordert. Es sei geradezu haarsträubend, daß die für die Erteilung der Bauaufträge maßgebenden Beamten gleichzeitig Aktionäre großer Rüstungswerke seien und die Aufträge daher nicht nach sachlichen Gesichtspunkten vergäben.

Engl. Reserveluftwaffe hat 8 Flugzeugführerinnen zur Ueberführung von Flugzeugen nach den Militärflugplätzen eingestellt.

Span. Luftwaffe soll nach einer Erklärung von General Yague bis Ende 1940 über 2000 Piloten verfügen, bis 1941 soll der Nachwuchs das Doppelte betragen. Für die weiter auszubauende Heimatflugzeugindustrie ist als Zentrum Cordoba vorgesehen und 209 Millionen Peseten bewilligt worden.

Sowietruss. Volkskommissar für die Luftfahrtindustrie jetzt Schachurin aus Gorki (Nischni-Nowgorod) an Stelle von Michael Kaganowitsch. Als stellvertretende Volkskommissare wurden beigegeben Flugzeugkonstrukteur Jacowlew und Wo ronin.

F. A. L-Sitzung Zürich 11. 12. 39, Vorsitz Prinz Bibesco. Peru wurde in die Föderation aufgenommen.

Schwed. Luftaufrüstungsetat zur Beschaffung von weiteren Kriegsfahrzeugen von 47 auf 83 Millionen Kronen erhöht. Bis 1943 werden 165 Junkers Ju 86 K in Schweden in Lizenz gebaut.

Rumän. Luftwaffe wurde der erste Teil der 30 Jagdeinsitzer Heinkel He 112 geliefert.

ßücker Jungmeister Einsitzer mit Ski - Fahrwerk. Anthony Herman Gerard Fokker*), Arthur Benitz zeigte vor Wintersportlern auf dem geboren 6. 4. 1890,

kangsdorfer See ein Kunstflugprogramm, gestorben 23. 12. 1939.

*) Vgl. „Flugsport" 1940, Seite 12.

American Airlines, Inc., die älteste USA-Luftlinie, hat den zweimillionsten Fluggast befördert. Der erste Fluggast wurde 1. 4. 1927 befördert, der millionste am 16. 2. 1937.

1800 km im Leichtflugzeug Aeronca mit 65 PS Continental, Dauer 13 Ii 35 Min. flog Henry Chapman von New York nach New Orleans. Die bisherige größte Strecke betrug 1420 km.

USA Propellerfabrik Pittsburgh Screw &. Bolt Corp. wurde von Curtiss-Wright Corp. gekauft.

USA Leichtflugzeugbau im ersten Halbjahr 1939 um 90% gestiegen-

USA Schulflugzeuge für Kanada sind auf Grund der „Cash and Carry'1-Klausel abgeliefert worden. Die Flugzeuge werden nach einem Flugplatz dicht an der kanadischen Grenze gebracht, von wo sie von Kanada selbst abgeholt werden müssen. Sie dürfen jedoch nicht USA-Gelände überfliegen. Zu diesem Zweck ist auf der anderen Seite der Grenze in Kanada ein Flugplatz eingerichtet und mit einer 600 m langen geraden Straße mit dem USA-Flugplatz verbunden. Die Flugzeuge werden dann mit einem Seil auf dieser Straße, welche etwas Gefälle hat, auf die andere Seite hinübergezogen.

USA-Veröffentlichungen über Flugzeugproduktion und Flugzeugausfuhr unter Zensur gestellt. Alle Photographien von Militärflugzeugen müssen vor der Veröffentlichung bei den zuständigen Behörden vorgelegt werden und bei Flugzeugen für den Export auch denjenigen verantwortlichen Stellen, für die die Flugzeuge bestimmt sind.

Curtiss XS03C-1 Jagd-Versuchsflugzeug mit Ranger .luftgekühltem 12-Zyl.-Motor, bestimmt als Jagd- und Aufklärungsflugzeug für Schlachtschiffe.

Curtiss XS03C-1 Jagd-Versuchsflugzeug. Werkbild

Luftwaffe.

29. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 30. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte trotz der schlechten Wetterlage ihre Aufklärungstätigkeit über Großbritannien und Frankreich fort.

31. 12. 39. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luftwaffe.

Berlin, 1. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Feindliche Flugzeuge versuchten am 31. Dez. nachm. die deutsche Nordseeküste anzufliegen, wurden jedoch frühzeitig erkannt und abgewehrt.

Berlin, 2. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Bei den Aufklärungsflügen am 31. Dez. gegen die deutsche Nordseeküste sind die Engländer beim Rückflug aus der Deutschen Bucht in niederländisches Hoheitsgebiet eingeflogen. Am Neujahrstage unternahm die deutsche Luftwaffe Aufklärungsflüge gegen die Shetland- und Orkneyinseln. Sie brachten wertvolle Erkundungsergebnisse. Ein Teil der eigenen Aufklärer geriet 200 km vor der schottischen Küste in Berührung mit überlegenen Kräften des Feindes. Eines unserer Flugzeuge, das infolge einer technischen Störung bereits vor Beginn des Kampfes seine Kampf-

kraft zum Teil eingebüßt hatte, mußte auf See niedergehen. Ein britisches Flugzeug wurde so schwer beschädigt, daß es seinen Heimathafen wahrscheinlich nicht mehr erreichte.

Amsterdam, 2. 1. 40 (DNB.). Wie der holländische Regierungspressedienst mitteilt, haben am Abend des 31. Dez. verschiedene Flugzeuge unbekannter Nationalität holländisches Wattengebiet und Nordfriesland überflogen. Die Flugzeuge sind von Flakartillerie beschossen worden, worauf sie holländisches Gebiet verlassen haben. Im allgemeinen sind die Flugzeuge in nördlicher und westlicher Richtung abgeflogen. Es handelt sich um die englischen Flugzeuge, die nach ihrem erfolglosen Angriffsversuch auf die deutsche Nordseeküste die holländische Gebietshoheit verletzten.

Berlin, 3. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: An der Westfront geringe Artillerie- und Spähtrupptätigkeit, Grenzüberwachungs- und Aufklärungsflüge. — Bei dem Versuch, in die Deutsche Bucht einzufliegen, wurden drei britische Vickers-Wellington-Bombenflugzeuge modernster Bauart von deutschen Messerschmitt-Flugzeugen abgeschossen. Auf deutscher Seite sind Verluste nicht eingetreten.

Berlin, 4. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe führte Erkundungsflüge gegen Frankreich und über der Nordsee durch. Ein britisches Kampfflugzeug wurde Mittw. früh in der Gegend von Aachen nach Ueberfliegen luxemburgischen Hoheitsgebietes von einem deutschen Jagdflieger gestellt und nach kurzer Verfolgung abgeschossen, ehe es über die deutsch-belgische Grenze hin entkommen konnte. Das zertrümmerte Flugzeug liegt in Grenznähe auf belgischem Gebiet.

Berlin, 5. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Aufklärungstätigkeit der Luftwaffe gegen Großbritannien und Frankreich wurde planmäßig fortgesetzt.

Berlin, 6. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Keine besonderen Ereignisse.

Berlin, 7. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe klärte über Großbritannien und Frankreich auf.

8. 1. 40. Oberk. d. Wehrmacht: Keine Bekanntmachungen über Luftwaffe-

Berlin, 9. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Außer örtlicher Spähtrupptätigkeit und Aufklärungsflügen der Luftwaffe in der nördlichen Nordsee keine besonderen Ereignisse.

Austral. Flieger bei ihrer Ankunft in England, ^ie ahnen noch nicht, daß die plutokratischen englischen Kriegstreiber gerade die Flieger der Dominions bei sogenannten „Ueberwachungsflügen" in der deutschen Bucht systematisch in den Tod jagen. Weitbild

Dornier Do 18 Langstreckenflugboot geht zu Wasser, um den Gegner auf der Weite des Nordmeeres zu suchen. werkbiid

Berlin, 10. 1. 39. Oberk. cl. Wehrmacht: Deutsche Kampfflugzeuge unternahmen am Vor- und Nachmittag des 9. 1. einen Erkundungsvorstoß gegen die englische und schottische Ostküste. Hierbei wurden vor der Norwich-Küste vier bewaffnete Kriegs- und Handelsschiffe, nämlich zwei Vorpostenfahrzeuge, in deren Geleit zwei Handelsschiffe fuhren, angegriffen und versenkt. — Vor der schottischen Küste wurde von vier bewaffneten Handelsschiffen unvermutet das Feuer auf die deutschen Erkunder eröffnet. Bei der Abwehr dieses Angriffes wurden die Dampfer versenkt. Die eigenen Flugzeuge erlitten keine Verluste.

Berlin, 11. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Bei Grenzüberwachungsund Aufklärungsflügen an der Westfront kam es zu mehreren Luftkämpfen. Hierbei wurden zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Ein deutsches Flugzeug wurde bei der Verfolgung eines Feindes in der Gegend von Colmar durch Bodenberührung vernichtet.

Bei einem erneuten Versuch, Flugplätze an der deutschen Küste mit Bomben anzugreifen, wurden neun britische Bombenflugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim in der Deutschen Bucht von vier deutschen Flugzeugen gestellt. Im Verlauf des Kampfes wurden drei britische Flugzeuge abgeschossen, ein weiteres so stark beschädigt, daß es vermutlich seinen Heimathafen nicht mehr erreichte. Die deutschen Flugzeuge kehrten aus diesem Kampf gegen eine mehr als doppelte Ueberlegenheit ohne Verluste zurück.

Berlin, 11. 1. 43 (DNB.). Ein unbewaffnetes Reiseflugzeug der deutschen Luftwaffe, das infolge schlechter Sicht die Orientierung verloren hatte, mußte in Belgien in der Nähe von Mecheln notlanden. Das Flugzeug wurde teilweise beschädigt. Die Insassen, die unverletzt blieben, wurden von den Belgiern interniert.

Großadmiral Dr. h. c. Raeder bei einer Ansprache in einem Fliegerhorst, wo er verdienstvolle Flieger mit Eisernen Kreuzen auszeichnete, ..... „denn sie flogen

gegen Engelland....." Werkbild

Nr. 2/1940, Bd. 32

.FLUGSPORT

Seite 31

Berlin, 12. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe setzte die Aufklärung an der englischen und schottischen Ostküste und der Shetlands fort. An der schottischen Küste wurden drei britische Vorpostenboote und ein bewaffneter Handelsdampfer, der das Feuer auf die deutschen Aufklärer eröffnete, angegriffen und versenkt. Im Verlauf eines sich hierbei entwickelnden Luftkampfes mit britischen Jagdflugzeugen wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Britische Flugzeuge haben einen Flugplatz auf einer deutschen Insel angegriffen, ohne Schaden anzurichten.

Berlin, 13. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe hat am 12. Januar ihre Aufklärungstätigkeit über Ostfrankreich und über der Nordsee fortgesetzt und hierbei wichtige Ergebnisse erzielt. Drei Einzelflugzeuge wurden von feindlichen Jägern erfolglos angegriffen.

Vom Feind wurden am 12. Januar außer einzelnen nächtlichen Anflügen, die zum Teil wieder unter Verletzung der holländischen Neutralität vor sich gingen, nur ein einziger Bristol-Blenheim über deutschem Gebiet gesichtet. Das Flugzeug wurde nach kurzem Kampf von deutschen Jägern abgeschossen und ist nach Aufschlag auf französischem Boden verbrannt.

In der Deutschen Bucht versuchten acht britische Bomber deutsche Zerstörer anzugreifen. Nur zwei Angreifern gelang es, ohne jeden Erfolg Bomben abzuwerfen. Der eine wurde abgeschossen, der zweite beschädigt. Die übrigen sechs britischen Flugzeuge drehten schon unter der Wirkung des gut liegenden Abwehrfeuers unserer Zerstörer vorzeitig ab-

Berlin, 14. 1. 40 (DNB.). Oberk. d. Wehrmacht: Die Luftwaffe hat ihre Aufklärung über Frankreich und über der Nordsee auch am 13. 1. planmäßig und erfolgreich durchgeführt. Ein deutsches Flugzeug wird vermißt. — An der Westfront hatten deutsche Flugzeuge keine Feindberührung. Flakartillerie hat in der Gegend von St. Ingbert ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Einzelne feindliche Flugzeuge haben in der Nacht vom 12. zum 13. 1. Aufklärungsflüge über deutschem Reichsgebiet unternommen. Ein englisches Flugzeug versuchte in der Nacht eine nordfriesische Insel einzugreifen. Die Bomben fielen ins Wasser, ohne Schaden anzurichten. Ein holländisches Flugzeug hat die deutsche Reichsgrenze bei Nordhorn in den Mittagsstunden überflogen und deutsches Hoheitsgebiet verletzt.

Türk. Segelfluggelände befindet sich in Ankara und Inönü. Inönü, ein brauchbar zentral gelegenes Gelände, liegt etwa zwischen Istanbul und Ankara. Es hat schöne, bei mehreren Windrichtungen brauchbare sanfte Felsenhänge und einen inpfebenen Flugplatz, direkt darunterliegend. Am Fuß der Berge und am Rande

Segelflug

Türk, zweisitz. Schulgleiter, russ. Konstruktion, Lizenzbau in Instanbul, im türk. Segelfluggelände Inönü (1939).

Segelflugzweisitzer „Goevier" mit nebeneinanderliegenden Sitzen.

Archiv Flugsport

Wasserkuppe in Schnee und Rauhreif. Silvester 1939. Bild: Flugsport

des Flugplatzes sind eine Reihe fester Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude sowie Hallen errichtet. Schulkurse finden hauptsächlich im Sommer statt. Als Schulzweidecker wird ein abgestrebter russischer Hochdecker mit rohrartigem Leitwerksträger (siehe nebenstehende Abbildung) von verhältnismäßig kleinem Rohrquerschnitt verwendet. Man vergleiche hierzu den danebenstehenden Doppelsitzer „Goevier", Sitze nebeneinander.

Berührung mit einer Trombe schildert Uffz. Scheidhauer auf Nurflügelflugzeug Horten III während der 19. Rhön in den Rhön-Berichten des Korpsführers 1938: Am zweiten Wettbewerbstag, 25. Juli 1938, riß die Bewölkung erst spät auf. Es bildete sich über dem Gersfelder Tal eine Wolke mit niedriger Basis von etwa 1200 m, in der die vorher gestarteten Maschinen sehr schnell verschwanden. Ich startete als Letzter und fand unter der gesamten Basis nur noch Null, höchstens V. m/sec Steigen. Plötzlich sah ich etwa 100 m unter der Basis eine rechtsdrehende Trombe von ungefähr Vi m Durchmesser, der ich nicht mehr ausweichen konnte. Die linke Fläche wurde erfaßt und hochgerissen. Die ganze Maschine wurde mit äußerster Gewalt seitlich geworfen, so daß der Inhalt aus der rechten Bordtasche, u. a. zwei schwere Reservebolzen, etwa 1,60 m weit in die linke Fläche fielen. Dadurch, daß ich fest angeschnallt war, verletzte ich mich nicht. Der Vorfall geschah in 100 m über Grund, und als die Maschine sich gefangen hatte, konnte ich mit der Höhe gerade noch den Motor-

platz erreichen. Bei einem Abmontieren in der niedrigen Höhe über Grund, was bei solcher Beanspruchung im Bereich der Möglichkeit liegt, hätte es zum Absprung nicht mehr gereicht. Die große Festigkeit des Nurflügels, die durch den dicken Flügel und durch das Fehlen des Rumpfgewichtes gegeben ist, hatte sich erwiesen.

Berichtigung. In dem Artikel „USA HochgeschwindigkeitspronT, Nr. 24, S. 572, vom 22. 11. 39 muß es selbstverständlich richtig heißen bei der Angabe von Geschwindigkeiten in Deutschland bei Rumpfmaschinen statt: 746,66 km ,,755,11 km".

Literatur.

(Nachsteh. Bücher können, soweit im Inland erschienen, von uns bezogen werden.)

Malaula! Der Kampfruf meiner Staffel v. Julius Buckler. Vom Dachdeckerlehrling zum Pour-le-merite-Offizier. Eingel. v. Peter Supf. Steiniger-Verlage, Berlin. Preis RM 2.85.

Buckler, am Ende des Weltkrieges 23 Jahre, Führer der Jagdstaffel 17, Träger des „Pour le merite" und einer der erfolgreichsten Jagflieger, schildert in diesem Buch in der ihm angeborenen Bescheidenheit sein Fliegerleben. Malaula ist der Schlachtruf der Staffel. Ein lesenswertes Buch auch für diejenigen, die schon glauben, den Knüppel fest in der Hand zu haben.

Jagdfliegergruppe G. J ger an Polens Himmel, v. K- G. von Stackelberg. Steirische Verlagsanstalt, Graz. Preis RM 4.50.

Ernst Udet, unser Generalluftzeugmeister, sagt in seinem Geleitwort: „Dieses Buch übermittelt prächtige Eindrücke von frisch-fröhlicher Jagdfliegerei über Polen. Die unvergeßlichen Taten der im Polenfeldzug 1939 erfolgreichsten Jagd-gruppe werden der deutschen Jugend Freude bereiten und Ansporn zu immer sieghaftem Fluge für Deutschland sein." — Man liest, wie es losgeht, polnische" Bomber greifen an, Jagd auf Transportzüge, 26 Polen mit einem Schlag, vom Besuch des Generalfeldmarschalls Göring. Nach 18 Tagen ist der Krieg aus — Sieg im polnischen Luftraum, v. Stackelberg versteht es, in seiner knappen sachlichen Sprache, alle Phasen in den Luftkämpfen miterleben zu lassen.

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